LOGINKurz darauf griff Daniel nach seiner Arbeitstasche. „Wenn dir zu Hause irgendetwas merkwürdig vorkommt, ruf mich sofort an.“Riana nickte. „Fahr vorsichtig.“Daniel lächelte ihr kurz zu und verließ mit ihr das Zimmer. Seite an Seite gingen sie durch den Hauptflur zum Eingangsbereich. Wenig später fuhr bereits der Wagen vor, der Daniel normalerweise ins Büro brachte.Riana blieb noch stehen, nachdem das Auto das Grundstück verlassen hatte und hinter der hohen Mauer verschwunden war.Erst als nichts mehr davon zu sehen war, drehte sie sich um und ging zurück ins Haus.Aus irgendeinem Grund ließ ihre innere Unruhe nicht nach.Wenn Cale ausdrücklich wollte, dass die Familie von etwas nichts mitbekam, dann war heute ganz sicher kein gewöhnlicher Tag. Und was auch immer bevorstand … es hatte bereits seinen Lauf genommen.Trotzdem zwang Riana sich, sich nichts anmerken zu lassen. Sie wollte auf keinen Fall, dass jemand ihre Anspannung bemerkte und Fragen stellte. Mit möglichst gelassen
„Du bist heute Abend rechtzeitig zum Essen wieder zu Hause, oder?“, fragte Riana und beobachtete ihren Mann dabei, wie er sich für den Tag fertig machte.Nach dem Frühstück hatte sie Althea überredet, sich wieder in den rechten Seitenflügel zurückzuziehen. Ihr Zustand war noch immer nicht ganz stabil. So oft Althea ihr auch versicherte, dass es ihr gut ging, Riana wurde die Sorge einfach nicht los, dass doch noch etwas passieren konnte.Josh und Grace hatten inzwischen mit ihrem Online-Unterricht begonnen – ebenso wie Eli.Im Haus herrschte ein ruhiger, geregelter Tagesablauf, auch wenn heute deutlich mehr los war als sonst. Gleichzeitig kehrten nach und nach jene Wärme und Lebendigkeit zurück, die das Zuhause früher einmal erfüllt hatten.„Ja. Cale und Chris sind heute Abend auch wieder da“, antwortete Daniel.Vor dem großen Spiegel rückte er seinen dunklen, perfekt geschnittenen Anzug zurecht, der ihm eine elegante, ausgesprochen förmliche Erscheinung verlieh. Allein seine ernst
Harold hustete. Blut rann ihm aus der Nase und über die aufgeplatzte Lippe. Trotzdem brachte er ein schwaches Lachen hervor – kraftlos und brüchig, aber noch immer voller Trotz.Cale beugte sich ein Stück zu ihm hinunter.„Ist dir eigentlich klar, welche Folgen das haben wird, was du getan hast?“ Seine Stimme war leise, doch jedes Wort hatte Gewicht. „Deinetwegen hat meine Familie wochenlang in ständiger Angst gelebt. Die Kinder haben alles mitbekommen. Unser Haus musste rund um die Uhr bewacht werden, und unser Name wurde überall in den Schmutz gezogen.“Er packte Harold vorne an seinem zerknitterten, blutbefleckten Hemd und zog ihn ruckartig nach vorn.„Und da glaubst du ernsthaft, du könntest hier noch irgendjemandem drohen?“Harold hielt seinem Blick stand. „Du lässt dich zu sehr von deinen Gefühlen leiten“, murmelte er. „Genau das ist deine Schwäche.“Cale stieß ihn grob zurück und ließ sein Hemd los.„Ich werde nicht zulassen, dass du weiter solche Sprüche von dir gibst“,
Nach dem Ende des Telefonats herrschte in dem kahlen Betonraum wieder Stille.Der grelle Scheinwerfer über Harolds Kopf brannte unerbittlich weiter und warf harte Schatten auf sein von Blutergüssen gezeichnetes Gesicht. Eine Hand war noch immer hinter dem Metallstuhl gefesselt. An seinem Mundwinkel klebte getrocknetes Blut, und die Schwellung auf einer Gesichtshälfte hatte inzwischen deutlich zugenommen.Von seiner früheren Arroganz war kaum etwas geblieben – abgesehen von seinem stechenden Blick. Unbeirrt fixierte er seine Bewacher, als wäre er nach wie vor überzeugt, noch längst nicht verloren zu haben.Im nächsten Moment schleuderte er demonstrativ das Handy, mit dem er gerade telefoniert hatte, gegen die Wand. Das Gerät zerschellte beim Aufprall. Sofort packte einer der Wachmänner seinen freien Arm und drehte ihn ihm brutal auf den Rücken.Chris lehnte währenddessen lässig an einem langen Tisch in der Ecke. Mit einem schwachen Lächeln beobachtete er Harold – von Mitgefühl keine
„Natürlich nicht“, erwiderte Harold ohne zu zögern. „Mein Name ist bisher nirgends aufgetaucht, und es gibt keine Beweise, die unmittelbar zu mir führen. Sie haben lediglich diejenigen erwischt, die zu dumm waren, ihre Spuren ordentlich zu verwischen.“Marlene begann unruhig im Zimmer auf und ab zu gehen.„Daven und seine Familie benehmen sich schon, als hätten sie gewonnen“, sagte sie. „Sie werden langsam wieder sorglos. Glauben die wirklich, die Sache ist ausgestanden?“„Sollen sie das ruhig glauben“, entgegnete Harold. „Wer seinen Sieg zu früh feiert, ist umso schlechter vorbereitet, wenn sich das Blatt wendet.“Marlene blieb abrupt stehen.„Und was hast du jetzt vor?“, fragte sie. „Ich bin bereits in diesem Haus. Einen Rückzieher kann ich jetzt nicht mehr machen. Sobald sich eine Gelegenheit bietet, muss ich sie nutzen. Das alles darf nicht umsonst gewesen sein, Harold.“„Genau das wirst du tun“, sagte er ruhig. „Du bleibst dort und verhältst dich weiterhin so, als gehörtest
Währenddessen hatte Marlene das Esszimmer verlassen.Mit aufrechter Haltung und kontrollierten Schritten ging sie den Flur entlang. Ihre Miene war wieder so kühl und beherrscht wie gewohnt, als hätte sie das Geschehen am Frühstückstisch nicht im Geringsten berührt.Innerlich jedoch kochte sie vor Wut über Elis zunehmend widerspenstiges Verhalten.Schon am Vorabend hatte sie versucht, mit ihrer Tochter zu reden, doch Eli hatte absichtlich ihre Zimmertür abgeschlossen.Verdammt.Marlene hatte sich unmissverständlich ausgedrückt. Offenbar genügte eine bloße Warnung jedoch nicht. Sie musste deutlicher werden – und Eli daran erinnern, wer hier die Kontrolle hatte.„Mit Eli muss ich anders umgehen“, murmelte sie vor sich hin.Bevor sie den Flur verließ, blieb sie neben einer Bediensteten stehen, die gerade mit einem Tablett vorbeikam.„Sie da“, rief Marlene, ohne sich vollständig zu ihr umzudrehen.Die Bedienstete kam sofort zu ihr. „Ja, Frau Ward?“„Bringen Sie mir das Frühstück a
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem
„Ich finde, diese Krawatte passt dir am besten.“Althea suchte eine aus Davens großer Sammlung heraus. Sie wusste, dass er ihre Nähe nur ertrug, aber sie verdrängte die Scham. Was sie sich vorgenommen hatte, musste funktionieren – zumindest bis der Monat vorbei war.Danach würden sich ihre Wege en
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr







