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Kapitel 6

ผู้เขียน: Jadenacht
Fabian hatte kaum den ersten Schritt auf Stella zugemacht, als er plötzlich ein Gewicht an seinem Bein spürte.

Fabian blickte hinunter und sah, dass Isabelle, die eben noch geweint hatte, aus dem Rollstuhl auf den Boden geglitten war.

Isabelle war bereits bewusstlos.

Eine der Begleiterinnen schrie erschrocken auf: „Frau Hartmann! Blut ... da ist so viel Blut!“

Fabians Schritte, die ihn eben noch zu seiner Frau getragen hatten, wurden schlagartig bleischwer.

Als Stella auf eine Transportliege gehoben wurde, kehrte ihr Bewusstsein für einen kurzen Augenblick zurück.

Mit verschwommenem Blick erfasste Stella, wie Fabian Isabelle in seinen Armen hielt.

Danach versank Stella endgültig in Dunkelheit.

...

Am nächsten Vormittag kam Stella wieder zu Bewusstsein.

Jana hatte die ganze Zeit an Stellas Bett gewacht. Als ihre Freundin die Augen öffnete, stieß sie erleichtert die Luft aus. „Meine Güte, endlich bist du wach. Was für ein Albtraum.“

Stella bewegte die trockenen Lippen, brachte jedoch keinen Ton hervor.

Jana reichte Stella sofort Wasser. „Fabian war vorhin hier. Ganze zehn Minuten.“

Stella blieb stumm.

Zehn Minuten?

Bei dieser Zahl sank Stellas Herz noch tiefer. „Fabian hat dich bestimmt gebeten, mir auszurichten, dass ich Isabelle nicht verklagen soll, oder?“

Jana fragte überrascht: „Du hast es gehört?“

Jana war tatsächlich fassungslos.

Fabian hatte Jana erneut aufgetragen, seine Frau von einer Klage gegen Isabelle abzuhalten, zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Jana dachte wütend: „Dieser Bastard!“ Seine Frau war noch nicht einmal aufgewacht, und Fabian setzte sich bereits für Isabelle ein!

Stella senkte den Blick auf die Infusionskanüle in ihrem Handrücken. „Nein. Dafür muss ich nichts hören. Ich kann es mir denken.“

Fabians Haltung gegenüber Isabelle in den vergangenen sechs Monaten sprach für sich.

Als Stella am Vorabend von einer Klage gesprochen hatte, hatte Fabian nicht nur widersprochen. Er war regelrecht in Panik geraten.

Jana schob Stella die Schale hin. „Reden wir nicht über Fabian. Iss deinen Haferbrei.“

Jana hatte früher mit eigenen Augen gesehen, wie eng Stella und Fabian miteinander verbunden gewesen waren.

Heute genügte Fabians Name, um Jana den Magen umzudrehen.

Jana sagte stockend: „Du hast letzte Nacht sehr viel Blut verloren ...“

Janas Stimme brach, obwohl sie nur eine Außenstehende war.

Als Fabian vorhin kam, wirkte er kaum besorgt. Offenbar hielt er Stellas Zustand lediglich für einen gewöhnlichen Infekt.

Für Isabelle gab Fabian sich jede erdenkliche Mühe. Über den Zustand seiner eigenen Frau wusste er dagegen so gut wie nichts.

Stella lachte leise und bitter. „Und trotzdem konnte Fabian gehen, bevor ich überhaupt aufgewacht bin.“

Jana sagte entschieden: „Genug von Fabian. Wenn du dich scheiden lassen willst, stehe ich hinter dir.“

Die Hartmanns mochten die einflussreichste Familie Hafenburgs sein.

Mit Stella hatte dieser Glanz am Ende dennoch nichts zu tun.

Jana schimpfte weiter: „Bei Isabelle ist durch den Sturz sogar die Kaiserschnittnaht wieder aufgegangen. Wie weit will sie noch gehen, nur um Fabian für sich zu beanspruchen? Warum ist sie nicht gleich daran zugrunde gegangen?“

Jana hatte am Vorabend alles gesehen.

Als Fabian Stellas Zusammenbruch bemerkt hatte, hatte er zunächst zu ihr laufen wollen. Im selben Augenblick war Isabelle ebenfalls bewusstlos geworden.

Für Jana war dieser perfekt gewählte Zeitpunkt kein Zufall. Isabelle hatte es absichtlich getan.

Für einen Mann setzte Isabelle sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel.

...

Stella hatte in der Nacht ebenfalls eine starke Blutung erlitten.

