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Kapitel 4: Entlarvt

last update Tanggal publikasi: 2026-04-18 19:30:46

SCOTT

Ich konnte das Lächeln auf meinem Gesicht einfach nicht unterdrücken. Ich hatte mir gerade eine faszinierende junge Frau geangelt – und dazu noch eine ziemlich wilde. Am Morgen war sie in meinem Büro aufgetaucht, und ich hatte ihr einen Vertrag ausgehändigt, in dem stand, dass sie exklusiv mir gehören würde, bis ich etwas anderes entschied.

Ursprünglich hatte ich ihr gesagt, dass unsere Vereinbarung bis zu meiner Rückkehr nach London gelten würde. Wenn sie einverstanden war, hatte ich vorgehabt, sie mitzunehmen. Irgendetwas an ihr faszinierte mich. Plötzlich fühlte ich mich wie ein Junge, der ganz aufgeregt wegen seiner neuen Schwärmerei war.

Das Einzige, was mich davon abgehalten hatte, in meinem Büro weiterzugehen, war das leichte Zusammenzucken, das ihr entwischt war, als ich sie an einer intimen Stelle berührt hatte. Es hatte mich fragen lassen, ob ich in der vergangenen Nacht vielleicht zu grob mit ihr gewesen war.

Hoffentlich würde ich sie heute Abend wiedersehen. Dann fiel mir etwas ein, das ich vergessen hatte. Schnell schickte ich ihr eine Nachricht wegen ihres Termins bei meinem Arzt. Ich wollte sichergehen, dass wir beide die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen trafen, bevor unsere Beziehung weiterging.

Die Stimme meiner Assistentin ertönte über die Gegensprechanlage.

„Mr. Smith möchte mit Ihnen –“

„Lassen Sie ihn herein“, antwortete ich, bevor sie ihren Satz beenden konnte.

Die Tür öffnete sich und gab den Blick auf meinen Freund und Geschäftspartner Collin frei.

„Was verschafft mir die Ehre deines Besuchs, Collin?“

„Wie meinst du das? Ich konnte dich gestern Abend auf der Party nicht sehen, also dachte ich, ich sollte dich heute besuchen.“

„Verstehe ...“ Was hätte ich darauf sonst antworten sollen?

„Wer ist die junge Frau, die gerade dein Büro verlassen hat?“

„Das geht dich nichts an“, fuhr ich ihn an.

„Sie wirkt für deine Spielchen verdammt jung, findest du nicht?“, hakte er nach und versuchte, seine Nase in Angelegenheiten zu stecken, die ihn nichts angingen.

„Wenn das der Grund für deinen Besuch ist, würde ich dir raten, jetzt zu gehen.“

Apropos Besuche: Ich musste Jack heute noch sehen. Ich hatte es ihm versprochen.

Collin machte sich auf den Weg zur Tür, sagte jedoch vorher noch: „Tu nichts, was dieses Unternehmen in Gefahr bringt – oder uns beide. Ich gehe dann mal.“

Damit verschwand er.

„Samantha“, rief ich nach meiner Assistentin.

„Ja, Sir.“ Ihre Stimme ertönte über die Gegensprechanlage.

„Streichen Sie alle meine heutigen Termine und vereinbaren Sie neue. Ich bin in fünf Minuten weg.“

„Ja, Sir.“

Sie wusste es besser, als Fragen zu stellen. Stattdessen machte sie sich einfach an die Arbeit.

Ich fuhr nach Hause, duschte und versuchte, meine Gedanken wieder unter Kontrolle zu bringen. Anschließend zog ich mir etwas Bequemeres an und machte mich auf den Weg zu Jacks Haus. Ich war seit Ewigkeiten nicht mehr dort gewesen.

Bei Jack zu Hause herrschte eine friedliche Atmosphäre, ganz so, wie es sich für ein Zuhause gehörte.

„Ich bin gekommen, wie versprochen. Du hast an mir gezweifelt, Thomas!“, scherzte ich.

Ich hatte diese Momente vermisst.

„Entweder das, oder ich wäre bei lebendigem Leib gehäutet worden“, gab er zurück.

Ich lachte über seinen Spruch. Wer hätte gedacht, dass Jackson Garcia wieder so viel lächeln würde, nachdem ihn seine eigene Frau betrogen hatte und er sich mit einigen schrecklichen Angewohnheiten beinahe selbst zugrunde gerichtet hätte?

„Also, wo sind deine Schwester und deine Tochter?“

„Meine Schwester ist ausgegangen, um sich um etwas Wichtiges zu kümmern, aber meine Tochter ist zu Hause.“

Anschließend bat er eines der Dienstmädchen, seine Tochter zu holen.

„Sag ihr, dass es wichtig ist.“

Wichtig?

