DER VERBOTENE PAKDES MAFIA -KONICS

DER VERBOTENE PAKDES MAFIA -KONICS

last updateÚltima actualización : 2026-10-06
Por:  Faith mega Actualizado ahora
Idioma: Deutsch
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„Du kannst mich hier nicht eingesperrt halten“, keuchte Tarni, während sie sich gegen seinen Griff wehrte, als er sie gegen den schweren Schreibtisch drängte. „Eingesperrt.“ Silas ließ das Wort auf seiner Zunge rollen, sein Schatten verschluckte den Raum, als er sie zwang, seinen gnadenlosen bernsteinfarbenen Augen zu begegnen. „Ich habe dich nicht hierhergebracht, um eine Gefangene zu sein, kleiner Vogel“, murmelte er, sein Atem streifte ihre zitternden Lippen. „Ich habe dich hierhergebracht, um mir zu gehören.“ Silas Thorne kennt keine Gnade. Aufgewachsen in der Gewalt der tasmanischen Unterwelt, versteht der Mafia-Boss nur eine Sprache: absolute Kontrolle. Für die zweiundzwanzigjährige Tarni ist das plötzliche, unerklärliche Koma ihrer Mutter nur der Anfang des Albtraums. Um die erdrückenden Krankenhausrechnungen zu bezahlen und ihre Mutter am Leben zu erhalten, wird Tarni als menschliche Sicherheit für die massiven, unbezahlten Mafiaschulden ihres entfremdeten Stiefonkels gehandelt. In Silas’ Klippenfestung gezerrt und in einen blutigen Syndikatskrieg gestoßen, ist sie mit einem Monster gefangen, das ihre vollständige Unterwerfung verlangt. Jede Berührung ist eine Sünde. Jedes Flüstern ist ein Befehl. Überleben bedeutet, nach seinen verdrehten Regeln zu spielen. Sie kann seinen furchterregenden Schutz und seine erdrückende Besessenheit haben – doch ihm ihr Herz zu schenken wäre ein fataler Fehler. Dann macht Tarni eine tödliche Entdeckung: Die Krankheit ihrer Mutter war kein tragischer Unfall. Es war eine gezielte, bösartige Vergiftung. Als sie in die blutigen Geheimnisse des Anwesens gräbt, um den Attentäter zu finden, zerbricht der vergoldete Käfig und enthüllt einen schrecklichen Familienverrat. Kugeln fliegen, und der Bruder, für den sie alles geopfert hat, verschwindet in die eiskalte Nacht. Gefangen im Kreuzfeuer einer tödlichen Verschwörung, muss Tarni ihr Leben in Silas’ blutige Hände legen. Doch als der Mafia-Boss im Dunkeln seine Waffe erhebt… zielt er darauf, sie zu retten – oder drückt er ab?

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Capítulo 1

Tarni

Tarni

Der Lappen in meiner Hand war einmal weiß gewesen.

Jetzt war er grau, steif und durchtränkt vom Gestank abgestandenen Bieres, billigen Bourbons und Schweiß.

Ich schrubbte die ramponierte Theke, bis meine Knöchel brannten, und biss mir in die Innenseite der Wange, sobald der Schmerz schärfer wurde. Meine Schultern schmerzten. Meine Füße fühlten sich in den Schuhen taub an.

Ich verlagerte mein Gewicht und schluckte schwer.

Einfach weiterbewegen.

Denn wenn ich auch nur für eine Sekunde innehielt, wusste ich, dass meine Beine nachgeben würden.

„Oi, Schätzchen. Noch eine Runde.“

Ich schaute nicht auf. Ich wischte einfach weiter.

„Hast du mich gehört, Süße?“

Der Mann knallte sein schweres Glas auf die Theke, das plötzliche Geräusch ließ mich zusammenzucken. Schließlich hob ich den Kopf und zwang meinen Gesichtsausdruck zu einer leeren Maske. Er war einer von Micks Stammgästen, ein Mann, dessen Gesicht ich drei Abende die Woche sah, dessen Namen ich mir aber nie die Mühe gemacht hatte zu lernen.

„Ja. Ich habe dich gehört.“

Ich warf den dreckigen Lappen in die Spüle und griff nach dem günstigen Whiskey vom Bord.

