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KAPITEL 6 Die Falle

ผู้เขียน: Lady P❣️
last update วันที่เผยแพร่: 2026-08-14 16:30:40

Ich ging nach Hause wie in Trance.

Die Straßen waren laut, voller hupender Autos und hastender Fußgänger, aber ich nahm kaum etwas davon wahr. Meine Füße liefen wie von selbst und trugen mich durch die vertrauten Abzweigungen und Zebrastreifen, ohne dass ich auch nur einen klaren Gedanken gefasst hätte. Mein Kopf hing in einer Schleife fest. Gregs Nachricht. Matts besorgte blaue Augen. Die unvollendeten Worte, die zwischen uns in der Luft hingen.

„_Ich weiß, dass du nicht zu Hause bist. Wo bist du?_“

Ich hatte nicht geantwortet. Ich konnte nicht. Der Gedanke, eine Lüge zu tippen, drehte mir den Magen um, und der Gedanke, ihm die Wahrheit zu sagen – _Ich sitze in einem Diner mit dem Mann, von dem ich schwanger bin_ – war zu absurd, um ihn überhaupt in Erwägung zu ziehen. Also steckte ich mein Handy weg und ging.

Als ich bei meinem Haus ankam, hielt ich nicht an, um die Post zu checken. Ich grüßte nicht die ältere Frau, die im Erdgeschoss wohnte. Ich stieg einfach die drei Stockwerke hoch, die Beine brannten vor Erschöpfung, und fummelte nach meinen Schlüsseln.

Ich schloss die Tür auf und stieß sie auf.

Die Wohnung war dunkel. Still. Genau so, wie ich sie verlassen hatte. Das Morgenlicht filterte kaum durch die dünnen Vorhänge und warf lange Schatten über den abgewetzten Boden.

Ich trat ein, schloss hinter mir ab und ließ einen langen, zittrigen Atemzug los.

Dann sah ich es.

Ein weißer Umschlag lag direkt hinter der Tür auf dem Boden. Schlicht, unbeschriftet, keine Briefmarke und keine Absenderadresse. Nur mein Name stand in sauberer, präziser Schreibschrift vorn drauf.

_Emma._

Mein Herz setzte aus.

Ich starrte den Umschlag an, als wäre er eine giftige Schlange. Meine Hände fingen an zu zittern. Der Postbote hatte ihn nicht durch den Schlitz geschoben. Der Postbote brachte keine unbeschrifteten Umschläge um neun Uhr morgens.

Ich kniete mich hin, meine Knie knallten auf die knarrenden Dielen, und hob ihn auf. Das Papier war schwer, teuer, mit einer leichten Struktur. Ich drehte ihn in den Händen, die Kehle eng, und schob den Finger unter den Verschluss.

Drinnen lag ein einziges Blatt Papier.

Es war der Ehevertrag. Genau das gleiche Dokument, das Greg mir am Tisch gezeigt hatte. Aber diesmal war es verändert. Ein dicker roter Strich ging durch das ursprüngliche Datum, und am unteren Rand war mit scharfer, kantiger Schrift eine handschriftliche Notiz hingekritzelt.

„_Ich lasse mich nicht ignorieren. Unterschreibe bis Freitag, oder ich entziehe deinem Vater den Schutz. Die Wahl liegt bei dir. – G_“

Das Papier glitt mir aus den Fingern und schwebte zu Boden.

Freitag. Das waren drei Tage. Drei Tage, um entweder mein Leben an einen eiskalten Fremden zu verkaufen, oder meinen Vater den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen, vor denen er seit Jahren weglief.

Ich sank auf den Boden, den Rücken an die Tür gelehnt, und zog die Knie an die Brust.

Ich zitterte. Ich spürte die Tränen hinter meinen Augen brennen, stauten sich wie ein Damm, der jeden Moment brechen konnte. Aber ich zwang sie zurück. Ich durfte nicht weinen. Wenn ich anfing zu weinen, würde ich nicht mehr aufhören.

Ich saß lange da, die Wohnung still um mich herum. Der alte Kühlschrank brummte. Die Uhr an der Wand tickte. Die Welt drehte sich weiter, völlig gleichgültig, dass mein Leben auseinanderbrach.

