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Kapitel 5

Hannelore
Er dachte gerade noch darüber nach, als ein warmes Paar Hände seine Hand sanft umschloss. David wandte den Kopf; Tina sah ihn besorgt an: „David, tut dein Magen weh? Willst du etwas Suppe trinken?“

David schüttelte den Kopf.

Jana begrüßte den alten Herrn, zog ungerührt den Stuhl zurück und setzte sich. Sie beachtete die Interaktion der beiden nicht im Geringsten.

Nur der alte Herr Fischer stieß ein verächtliches Schnauben aus.

Beim Essen galt im Hause Fischer die Regel, nicht zu sprechen. Jana hatte kaum Appetit und aß nur der Höflichkeit wegen ein wenig.

Nach dem Essen jedoch zog der alte Herr Fischer sie beiseite: „Ich habe von der Sache zwischen dir und David gehört. Jana, mach dir keine Sorgen — in der Familie Fischer erkennen wir nur dich als Schwiegertochter an.“

Er warf Tina und David einen scharfen Seitenblick zu und schimpfte indirekt: „Selbst wenn jemand die Fischer-Familie verlassen müsste, dann wäre es doch die kleine Schlampe, die eine Familie zerstört, und der verantwortungslose Mistkerl!“

Jana fühlte sich ein wenig verlegen.

David runzelte die Stirn, sein Gesicht verdüsterte sich. Neben ihm hielt Tina seine Hand fest, ihre Augen glänzten tränenfeucht, sie wirkte zerbrechlich und bemitleidenswert.

Der alte Herr Fischer kümmerte sich jedoch nicht um die beiden. Er schlug mit der Hand auf den Teetisch und seufzte schwer: „Dein Vater und ich waren alte Freunde. Als du geheiratet hast, war ich tagelang glücklich, Jana. Wenn ich dich jetzt aus der Familie gehen lasse, wie soll ich das deinem Vater erklären?“

David massierte mit einem Anflug von Kopfschmerzen seine Schläfe.

„Großvater, ich werde versuchen, Jana zu entschädigen. Gefühle lassen sich nicht erzwingen...“

Der alte Herr Fischer blies sofort den Bart auf und riss die Augen auf: „Nicht erzwingen?! Ich glaube eher, du bist blind! Auf was für Frauen du nur stehst!“

„Opa...“

Als Jena sah, dass die beiden gleich zu streiten begannen, übernahm Jana ruhig das Wort: „Großvater, er wollte sich nicht scheiden lassen. Ich war es, die es wollte.“

Mit diesen Worten fiel ein unheimliches Schweigen über den Raum.

Jana schenkte dem alten Herrn ein Glas warmes Wasser ein, damit er sich beruhigen konnte, und sagte sanft: „Opa, du musst dir um mich keine Sorgen machen. Ich habe mich nicht selbst verletzt. Alles, was ich getan habe, folgte meinem eigenen Herzen. Ich lasse mich scheiden, weil ich David nicht mehr mag — und nicht mehr mögen werde.“

Ihre Stimme war ruhig, ihr Ausdruck friedlich, als wäre sie aus einem Käfig befreit worden — eine ungewöhnliche Gelassenheit lag auf ihr.

David sah im Licht das Profil ihres Gesichts, so klar und makellos wie weißer Jade, und sein Ausdruck wurde augenblicklich düster.

Der alte Herr Fischer schwieg lange, bevor er schwer sagte: „Die Familie Fischer hat dir Unrecht getan.“

Jana hielt kurz inne, lächelte leicht, sagte aber nichts.

Als sich die Stimmung des alten Herrn beruhigt hatte, verabschiedete sie sich.

Es war bereits spät. Der alte Herr Fischer nickte, um sie gehen zu lassen, und murmelte, als er ihr nachsah: „Gut, dass sie sich scheiden lassen... Gut so. Besser, als mit diesem kleinen Bastard verheiratet zu bleiben.“

Er seufzte und ging, ohne David eines Blickes zu würdigen, direkt in sein Arbeitszimmer.

Davids Gesicht wurde noch düsterer.

Tina sagte sanft: „David, geh hinauf und tröste den Großvater. Er mochte Jana immer sehr. Er ist sicherlich sehr traurig jetzt.“

Tina war schon immer verständnisvoll gewesen. David drückte ihre Hand: „Ich bringe dich erst nach Hause.“

Nachdem er Tina heimgebracht hatte, ging David ins Arbeitszimmer, wo der alte Herr Fischer sich schweigend seinem Tee widmete.

David setzte sich, half ihm beim Eingießen und sagte mit leichtem Seufzen: „Großvater, Tina wird meine zukünftige Frau sein. Auch wenn Sie sie nicht mögen, behandeln Sie sie ein bisschen besser.“

Der alte Herr Fischer lachte höhnisch: „Als Jana damals geheiratet hat, habe ich dir genau dasselbe gesagt — sie war deine Frau. Und obwohl du sie nicht mochtest, solltest du sie gut behandeln. Und was hast du getan?!“

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