„Zwei Finger?“

„Drei. Und schenk uns ein Lächeln.“

Ich schenkte die bernsteinfarbene Flüssigkeit ein und hielt den Blick auf das Glas gerichtet. „Vierzehn Dollar.“

Er schnaubte, warf einen zerknüllten Zwanziger auf die klebrige Theke. „Behalt das Wechselgeld. Kauf dir einen Kaffee, Liebes. Du siehst furchtbar aus.“

„Danke.“

Ich nahm das Geld an mich, meine Finger zögerten über den sechs Dollar.

Das Trinkgeldglas stand direkt neben mir.

Ich wusste, wohin das Geld eigentlich sollte. Ich wusste auch, dass Leo sein Asthma-Medikament brauchte.

Also steckte ich die sechs Dollar in die Hosentasche meiner Jeans und blickte mich um, das Herz pochte.

Es war Diebstahl. Das wusste ich.

Aber mein zehnjähriger Bruder musste heute Nacht atmen können.

Und sechs Dollar konnten Medikamente bedeuten oder wieder einen Notfallbesuch um 3 Uhr morgens.

In diesen Tagen bedeuteten sechs Dollar alles.

Jeder einzelne Cent zählte.

Ich lehnte mich an die rumpelnde Eismaschine und schloss die Augen, stellte mir Leo vor. Er hätte längst in unserer beengten Wohnung in Redfern schlafen sollen, vergraben unter dieser abgewetzten Superhelden-Decke, die er sich weigerte wegzuwerfen. Aber er war es nicht. Er wartete auf. Er wartete immer, bis ich nach Hause kam.

Vor zwei Jahren war Mum aus dem Haus gegangen, um einen Liter Milch zu holen.

Sie kam nie zurück.

Sie hatte einen Bus nach Perth genommen und uns mit unbezahlten Rechnungen, einem fast leeren Kühlschrank und einem Berg Schulden bei einem örtlichen Kredithai namens Silas zurückgelassen.

Ich erinnerte mich noch, wie ich an jenem Abend an der Tür stand und auf das Geräusch ihres Schlüssels wartete.

Es kam nie.

Ich hatte auf die harte Tour gelernt, dass die Monster deiner Mutter nicht mit ihr verschwinden, wenn sie verschwindet. Sie richten ihre Aufmerksamkeit einfach auf die Kinder, die sie zurückgelassen hat.

Noch dreißig Minuten, sagte ich mir und starrte zur wasserfleckigen Decke hinauf. Das war alles, was ich noch überstehen musste. Die Tische abwischen, den Boden wischen, die schweren Eisentüren abschließen, den Nachtbus erwischen und zurück zu Leo.

Aber als ich den Kopf senkte, glitten meine Augen zurück zur Eckkabine.

Der Mann war immer noch da.

Er hatte sich seit sechs Uhr an diesem Vinylsitz festgesetzt. Sieben Stunden. Ein einziges Glas Scotch stand vor ihm. Er hatte keinen einzigen Schluck genommen; das Eis war schon vor Stunden zu lauwarmem Wasser geschmolzen.

Er gehörte nicht in den Black Dog. Das abgetragene Leder seines Mantels war zu edel, seine Stiefel makellos poliert, und die schwarzen Lederhandschuhe auf dem Tisch sahen aus, als würden sie mehr kosten als meine gesamte Monatsmiete.

Aber es waren nicht die Kleider, die mir die Haare auf den Armen aufstellten.

Es war die Art, wie er so still saß, die mich beunruhigte.

Wann immer ich in seine Richtung blickte, war sein Gesicht unter der Krempe einer dunklen Mütze verborgen. Ich konnte seine Augen nicht klar erkennen, aber ich spürte sie auf mir.

Er rief mich nie herüber. Beschwerte sich nie über die Musik. Berührte sein Getränk nicht einmal.

Er saß einfach nur da und beobachtete.

Und jedes Mal, wenn ich wegsah, kroch ein Schauder meinen Rücken hinab.

Er beobachtete einfach nur.