Ich griff nach meinem Handy. Meine Finger waren unbeholfen und tippten wie von selbst. Ich öffnete die Kontakte und scrollte, bis ich bei dem einen Namen landete, den ich seit Wochen gemieden hatte.

Nicole.

Ich sah nicht mal auf die Uhr. Ich drückte auf den Anruf-Button und hielt mir das Handy ans Ohr.

Es klingelte dreimal. Dann meldete sich eine verschlafene Stimme. „Hallo?“

„Nicole.“ Meine Stimme brach.

Eine Pause. Dann ein scharfes Einatmen. „Emma? Oh mein Gott, Emma, bist du das? Ich hab seit Wochen versucht, dich zu erreichen! Wo zur Hölle warst du? Ich war so besorgt, dass ich fast die Polizei gerufen hätte!“

„Ich weiß. Es tut mir leid.“ Meine Lippe fing an zu zittern. „Es tut mir leid, dass ich verschwunden bin. Ich… ich musste einfach weg.“

„Weg von was?“

Ich drückte die Augen zu. Das Geständnis saß mir auf der Zunge, schwer und schmerzhaft. „Von meinem Vater. Von der Hochzeit.“

Die Stille am anderen Ende war lang und schwer. Nicole war klug. Sie war schon immer klug gewesen. Sie hatte meinen Vater nie gemocht. Sie hatte mich schon vor Jahren gewarnt, als wir noch im Studium waren, als ich noch dachte, er könnte sich ändern.

„Emma“, sagte sie leise. „Welche Hochzeit?“

Ich holte zitternd Luft. „Mein Vater hat mich an einen Milliardär verkauft. Er hat einen Vertrag unterschrieben. Ich sollte einen Mann heiraten, den ich nie getroffen habe. Also bin ich abgehauen.“

„Du bist abgehauen?“

„Vor einem Monat. Ich hab meine Nummer geändert. Bin umgezogen. Verstecke mich seitdem.“

„Und?“, Nicoles Stimme hatte sich verändert. Sie war jetzt schärfer, wachsamer. „Warum rufst du mich jetzt an? Was ist passiert?“

Ich wollte sprechen, aber die Worte blieben mir im Hals stecken. Ich wollte ihr von Greg erzählen. Von dem Vertrag, dem Abendessen, der erdrückenden Hitze seiner Hand auf meiner. Ich wollte ihr vom Baby erzählen.

Aber das Baby war nicht nur ein Baby. Das Baby war ein Geheimnis, das ich noch nicht teilen konnte.

„Er hat mich gefunden“, flüsterte ich. „Der Milliardär. Er hat mich gefunden. Und er hat mir ein Ultimatum gestellt. Ich muss den Vertrag bis Freitag unterschreiben, oder er macht meinen Vater fertig.“

„Das ist verrückt“, sagte Nicole. „Das ist buchstäblich verrückt. Du kannst doch nicht einfach – Emma, du kannst doch nicht irgendeinen Fremden heiraten, nur weil dein Dad Schulden hat. Du hast Rechte. Du hast –“

„Ich hab nichts“, unterbrach ich sie. Meine Stimme war hohl. „Ich hab kein Geld, keinen Anwalt, keine Familie. Ich bin komplett allein. Und wenn ich nicht unterschreibe, wird ein Mann sterben.“

„Dein Vater ist ein Monster, Emma! Warum ist dir egal, ob er stirbt?“

„Weil er trotzdem mein Vater ist.“

Die Stille zog sich. Ich konnte Nicole atmen hören, konnte mir vorstellen, wie sie in ihrer Wohnung auf und ab lief und sich durch die Haare fuhr, so wie sie es immer tat, wenn sie gestresst war.

