로그인In der Geschenkbox lag ein kleines schwarzes Tongefäß von schlichter, altertümlicher Form. Die Öffnung war mit Bienenwachs versiegelt. Ein schwacher, fremdartiger Kräuterduft ging davon aus.Schon der Duft beruhigte Yuna, und ein wohliges Gefühl durchströmte ihren ganzen Körper. Sie sah fragend auf. „Was ist das?“Der Bedienstete verneigte sich leicht und sprach mit feierlichem Ernst und tiefer Ehrfurcht. „Sie sind sehr gut informiert, Herr Wolfhardt. Vielleicht ist Ihnen der Name Hohenfels schon einmal begegnet?“Adrian stutzte. „Das zurückgezogen lebende Haus Hohenfels? Diese Familie gibt es wirklich?“Selbst in den höchsten Kreisen der Reichen und Mächtigen galt das Haus Hohenfels als eine Legende, die seit Jahrhunderten weitergegeben wurde.Der Überlieferung nach lebte die Familie abgeschieden von der Welt. Sie verfügte über unglaubliches medizinisches Wissen und geheime Heilverfahren. Auch ihr Reichtum und ihre Macht überstiegen jede gewöhnliche Vorstellung. Doch ihre Spuren verlo
Claudia sah Yuna mit leicht erhobenem Kinn an, noch genauso stolz wie immer. Nur tief in ihren Augen lag etwas, das zuvor nicht da gewesen war.„Was starren Sie mich so an?“ Claudia wandte den Blick ein wenig ab und fuhr schroff fort: „Sie haben mir im Feuer das Leben gerettet. Ich bleibe niemandem etwas schuldig. Damit sind wir quitt. Allerdings wurde ich überhaupt erst wegen Ihnen entführt. Letztlich schulden Sie mir also immer noch etwas, Frau Sommer.“Diese unbeholfene Mischung aus Trotz und Stolz fand Yuna beinahe niedlich. Sie lächelte. „Ja, Eure Hoheit. Ich werde Ihnen diesen Dienst nicht vergessen. Vielen Dank.“Claudias Mundwinkel hoben sich kaum merklich. Gleich darauf nahm sie wieder ihre kühle, hochmütige Miene an, drehte sich auf ihren hohen Absätzen um und ging.Yuna sah ihr nachdenklich nach. Dann wandte sie sich an Adrian und fragte leise: „Claudia hat dich gerade die ganze Zeit nicht ein einziges Mal angesehen, oder?“Sonst war es Yuna, der Claudia keinen Blick schenkt
Doch das Leben musste weitergehen.„Adrian … Können wir schon morgen nach Hause fliegen?“Yunas Stimme war heiser vom Schluchzen. Trotzdem behielt sie einen klaren Kopf und ließ sich nicht völlig von ihren Gefühlen überwältigen.Mit seinen Worten hatte Victor Misstrauen gesät. Yuna war sicher, dass die Königin, Claudia und die Minister von Karsilien sie nun mit anderen Augen sahen.Sie erinnerte sich genau an den feindseligen Blick der Königin, als sie die brennende Fabrik verließen.Hier konnte sie nicht länger bleiben.Adrian schloss die Arme fester um sie und legte sein Kinn auf ihren Scheitel. „Ja.“Am frühen Morgen schob Adrian Yuna auf dem Privatflugplatz im Rollstuhl zum Flugzeug. Ihre Hände waren dick bandagiert.Plötzlich kam ein Trupp der königlichen Leibgarde von Karsilien in schnellem Gleichschritt auf sie zu. Die Soldaten waren uniformiert und schwer bewaffnet. Sie stellten sich in einem Halbkreis vor die beiden und versperrten ihnen den Weg.Der Offizier an ihrer Spitze t