Stella musste nun eine Woche im Krankenhaus bleiben. Nachdem Jana ihr beim Essen geholfen hatte, sagte die Freundin: „Ich fahre zurück und hole dir Kleidung. Bleib brav im Bett, ja?“

Stella antwortete: „Gut.“

Stella war erschöpft.

Der hohe Blutverlust ließ Stella noch immer benommen und schläfrig zurück.

Nachdem Jana gegangen war, schloss Stella erneut die Augen. Gleich danach hörte Stella das leise Rollen eines Rollstuhls.

Stella schlug die Augen auf.

An der Tür des Krankenzimmers saß Isabelle im Rollstuhl.

Isabelle wandte leicht den Kopf. Die Angestellte hinter dem Rollstuhl nickte sofort. „Frau Hartmann, ich warte draußen.“

Isabelle antwortete knapp: „Gut.“

Die Angestellte schob Isabelle ins Zimmer, ging hinaus und schloss die Tür hinter sich.

Isabelle betrachtete Stella mit einem Lächeln. „Wie geht es dir? Ich habe eben mit deinem behandelnden Arzt gesprochen. Du hast letzte Nacht sehr viel Blut verloren. Du musst völlig entkräftet sein.“

Isabelles sanfte Stimme konnte den Triumph und die offene Schadenfreude nicht verbergen.

Stella sagte nichts und sah ihre Schwägerin nur reglos an.

Als Isabelle die gefährliche Kälte in Stellas Augen bemerkte, wurde Isabelles Lächeln noch breiter. „Willst du unter diesen Umständen wirklich weiter mit Fabian zusammenbleiben?“

Stella hob leicht den Blick. „Du hast mich absichtlich gestoßen, nicht wahr?“

In diesem Augenblick war Stella sich beinahe sicher.

Sowohl vor zwei Jahren als auch am Vortag hatte Isabelle vorsätzlich gehandelt.

Isabelle verschränkte die Hände. Ihr Lächeln verschwand, doch sie beantwortete Stellas Frage nicht.

Isabelle sagte herrisch: „Lass dich von Fabian scheiden. Nenn deinen Preis.“

Stella schwieg.

Stella betrachtete die anmaßende Isabelle.

Das war also die vorbildliche Schwiegertochter in den Augen der Hartmanns: gehorsam, vernünftig, sanft und tadellos.

Wie beeindruckend ...

Stella lachte kalt. „Du täuschst deine Depressionen die ganze Zeit nur vor. Weiß Fabian, was du wirklich für ihn empfindest?“

Isabelle erwiderte kühl: „Darum brauchst du dich nicht zu kümmern.“

Isabelle gab sich nicht einmal die Mühe, ihre Verachtung zu verbergen.

Weil Stella in einem Waisenhaus aufgewachsen war, hielt Isabelle sie offenbar für so unbedeutend, dass jede Maske überflüssig erschien.

Stella fragte: „Den gestrigen Stoß lasse ich einmal beiseite. Warum bist du vor zwei Jahren gegen mich vorgegangen?“

Adrian lebte vor zwei Jahren noch.

Hatte Isabelle schon damals solche Gefühle für Fabian gehegt?

Isabelle sah Stella an und senkte leicht den Blick. „Auch das geht dich nichts an.“

Isabelles Antwort beseitigte Stellas letzte Zweifel.

Sowohl am Vortag als auch vor zwei Jahren hatte Isabelle Stella absichtlich verletzt.

Schon zu Adrians Lebzeiten begehrte Isabelle Fabian.

Isabelle sagte: „Stella, spar dir deinen Trotz. Eine Frau mit deiner Herkunft hätte niemals in die Familie Hartmann einheiraten dürfen.“

Die Worte „eine Frau mit deiner Herkunft“ machten Isabelles Verachtung unmissverständlich. In ihren Augen war Stella kaum mehr als ein Insekt.

Isabelle glaubte, Stella jederzeit verletzen zu können, ohne dass diese sich wehren konnte.

Angesichts von Isabelles Überheblichkeit lachte Stella leise auf. „Hat Fabian es dir erzählt?“

Isabelle fragte: „Was soll Fabian mir erzählt haben?“

Stella sagte: „Ich hole mir die alleinigen Rechte an meinem Gestaltungskonzept für die Reisterrassen von Drachenbucht zurück.“

Als Isabelle den Namen der Reisterrassen von Drachenbucht hörte, erstarrte ihr Gesicht.

Isabelle lachte jedoch schon im nächsten Moment verächtlich. „Du willst dir die Rechte zurückholen? Wie denn? Mit deinen angeblichen juristischen Mitteln?“

Isabelles Arroganz kannte keine Grenzen.

