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Kapitel 284

작가: Tanja
Mit einem verzweifelten Aufschrei wollte Samuel Adrian nachstürzen, doch Nathan hielt ihn zurück.

Völlig außer sich klammerte Samuel sich an den Arm seines Bruders. Sein Blick war voller Angst und Flehen. „Nathan, bitte, rede mit ihm! Sag ihm, dass ich so etwas nie wieder tue. Ich kann ihn nicht verlassen. Ohne ihn gehe ich zugrunde. Bitte, Nathan!“

Nathan sah seinen Bruder an und seufzte schwer. Für einen Moment zeigte sich Mitgefühl in seinen Augen, doch seine Stimme blieb bestimmt.

„Samuel, d
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    Auch Ottilies Miene verfinsterte sich. Sie zog die Brauen zusammen.„Dieses Kind …“ Ihre Stimme war voller Enttäuschung und Missbilligung. „Warum ist sie nur so kurzsichtig?“Unter dem Tisch ballte Liane die Fäuste, bis ihre Knöchel knackten. Sie hielt den Kopf gesenkt. Ihre Wimpern verbargen die Bosheit und Wut in ihren Augen.Dieser verdammten Yuna war einfach nicht beizukommen. Weder gutes Zureden noch Drohungen halfen. Nichts drang zu ihr durch. Wie konnte sie es wagen?Liane holte tief Luft. Als sie wieder aufsah, setzte sie erneut ihre gekränkte, duldsame Miene auf.„Wenn Yuna nicht verzichten will, lassen wir es eben“, sagte sie mit brüchiger Stimme. „Es ist wohl mein Schicksal. Ich hatte eben nicht das Glück, als eure leibliche Tochter zur Welt zu kommen … Ich hoffe nur, dass sie die Familie im Griff behält, wenn sie die Führung übernimmt. Dass sie nicht zerstört, was die Hohenfels in tausend Jahren aufgebaut haben …“Ein Becher wurde mit Wucht auf den Boden geschleudert. Die S

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    Auf Lianes Blick hin legte Joris sofort sein Besteck ab. Eiskalt sah er Yuna an.„Die bewaffneten Einheiten der Hohenfels unterstehen mir. Als Oberhaupt brauchst du für alles, was du vorhast, Leute. Von dir nehme ich keine Befehle entgegen, Yuna. Selbst wenn du die Führung übernimmst, gehorcht dir keiner meiner Männer. Du hast dann nur einen Titel, keinerlei Macht. Du gewinnst nichts, machst dich aber zur Zielscheibe für alle. Wenn du klug bist, hörst du jetzt auf uns und verzichtest auf die Nachfolge.“Er starrte sie an und betonte jedes Wort seiner kalten Warnung: „Zwing mich nicht, zu anderen Mitteln zu greifen.“Adrians Blick wurde schlagartig eisig. Er sah Joris so durchdringend an, dass die Stimmung im ganzen Raum umschlug. Die Anspannung war beklemmend.Joris versteifte sich leicht. Seit Jahren befehligte er die bewaffneten Einheiten der Familie, war mit Blutvergießen und Tod vertraut. Er hielt sich für unerschütterlich. Doch jetzt lief ihm unter Adrians Blick ein kalter Schauer

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    Als die beiden sich fertig gemacht hatten, verließen sie das Zimmer.Auf dem Flur wartete bereits der Mann mit dem schwarzen Gürtel. Sofort verneigte er sich vor ihnen.„Frau Wolfhardt, Herr Wolfhardt, das Essen ist fertig. Bitte folgen Sie mir.“„Gut. Danke.“Yuna folgte ihm die Treppe hinunter. Als sie das Esszimmer betrat, hielt sie kurz inne.Am langen Tisch saßen bereits vier Personen: Anselm, Ottilie und Liane, dazu ein junger Mann, der kaum älter als zwanzig wirkte. Er sah Anselm auffallend ähnlich.Er hatte markante Brauen, einen klaren Blick und eine gerade Nase. Seine schmalen Lippen waren fest zusammengepresst. Das scharf geschnittene Gesicht wirkte kühl und streng, seine ganze Erscheinung abweisend.Als Ottilie Yuna sah, lächelte sie sanft und deutete auf ihn.„Da bist du ja, Yuna. Setz dich. Das ist dein älterer Bruder, Joris Hohenfels.“Joris sah kurz auf und musterte Yuna mit kühler Gleichgültigkeit, wie eine völlig unbedeutende Fremde. Nach einem flüchtigen Nicken zur B