Lorina konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.„Das liegt nicht nur daran, dass ich ein Star bin“, sagte sie mit süßlicher Stimme und unverhohlenem Stolz. „Jedes Mal, wenn die Kronprinzessin ins Ausland reist oder zurückkommt, bin ich da. Inzwischen kennt sie mein Gesicht. Wenn ihr auch erkannt werden wollt, müsst ihr euch schon genauso viel Mühe geben.“Jemand anderes fiel ihr ins Wort. „Moment mal, ich habe gerade eine Nachricht über einen Autounfall gelesen. Ethan soll verunglückt sein, ganz in der Nähe. Lorina, warum bist du hier statt bei ihm im Krankenhaus? Du bist auch an der Stirn verletzt. Bist du etwa direkt vom Unfallort hergekommen?“Lorina wurde schlagartig blass. Ihr Blick huschte unruhig hin und her.„Was redest du da? Ich wusste gar nicht, dass Ethan einen Unfall hatte …“Sie ballte die Hände. Ihre Stimme klang unsicher. „Ich … ich fahre sofort ins Krankenhaus.“Lorina sah ein letztes Mal dem Wagen nach, in dem Claudia davonfuhr. Nun fühlte sie sich von ihrer Schuld b
Ein empörtes Raunen ging durch die Menge.„Wegen Yuna?“„Faronien lauert zwar schon lange auf eine Gelegenheit, hat bisher aber nur ausgetestet, wie weit es gehen kann. Einen echten Angriff gab es nie. Seit Yuna hier ist, gibt es Militärmanöver und Grenzverletzungen. Jetzt wagt Faronien es sogar, unsere Kronprinzessin zu entführen. Natürlich steckt da jemand dahinter!“„Verdammt, wen hat Yuna sich zum Feind gemacht? Wer ist wegen ihr so verrückt, einen Krieg anzufangen? Sie bringt nichts als Unglück!“„Warum ist sie nicht einfach in der Fabrik gestorben?“„Egal, wer gewinnt, in einem Krieg sterben unzählige Menschen. Nehmen wir Yuna fest und liefern sie an Faronien aus. Vielleicht verhindern wir damit den Krieg!“„Genau! Nehmt sie fest! Warum soll Karsilien für eine Fremde bluten?“…Überall um Yuna herum standen Menschen aus Karsilien. Sie blickten sie voller Hass an.Im Chat überschlugen sich die Kommentare. Flüche und Beschimpfungen füllten die Bildschirme.Yuna spürte die Vorwürfe
Mit ihrer ohnehin schon schwer geschädigten Hand hielt Yuna Claudia fest.Fast augenblicklich quoll Blut durch die Bandage. Vor Schmerz wurde Yuna kreidebleich, ihr Körper zuckte unkontrolliert. Trotzdem hielt sie Claudia mit aller Kraft fest.Die Kronprinzessin sah sie ungläubig an. „Yuna … Damit ruinieren Sie Ihre Hand endgültig.“Nicht einmal die erste Phase der Behandlung war abgeschlossen. In dieser Zeit durften Yunas Hände keinesfalls erneut verletzt werden. Sonst waren die Schäden nicht mehr zu beheben. Adrian hatte deshalb stets sorgfältig darauf geachtet, ihre Hände zu schützen.Jetzt aber setzte Yuna diese Hand aufs Spiel.Sie biss die Zähne zusammen und knurrte: „Ihr Leben ist wichtiger als meine Hand. Hören Sie auf zu labern und ziehen Sie sich mit aller Kraft hoch!“Diese Szene brannte sich unauslöschlich in Claudias Gedächtnis ein. Von da an sah sie Yuna mit völlig anderen Augen.Für Claudia war Yuna eine unbezwingbare Kriegerin, eine Heldin, auf die selbst in auswegloser
Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist
„Frau Wolfhardt, die Angelegenheit ist diesmal außerordentlich heikel! Ich fürchte, vor einem halben Monat kommt er nicht zurück.“Yuna verstummte einen Moment.Ein persönliches Gespräch fiel damit aus.Eine Nachricht im Chat war zwar nicht ganz so höflich – aber ihr blieb nichts anderes übrig.Yuna
„Yuna!“Henriks Gesicht verfinsterte sich. Er stürmte ihr nach.Kaum hatte Yuna das Privatzimmer verlassen, rief sie Viktor an. „Herr Moll, etwas ist dazwischengekommen, das Mittagessen fällt aus. Ich fahre direkt zur Besichtigung. Schicken Sie mir die Nummer der zuständigen Person durch.“„Frau Wol
Am nächsten Tag im Vorstandsbüro des Wolfhardt-Konzerns warf Henrik gereizt die Akten auf den Tisch und trommelte mit den Fingernägeln auf die teure Nussbaumplatte. „Ist Yuna immer noch nicht zur Arbeit erschienen?“Der Assistent senkte den Kopf. „Nein, Herr Wolfhardt. Frau Sommer fehlt seit drei Ta







