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Ich will dich

作者: Spicy Candy
last update 公開日: 2026-10-03 04:09:46

Daphne

Ich ziehe sein Shirt aus und bringe es an mein Gesicht, drücke die Nase hinein und atme tief ein.

Fuck. Christ. Er riecht so gut.

Whiskey, saubere Seife, etwas Rauchiges darunter, das ich nicht ganz benennen kann. Ich stehe eine Sekunde zu lange da, bevor ich es weglege und unter die Dusche trete.

Das Wasser ist eiskalt und genau das brauche ich gerade. Bis mein Kopf klarer wird und mit der Klarheit kommen Stücke der Nacht, an die ich mich nicht erinnern will. Die, in der mein Freund mich beinahe mit seinen Freunden angegriffen hat.

Ich will meine Jungfräulichkeit verlieren.

Aber nicht an diesen nutzlosen Typen, dem ich Jahre meines Lebens gegeben habe.

Vielleicht an ihn.

Den heißen Fremden.

Vielleicht sollte ich ihn bitten, mit mir zu schlafen. Diesmal nüchtern.

Ich kenne seinen Namen nicht. Ich weiß nicht, was er macht oder wo er außerhalb dieses Hauses lebt. Das sollte mir mehr Angst machen, als es tut.

Stattdessen fühlt es sich an wie das Sicherste an ihm.

Kein Nachspiel. Kein Morgen danach, an dem ich herausfinden muss, was wir sind. Keine Beziehung, die ich ruinieren kann. Niemanden, den ich enttäuschen kann.

Nur eine Entscheidung, die ganz und gar mir gehört.

Und nach heute muss ich ihn nie wiedersehen.

Aber wie zum Teufel soll ich ihn überhaupt ansprechen?

Zurück in den Raum gehen, ihm in die Augen sehen und sagen: Ich will, dass du mir die Jungfräulichkeit nimmst?

Klingt lächerlich. Er würde mich wahrscheinlich ansehen, als wäre ich verrückt.

Ich drehe das Wasser ab, trockne mir die Haare, wickle mich ein und bleibe an der Tür stehen, die Hand am Griff, das Herz zu schnell für jemanden, der noch nichts getan hat. Ich zwinge mich trotzdem, ihn zu drehen.

Er sitzt auf dem Sofa, als ich reinkomme, die Beine entspannt gespreizt, ein Arm auf der Lehne, ein Glas Scotch neben der Hand, Laptop auf dem Knie. Er wirft einen Blick hoch, als die Tür aufgeht. Nur einmal. Lange genug, dass ich weiß, er hat mich gesehen, dann gehen seine Augen zurück zum Bildschirm, als wäre ich eine Benachrichtigung, die er für nicht dringend entschieden hat.

Schaut er mich ernsthaft nicht an?

Ich räume mir die Kehle. „Kannst du den Raum verlassen, damit ich mich anziehen kann?“

Er schaut hoch, die Augen treffen meine. Der Mundwinkel hebt sich. „Du glaubst, ich hätte dich nicht schon gesehen?“

Hitze kriecht mir den Hals hinauf. Er hat meine Kleider letzte Nacht gewechselt. Natürlich hat er alles gesehen, was es zu sehen gibt. Ich hatte es nur bis gerade nicht so zusammengesetzt.

Mein Gesicht brennt.

„Ich habe dich letzte Nacht ausgezogen und in mein Shirt gesteckt.“ Er schließt den Laptop. „Ich habe genug gesehen, um zu wissen, dass du eine Narbe am rechten Oberschenkel hast.“

Meine Augen weiten sich.

Etwas in seinem Gesicht verschiebt sich, als er die Farbe in meinen Wangen bemerkt, der Ansatz eines Grinsens zerrt an einem Mundwinkel.

Er steht auf. Dann geht er auf mich zu.

Ich mache einen Schritt zurück.

Dann noch einen.

Bis mein Rücken die Wand trifft.

Er bleibt vor mir stehen, nah genug, dass ich die Wärme spüren kann, die von seinem Körper ausgeht. Mein Herz beginnt so laut zu pochen, dass ich sicher bin, er kann es hören.

Seine Hand kommt hoch und pflanzt sich an die Wand neben meinem Kopf.

„Was machst du?“, stottere ich.

Seine Augen sinken auf das Handtuch, das um mich gewickelt ist.

Dann fangen seine Finger den Rand und ziehen es gerade hoch genug, um den oberen Teil meines Oberschenkels freizulegen.

Ich keuche, aber ich bewege mich nicht.

„Da.“ Seine Augen bleiben an der Stelle. „Das ist die Narbe.“

Ich starre ihn an, Hitze schießt mir ins Gesicht.

„Das Handtuch bedeckt sie kaum. Ich habe sie klar von der anderen Seite des Raums gesehen.“

Eine schreckliche Sekunde lang starre ich ihn einfach an.

Dann tritt er zurück und bringt so plötzlich Distanz zwischen uns, dass ich mich beinahe kalt fühle.

