เข้าสู่ระบบDie Kälte fühlte sich nicht mehr wie Kälte an.Inzwischen glich sie einer Taubheit, die sich langsam ausbreitete – von den Zehenspitzen in die Waden, zu den Knien, hinauf in die Hüften.Eleanor tastete sich von Pfahl zu Pfahl unter dem Steg entlang; ihre Hände klammerten sich an das rutschige, bemooste Holz.Unter den Planken war der Raum zwischen den Pfeilern dunkel und beengt, doch dort fand sie es schließlich: einen Querbalken, der zwei Pfähle verband – breit und hoch genug über der Wasseroberfläche. Mit schwindenden Kräften zog sie sich nach oben, keuchend, und lehnte den Rücken gegen den Pfeiler.Wasser tropfte von ihrem Haar und ihren Kleidern. Ihre Zähne klapperten unkontrollierbar.Das Handy.Mit klammen Fingern griff sie in die Tasche ihrer Strickjacke. Der Bildschirm blieb schwarz. Drücken, nochmals drücken. Kein Licht. Wasser war eingedrungen.Eleanor schloss für einen Moment die Augen. Sie weinte nicht. Ihr Körper war zu kalt zum Weinen. Es blieben nur winzige, klare und s
Die Holzplanken des Stegs knarrten unter ihren Schritten. Alle paar Meter offenbarten sich Spalten zwischen den Brettern, die den Blick auf das dunkle Wasser darunter freigaben, das sich langsam und fast lautlos bewegte.Greta hielt am Ende des Stegs an, direkt unter der schwach flackernden Einzelampe. Sie starrte lange auf den spiegelglatten, schwarzen See und wandte Eleanor dabei den Rücken zu.„Weißt du, ich habe mir diesen Abend oft in Gedanken ausgemalt“, hob Greta schließlich an. Der süßliche Ton, den sie noch vor Grace angeschlagen hatte, war wie weggeblasen und wich einer flachen, eiskalten Stimme.Eleanor blieb zwei Schritte hinter ihr stehen. Ihre Hand berührte das wackelige Holzgeländer. „Du hast gesagt, du möchtest reden.“„Das möchte ich auch.“ Greta wandte sich langsam um. Kein Lächeln war mehr in ihrem Gesicht zu sehen. „Ich wollte nur noch einmal dein Gesicht sehen, bevor ich dich etwas frage: Wie viel hat Archie dir bezahlt?“Eleanor blinzelte. „Was?“„Tu nicht so unw
„Mutter“, brach Eleanors Stimme schließlich die Stille im Wohnzimmer. „Archie hat mich einmal gebeten, Greta aus dem Weg zu gehen.“Grace schien nicht überrascht. Sie stellte ihre Tasse ab und blickte ihre Schwiegertochter mit ruhigem Blick an. „Hat er gesagt, warum?“„Nein. Aber er bittet nie ohne Grund um etwas“, antwortete Eleanor zögernd, in Sorge, Grace zu kränken.Grace nickte langsam und ausgiebig. „Das spüre ich auch.“ Sie holte Luft. „Aber ich bin zu alt, um eine entgegengestreckte Hand abzulehnen, ohne zu sehen, was dahintersteckt. Wenn sie ehrlich ist, möchte ich nicht diejenige sein, die die Tür zuschlägt. Wenn nicht …“ Sie lächelte dünn. „Sehe ich es mir lieber selbst mit offenen Augen an.“„Dann komme ich mit.“„Eleanor –“„Mutter kann nicht allein dorthin fahren“, sagte Eleanor leise, aber mit unumstößlicher Bestimmtheit. „Ich bin es, die in Gretas Augen Schuld auf sich geladen hat. Wenn es jemanden zu beschützen gilt, muss ich dabei sein.“Grace musterte sie, lachte da
Das erste Morgenlicht berührte gerade den Spalt des Vorhangs, als Eleanor die Augen öffnete.Das Erste, was ihr auffiel, war die Bettseite neben ihr, die bereits leer war. Das Zweite war der kleine schwarze Koffer, der nahe der Tür stand.Archie stand vor dem Spiegel und schloss die Manschettenknöpfe seines Hemdes mit langsameren Bewegungen als gewöhnlich. Sein grauer Anzug hing über der Lehne des Stuhls. Unter seinen Augen lagen dunkle Schatten, die sich nicht verbergen ließen – ein deutliches Zeichen dafür, dass er die Nacht fast nicht geschlafen hatte.„Mr. Richter?“, Eleanors Stimme klang noch immer rauchig. „Wo wollen Sie so früh hin? Und … dieser Koffer?“Archie wandte den Kopf. „Die Einweihung der ersten Phase eines Einkaufszentrums in der Nachbarstadt. Investoren und Bankvertreter sind vor Ort, ich kann mich nicht vertreten lassen.“ Er hielt kurz inne, als sei der nächste Satz nicht geplant gewesen. „Ich habe gestern versucht, es zu verschieben. Es ging nicht.“„Wie lange?“, w
Das Freizeichen ertönte nur zweimal, ehe Gretas Stimme zu hören war – ruhig und viel zu gelassen für eine so späte Stunde.„Ich hätte nicht gedacht, dass du so schnell anrufst, Paula.“Paula saß auf der Bettkante; ihr Rücken war kerzengerade, eine Hand umklammerte das Telefon so fest, dass ihre Fingernägel weiß anliefen.„Ich habe keine Zeit für Smalltalk. Archibald Richter hat mich heute in sein Büro zitiert. Er sprach von Ansehen, Evaluierung und davon, wie Investorenvertreter ihr Auftreten wahren müssen.“ Paula schnaubte. „Er hat Eleanors Namen nicht ein einziges Mal genannt, aber ich weiß ganz genau, dass das das Werk dieser Frau war.“Am anderen Ende der Leitung antwortete Greta nicht sofort. Das feine Klirren einer Porzellantasse auf einer Untertasse war zu hören.„Er hat nichts erwähnt, was als Beweis dienen könnte“, wiederholte Greta leise – mehr abwägend als fragend. „Nur eine subtile Warnung auf dem geschäftlichen Wege.“„Ja. Und ich werde ganz sicher nicht tatenlos zusehen.
Das eiserne Tor des Hazelwood-Anwesens öffnete sich langsam, als Paulas Wagen davor zum Stehen kam. Die Gartenlaternen brannten aufgereiht entlang der Auffahrt und spiegelten sich auf der ruhigen Oberfläche des Pools wider – als habe dieses prachtvolle Haus noch nie ein Chaos erlebt.Paula stieg aus dem Wagen, ohne darauf zu warten, dass der Fahrer ihr die Tür öffnete. Die Absätze ihrer Schuhe klackten in schnellem Rhythmus auf dem Steinboden – viel zu schnell für die Schritte einer Frau, die gewöhnlich so ging, als würde die gesamte Welt auf sie warten.„Fräulein Paula, Herr Edmund bittet Sie in sein Arbeitszimmer“, sagte eine Dienstbotin, sobald Paula die Eingangshalle betrat.Paulas Schritt stockte für eine halbe Sekunde. Nur eine halbe Sekunde, aber es reichte, dass sich die Angestellte noch tief verneigte.„Jetzt sofort?“, Paulas Gesichtszüge verzogen sich leicht verärgert, da ihre Stimmung ohnehin auf dem Tiefpunkt war.„Er wartet bereits seit dem späten Nachmittag auf Sie, Fräu







