LOGINKapitel 3
Ellas Sichtweise
Ich presste meinen Rücken gegen den dicken Stamm eines Baumes; mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, während die drei Wölfe uns umkreisten. In ihren Augen lag pure Bösartigkeit, und ihr Knurren klang wie Donner. Sebastian stand wie eine Mauer aus Muskeln vor mir – noch immer völlig nackt von seiner Verwandlung. Ich sah ihm an, dass er bereit war; jede Faser seines kraftvollen Körpers war darauf eingestellt.
„Bleib hinter mir“, sagte er erneut, und ich hätte schwören können, dass seine Stimme nicht mehr ganz menschlich klang.
Bevor ich auch nur nicken konnte, stürmte der größte der drei Wölfe direkt auf ihn zu. Sebastian reagierte blitzschnell. Er stellte sich dem Angriff frontal entgegen; Knochen knackten, als er sich mitten im Sprung verwandelte. Der große schwarze Wolf trat an seine Stelle und prallte in einem wilden Aufeinandertreffen von Reißzähnen und Krallen auf den Angreifer.
Ich presste die Hand auf den Mund, um nicht zu schreien.
Der Kampf war brutal. Knurren und Jaulen hallten durch den Wald, während Sebastian mit einer Wildheit auf die grauen Wölfe losging, die für einen Splatterfilm gereicht hätte. Blut spritzte auf die Kiefernnadeln. Ein Wolf versuchte, an ihm vorbei zu mir zu gelangen, doch Sebastian war schneller. Er rammte ihn mit solcher Wucht, dass ich das Knacken brechender Knochen hörte. Seine Kiefer schlossen sich um die Kehle des Tieres.
Innerhalb von Sekunden war alles vorbei. Die drei Wölfe lagen wimmernd oder regungslos am Boden. Sebastian stand über ihnen, die Brust hob und senkte sich schwer, Blut tropfte von seiner Schnauze. Seine silbernen Augen trafen meine – wild und besitzergreifend.
Er verwandelte sich zurück.
Wieder einmal war er auf hinreißende Weise nackt; Schweiß und Blut bedeckten seinen wohlgeformten Körper. Eine tiefe Wunde zog sich über seine Rippen, doch sie schloss sich bereits vor meinen Augen. Ich konnte den Blick nicht von ihm abwenden – von dieser rohen Kraft, der gefährlichen Schönheit und der Art, wie sich seine Muskeln bei jedem Atemzug spannten.
„Ella“, krächzte er und schritt auf mich zu. „Bist du verletzt?“
Ich schüttelte den Kopf, unfähig zu sprechen. Mein Blick wanderte immer wieder an seinem Körper hinab. Selbst mit Blut und Schmutz bedeckt, war er der berauschendste Anblick, den ich je erlebt hatte. Mit jeder Sekunde wurde ich feuchter. Verdammt. So fühlte es sich also an, wenn einem bei Hunger das Wasser im Mund zusammenlief. Offenbar war meine Muschi gerade verdammt hungrig. Sebastian bemerkte es. „Du hast Angst, aber du bist auch erregt. Verdammt, ich kann deine Feuchtigkeit riechen, von hier aus, wo ich stehe.“
Mein Gesicht war vor Scham gerötet, doch ich stritt es nicht ab. Ich hatte schreckliche Angst und war gleichzeitig unglaublich erregt. Das war Wahnsinn.
Er überbrückte den Abstand und zog mich in seine Arme. Seine nackte Haut war so heiß auf meiner. Eine große Hand umschloss meinen Hinterkopf, während die andere besitzergreifend meinen Hintern packte und mich gegen seinen rasch hart werdenden Schwanz drückte.
„Du hast keine Ahnung, wie gefährlich das ist“, murmelte er in mein Haar. „Sie haben deine Blutlinie gewittert. Sie wissen jetzt, was du bist.“
„Was bin ich?“, flüsterte ich, während meine Hände die harten Muskelpartien seiner Brust erkundeten.
„Meins.“ Das Wort klang wie ein Schwur und eine Drohung zugleich. Seine Lippen pressten sich hart auf meine – ein Kuss, von dem ich wusste, dass er blaue Flecken hinterlassen würde. Das war nicht sanft. Das war reiner Hunger. Seine Zunge drang in meinen Mund ein, während er mich mühelos hochhob und ich meine Beine um seine Hüften schlang. Ich spürte seinen dicken Schwanz zwischen uns eingeklemmt; schwer und hart rieb er durch meine Jeans hindurch an meiner Mitte.
Ich stöhnte in seinen Mund, während meine Finger in seinem zerzausten Haar spielten. Er ging rückwärts, bis mein Rücken gegen einen glatten Baumstamm stieß. Seine Hände waren jetzt überall: Er knetete meine Brüste, zwickte meine Brustwarzen durch den Pullover und schob sich unter meine Kleidung, um meine nackte Haut zu berühren.
