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Kapitel 2

Penulis: Genesis
last update Tanggal publikasi: 2026-04-27 01:44:10

Mein Kopf fühlte sich an, als würde er eine Tonne wiegen, als ich endlich die Augen aufschlug. Ein leises Stöhnen entwich mir, und ich drückte die Finger gegen meine Schläfe, während ich mich in eine sitzende Position hochschob. Die Schwere kam wahrscheinlich daher, dass ich nach der ganzen Nacht mit Isla total erledigt gewesen war.

Ich erstarrte augenblicklich, als mir klar wurde, dass ich mich nicht an einem Ort befand, den ich kannte. Ein Schwall von Angst schoss mir durch die Brust. Ich blickte an mir herunter und klappte vor Schreck den Mund auf. Das waren nicht meine Klamotten. Ich trug ein viel zu großes T-Shirt, das mir fast bis zur Mitte der Oberschenkel reichte, darunter nur einen BH und einen Slip. Wo zur Hölle waren meine eigenen Sachen? Und wo war ich überhaupt?

Das Zimmer schrie geradezu nach Luxus. Es war riesig, viel größer als alles, was ich gewohnt war. Das Bett, in dem ich lag, fühlte sich massiv und teuer an – wahrscheinlich kostete es mehr als meine ganze Wohnung. Abstrakte Gemälde hingen an den Wänden, und jede Kleinigkeit in der Einrichtung wirkte edel. Alles war in schwarzen und grauen Tönen gehalten, schlicht und maskulin – genau die Art von Einrichtung, bei der man sofort wusste, dass hier ein Mann lebte.

Ich hielt inne und ließ die Erinnerungen an die vergangene Nacht zurückkehren. Wie diese Männer mich gepackt hatten… die sexuelle Belästigung… und dann dieser fremde Typ, der sie ohne mit der Wimper zu zucken umgebracht hatte. War das wirklich passiert?

Ich stieß ein nervöses Lachen aus, schüttelte den Kopf über mich selbst und gab mir einen leichten Klaps auf die Wange. Ich hatte in letzter Zeit eindeutig zu viele Thriller geschaut. Mein Gehirn füllte die Lücken offenbar mit lauter verrücktem Zeug.

Plötzlich erstarrte ich erneut, als irgendwo im Zimmer eine Tür aufging. Ein Mann trat heraus – nur mit einem Handtuch bekleidet, das tief auf seinen Hüften saß. Sein gesamter muskulöser Oberkörper war offen zu sehen. Meine Lippen öffneten sich, während ich ihn anstarrte. Das war wahrscheinlich das Nächste, was ich je einem halbnackten Mann in echt gekommen war.

Genau derselbe mysteriöse Mann von der Straße sah mich direkt an. „Hey, wie fühlst du dich?“, fragte er und kam ganz lässig auf mich zu.

Ich blinzelte heftig und rutschte ein Stück auf dem Bett zurück, bis das Kopfteil mich stoppte. Er gab nur ein tiefes, sexy Lachen von sich und kratzte sich am stoppeligen Kinn.

„Keine Sorge, ich bin harmlos… glaube ich?“, fügte er hinzu und klang dabei selbst ein wenig unsicher.

„Du wirkst auf mich nicht besonders harmlos“, murmelte ich leise. „Du siehst… gefährlich aus.“

Ja, gefährlich gut aussehend, wenn ich ehrlich war.

Jetzt, wo ich sein Gesicht im hellen Licht richtig sehen konnte, gab es keinen Zweifel mehr – er war verdammt attraktiv. Er hatte eine Art Halbglatze, die ihn irgendwie noch markanter machte und perfekt zu seinem harten, maskulinen Auftreten passte. In seiner linken Augenbraue war ein cooler kleiner Schlitz. Ich hatte schon viele Typen mit diesem Look gesehen, aber bei ihm wirkte es auf einem ganz anderen Level. Seine Augen waren tief liegend und haselnussbraun, seine Nase gerade und schmal, sein Kiefer scharf genug, um Glas zu schneiden, und seine Lippen sahen voll und sinnlich aus.

Mein Blick wanderte unwillkürlich tiefer und musterte seinen durchtrainierten Körper. Über seine Brust, beide Arme und die rechte Seite seines Bauchs verteilten sich Tattoos. Ich konnte nicht aufhören, sie anzustarren. Seine breite, definierte Brust, die klar gezeichneten Bauchmuskeln, die perfekte V-Linie, die unter dem Handtuch verschwand, und diese starken, muskulösen Oberarme waren so perfekt geformt, dass ich mich zwingen musste, ihm wieder ins Gesicht zu schauen.

