LOGINAxel stand vor der Frau, die unter dem Baum lag, und starrte sie an.
Sie atmete kaum. Ihre Haut war kalt, und eine dünne Schneeschicht hatte sich in ihrem dunklen Haar gesammelt. Getrocknetes Blut klebte an ihren Händen, und an ihrem Arm verlief ein tiefer Schnitt. Er legte zwei Finger an ihren Hals und spürte ihren schwachen Puls. „Sie lebt“, sagte er. Roran erreichte mit vier Soldaten den Fluss. „Mein König!“ Axel sah auf. „Bleibt zurück.“ Roran blieb stehen und tauschte verwirrte Blicke mit den anderen Soldaten, bevor er die bewusstlose Frau ansah. „Sie ist ein Mensch“, stellte er fest. „Ich weiß.“ „Dann sollten wir sie als Gefangene mitnehmen.“ Axel senkte den Blick auf ihr Gesicht. Der Wolf in ihm regte sich wieder, doch nicht mit Zorn oder Gier. Es war ein seltsames Gefühl, das er nie zuvor gekannt hatte. Wiedererkennung. „Sie ist verletzt“, sagte er. „Bringt mir ein Pferd.“ Roran zögerte. „Mein König, wir wissen nicht, wer sie ist.“ „Ich auch nicht.“ „Warum helft Ihr ihr dann?“ Axel erwiderte seinen Blick. „Weil sie sterben wird, wenn wir sie hier zurücklassen.“ Roran hatte darauf keine Antwort. Zwei Soldaten brachten ein Pferd, und Axel hob die Frau vorsichtig in seine Arme. In dem Moment, als er sie an seine Brust zog, reagierte sein Wolf. Mein. Axel presste die Kiefer zusammen. „Sei still.“ Roran sah ihn an. „Mein König?“ Axel ignorierte ihn, legte Laelith quer über den Sattel und stieg hinter ihr auf. Ihr Kopf sank gegen seine Brust. Obwohl sie bewusstlos blieb, spürte er ihren Herzschlag durch ihre Kleidung, langsam und schwach, aber stetig. „Zurück zur Festung“, befahl er. Roran warf einen Blick auf den Pfad. „Und die Soldaten, die ihr gefolgt sind?“ „Lasst sechs Männer hier, die das Gebiet durchsuchen.“ „Und wenn sie noch in der Nähe sind?“ „Nehmt sie lebend gefangen.“ Axel blickte in den dunklen Wald, sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. Vielleicht waren die Verfolger bereits nach Asteria zurückgekehrt. „Findet heraus, für wen sie arbeiten.“ Laelith erwachte in der Wärme, doch für einige Sekunden wusste sie nicht, wo sie war. Als sie die Augen öffnete, lag sie unter dicken Decken in einem großen Bett, in einem Raum aus dunklem Stein. Nicht weit entfernt brannte ein Feuer. Sie versuchte, sich aufzusetzen, und keuchte, als ein stechender Schmerz durch ihren verletzten Arm schoss. Eine Frau, die neben dem Feuer saß, drehte sich sofort zu ihr um. „Du bist wach.“ Laelith presste sich gegen das Kopfende und ließ ihren Blick durch den fremden Raum wandern. „Wo bin ich?“ Die Frau erhob sich. „In der Festung des Werwolfkönigs.“ Laelith spürte, wie ihr Herz zu rasen begann. „Des Werwolfkönigs?“ „Er hat dich am nördlichen Fluss gefunden.“ Ihr Blick flog zur Tür. „Wo ist Elias?“ Die Frau runzelte die Stirn. „Ich weiß nicht, wer das ist.“ „Mein Freund. Er war bei mir. Er hat–“ „Wir haben niemanden sonst bei dir gefunden.“ Laelith schloss die Augen und dachte daran, wie Elias sein Leben riskiert hatte, um ihres zu retten. Sie wusste nicht, ob er den Soldaten entkommen war, und diese Ungewissheit nagte an ihr. Sie konnte nur hoffen, dass er noch lebte. „Wie lange bin ich schon hier?“, fragte sie. „Seit gestern Nacht.