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    „Du ziehst hier nicht aus! Das ist dein Zuhause. Niemand wird dich vertreiben!“Anselm starrte die geschlossene Tür voller Abscheu an.„Da merkt man gleich, dass sie außerhalb unserer Familie aufgewachsen ist. Sie ist durchtrieben und hat keinerlei Anstand. Wenn hier jemand gehen muss, dann sie!“Ottilie zupfte ihn am Ärmel und seufzte leise.„Anselm, tu nichts Unüberlegtes. Die Matriarchin hat sie zurückholen lassen. Wenn wir Yuna wegschicken, ziehen wir den ganzen Zorn der Matriarchin auf uns. Mit unserer Strafe können wir leben. Aber Liane darf nicht dafür büßen. Es geht doch nur um ein Zimmer. Dann überlassen wir es ihr eben. Jetzt zählt vor allem Lianes Zukunft.“Sie nahm Lianes Hand und sah sie liebevoll an.„Du bist von klein auf für die Nachfolge ausgebildet worden. Dir gelingt alles, was du anpackst. Als Heilerin gehörst du zu den Besten. Dir stehen alle Wege offen. Yuna ist zwar meine leibliche Tochter, aber nüchtern betrachtet reicht sie nicht an dich heran. Du bist viel bes

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 526

    Nach seinem Wutausbruch keuchte Anselm. Sein Brustkorb hob und senkte sich heftig.Yuna lächelte kühl. Sie hatte noch kein Wort gesagt. Wann hatte sie verlangt, Liane etwas wegzunehmen? Für jeden musste offensichtlich sein, dass Liane hier nur Theater spielte, um sie gegeneinander aufzuhetzen. Doch wer so voreingenommen war wie ihr Vater, sah davon natürlich nichts.Erst jetzt kam Ottilie die Treppe herauf. Sie zupfte Anselm am Ärmel und redete sanft auf ihn ein: „Sie ist gerade erst zurück. Warum wirst du gleich so wütend? Du machst ihr Angst …“Mit einem warmen Lächeln wandte sie sich Yuna zu.„Yuna, du und Liane seid beide unsere Töchter. Wir lieben euch gleich sehr. Keine von euch soll zu kurz kommen. Dein Zimmer habe ich schon vor deiner Ankunft eingerichtet. Es liegt im ersten Stock. Komm mit, sieh es dir an. Vielleicht gefällt es dir.“Sie trat näher, um ihre Hand zu nehmen. Yuna wich ihr aus. Sie konnte die Abscheu in ihrem Blick kaum verbergen.Ihr Vater machte Druck, ihre Mut

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    „Es geht doch nur um ein Gästezimmer. Was gibt es da zu beachten?“„Durchaus einiges.“Nach kurzem Zögern trat der Mann zur Seite. „Kommen Sie bitte mit, Frau Sommer.“Er führte Yuna und Adrian die Treppe hinauf. Unterwegs erklärte er: „Links im ersten Stock liegt das Zimmer von Herrn Hohenfels. Dort befinden sich auch das Arbeitszimmer, die Apotheke und ein Besprechungsraum. Rechts liegen vier Gästezimmer.“Ohne stehen zu bleiben, stieg er weiter nach oben. „Der zweite Stock gehört Frau Hohenfels. Sie hat die ganze Etage für sich.“Yuna hielt kurz inne. Die Erbin bewohnte eine ganze Etage?Am oberen Treppenabsatz öffnete der Mann eine Tür und trat beiseite.„Sehen Sie selbst, Frau Sommer.“Yuna trat ein. Durch die bodentiefen Fenster, die eine ganze Wand einnahmen, konnte sie die gesamte Stadt der Hohenfels überblicken. Unter ihr drängten sich die Holzhäuser dicht aneinander, dazwischen zog sich ein Netz von Straßen. In der Ferne stieg Rauch aus den Küchen auf. Noch weiter hinten brac

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  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 6

    „Frau Wolfhardt, die Angelegenheit ist diesmal außerordentlich heikel! Ich fürchte, vor einem halben Monat kommt er nicht zurück.“Yuna verstummte einen Moment.Ein persönliches Gespräch fiel damit aus.Eine Nachricht im Chat war zwar nicht ganz so höflich – aber ihr blieb nichts anderes übrig.Yuna

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  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 4

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