„Okay“, sagte sie schließlich. „Okay. Hör mir zu. Mir ist egal, was du getan hast oder wo du warst. Du bist meine beste Freundin. Du bist die einzige Familie, die ich je hatte. Und ich lasse nicht zu, dass du das alleine durchziehst.“

Ich drückte das Handy fester, eine neue Welle von Tränen drohte überzulaufen. „Ich hab keinen Ausweg, Nic.“

„Dann finden wir einen“, sagte sie bestimmt. „Aber du musst schlau sein. Du musst ruhig bleiben. Und du musst aufhören, dich vor mir zu verstecken. Hast du gehört? Kein Ghosten mehr. Mir egal, ob dein Dad das FBI auf mich hetzt. Ich bin bei dir.“

Ich lachte. Es war ein nasses, gebrochenes Geräusch, aber es war echt. „Ich hab dich vermisst.“

„Ich dich auch, du Idiot. Wie spät ist es?“

Ich sah auf die Uhr. „Kurz vor zehn.“

„Ich komme vorbei“, verkündete sie. „Ich bringe Kaffee. Und wir finden das zusammen raus. Du bist nicht mehr allein, Emma.“

„Nicole—“

„Keine Widerrede. Gib mir deine Adresse.“

Ich nannte ihr die Adresse. Sie wiederholte sie, dann sagte sie, sie sei in einer Stunde da.

Ich legte auf und drückte das Handy an die Brust, mein Herz hämmerte. Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich mich nicht mehr völlig unsichtbar. Ich hatte Nicole. Sie war laut, chaotisch und manchmal völlig übergriffig – aber sie war echt.

Ich rappelte mich hoch, steckte den Vertrag zurück in den Umschlag und schob ihn in die Schublade. Ich wollte nicht, dass Nicole ihn sah. Noch nicht.

Die nächste Stunde verbrachte ich mit Putzen – das Sofa richten, die Arbeitsplatte abwischen, versuchen, meine kleine Wohnung weniger wie eine Katastrophe aussehen zu lassen. Die Bewegung half, meine Nerven zu beruhigen. Für ein paar Minuten vergaß ich fast Greg. Vergaß fast das Ultimatum.

Punkt elf hallte ein lautes Klopfen durch die Wohnung.

Ich öffnete die Tür und da stand Nicole, die Arme um ein Tablett mit zwei großen Kaffees und einer Tüte Gebäck geschlungen. Ihre Haare waren ein wildes Chaos, unter den Augen hatte sie schwere dunkle Ringe und sie trug zwei verschiedene Socken.

„Ich hab Kaffee und emotionale Unterstützung gesagt“, sagte sie und schob sich an mir vorbei in die Wohnung. „Ich hab nicht gesagt, dass ich mich schick mache.“

Ich schloss die Tür hinter ihr, ein echtes Lächeln brach durch meine Erschöpfung. „Danke, dass du gekommen bist.“

Sie stellte die Getränke ab, drehte sich zu mir um und zog mich in eine feste, beschützende Umarmung. Sie roch nach billigem Parfüm und frischem Kaffee.

„Ich gehe nirgendwo hin“, flüsterte sie mir ins Ohr. „Jetzt erzähl mir alles.“

Ich umarmte sie zurück und vergrub mein Gesicht an ihrer Schulter. Ich erzählte ihr nicht alles. Ich erzählte ihr nichts vom Baby. Aber ich erzählte ihr von Greg. Von dem kalten Blick. Der Drohung. Davon, wie sich seine Hand in meine Haut gebrannt hatte.

Als ich fertig war, war Nicole lange still.

Dann sah sie mich an, ihre Augen brannten vor beschützender Wut. „Dieses Arschloch“, sagte sie. „Er glaubt, er kann dir Angst machen? Er hat das falsche Mädchen erwischt.“

Ich wollte ihr glauben. Wirklich.

Aber als ich auf mein Handy sah, leuchtete der Bildschirm mit einer neuen Nachricht auf.

Matt: „Ich mach mir Sorgen um dich. Du sahst verängstigt aus, als du aus dem Diner gerannt bist. Können wir uns morgen sehen? Bitte? Nur zum Reden.“

Ich starrte auf die Nachricht.

Drei Männer. Drei verschiedene Welten.

Greg besaß meinen Vertrag. Matt besaß unwissend mein Baby. Und Nicole stand vor mir und versuchte, meine zerbrochenen Stücke zusammenzuhalten.

Ich wusste nicht, in welche Richtung ich gehen sollte.

Aber ich wusste, dass mir nicht mehr viel Zeit blieb, um mich zu entscheiden.

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