“ Laelith betrachtete den Verband an ihrem Arm. „Hast du meine Wunden versorgt?“ „Ja.“ „Warum?“ Die Frau lächelte schwach. „Unser König hat es angeordnet.“ Bevor Laelith weiter fragen konnte, öffnete sich die Tür, und ein großer Mann trat ein. Er trug eine schwarze Tunika unter einem dunklen Lederm mantel, ein Schwert hing an seiner Seite, und silberweißes Haar fiel ihm bis zu den Schultern. Laelith erkannte ihn sofort aus den Abbildungen in asterischen Büchern. Axel Vulcan. Der König des Südlichen Werwolfkönigreichs, Herrscher des Sundren-Rudels. Er blieb stehen, als er sah, dass sie wach war, und für einen Moment sprach keiner von ihnen. Laelith zog die Decken höher, während sein Blick über ihr Gesicht glitt und schließlich auf dem Verband an ihrem Arm verweilte. „Wie fühlst du dich?“ Sie beobachtete ihn aufmerksam. „Wo ist mein Freund?“ Axel wandte sich an die Heilerin. „Lass uns allein.“ Die Frau verneigte sich und verließ den Raum, wobei sie die Tür hinter sich schloss. Laelith sah ihn sofort wieder an. „Wo ist Elias?“ „Ich habe dich allein gefunden.“ Sie schloss die Augen und fragte sich, ob der Verrat, der Schmerz und die verzweifelte Flucht sie etwas nur einbilden ließen. Was auch immer die Wahrheit war, sie konnte es sich nicht leisten, schon jetzt jemandem zu vertrauen. „Ich dachte, ich wäre mit jemand anderem zusammen“, murmelte sie. „Ich weiß.“ Ihre Augen schnellten auf. „Du weißt es?“ „Am Fluss gab es eine zweite Blutspur.“ Verwirrung huschte über ihr Gesicht. Hatte ihnen jemand gefolgt? „Hast du diese Person gefunden?“ „Nein.“ Sie seufzte und senkte den Blick. Axel musterte sie. „Wer hat dich verfolgt?“ „Soldaten.“ „Woher?“ Laelith zögerte. „Aus Asteria.“ Seine Miene veränderte sich. „Warum haben asterische Soldaten dich gejagt?“ „Weil…“ Sie hielt inne, sah ihm kurz in die Augen und zwang sich dann, wegzuschauen. „Nichts.“ Axel schnaubte. „Wenn du meine Hilfe willst, solltest du eine bessere Antwort finden als ‚nichts‘. Du bist bereits eine mögliche Bedrohung für mein Königreich.“ Laelith schluckte. „Bitte lass mich bleiben, bis ich stark genug bin, um zu gehen.“ Sie versuchte, sich gerader aufzusetzen, doch die Bewegung jagte eine neue Schmerzwelle durch ihren Arm. Axel verdrehte genervt die Augen. Sturer Mensch. „Ich gehe, sobald ich wieder gesund bin“, beharrte sie. Er glaubte ihr offensichtlich nicht, und in diesem Moment kam ihr eine Idee. Eine Lüge. „Mein Bruder ist der Oberbefehlshaber Asterias“, sagte sie schnell. Axels Augen verengten sich. „Caldren Penrose?“ Sie nickte. „Du kennst ihn?“ „Ich kenne seinen Ruf.“ Laelith lächelte bitter. „Dann weißt du mehr, als ich dachte.“ Axel trat näher. „Warum sollte der Oberbefehlshaber seine eigene Schwester töten lassen?“ Es widerstrebte Laelith, Caldren ihren Bruder zu nennen, doch sie zwang sich weiterzusprechen. Sie hatte Axel nie belügen wollen, und dennoch konnte sie sich nicht überwinden, ihm die Wahrheit anzuvertrauen. „Weil man mich beschuldigt hat, den König ermordet zu haben“, sagte sie und fragte sich, was Axel tun würde, wenn er ihre Täuschung eines Tages entdeckte. Er schwieg. „König Edric?“ Sie nickte. „Er ist tot?“ „Ja.“ „Und du hast ihn getötet?“ „Nein.