Ich zwang mich wegzusehen, mein Puls beschleunigte sich. Du bist erschöpft, Tarni, schalt ich mich. Ich war zweiundzwanzig Stunden am Stück wach gewesen. Mein Gehirn franselte an den Rändern aus. Ich machte aus einem gewöhnlichen, seltsamen Kunden eine Bedrohung, weil mein Leben mich darauf konditioniert hatte, vor allem Angst zu haben.

Aber das Grauen, das sich in meinem Magen sammelte, wollte nicht verfliegen.

Ich hatte genau sechs Tage, um zweitausend Dollar für Silas zusammenzukratzen. Vierhundert hatte ich in einer Socke unter meiner Matratze versteckt. Die heutige Schicht würde mir weitere dreihundertfünfzig bringen. Selbst mit Trinkgeld war ich noch nicht einmal auf halbem Weg.

Ich griff an den kalten Stahlrand der Spüle und zwang Luft in meine engen Lungen.

Denk an Leo, sagte ich mir. Sein albernes Lächeln mit der fehlenden Vorderzahn. Seine furchtbaren Klopf-Klopf-Witze. Die Art, wie er seine Socken in jeder Ecke der Wohnung zusammenballte. Ich konnte es mir nicht leisten, auseinanderzufallen. Wenn ich zerbrach, hatte er niemanden, der ihn wieder zusammensetzte.

„Letzte Runde!“

Micks raue Stimme grollte von oben aus dem Kellertreppenhaus. Der Besitzer kam schwerfällig herunter, kratzte sich heftig den Bauch unter einem fleckigen Poloshirt. „Mach Schluss, Tarni. Licht aus um zehn.“

„Ja“, brachte ich hervor, obwohl meine Stimme schwach und müde klang.

Das reichte, um die letzten Gäste auf den Weg zu schicken.

Der Gerüstbauer kippte den Rest seines Whiskys, schwankte auf den Beinen und stolperte hinaus in die kalte, feuchte Nacht.

Eine laute Gruppe Uni-Studenten folgte, lachte und schubste sich gegenseitig, während sie im Regen verschwanden.

Ich schaute ihnen nach und spürte bereits, wie sich die Stille über die Bar legte.

Dann legte sich eine erdrückende Stille über die Kneipe.

Alle waren weg.

Außer ihm.

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Ich griff nach einem trockenen Tuch, trat hinter der Sicherheit der schweren Mahagoni-Theke hervor und ging zur hinteren Kabine. Meine Stiefel lösten sich bei jedem Schritt von dem klebrigen Boden.

„Wir schließen“, sagte ich und hielt einen vorsichtigen Abstand.

Nichts. Er blinzelte nicht. Er bewegte sich nicht.

„Hey.“

Immer noch nichts. Ich machte einen halben Schritt näher.

„Ich brauche, dass du gehst. Wir haben zu.“

Langsam, methodisch, hob er den Kopf.

Das flackernde Neonlicht des Bierzeichens draußen sickerte durchs Fenster und wusch über sein Gesicht. Er war älter, als ich geschätzt hatte – Ende vierzig. Seine Wangenknochen waren scharf, sein Kiefer wie aus Granit gemeißelt, und eine gezackte, blasse Narbe schnitt diagonal durch seine linke Augenbraue.

Aber es waren seine Augen, die das Blut in meinen Adern gefrieren ließen. Sie waren völlig tot. Es waren die Augen eines Mannes, der in diese Bar gekommen war und bereits genau wusste, wie die Nacht enden würde.

„Tarni.“

Die Luft blieb mir im Hals stecken.

Er kannte meinen Namen.

„Woher kennst du mich?“ flüsterte ich und machte einen zittrigen Schritt zurück.

Meine Hand griff hinter mich, tastete blind, bis meine Finger den schweren Glasaschenbecher auf dem nächsten Tisch umschlossen.

Ich packte ihn fest, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen.

„Wer bist du?“

Er antwortete nicht. Langsam, absichtlich, glitt seine behandschuhte Hand in seinen Mantel.

Mein ganzer Körper versteifte sich in einem Zustand reiner, ursprünglicher Panik. Silas. Der Gedanke traf mich wie ein physischer Schlag. Silas hatte endlich jemanden geschickt, um einzutreiben. Ich bereitete mich auf den Schimmer eines Messers vor, auf das schwere schwarze Metall einer Pistole.