Keine zwei Minuten später erschien das Mädchen. Sie war definitiv kein kleines Mädchen mehr. Ihr Blick war auf etwas auf ihrem Handy gerichtet, das sie offenbar sehr beschäftigte.

„Eliana“, rief ihr Vater.

Sofort hob sie den Kopf, und unsere Blicke trafen sich.

Sie war dieselbe Frau wie letzte Nacht!

Was hatte ich nur getan?

Sie hatte mich angelogen. Verdammt! Sie war achtzehn. Das erklärte die Maske und das Blut. Wahrscheinlich hatte sie vor mir noch nie mit jemandem geschlafen. Das hätte mir klar sein müssen.

Wie sollte ich meinem besten Freund erklären, dass ich mit seiner Tochter intim geworden war, ohne zu wissen, wer sie wirklich war?

„Du?“, platzte es aus mir heraus, bevor ich mich zurückhalten konnte.

Ihr Gesichtsausdruck verriet mir, dass sie genau wusste, was gerade vor sich ging. Sie hatte mich über ihren Namen und ihr Alter belogen. Wie zum Teufel sollte ich das erklären?

„Was ist los, Scott?“, fragte Jack verwirrt über meinen Ausbruch.

„Nichts. Wir sind uns vorhin in der Cafeteria begegnet, und er hat mich nicht erkannt“, log sie.

Verdammt! Sie musste nicht einmal nachdenken, bevor sie log. Ich war wütend, konnte aber nicht leugnen, dass ich mich trotz der Wahrheit, die ich gerade erfahren hatte, immer noch zu ihr hingezogen fühlte.

Ich muss das beenden.

Ich hatte mich darauf gefreut, sie heute Abend wiederzusehen, doch jetzt konnte ich die Wahrheit nicht länger ignorieren. Sie war die Tochter meines besten Freundes. Jemand, den ich mit weitaus mehr Vorsicht und Rücksicht hätte behandeln müssen.

„Ach so. Du hast dich aber an ihn erinnert, oder?“, fragte Jack sie.

„Ja.“ Sie lächelte ihren Vater an, während ihr Blick zu mir hinüberwanderte.

„Gut. Jetzt, wo ich mich erinnere: Eliana wird eine Kunstschule in London besuchen. Da du die meiste Zeit dort verbringst, hatte ich gehofft, du könntest ein wenig auf sie aufpassen, solange sie dort ist.“

Was?

Das konnte doch unmöglich wahr sein.

„Natürlich. Das mache ich gern“, antwortete ich, setzte ein falsches Lächeln für Jack auf und warf Eliana einen missbilligenden Blick zu.

Zum Glück ging mein Handy los. Der Anruf gab mir einen Vorwand, nach draußen zu gehen, etwas frische Luft zu schnappen und das Ganze zu verarbeiten.

„Entschuldige mich bitte. Ich muss den Anruf entgegennehmen.“

Kaum war ich draußen, fuhr ich mir frustriert mit den Fingern durchs Haar.

Es gab keine Möglichkeit, Jack das Ganze zu verheimlichen. Aber wie zum Teufel sollte ich es ihm sagen?

„Mr. Scott! Mr. Scott!“, rief Eli und eilte auf mich zu. „Es tut mir leid. Ich ...“

„Es tut dir leid? Es tut dir wirklich leid?“, verlangte ich zu wissen. „Du hast das alles geplant, nicht wahr? Du hast mich ganz bewusst getäuscht. Was hast du dir dabei gedacht?“

„Ich wollte nur, dass du ... dass du mich ansiehst ... dass du mich begehrst.“

Was zum Teufel redete sie da?

„Das ist verboten! Du bist die Tochter meines besten Freundes, um Himmels willen!“

Sie kam näher und streckte die Hand nach meiner Brust aus.

„Ich weiß, aber ich wollte dich schon immer, und ich weiß, dass du mich auch willst. Nach letzter Nacht ...“

„Halt den Mund!“, donnerte ich und stieß sie wütend von mir weg.

Sie verlor das Gleichgewicht und stürzte mit einem lauten Aufprall zu Boden.

In dem Moment, als sie auf dem Boden aufkam, wich meine Wut dem Bedauern.

Was zum Teufel war nur mit mir los? Ich hätte sie nicht so wegstoßen dürfen.

Ich eilte zu ihr, um ihr aufzuhelfen.

Sie weinte. Als ich ihr auf die Beine half, entfuhr ihr ein schmerzerfüllter Schrei, und Schuldgefühle schnürten mir die Brust zu.

„Was ist los, Eli?“, fragte ich und hielt sie in meinen Armen fest.

„Mein Knöchel ...“

„Was geht hier vor sich?“

Die Stimme ihres Vaters unterbrach sie.

Ich erstarrte und war unfähig, eine vernünftige Erklärung hervorzubringen.

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