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Kapitel 19

Chloe Laurent
Rosalies Perspektive

Ich sagte Lucy, dass wir zu einer Untersuchung gingen.

„Nicht, weil du krank bist“, erklärte ich. „Eine Krankenschwester streicht nur kurz mit einem kleinen Stäbchen über die Innenseite deiner Wange. So ähnlich wie mit einem riesigen Wattestäbchen. Das dauert nur ein paar Sekunden, dann bist du schon fertig.“

Lucy wollte wissen, ob sie danach einen Lutscher bekam.

Ich sagte Ja. Für diese vorhersehbare Frage hatte ich bereits zwei Stück in meine Handtasche gepackt.

Damit war
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  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 345

    Aidens PerspektiveEr sah mich an.„Beim nächsten Mal kommst du früher. Solange es noch eine kleine Sache ist. Bevor du glaubst, dass sie sich kaum noch ansprechen lässt.“Er starrte mich an.„Mehr nicht?“„Mehr nicht.“Er sah auf den Schreibtisch. Wieder zu mir.„Ich habe mit Schlimmerem gerechnet.“„Ich weiß. So wird es, wenn man zu lange allein darüber nachdenkt. Irgendwann ist das Problem im Kopf größer als in Wirklichkeit.“Sein Gesicht zeigte, dass die Worte etwas trafen.Ich ließ es dabei.Darüber musste er selbst nachdenken.Ich ging.Um sechs saß ich noch im geparkten Auto und rief Dr. Garrett an.Ich erzählte von Ortega. Vom Gespräch. Meiner Entscheidung.Auch die Stunde davor ließ ich nicht aus. Regeln und Verfahren, bis Rosie mich mit ihrer Frage in eine andere Richtung brachte.Er hörte zu.Dann sagte er: „Du bist so vorgegangen, wie du heute mit Schwierigkeiten umgehst.“„Ja.“„Vor drei Jahren war das anders.“„Ich hätte das Gespräch geführt, das ich schon vorbereitet hat

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 344

    Aidens PerspektiveAn einem Montag erfuhr ich davon.Marcus brachte die Angelegenheit zu mir. So tat er es, wenn ich seiner Ansicht nach Bescheid wissen musste, obwohl er selbst noch keinen Weg festlegte.Er kam herein und schloss die Tür.Kein gewöhnliches Tagesgeschäft.Er setzte sich.„Ortegas Zertifizierung ist abgelaufen.“Dann erklärte er die Einzelheiten.Daniel Ortega arbeitete seit vierzehn Monaten für uns. Früher Marine. Jetzt beriet er Veteranen bei der beruflichen Neuorientierung. Unsere Klienten kamen gut mit ihm zurecht.Es ging um eine berufliche Zertifizierung. Keine militärische Qualifikation. Für bestimmte Beratungsaufgaben schrieben wir sie vor.Seit acht Monaten war sie ungültig.Sein Mitarbeiterprofil wies sie weiter als gültig aus.Marcus blieb bei den Fakten.Ich hörte zu.„Wie hast du es bemerkt?“„Bei der regelmäßigen internen Prüfung. Das System hat die Angaben mit den Unterlagen abgeglichen.“ Er hielt inne. „Fachlich gibt es an seiner Arbeit nichts auszusetze

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 343

    Rosalies PerspektiveIch ging hinein.Langsam durch den Raum.Vor den frühen Arbeiten blieb ich stehen.Kleine, dicht gefüllte Bilder. Eine Einundzwanzigjährige malte sie. Mutter. Zimmermädchen. Noch unsicher, ob sie selbst den Einsatz wert war, den das Leben von ihr verlangte.Die Bilder waren besser, als ich damals dachte.Beim Malen fürchtete ich, dass alles sichtbar blieb, was mir fehlte. Die Ausbildung. Das Geld. Die Zeit.Ich malte trotzdem.Mit meinen wenigen freien Stunden. Mit den Mitteln, die ich hatte.Die Bilder waren ehrlich. Darin lag ihre Kraft.Nicht überall präzise. Technisch manches noch unsicher. Aber man sah, was sie wollten. Die Spannung darin war nicht gespielt.Ich ging weiter.Blieb vor „Die Rückkehr“.Dann sah ich zu der leeren Leinwand an der hinteren Wand. Seit drei Wochen wartete sie.Ich wartete auf einen Anfang.Den konnte ich nicht erzwingen. Versuchte ich es, entstand manchmal ein ordentliches Bild. Handwerklich brauchbar. Aber ohne das Entscheidende.Es