Stattdessen zog er die Hand heraus und legte etwas Kleines auf den Tisch.

Ich schaute hinunter.

Der Boden schien sich heftig unter mir zu neigen.

Es war ein blauer Ventolin-Inhalator.

Ein Streifen weißes Sporttape war eng um das Plastikgehäuse gewickelt. Ein unordentliches, dickes schwarzes L war mit Sharpie über das Tape geschrieben.

Meine Handschrift.

Ich kannte genau diesen Inhalator. Ich kannte sein Gewicht. Ich hatte ihn heute Morgen um sieben in den Händen gehalten. Ich hatte dieses Stück Tape selbst darum gewickelt, damit Leo ihn in der Pause nicht verlor.

Meine Finger wurden taub. Der Glasaschenbecher glitt mir aus dem Griff und traf mit einem dumpfen, schweren Schlag die Dielen. Ich hörte es nicht einmal.

„Nein…“ Das Wort kratzte sich aus meiner Kehle, kaum ein Flüstern. Ich riss den Blick zum Gesicht des Mannes hoch. „Wo hast du das her?“

Er zuckte nicht zusammen.

„Dein Bruder ist ein mutiger Junge.“

Mein Herz hörte auf zu schlagen. Die Stille in der Kneipe dröhnte plötzlich in meinen Ohren.

„Was hast du gesagt?“

„Er hat nicht einmal geweint, als meine Männer ihn vom Bordstein vor seiner Schule gezogen haben.“

Der Raum drehte sich. Meine Knie knickten leicht ein, aber ich fing mich am Rand der Kabine.

„Nein.“ Meine Stimme zitterte jetzt heftig, Tränen reiner Angst stachen in meinen Augen. „Du lügst.“

Der Mann stand auf.

Er war so viel größer, als ich realisiert hatte. Breit, turmhoch und völlig unbeeindruckt von dem Entsetzen, das von mir ausstrahlte.

„Schließ die Türen ab, Tarni.“

Ich konnte mich nicht bewegen. Jeder biologische Instinkt, den ich besaß, schrie mich an, zur Ausgangstür zu sprinten, hinaus in den Regen zu rennen und nach der Polizei zu schreien. Aber Leos Gesicht blitzte hinter meinen Augen auf. Sein vertrauensvolles Lächeln. Seine ruhigen, keuchenden Atemzüge in der Dunkelheit.

Ich konnte nicht gehen. Wenn ich rannte, starb Leo.

„Wo ist mein Bruder?“ forderte ich und versuchte, wild zu klingen, aber es kam als verzweifelte, gebrochene Bitte heraus.

Der Gesichtsausdruck des Mannes blieb vollkommen, erschreckend gelassen. „Schließ die Türen ab.“

Meine zitternden Hände hoben sich zu meiner Brust. Ich schaute zum Glastüreingang, hinaus auf die dunkle, leere Straße, und dann zurück zu dem Monster, das vor mir stand.

„Wenn du ihm wehgetan hast…“ Meine Stimme brach, Tränen liefen endlich heiß über meine Wangen. „Ich schwöre bei Gott, ich werde—“

„Du wirst was?“

Die Frage war so leise gesprochen, mit solcher absoluter Gleichgültigkeit, dass sie mich schlimmer erschreckte, als hätte er sie geschrien. Es war die Stimme eines Mannes, der Menschen für seinen Lebensunterhalt zerquetschte und darüber nie eine Sekunde Schlaf verlor.

Ich schluckte die Galle hinunter, die in meiner Kehle hochstieg.

Er neigte den Kopf zum vorderen Teil der Kneipe. „Schließ ab.“

Ich starrte ihn an, die Brust wogte, mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass ich dachte, sie könnten brechen.

Dann drehte ich mich um und ging zum Eingang.

Einen qualvollen, zittrigen Schritt nach dem anderen.

Denn was auch immer dieser Mann von mir wollte, welche verdrehte Schuld er auch gekommen war einzutreiben – ich wusste bereits die erschreckendste Wahrheit von allen. Er war nicht zum Black Dog gekommen, um etwas zu trinken. Er war gekommen, um mich zu fangen.

Und er hatte das Einzige auf der Welt genommen, das ich liebte, um sicherzustellen, dass ich nicht weglaufen würde.

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