Stella fixierte Isabelle schweigend. Stellas Blick ließ keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit.

Isabelle fuhr fort: „Eine Frau wie dich könnte ich verschwinden lassen, ohne dass jemals jemand erfährt, was passiert ist.“

Isabelle warnte: „Ich rate dir, keine lächerlichen Spielchen zu versuchen. Damit erreichst du bei mir gar nichts. Wenn du mich provozierst, wird das für dich nur böse enden.“

Isabelles Worte waren eine unverhüllte Drohung.

Isabelle sah Stella gefährlich an. „Lass dich von Fabian scheiden, verlasse Hafenburg und komm nie wieder zurück.“

Isabelle fügte hinzu: „Das ist meine erste und letzte freundliche Warnung.“

Nach diesen Worten drehte Isabelle den Rollstuhl und fuhr auf die Tür zu.

Stella sagte mit unverhohlener Verachtung: „Ich habe noch nie eine derart dreiste Geliebte erlebt.“

Andere Geliebte hielten sich wenigstens im Hintergrund.

Isabelle konnte nur deshalb so hemmungslos auftreten, weil ihre mächtige Mutter hinter ihr stand.

Isabelles Rollstuhl hielt an. Sie drehte sich zu Stella um, und ihr Lächeln wirkte beinahe blutrünstig.

Isabelle fragte spöttisch: „Geliebte? Wer in ganz Hafenburg weiß überhaupt, dass es eine Frau wie dich an Fabians Seite gibt?“

Isabelles Worte waren beißend höhnisch.

Selbst Stella empfand die Situation als bitteren Hohn.

Bevor Isabelle weitersprechen konnte, meldete sich die Angestellte vor der Tür: „Frau Hartmann, Herr Hartmann ist da.“

Isabelle warf Stella einen Blick zu.

Innerhalb eines einzigen Augenblicks veränderte Isabelle ihre Miene vollständig und rollte an Stellas Bett.

Als die Tür des Krankenzimmers geöffnet wurde, nahm Isabelle Stellas Hand.

Isabelle sagte sanft: „Stella, ich verstehe, wie sehr du dir ein Kind wünschst. Eine Scheinschwangerschaft kann einem manchmal tatsächlich das Gefühl geben, schwanger zu sein.“

Isabelle fuhr fort: „Wenn es dich nicht stört, lasse ich die Zwillinge später öfter Zeit mit dir verbringen. Wäre das nicht schön?“

Die eben noch herrische Isabelle verwandelte sich vor Fabians Augen in die rücksichtsvolle, sanfte Schwägerin.

Stella verengte die Augen.

Isabelle lächelte milde. „Wenn du wirklich Mutter sein willst, dürfen die Zwillinge dich meinetwegen sogar Mama nennen.“

Isabelle wollte Fabian für sich beanspruchen und Stella zugleich damit demütigen, dass ihre Kinder sie Mama nennen sollten.

Isabelle wusste genau, wo sie Stella treffen musste.

Stella zog ihre Hand zurück, hob den Arm und schlug Isabelle ohne Zögern ins Gesicht.

Ein scharfer Knall und Isabelles Schrei ertönten gleichzeitig.

Fabian erschien genau in diesem Augenblick an der Tür und sah die Ohrfeige. Sein Gesicht verdüsterte sich sofort.

Isabelle rechnete nicht damit, dass Stella tatsächlich zuschlug.

In Isabelle stieg heftige Wut auf. Als sie jedoch Fabian bemerkte, unterdrückte sie den Zorn augenblicklich.

Isabelle fragte mit verletzter Stimme: „Stella, was soll das? Ich ...“

Klatsch! Klatsch!

Bevor Isabelle den Satz beenden konnte, schlug Stella sie noch zweimal ins Gesicht.

Stella setzte ihre ganze Kraft ein. Nach drei Ohrfeigen dröhnte Isabelles Kopf.

Fabian schoss das Blut ins Gesicht. „Stella, was tust du da?“

Isabelle hielt sich die brennenden Wangen.

Mit Tränen in den Augen sah Isabelle Fabian an. „Fabian ...“

Fabian trat vor und packte Stellas erneut erhobenes Handgelenk. „Bist du völlig verrückt geworden?“

Stella riss sich heftig los. „Verrückt? Ich kassiere nur schon einmal die Zinsen.“

Nach diesen Worten hob Stella die andere Hand, schlug ihrem Mann ins Gesicht und traf Isabelle mit der Rückhand gleich noch einmal.

Im gesamten Krankenzimmer explodierte die angestaute Wut.

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