ログインAxel stand vor der Frau, die unter dem Baum lag, und starrte sie an.Sie atmete kaum. Ihre Haut war kalt, und eine dünne Schneeschicht hatte sich in ihrem dunklen Haar gesammelt. Getrocknetes Blut klebte an ihren Händen, und an ihrem Arm verlief ein tiefer Schnitt.Er legte zwei Finger an ihren Hals und spürte ihren schwachen Puls.„Sie lebt“, sagte er.Roran erreichte mit vier Soldaten den Fluss.„Mein König!“Axel sah auf. „Bleibt zurück.“Roran blieb stehen und tauschte verwirrte Blicke mit den anderen Soldaten, bevor er die bewusstlose Frau ansah.„Sie ist ein Mensch“, stellte er fest.„Ich weiß.“„Dann sollten wir sie als Gefangene mitnehmen.“Axel senkte den Blick auf ihr Gesicht. Der Wolf in ihm regte sich wieder, doch nicht mit Zorn oder Gier. Es war ein seltsames Gefühl, das er nie zuvor gekannt hatte.Wiedererkennung.„Sie ist verletzt“, sagte er. „Bringt mir ein Pferd.“Roran zögerte. „Mein König, wir wissen nicht, wer sie ist.“„Ich auch nicht.“„Warum helft Ihr ihr dann?“
Axel Vulcan stand neben dem toten Grenzwächter und starrte auf das Blut im Schnee. Der nördliche Wald lag still um ihn herum, zu still, und ihm war sofort klar, dass etwas nicht stimmte.Er hockte sich hin und berührte den Boden mit zwei Fingern. Das Blut war noch warm.„Wie lange ist das her?“, fragte er.Hauptmann Roran stieg hinter ihm vom Pferd. „Weniger als eine Stunde, mein König.“Axel blickte zum Bergpass hinauf. „Wie viele?“„Drei Wächter sind tot. Zwei Späher werden vermisst.“„Menschen?“Roran nickte. „Asterier.“Axel richtete sich langsam auf. Seit Monaten testeten asterische Soldaten die nördliche Grenze, ohne jemals so weit vorzustoßen, dass ein Angriff gerechtfertigt gewesen wäre. Doch in dieser Nacht hatten sie die Linie überschritten, und drei Werwolf-Wächter lagen tot im Schnee.„Wir haben Spuren gefunden, die zur alten Handelsstraße führen“, sagte Roran. „Diese Straße ist seit Jahren gesperrt.“„Genau deshalb.“Er deutete auf mehrere Soldaten, die zwischen den Kiefe
Ich huschte unter den massiven Eichentisch, gerade als die schweren, eisenverstärkten Türen zum oberen Korridor aufflogen. Das dicke Holz krachte gegen die Steinwand und warf lange Schatten über den fettglatten Boden. Ich presste den Kiefer zusammen und drückte das Gesicht in den Dreck und den Mehlstaub unter der Arbeitsfläche. Durch die Lücken zwischen den Tischbeinen sah ich zwei Paar schwere Lederstiefel in den Raum marschieren. Die Silberspitzen ihrer Speere fingen den matten, bernsteinfarbenen Schein der Kaminglut ein und blitzten unangenehm nah an meinen Fingern auf, die sich um das Tischbein gekrallt hatten. „Elias“, rief eine harte Stimme. Es war der ältere Wächter vom Flur, sein Atem ging noch stoßweise von der Jagd. „Habt Ihr Lady Laelith hier durchkommen sehen? Die Spürer haben ihre Witterung bis zu den unteren Treppenhäusern verfolgt.“ Elias sah nicht zu mir hinunter. Ich sah nur seine dicken Wollsocken, die sich verschoben, als er sich wieder dem Hackblock zuwandte un
Die schwere Messingklinke ruckte auf und ab. Ich dachte nicht nach, mein Körper reagierte, bevor mein Verstand überhaupt begriff, wie hoffnungslos ich in der Falle saß. Ich ließ mich auf den Bauch fallen und schob das lederne Hauptbuch meines Vaters in den niedrigen Spalt unter den schweren Samtvorhängen, wo der Stoff sich auf den Dielen bauschte. Es war ein schreckliches Versteck, aber mir blieben zwei Sekunden, bevor diese Tür zu Kleinholz zerfiel. Ich krabbelte rückwärts zur kleinen Waschkammertür an der gegenüberliegenden Wand, gerade als ein wuchtiger Stiefel mitten in meine Schlafzimmertür krachte. Das Holz barst mit einem Knall wie ein Gewehrschuss. Das obere Scharnier riss glatt aus der Wand und ließ Putzstaub auf den Teppich rieseln. Zwei Wachen in den dunkelgrauen Uniformen von Caldrens persönlichem Regiment stolperten herein, die silberspitzen Speere auf die leere Stelle gerichtet, an der ich eine Sekunde zuvor noch gestanden hatte. „Seht im Kleiderschrank nach!“, b
Ich blinzelte gegen das grelle, weiße Licht der Deckenlampen. In meinem Kopf pochte es, als triebe jemand einen Nagel in meinen Schädel. Meine Haut fühlte sich klamm an, und als ich den Arm heben wollte, erinnerte mich ein scharfer Zug am Handrücken an die Infusionsnadel, die dort festgeklebt war. „Laelith? Oh, dem Himmel sei Dank, du bist wach.“ Caldrens Gesicht schob sich in mein Blickfeld. Er sah vollkommen verstört aus. Sein dunkles Haar war zerzaust, seine Augen waren gerötet, und er klammerte sich an einen riesigen Strauß weißer Lilien, als wäre er eine Rettungsleine. Vier Jahre lang war dieses Gesicht mein fester Halt gewesen. Jedes Mal, wenn ich ihn ansah, fühlte ich mich sicher. „Was … was ist passiert?“, krächzte ich. Meine Kehle fühlte sich an, als wäre sie mit Sand ausgekleidet. „Du bist im Gutsbüro ohnmächtig geworden, mein Schatz“, murmelte er, legte die Blumen auf den Nachttisch und griff sofort nach meiner freien Hand. Er drückte sie, seine Handfläche war war