“ Ihre Antwort kam sofort, und Axel beobachtete ihr Gesicht, als suche er nach dem kleinsten Anzeichen von Unehrlichkeit. „Erwartest du, dass ich dir glaube?“ „Ich ist mir egal, was du glaubst.“ Ihre Stimme zitterte, doch sie weigerte sich, den Blick abzuwenden. Mein Gott, seit wann bin ich so gut im Lügen? „Ich weiß, was passiert ist“, sagte Axel und verschränkte die Arme. „Dann erzähl es mir.“ Laelith holte tief Luft. „Mein Bruder hat mich neben dem Leichnam des Königs gefunden, mit einem blutigen Schwert in der Hand. Er hat allen erzählt, ich hätte ihn ermordet.“ „Hast du es getan?“ „Nein.“ „Welche Beweise hatten sie?“ „Einen Brief, der behauptete, ich hätte den Mord geplant.“ „In deiner Handschrift?“ „Gefälscht.“ Axel musterte sie eingehend. „Du erwartest, dass ich glaube, der Oberbefehlshaber Asterias hat dich hereingelegt, während sein Königreich ohnehin instabil ist?“ Wut blitzte in Lailiths Augen auf. „Ich erwarte gar nichts von dir.“ Sie warf die Decken zurück und versuchte aufzustehen, doch ihre Beine gaben sofort nach. Axel fing sie um die Taille, bevor sie zu Boden stürzen konnte. Laelith erstarrte und spürte plötzlich seine Hand an ihrem Körper. Für einen seltsamen Moment rührte sich keiner von beiden. In Axel verstummte der Wolf vollständig. Wieder. Er ließ sie los, und Laelith trat zurück und versuchte, ihre Würde wiederzufinden. „Ich kann stehen.“ „Offensichtlich nicht.“ „Ich werde es lernen.“ Axel hätte fast gelächelt, zeigte stattdessen aber auf das Bett. „Setz dich.“ Sie gehorchte widerwillig. „Du bleibst hier, bis du dich erholt hast“, sagte er und wandte sich zur Tür. Laelith starrte ihn an. „Bin ich deine Gefangene?“ Axel blickte kurz zurück. „Ich habe noch nicht entschieden.“ Ihre Augen verengten sich. „Dann entscheide schnell.“ Er musterte sie einen Moment länger. „Du hast mein Königreich betreten, während asterische Soldaten an meiner Grenze eine Operation durchführten.“ Laelith runzelte die Stirn. „Welche Operation?“ Axel antwortete nicht. „Weißt du etwas darüber?“ „Nein.“ „Erwartest du, dass ich dir glaube?“ Laelith erwiderte seinen kalten Blick ohne zu zögern. „Ich ist mir egal, was du glaubst.“ Axel sah sie an, und zum ersten Mal fand er ihren Trotz beinahe amüsant. „Du bist schwierig.“ „Ich hatte eine schwierige Woche.“ Er wandte sich zur Tür, doch bevor er sie öffnen konnte, sprach sie erneut. „Mein Herr.“ Er hielt inne. „Wenn du Elias findest, sag es mir bitte.“ Axel sah über die Schulter. „Das werde ich.“ Dann ging er. Laelith wartete, bis die Tür ins Schloss gefallen war, bevor sie eine Hand auf ihre Brust legte. Etwas an dem Werwolfkönig machte ihr Angst, nicht nur weil er das Sundren-Rudel regierte, sondern weil sie etwas Seltsames gespürt hatte, als er sie aufgefangen hatte. Eine plötzliche Wärme. Ein Gefühl, das sie nicht erklären konnte. Sie schüttelte den Kopf und erinnerte sich daran, dass sie weit wichtigere Dinge zu bedenken hatte. Caldren. Und seine boshafte Geliebte. Der Schmerz des Verrats legte sich um ihr Herz, und Tränen rannen über ihre Wangen, als sie daran dachte, was die beiden ihr angetan hatten. Sie würde ihn dafür bezahlen lassen. Axel ging den steinernen Korridor entlang, wo Roran wartete. „Wie geht es ihr?“, fragte der Hauptmann. „Sie lebt.“ „Und?