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 342

    Rosalies PerspektiveAn einem Mittwochmorgen im Oktober begriff ich, wie erfüllt mein Leben war.Nicht nur in dem Sinne, dass langsam der Platz knapp wurde. Das stimmte zwar auch. Im Atelier wurde es tatsächlich eng. Jeder Winkel hatte seinen Zweck. Zwischen Ablagen, Leinwänden und Arbeitsmaterial entstanden feste Wege. Die praktische Fülle eines Raums, der gebraucht wurde.Aber an diesem Morgen spürte ich etwas anderes.Die Kinder waren versorgt.Alessandro besuchte seit zwei Monaten die Vorschule. Am ersten Tag erklärte er seiner Erzieherin, dass er vor dem Antworten nachdenken musste. Sie gab ihm tatsächlich die Zeit.Mila war bei Frau Willow.Lucy saß im Unterricht und gewann vermutlich bereits ihre erste Diskussion.Aiden arbeitete.Die Wohnung hielt kurz inne. Diese Stille zwischen den lebhaften Abschnitten eines Tages. Sie fühlte sich nicht leer an.Ich ging zum Atelier.Blieb in der Tür stehen.Seit Jahren tat ich das. Ein kurzer Augenblick auf der Schwelle, bevor ich hineingin

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 341

    Rosalies PerspektiveIch schnallte Mila in ihrem Kindersitz an und setzte mich nach vorn. Aiden startete den Motor. Einen Moment blieben wir noch stehen.„Ihr geht es gut“, sagte ich.„Ihr geht es gut“, sagte er.Dann fuhr er los.Zwei Straßen vor unserem Wohnhaus sagte ich: „Vier Monate lang hast du morgens und abends mit ihr auf dem Boden gesessen.“„Ja.“„Ohne dass dich jemand darum bitten musste.“„Da gab es nichts zu bitten. Die Übungen standen in der Mappe. Also habe ich sie mit ihr gemacht.“Ich betrachtete sein Profil. Dieses Gesicht kannte ich seit Jahren. Früher machte es mich angespannt, weil ich nicht wusste, was sich dahinter verbarg. Inzwischen konnte ich darin lesen.„Ich wusste, dass du dich darum kümmerst, dass sie alles bekommt, was sie braucht.“Er schwieg die nächste Straße entlang. Es war eine ruhige, nachdenkliche Stille.„Ich habe es nicht in Ordnung gebracht“, sagte er schließlich.„Ich weiß.“„Dr. Kimani hat uns angeleitet. Mila hat gelernt. Die Übungen waren u

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 340

    Rosalies PerspektiveDie Fachärztin hieß Dr. Kimani. Ihr Fenster ging auf einen kleinen Innenhof.Gute und schwierige Nachrichten überbrachte sie mit derselben Sorgfalt.Heute ebenfalls.Gerade das machte es schwer.Mila war sechs Monate alt. Sie beobachtete alles, griff entschlossen nach Dingen und begegnete neuen Situationen mit einem Ausdruck, der zu sagen schien:Das konnte interessant werden.Auf meinem Schoß prüfte sie das Sprechzimmer.Offenbar gab es wenig zu beanstanden.Dr. Kimani erklärte ihre Beobachtungen.In einem Bereich der motorischen Entwicklung zeigte Mila eine leichte Verzögerung. Die Ärztin benannte sie genau und erklärte, was dahintersteckte.Für sich genommen kein Grund zur Beunruhigung. Frühzeitige Unterstützung hielt sie trotzdem für sinnvoll.Viele Kinder mit diesem Entwicklungsmuster holten durch regelmäßige Förderung gut auf. Sie zeigte uns einfache Übungen für zu Hause. Bei der nächsten Untersuchung wollte sie Milas Fortschritte prüfen.Alles war verständli

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