„Und, was denkst du?“, fragte er mit einem schiefen Grinsen, als er bemerkte, wie ich ihn anstarrte. „Bin ich dein Typ?“

Meine Wangen brannten sofort. Ich räusperte mich und wandte schnell den Blick von seinen spöttischen Augen ab. Wahrscheinlich sah ich aus, als wäre ich total in ihn verknallt – und ehrlich gesagt war ich das auch –, aber ich wollte es nicht so offensichtlich machen. Ich war Jungs gegenüber immer ziemlich unschuldig gewesen; ich hatte mir vorher nie wirklich Zeit für so etwas genommen. Trotzdem hieß das nicht, dass jemand wie er mich kaltließ.

„W-Warum bin ich hier?“, fragte ich leise und wich seiner Frage komplett aus.

„Ah, ich habe dich mit zu mir genommen, weil ich nicht wusste, wo du wohnst“, erklärte er. „Keine Sorge, wie gesagt, ich bin harmlos… solange ich kein Problem mit dir habe.“ Wieder lachte er mit dieser tiefen, rauen Stimme.

Ich war mir nicht sicher, ob mich das beruhigen sollte oder nicht.

Ich räusperte mich. „H-Hast du mir die Klamotten ausgezogen?“, fragte ich und zog die Brauen zusammen.

„Ja, aber keine Angst, ich hab nicht… viel geguckt“, sagte er und kratzte sich an der Augenbraue. „Na ja, okay, vielleicht hab ich zufällig ein bisschen was gesehen… nur ein klitzekleines bisschen.“

Ich biss mir auf die Unterlippe und starrte ihn einfach nur an. Ich wusste gerade nicht einmal, was ich fühlen sollte. Irgendetwas an diesem Typen fühlte sich falsch an, als würde er viel mehr verbergen, als er zugab. Aber aus irgendeinem Grund schaffte ich es nicht, in richtige Panik zu verfallen. Vielleicht überdeckten seine guten Looks die Angst vorerst.

„W-Wer bist du?“, fragte ich und musterte weiter sein Gesicht.

„Ich wurde nicht ausgespuckt, ich wurde geboren“, antwortete er mit einem lässigen Lächeln.

„Hä?“ Ich blinzelte verwirrt.

„Verdammt, sie hat’s nicht kapiert“, murmelte er leise vor sich hin, schaute kurz weg und lachte dann wieder, als er mich ansah. „Ich finde es irgendwie unhöflich, nach meinem Namen zu fragen, ohne mir vorher deinen zu sagen. Sag mir deinen, dann sag ich dir meinen.“

Ich kaute auf der Innenseite meiner Wange. „Ich bin Aria… Aria Sinclair. Ähm, würdest du dir vielleicht erst etwas anziehen? Ist dir nicht kalt?“, fragte ich, die Stirn noch immer gerunzelt.

„Ach, machst du dir Sorgen um mich, Aria?“, neckte er mich mit spielerischer Stimme.

Ein kleiner Schauer lief mir über den Rücken, als er meinen Namen so aussprach. Ich schluckte schwer und umklammerte den Saum des übergroßen T-Shirts fest. Warum ließ ich zu, dass ein Typ, den ich gerade erst getroffen hatte, mir so unter die Haut ging? Ich kannte ihn nicht einmal, wusste nicht einmal seinen Namen… War ich wirklich so ahnungslos in diesen Dingen? Ich kam mir vor wie ein verknallter Teenager und konnte es mir selbst nicht erklären.

„Ach ja, übrigens heiße ich Matteo… Matteo Donello. Aber du kannst mich einfach Matteo nennen“, sagte er und ging zu seinem Kleiderschrank.

Ich beobachtete, wie er Kleidung herausnahm. Er schaute noch einmal zu mir zurück und grinste wieder. Ich wandte den Blick schnell ab und räusperte mich. Er war wirklich unglaublich gut aussehend. Vielleicht war ich von ihm stärker beeindruckt, als ich mir eingestehen wollte. Außer meinen Brüdern hatte ich nicht viel Zeit mit Jungs verbracht. Ich war immer zu beschäftigt damit gewesen, die verantwortungsvolle älteste Schwester zu sein und alles zu erledigen, was erledigt werden musste. Vielleicht fühlte sich das hier deshalb so intensiv an – als würde ich etwas nachholen, das ich viel zu lange verpasst hatte.

„Matteo… diese zwei Männer von vorhin… w-was ist mit ihnen passiert?“, fragte ich und beobachtete ihn.

Er drehte mir den Rücken zu. Ich schnappte leise nach Luft, als er plötzlich das Handtuch fallen ließ. Schnell riss ich den Kopf zur Seite, bevor ich zu viel von seinem nackten Rücken sehen konnte. Selbst von der Seite sah er stark und sexy aus. Ich schluckte schwer und hielt den Blick starr auf die Wand gerichtet, während ich wartete, dass er sich anzog. Schämte er sich denn gar nicht, so vor mir zu stehen?

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