„Meine Haushälterin hat dich umgezogen“, sagt er. „Falls du es wissen musst.“

Ich lasse den Atem heraus, den ich angehalten hatte.

„Oh.“

Sein Mund zuckt.

„Geh dich anziehen und verschwinde. Ich erlaube keine Fremden in meinem Haus. Besonders nicht so nah. Und du hast schon genug Zeit verschwendet.“

Fremder.

Dieses Wort bleibt irgendwo in meiner Brust hängen, als er zur Tür geht. Genau das ist er. Ein Fremder. Und ich glaube nicht, dass ich jemanden jemals so sehr kennenlernen wollte in meinem Leben.

„Warte.“ Er bleibt stehen, die Hand am Rahmen. „Ich habe nichts zum Anziehen. Meine Sachen waren ruiniert.“

Er atmet aus, als hätte er es vergessen, geht dann zu seinem Kleiderschrank und holt ein weiteres Shirt heraus, größer als das letzte, lang genug, um tatsächlich etwas zu bedecken. Er wirft es ohne Zeremonie aufs Bett.

„Danke.“

Er dreht sich bereits zur Tür zurück, als ich nach dem Shirt greife und wir zusammenstoßen, meine Schulter trifft seine Brust hart genug, dass ich das Gleichgewicht verliere.

Sein Arm kommt instinktiv um meine Taille, fängt mich, bevor ich den Boden treffe und ich lande bündig an ihm, die Hände flach gegen seine Brust gestützt, sein Herzschlag pocht stetig unter meiner Handfläche.

Keiner von uns bewegt sich.

Seine Atmung verändert sich, nur leicht und seine Augen sinken auf meinen Mund und bleiben dort eine Sekunde zu lange, bevor sie zurück zu meinen Augen huschen.

Ich denke, er könnte mich küssen.

Dann tut er es.

Sein Mund bewegt sich über meinen mit einer Art Sorgfalt, die zu nichts anderem an ihm passt, als gäbe er mir jede Chance, mich zurückzuziehen, bevor er sich erlaubt, das zu wollen. Ich ziehe mich nicht zurück. Stattdessen krümmen sich meine Finger in sein Shirt und etwas in ihm verschiebt sich, die vorsichtige Kante weicht etwas Hungrigerem, seine Hand gleitet meine Wirbelsäule hinauf, als versuche er, ihre Form auswendig zu lernen.

Meine Gedanken zerstreuen sich komplett. Der Raum fühlt sich kleiner an als vor dreißig Sekunden. Mein Puls ist laut genug, dass ich ihn in den eigenen Ohren hören kann und jeder Teil von mir, der versucht hat, dieses Gefühl wegzudenken, gibt komplett auf.

Ich bin nass. Durchtränkt, klebrig an den Innenseiten der Schenkel und Gott, ich will ihn. Ich will, dass dieser perfekte, muskulöse Mann mich sinnlos fickt.

Und dann zieht er sich zurück. Ich weine beinahe vor dem Verlust.

Seine Atmung ist rau, als er mich ansieht, als wäre er wirklich überrascht von sich selbst.

„Ich hätte das nicht tun sollen.“

„Ich wollte, dass du es tust.“ Ich lasse ihn nicht weiter zurücktreten. „Ich bin diesmal nicht unter Drogen. Ich bin nicht verwirrt. Ich weiß genau, worum ich bitte.“

„Du weißt es nicht.“ Sein Kiefer spannt sich an. „Du verstehst nicht, worum du bittest, Kid.“

„Ich bin kein Kind.“ Das Wort landet falsch, scharf unter meiner Haut. „Ich bin neunzehn.“

„Neunzehn ist immer noch jung genug, dass ich besser wissen sollte, als dich anzufassen.“

„Dann bring es mir bei.“ Ich halte seine Augen und weigere mich, die Erste zu sein, die wegsieht. „Ich weiß, was ich will.“

Er studiert mein Gesicht eine lange Sekunde, als versuche er zu entscheiden, ob ich jedes Wort meine.

Ich schließe die letzte Distanz selbst und küsse ihn erneut.

Diesmal zögert er nicht. Er hebt mich, bevor ich es vollständig registriere und ich wickle mich instinktiv um ihn und er trägt mich die paar Schritte zum Bett, der Mund immer noch auf meinem, als könnte er sich nicht lange genug stoppen, um darüber nachzudenken.

Er lässt mich aufs Bett fallen, sein Mund verlässt den meinen nie, seine Zunge streicht die meine in einem tiefen, chaotischen Kuss.

Er küsst so gut. Das Gefühl, das es mir gibt. Besser als alles, was Silas jemals geschafft hat.

„Ich bin nicht sanft, Daphne.“ Er sagt es gegen meine Lippen. „Ich weiß nicht, wie man das ist, nicht bei dem hier. Wenn wir das tun, bekommst du alles von mir. Nicht irgendeine vorsichtige Version, die ich zurechtmache, weil du jung bist.“

„Ich will nicht vorsichtig.“ Meine Stimme kommt stabiler heraus, als ich mich fühle. „Ich will alles von dir. Halt dich nicht zurück.“

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