เข้าสู่ระบบDer Schlaf wollte einfach nicht kommen.Lucien lag auf seinem Bett, den Arm über die Augen gelegt, und starrte in die Dunkelheit hinter geschlossenen Lidern. Immer wenn er kurz vor dem Einschlafen war, wanderten seine Gedanken zurück zu Chloe, dazu, wie sie still am Fenster gesessen hatte, ganz in ihre Skizzen vertieft. Sie hatte etwas Friedliches an sich. Nichts Aufgesetztes, nichts Dramatisches, einfach nur … Ruhe. Das passte nicht zu dem, was Amelia am Nachmittag beschrieben hatte.Mit einem leisen Seufzer drehte er sich auf die Seite. Dann hallten Calebs Worte in seinen Ohren.„Sie hatte schon lange vor der Hochzeit Träume.“Er erinnerte sich an den Skizzenblock in Chloes Händen, an ihr kleines Lächeln, daran, wie lebendig sie beim Zeichnen wirkte. Unbewusst verglich er die beiden Gespräche. Caleb hatte sachlich gesprochen. Amelia hatte besorgt gesprochen. Und doch … je mehr er darüber nachdachte, desto unsicherer wurde er. Er richtete sich auf und fuhr sich mit der Hand durchs H
Ein leises Klopfen ertönte an der Bürotür, gerade als Caleb gegangen war. Lucien saß noch immer hinter seinem Schreibtisch, seine Gedanken kreisten um alles, was Caleb ihm erzählt hatte.„Herein.“Die Tür öffnete sich, und Amelia trat mit einem freundlichen Lächeln ein. „Ich hoffe, ich störe nicht.“Lucien blickte kurz auf. „Nein.“„Ich war in der Nähe und dachte, ich schaue mal vorbei und sehe nach dir.“ Sie ging weiter ins Büro und nahm den Platz ein, auf dem Caleb noch vor wenigen Augenblicken gesessen hatte.Lucien bemerkte das leichte Zögern in ihrem Gesicht. Sie wirkte, als wolle sie etwas sagen, wusste aber nicht, wie sie anfangen sollte.„Ist etwas nicht in Ordnung?“, fragte er.Amelia zwang sich zu einem kleinen Lächeln, bevor sie den Blick senkte. „Ich … wollte eigentlich mit dir über Chloe sprechen.“Bei Chloes Namen blieb Luciens Gesichtsausdruck undurchschaubar. „Was ist mit ihr?“ Amelia schwieg einen Moment, fast so, als ob sie überlegte, ob sie fortfahren sollte. „Ich
Lucien saß hinter seinem Schreibtisch und starrte auf das Dokument vor sich. Dieselbe Seite lag seit fast zwanzig Minuten offen, und er hatte keine einzige Zeile gelesen. Sein Stift ruhte locker zwischen seinen Fingern, während seine Gedanken ganz woanders hinschweiften.„Du entscheidest dich, nicht hinzusehen.“Chloes Stimme hallte wieder in seinem Kopf wider. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und rieb sich mit der Hand übers Gesicht. Es war nicht seine Art, sich während der Arbeit zu verlieren. Normalerweise blieb alles andere draußen, sobald er sein Büro betrat. Aber heute war es anders.Der Streit vom Vorabend ließ ihn nicht los. Und dann war da noch das, was er heute Morgen gesehen hatte – Chloe, die allein und selbstbewusst aus dem Gebäude kam und ihre Skizzenbücher so sorgsam hielt. Er hatte sie gefragt, was sie dort mache. Ihre Antwort war kurz gewesen.„Ich baue etwas.“Aus irgendeinem Grund beunruhigten ihn diese beiden Worte fast genauso sehr wie die, die sie am Voraben
Luciens Worte hallten Chloe noch lange nach, nachdem sie sein Arbeitszimmer verlassen hatte. Sie schlief kaum in dieser Nacht. Jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, hörte sie seine Stimme wieder. „Du entscheidest dich, unsichtbar zu sein, Chloe.“ Sie drehte sich im Bett um und starrte in der Dunkelheit an die Decke.Wie war aus dem sanften Jungen, den sie vor Jahren kennengelernt hatte, dieser Mann geworden? Sie erinnerte sich an die kleinen Dinge von damals. Die stille Güte in seinen Augen. Die Art, wie er mehr zuhörte als sprach. Die Wärme, die er ausstrahlte, ohne es zu versuchen. Irgendwann war dieser Junge verschwunden. Oder vielleicht hatte er nur in ihren Erinnerungen existiert.Seine Worte verletzten sie viel mehr, als sie es sich vorgestellt hatte. Sie hatte sich eingeredet, dass unter seiner Kälte noch jemand war, der sie verstehen würde, wenn sie nur noch etwas länger wartete, aber sie hatte sich wieder einmal geirrt.Eine einzelne Träne rann lautlos über ihre Wange, bevor
Chloe hatte bemerkt, dass Lucien in den letzten Tagen sehr beschäftigt gewesen war. Wann immer sie ihn sah, wirkte er erschöpft. Er ging früh weg und kam spät zurück. Obwohl sie kaum miteinander sprachen, merkte sie, dass ihn die Arbeit sehr belastete.Sie wollte etwas tun. Nicht, weil er sie darum gebeten hatte. Einfach so.Nachdem sie an diesem Nachmittag ihre Arbeit beendet hatte, betrat sie sein Arbeitszimmer. Der Raum war nicht schmutzig, aber auffällig unordentlich. Akten lagen achtlos auf dem Schreibtisch gestapelt, einige Dokumente waren auf den Boden gefallen und mehrere Bücher lagen offen herum.„Vielleicht hatte er einfach noch keine Zeit, alles zu ordnen“, murmelte sie vor sich hin und seufzte leise.Ohne groß nachzudenken, krempelte sie die Ärmel ihrer Strickjacke hoch und machte sich an die Arbeit. Sie sammelte die verstreuten Papiere ein, ordnete die Akten ordentlich, wischte ein paar Regale ab und ordnete alles sorgfältig, sodass nichts fehl am Platz wirkte. Als sie n
Die meisten leitenden Angestellten befanden sich noch in Besprechungen, sodass vor Calebs Büro nur das leise Klappern der Tastaturen und klingelnde Telefone zu hören waren.Caleb saß hinter seinem Schreibtisch, eine Akte vor sich aufgeschlagen. Er starrte bereits seit fast fünf Minuten auf dieselbe Seite.Seine Gedanken waren nicht bei der Arbeit.Stattdessen wanderten sie zurück zu dem Gespräch, das er am Vortag mit Lucien geführt hatte.„Ich habe in letzter Zeit mehr an die Vergangenheit gedacht als sonst.“Caleb lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Es war nicht Luciens Art, bei alten Erinnerungen zu verweilen. Er sprach selten über die Vergangenheit, es sei denn, etwas hatte ihn wirklich aus der Ruhe gebracht.Caleb klopfte langsam mit den Fingern gegen die Armlehne.Ohne es zu merken, tauchte eine weitere Erinnerung auf.Es war kurz nach Luciens Hochzeit gewesen. Die beiden hatten über Amelia gesprochen, als Lucien beiläufig das kleine Mädchen erwähnte, das er Jahre zuvor in einem