“ Axel blieb stehen. „Sie behauptet, der asterische König sei ermordet worden und man habe ihr die Tat angehängt.“ Roran runzelte die Stirn. „Das ist eine schwere Anschuldigung.“ „Das ist sie.“ „Glaubt Ihr ihr?“ Axel blickte zurück zu ihrer Kammer. „Ich weiß es nicht.“ Roran senkte die Stimme. „Da ist noch etwas.“ Axel wandte sich ihm zu. „Wir haben den Fluss noch einmal durchsucht.“ „Und?“ „Am östlichen Ufer haben wir Blut gefunden.“ Axels Miene veränderte sich. „Ihr Begleiter?“ „Das war unser erster Gedanke.“ Roran reichte ihm einen kleinen Gegenstand: ein zerrissenes Stück schwarzen Stoffes mit einem winzigen silbernen Wappen. „Wir haben außerdem eine Leiche gefunden.“ Axel sah ihn an. „Wessen?“ „Das wissen wir nicht.“ Axel betrachtete den Stoff und erkannte das Symbol sofort. Es gehörte zur asterischen Königsfamilie. Seine Augen verengten sich. „Mein König“, fuhr Roran fort, „es gibt noch mehr. Einer der Männer, die letzte Nacht getötet wurden, trug eine Liste mit Namen bei sich.“ „Wessen Namen?“ „Personen aus dem asterischen Palast.“ Axels Blick wanderte zu Laeliths Kammer. „Stand ihr Name darauf?“ Roran nickte. „Laelith Penrose stand an erster Stelle.“ Axel erstarrte. Sein Wolf regte sich unter seiner Haut, und zum ersten Mal seit dem Beginn der seltsamen Stille kehrte seine Stimme mit unverkennbarer Dringlichkeit zurück. Beschütze sie. Axels Miene verhärtete sich. Zum ersten Mal seit vier Jahren hatte sein Wolf ihm einen Befehl erteilt. Und Axel fürchtete, dass er ihm gehorchen würde.Axel stand vor der Frau, die unter dem Baum lag, und starrte sie an.Sie atmete kaum. Ihre Haut war kalt, und eine dünne Schneeschicht hatte sich in ihrem dunklen Haar gesammelt. Getrocknetes Blut klebte an ihren Händen, und an ihrem Arm verlief ein tiefer Schnitt.Er legte zwei Finger an ihren Hals und spürte ihren schwachen Puls.„Sie lebt“, sagte er.Roran erreichte mit vier Soldaten den Fluss.„Mein König!“Axel sah auf. „Bleibt zurück.“Roran blieb stehen und tauschte verwirrte Blicke mit den anderen Soldaten, bevor er die bewusstlose Frau ansah.„Sie ist ein Mensch“, stellte er fest.„Ich weiß.“„Dann sollten wir sie als Gefangene mitnehmen.“Axel senkte den Blick auf ihr Gesicht. Der Wolf in ihm regte sich wieder, doch nicht mit Zorn oder Gier. Es war ein seltsames Gefühl, das er nie zuvor gekannt hatte.Wiedererkennung.„Sie ist verletzt“, sagte er. „Bringt mir ein Pferd.“Roran zögerte. „Mein König, wir wissen nicht, wer sie ist.“„Ich auch nicht.“„Warum helft Ihr ihr dann?“
Axel Vulcan stand neben dem toten Grenzwächter und starrte auf das Blut im Schnee. Der nördliche Wald lag still um ihn herum, zu still, und ihm war sofort klar, dass etwas nicht stimmte.Er hockte sich hin und berührte den Boden mit zwei Fingern. Das Blut war noch warm.„Wie lange ist das her?“, fragte er.Hauptmann Roran stieg hinter ihm vom Pferd. „Weniger als eine Stunde, mein König.“Axel blickte zum Bergpass hinauf. „Wie viele?“„Drei Wächter sind tot. Zwei Späher werden vermisst.“„Menschen?“Roran nickte. „Asterier.“Axel richtete sich langsam auf. Seit Monaten testeten asterische Soldaten die nördliche Grenze, ohne jemals so weit vorzustoßen, dass ein Angriff gerechtfertigt gewesen wäre. Doch in dieser Nacht hatten sie die Linie überschritten, und drei Werwolf-Wächter lagen tot im Schnee.„Wir haben Spuren gefunden, die zur alten Handelsstraße führen“, sagte Roran. „Diese Straße ist seit Jahren gesperrt.“„Genau deshalb.“Er deutete auf mehrere Soldaten, die zwischen den Kiefe
