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第二章

ผู้เขียน: Schnecke
Ein leises Klopfen an der Tür unterbrach das Weinen meiner Tochter und mein eigenes.

Der behandelnde Arzt trat ins Zimmer, griff nach der Krankenakte am Fußende des Bettes und überflog rasch die Messwerte. Dann nickte er zufrieden.

„Frau Krieg, ich habe eine gute Nachricht – wir haben eine passende Spenderniere gefunden. Angesichts von Mias körperlicher Verfassung können wir die Transplantation in drei Tagen ansetzen.“

Ich presste vor Freude die Hand auf den Mund, und unkontrolliert rannen mir Tränen über die Wangen. Meine Tochter ergriff ungläubig meine Hand und fragte immer wieder von Neuem:

„Wirklich? Mama, muss ich dann nicht mehr sterben?“

Im letzten Leben hatte meine Tochter bis zu ihrem Tod auf eine passende Spenderniere gewartet – vergebens. Das Bild, wie sie unter Qualen starb, hatte sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt.

Der Arzt beugte sich zu ihr hinunter und sagte lächelnd:

„Du wirst natürlich nicht sterben. Das ist ein bewährter Eingriff – und operieren wird dich der weltweit führende Chirurg, Dr. Heinrich Braun. Vertrau dem, was dein Vater für dich arrangiert hat.“

Meine Tochter warf mir einen vorsichtigen Blick zu, als suche sie Bestätigung.

„Mama, stimmt das? Hat Papa wirklich alles für mich geregelt?“

Ich schluckte die Tränen hinunter und nickte – und erlaubte mir eine kleine, gutgemeinte Lüge.

„Ja, Schatz. Papa liebt dich wirklich. Als er von deiner Krankheit erfuhr, hat er sofort alles in die Wege geleitet.“

Mia konnte es kaum glauben – und das war verständlich. Vor zwei Jahren war Sophies Mann gestorben und hatte ein riesiges Vermögen sowie die Kontrolle über das gesamte Hafenviertel hinterlassen. Sophie und ihr Sohn, schutzlos und allein, standen sofort im Visier zahlloser Feinde.

Maximilian erschien Nacht für Nacht in ihrem Anwesen – angeblich, um „die Witwe eines alten Weggefährten zu beschützen“. Er beseitigte Bedrohungen im Verborgenen, schlug Seitenzweige der Familie nieder, die es auf Sophies Erbe abgesehen hatten. Er erschien zu jedem wichtigen Fest von Leon, sagte sogar wichtige Besprechungen ab, um persönlich zu dessen Elterntagen in der Schule zu erscheinen.

Bei Mias Geburtstagsfeiern dagegen fehlte er. Bei ihrer Volljährigkeitsfeier. Als sie in der Schule schikaniert wurde, antwortete Maximilian nur kühl:

„Als Kind eines Mafia-Paten bist du eine echte Schande für mich.“

Zwei Jahre hatten mir gezeigt: Maximilian liebte weder mich noch unsere Tochter. Sein Herz gehörte Sophie – und ihrem Sohn.

Mia wischte mir sanft die Tränen aus den Augenwinkeln. In ihren Augen flammte etwas auf.

„Mama, wenn Papa mich gern hat – müssen wir dann nicht mehr weggehen?“

Etwas schnürte mir das Herz zu, so schmerzhaft, dass ich kaum Luft bekam. Eine lange Weile schwieg ich, bevor ich leise antwortete:

„Ja. Wenn er Mia wirklich liebt – dann geben wir ihm noch eine Chance. Einverstanden?“

Mia zögerte kurz, dann sah sie mich mit ernstem Blick an.

„Aber er muss nicht nur zu mir nett sein – er muss auch zu Mama nett sein!“

Ich schaute sie an, als wäre sie meine ganze Welt.

„Abgemacht!“

Mia wartete voller Erwartung auf Maximilian – bis zum Tag ihrer Operation kehrte er nicht zurück.

Vor dem Operationssaal hielt sie meine Hand und ließ den Blick immer wieder zum Ende des Flurs schweifen.

Ich kämpfte gegen den Kloß in meiner Kehle an und versuchte, sie zu trösten.

„Mia, Papa hat nur sehr viel zu tun. Mama ist bei dir, ja? Geh jetzt ruhig in die OP. Ich warte hier auf dich – ich gehe nirgendwo hin.“

Mia schwieg einen Moment, dann nickte sie brav.

„Ich weiß, Mama. Ich bin artig ... Egal ob Papa kommt oder nicht – ich liebe euch beide!“

Mir brannten die Augen. Ich wollte die Ärzte rufen, damit sie Mia in den OP brachten, da flimmerte plötzlich eine Eilmeldung über den Bildschirm an der Flurwand.

Der Moderator berichtete mit übertriebener Begeisterung:

„Heute Abend wurde Maximilian, Oberhaupt der Krieg-Familie, gemeinsam mit Sophie und deren Sohn im Freizeitpark am Hafen von Neapel gesichtet.“

„Die drei wirkten auf den Fotos ausgesprochen vertraut – es liegt der Verdacht nahe, dass sie bereits zusammenleben.“

„Aus gut informierten Kreisen heißt es zudem, dass das Kind Maximilian inzwischen im Privaten ‚Papa‘ nennt.“

Auf dem großen Bildschirm liefen Paparazzi-Aufnahmen in Dauerschleife.

Maximilian hielt Leon mit einem Arm auf der Hüfte und wischte ihm lächelnd Eiscreme von den Mundwinkeln. Sophie stand daneben, sanft und glücklich lächelnd.

Ich wollte schnell vortreten und Mia die Sicht versperren – in diesem Moment jedoch veränderte sich das Bild im Fernsehen abrupt.

Der noch eben fröhlich lachende Leon griff sich plötzlich an die Kehle. Sein ganzes Gesicht lief dunkelrot an. Er hustete krampfhaft, schnappte verzweifelt nach Luft – und sackte Maximilian plötzlich wie leblos aus dem Arm.

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