„Sebastian ... wir können nicht ...“, keuchte ich, während ich mich verzweifelt an ihn rieb.
„Wir sollten nicht“, korrigierte er und biss mir so fest in den Hals, dass ich vor Lust aufschrie. „Aber der Mond kommt. Und dein Duft macht mich verdammt noch mal wahnsinnig.“
Er hob meinen Pullover an und entblößte meine Brüste. Sein Mund umspielte eine Brustwarze und saugte kräftig daran, während seine Hand die andere bearbeitete. Ich wimmerte und rieb mich schamlos an der Länge seines Schwanzes. Ich wollte ihn so sehr in mir haben, dass es wehtat.
Gerade als seine Finger den Knopf meiner Jeans öffneten und in mein durchnässtes Höschen glitten, ertönte in der Ferne erneut ein Heulen – diesmal viel näher.
Sebastian unterbrach seine Bewegungen und wich zurück. „Es kommen noch mehr. Wir müssen zurück zum Haus. Sofort.“ Um die Kleidung kümmerte er sich nicht. Er packte meine Hand, und wir rannten durch die Bäume. Mein Kopf drehte sich. Alles geschah viel zu schnell. Mein Stiefbruder war ein Werwolf. Ich war anscheinend etwas Besonderes, und ich hatte gerade zugelassen, dass er mich an einem Baum fingerte, nachdem ich gesehen hatte, wie er andere Wölfe tötete.
Wir stürmten aus dem Wald und rannten über den Hinterhof. Sebastian schob mich durch die Hintertür und schloss sie hinter uns ab.
„Nach oben“, befahl er. „In mein Zimmer. Sofort.“
Ich widersprach nicht. Wir rannten die Treppe hinauf. In dem Moment, als die Tür zu seinem Schlafzimmer ins Schloss fiel, war er schon wieder über mir. Er zog mir den Pullover aus und warf mich auf sein Bett. Ich federte einmal auf der Matratze auf und sah zu ihm hinauf – nackt, blutverschmiert und voll erigiert. Sein Schwanz war gewaltig, dick und von Adern durchzogen; die Eichel glänzte bereits.
„Ella“, knurrte er, während er wie ein Raubtier über mich kroch. „Sag mir, dass ich aufhören soll. Sag mir, dass du
das nicht willst.“
Ich hätte es tun sollen. Er war
Ellas Sichtweise„Was hast du gerade gesagt?“Sebastians Stimme war so kalt, dass selbst ich zusammenzuckte.Victor antwortete nicht. Er starrte Sebastian an, als würde er einen Toten vor sich sehen.„Du hast gesagt, der zweite Sohn des Königs hätte sterben müssen“, wiederholte Sebastian. „Welcher zweite Sohn?“Victor schloss die Augen.„Sebastian, du musst verstehen—“„Nein!“ Sebastian erhob sich langsam. „Du wirst mir jetzt erklären, was hier vor sich geht.“Ich stand zwischen ihnen, meine Hände zitterten noch immer von der seltsamen Kraft, die gerade aus meinem Körper ausgebrochen war.Der zweite Sohn des Königs.Der Junge, den ich in meiner Vision gesehen hatte, hatte Sebastians Gesicht getragen.Das konnte kein Zufall sein.„Sebastian“, flüsterte ich.Er sah mich an. In seinen silbernen Augen lag eine Frage, die er selbst nicht auszusprechen wagte.Ich wollte ihm sagen, dass ich ihm vertraute. Dass ich nicht glaubte, er könne etwas mit dem Tod meiner Mutter zu tun haben.Doch wie
Ellas Sichtweise„Meine Mutter hat den König getötet?“ Wiederholte ich Aldrics Worte, während mein Blick zwischen ihm und Victor hin und her wanderte. „Welchen König? Und warum hat niemand mir etwas davon erzählt?“Aldric trat langsam in die Halle. Blut lief von seiner Stirn über seine Wange, doch er schien den Schmerz kaum zu bemerken.„Weil deine Mutter gehofft hatte, dass du niemals in diese Welt hineingezogen werden würdest.“„Welche Welt?“ Ich lachte bitter auf. „Meine Mutter ist tot, mein Blut verwandelt sich in etwas, das ich nicht verstehe, und fremde Wölfe wollen mich entführen. Jeder hier scheint meine Geschichte zu kennen, nur ich nicht!“„Ella“, begann Victor.„Nein!“ Ich fuhr zu ihm herum. „Du bekommst keine Gelegenheit mehr, mich anzulügen. Nicht nach allem, was ich gerade erfahren habe.“Sein Gesicht verhärtete sich, aber er sagte nichts.Sebastian kam aus dem Seitengang zurück. Blut klebte an seinem Hemd, und seine Augen waren noch immer silbern. Als er mich sah, eilt