Ich huschte unter den massiven Eichentisch, gerade als die schweren, eisenverstärkten Türen zum oberen Korridor aufflogen. Das dicke Holz krachte gegen die Steinwand und warf lange Schatten über den fettglatten Boden. Ich presste den Kiefer zusammen und drückte das Gesicht in den Dreck und den Mehlstaub unter der Arbeitsfläche. Durch die Lücken zwischen den Tischbeinen sah ich zwei Paar schwere Lederstiefel in den Raum marschieren. Die Silberspitzen ihrer Speere fingen den matten, bernsteinfarbenen Schein der Kaminglut ein und blitzten unangenehm nah an meinen Fingern auf, die sich um das Tischbein gekrallt hatten. „Elias“, rief eine harte Stimme. Es war der ältere Wächter vom Flur, sein Atem ging noch stoßweise von der Jagd. „Habt Ihr Lady Laelith hier durchkommen sehen? Die Spürer haben ihre Witterung bis zu den unteren Treppenhäusern verfolgt.“ Elias sah nicht zu mir hinunter. Ich sah nur seine dicken Wollsocken, die sich verschoben, als er sich wieder dem Hackblock zuwandte un
Die schwere Messingklinke ruckte auf und ab. Ich dachte nicht nach, mein Körper reagierte, bevor mein Verstand überhaupt begriff, wie hoffnungslos ich in der Falle saß. Ich ließ mich auf den Bauch fallen und schob das lederne Hauptbuch meines Vaters in den niedrigen Spalt unter den schweren Samtvorhängen, wo der Stoff sich auf den Dielen bauschte. Es war ein schreckliches Versteck, aber mir blieben zwei Sekunden, bevor diese Tür zu Kleinholz zerfiel. Ich krabbelte rückwärts zur kleinen Waschkammertür an der gegenüberliegenden Wand, gerade als ein wuchtiger Stiefel mitten in meine Schlafzimmertür krachte. Das Holz barst mit einem Knall wie ein Gewehrschuss. Das obere Scharnier riss glatt aus der Wand und ließ Putzstaub auf den Teppich rieseln. Zwei Wachen in den dunkelgrauen Uniformen von Caldrens persönlichem Regiment stolperten herein, die silberspitzen Speere auf die leere Stelle gerichtet, an der ich eine Sekunde zuvor noch gestanden hatte. „Seht im Kleiderschrank nach!“, b
Ich blinzelte gegen das grelle, weiße Licht der Deckenlampen. In meinem Kopf pochte es, als triebe jemand einen Nagel in meinen Schädel. Meine Haut fühlte sich klamm an, und als ich den Arm heben wollte, erinnerte mich ein scharfer Zug am Handrücken an die Infusionsnadel, die dort festgeklebt war. „Laelith? Oh, dem Himmel sei Dank, du bist wach.“ Caldrens Gesicht schob sich in mein Blickfeld. Er sah vollkommen verstört aus. Sein dunkles Haar war zerzaust, seine Augen waren gerötet, und er klammerte sich an einen riesigen Strauß weißer Lilien, als wäre er eine Rettungsleine. Vier Jahre lang war dieses Gesicht mein fester Halt gewesen. Jedes Mal, wenn ich ihn ansah, fühlte ich mich sicher. „Was … was ist passiert?“, krächzte ich. Meine Kehle fühlte sich an, als wäre sie mit Sand ausgekleidet. „Du bist im Gutsbüro ohnmächtig geworden, mein Schatz“, murmelte er, legte die Blumen auf den Nachttisch und griff sofort nach meiner freien Hand. Er drückte sie, seine Handfläche war war