Ellas SichtweiseDer Schrei hallte durch das Anwesen und ließ die Fenster erzittern.Ich blieb wie angewurzelt stehen. Die Stimme war nicht menschlich gewesen. Sie klang wie das Heulen eines Wolfes, der unter unerträglichen Schmerzen litt.Sebastian stellte sich sofort vor mich.„Bleib hinter mir, Ella.“„Was ist da draußen los?“Er antwortete nicht. Seine silbernen Augen veränderten sich, während schwarze Adern unter seiner Haut hervortraten. Sein Wolf drängte an die Oberfläche.„Sebastian?“„Sie haben einen meiner Männer gefangen.“ Seine Stimme war tief und gefährlich. „Und sie werden ihn benutzen, um an dich heranzukommen.“Victor kam mit zwei bewaffneten Wächtern den Korridor entlang. In seiner Hand lag eine silberne Pistole.„Sebastian, du gehst nicht allein hinaus.“„Das ist mein Anwesen.“„Und sie sind keine gewöhnlichen Eindringlinge.“ Victor blieb vor uns stehen. „Wenn der Rat des Nordens persönlich seine Jäger schickt, bedeutet das, dass die Sache viel schlimmer ist, als Ald
Ellas Sichtweise„Er ist gekommen, um Anspruch auf dich zu erheben.“Victors Worte hallten in meinem Kopf wider.Ich klammerte mich an Sebastian, während ich versuchte, den Sinn dieser Aussage zu verstehen. Draußen stand der weiße Wolf noch immer vor dem Badezimmerfenster. Seine leuchtenden Augen waren auf mich gerichtet, als würde er geduldig darauf warten, dass ich eine Entscheidung traf.„Was bedeutet das?“, fragte ich.Victor antwortete nicht sofort.„Ich habe dich etwas gefragt“, sagte ich schärfer. „Was bedeutet es, dass der Norden Anspruch auf mich erhebt?“„Es bedeutet, dass dein Erwachen nicht länger verborgen bleiben kann.“„Das erklärt überhaupt nichts.“Sebastian legte einen Arm um meine Taille, um mich zu stützen. „Dann erklär es ihr richtig.“Victor warf ihm einen finsteren Blick zu. „Du solltest vorsichtig sein, wie du mit mir sprichst.“„Und du solltest vorsichtig sein, was du vor ihr verschweigst.“Die beiden Männer starrten einander an. Ich spürte die Spannung zwisch
Ellas SichtweiseDer weiße Wolf hatte das Haus gefunden.Mehrere Sekunden lang bewegten Sebastian und ich uns nicht.Die Dusche lief weiter und füllte das Badezimmer mit Dampf. Wasser tropfte von meinen Haaren über mein Gesicht, doch ich bemerkte es kaum. Meine Augen waren auf die beiden blassen Lichter gerichtet, die durch das beschlagene Fenster leuchteten.Sie waren nicht gelb.Sie waren nicht blau.Sie waren weiß – so hell, als würden sie aus einer Tiefe leuchten, die weit über die Augen des Wolfes hinausging.Sebastian stellte sich vor mich.„Bleib hinter mir“, knurrte er.Ich packte seinen Arm. „Du hast gesagt, dass du noch nie etwas Vergleichbares gesehen hast.“„Das habe ich auch nicht.“„Woher weißt du dann, dass er uns wehtun will?“Sein Kiefer spannte sich an. „Ich weiß nicht, was er will. Genau deshalb bleibst du hinter mir.“Der Wolf kratzte nicht erneut am Glas. Er beobachtete uns einfach weiter.Etwas regte sich unter meinen Rippen.Die seltsame Kraft, die zuvor in mir
Ellas SichtweiseDas Heulen wollte nicht verstummen.Sie kreisten wie ein Sturm um das Anwesen – Dutzende von ihnen –, und bei jedem einzelnen Heulen schlug das neue Etwas in meiner Brust heftiger. Sebastian hielt mich auf dem Bett fest an sich gepresst; seine Arme umschlangen mich eng, sein Atem ging stoßweise wegen der Verbrennungen durch das Silber. Doch seinen Blick wandte er keinen Moment vom Fenster ab.„Sebastian“, flüsterte ich. „Was war das für ein weißer Wolf?“Sein Kiefer spannte sich an. „Ich weiß es nicht. So einen Ruf habe ich noch nie zuvor gehört.“Victor trat ans Fenster, das Gesicht zu einer grimmigen Miene verzogen. Mit einem Ruck zog er die schweren Verdunkelungsvorhänge zu.„Das war nicht das Shadow-Rudel“, sagte Victor leise. „Das war der Norden.“Ich runzelte die Stirn. „Der Norden? Wie meine Mutter?“Victor drehte sich endlich zu mir um. Er sah mich wirklich an. Nicht wie seine Stieftochter, nicht wie ein Geheimnis, das er hütete, sondern wie das, was ich jetzt







