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Melanies Sicht
Wenn ich Philip jemals begegnen würde, würde ich ihn vernichten.
Meine Wohnung wirkte deprimierend. Ich ging kaum noch nach draußen. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, auf die Pinnwand zu starren, auf der alles über den Vorfall festgehalten war. Ich hatte nie aufgehört zu ermitteln, aber manchmal vergaß ich, dass ich außerhalb davon überhaupt noch einen Job hatte.
Dort hingen Fotografien, Zeitungsartikel und handgeschriebene Notizen, die alle mit Schnüren und Reißzwecken miteinander verbunden waren.
Ich trat näher und sah wieder diese Worte, die mir jedes Mal das Herz zusammenschnürten:
BRAND ALS UNFALL EINGESTUFT.
Ein Feuer, das sich angeblich viel zu schnell ausgebreitet hatte, wurde plötzlich als Unfall eingestuft. Ich wusste, dass mehr dahintersteckte.
Ich hatte mir unzählige Male vorgestellt, wie ich zusehen würde, wie sein Imperium zusammenbricht, sobald ich ihn entlarve. Gerade war ich dabei, eine meiner neuesten Kriminalgeschichten als Crime-Bloggerin fertigzustellen, als mir auffiel, dass ich mich mit meiner Tante zum Kaffee verspätete. Also zog ich mich schnell an und eilte hinaus.
Davor verstaute ich jedoch noch das Notizbuch, das mein Vater mir geschenkt hatte. Darin machte ich mir Notizen. Es war eines der wenigen Dinge, die mir von meinen Eltern geblieben waren. Es bedeutete mir sehr viel, auch wenn ich seinen Inhalt nie wirklich verstanden hatte.
Ich kam im Café an und wartete auf sie.
Geistesabwesend starrte ich auf meine Kaffeetasse, bis ein Blitz den Himmel erhellte und mich aus meinen Gedanken riss.
New York war trotz des Wetters wie immer. Autos fuhren durch die Straßen, Menschen eilten nach Hause.
Ein ganz gewöhnlicher Abend.
Dann bemerkte ich die Zeitung auf dem Tisch gegenüber.
Die Schlagzeile lautete:
HARRINGTON CORPORATION GIBT EXPANSIONSDEAL IM WERT VON 300 MILLIONEN PFUND BEKANNT
Und direkt darunter war er.
Mit diesem selbstgefälligen Gesicht.
Philip Harrington.
Er hatte ein Aussehen, mit dem er vermutlich jede Frau täuschen konnte, die ihm begegnete.
Mich jedenfalls nicht.
„Mel, du starrst schon wieder.“
Endlich kam meine Tante Liv an und sah mich besorgt an.
Sie zog ihre Handschuhe aus, setzte sich und nahm meine Hand.
„Eines Tages wirst du noch ein Loch in diese Zeitung starren.“
„Er verdient etwas viel Schlimmeres.“
Der Gesichtsausdruck meiner Tante Liv wurde etwas weicher.
„Ich weiß, Liebling. Trotzdem hilft das niemandem – vor allem dir nicht.“
„Es ist so unfair“, sagte ich, und meine Stimme brach. „Warum kommen Menschen wie er mit allem davon?“
„Ach, Liebling, ich wünschte, ich wüsste es. Aber Menschen wie Philip Harrington kümmern sich nur um eine einzige Sache.“
„Ihren Ruf und ihr Geld.“
Sechs Jahre später reagierte ich immer noch genauso, sobald irgendwo sein Name fiel.
Die Wut hatte sich nie verändert.
Wenn überhaupt, war sie nur zu etwas noch Größerem geworden.
„Du kannst nicht ewig so weiterleben“, sagte sie sanft.
Ich lachte leise, obwohl nichts daran lustig war.
„Leicht gesagt.“
„Mel ...“
Die Stimme meiner Tante wurde weicher.
„Du weißt nicht, wie das ist. Er hat alles zerstört. Meine Familie, meine Zukunft, mein Leben!“
Mehrere Leute im Café drehten sich nach mir um.
Vor Scham senkte ich den Kopf.
Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
Sie berührte mich sanft am Arm.
„Wir wissen immer noch nicht, was an diesem Tag wirklich passiert ist.“
„Aber ich weiß, wer am meisten davon profitiert hat.“
Stille.
Diese eine Antwort, die jedes Gespräch beendete.
Denn selbst Tante Liv konnte sie nie erklären.
Vor Jahren waren meine Eltern bei dem ums Leben gekommen, was die Polizei als einen „tragischen Unfall“ bezeichnet hatte – im Zusammenhang mit einem Brand, der in einer älteren Anlage der Harrington Corporation ausgebrochen war.
Doch die Informationen über diesen Vorfall hatten nie Sinn ergeben.
Keine Zeugen.
Beweismittel verschwanden plötzlich.
Aussagen waren wie vom Erdboden verschluckt.
Und mitten in diesem Chaos ging die Familie Harrington reicher und mächtiger hervor als je zuvor.
Sechs der vierundzwanzig Jahre meines Lebens hatte ich damit verbracht, die Puzzleteile selbst zusammenzusetzen.
Und jede Spur führte zurück zu seiner Familie.
Zu ihm.
Plötzlich klingelte mein Handy.
Unbekannter Anrufer.
Ich holte es aus meiner Handtasche.
„Hallo?“
Eine männliche Stimme antwortete.
„Miss Smith?“
„Ja. Wer ist da?“
„Hier ist die Anwaltskanzlei Cory & Brooks. Wir vertreten die Harrington Corporation. Mein Name ist Miles Baker. Wir versuchen seit einiger Zeit, Sie wegen des Nachlasses Ihrer Eltern zu erreichen.“
„Der Nachlass meiner Eltern?“
„Ja, Ma'am. Wir haben hier einige Dokumente, die Ihre persönliche Anwesenheit noch heute erfordern.“
Mir zog sich der Magen zusammen.
„Warum gerade jetzt?“
„Es tut mir leid, aber wir können die Einzelheiten nicht am Telefon besprechen. Bitte kommen Sie persönlich vorbei. Vielen Dank.“
Die Verbindung wurde beendet.
Meine Tante bemerkte sofort, dass sich meine Stimmung verändert hatte.
„Wer war das, Mel?“
Ich brachte in diesem Moment kein Wort heraus.
Stattdessen griff ich nach meiner Jacke.
„Ich muss los. Wir holen das ein anderes Mal nach, Tante Liv.“
Zwei Stunden später stand ich in einem der höchsten Gebäude ganz New Yorks.
Glaswände.
Marmorböden.
Mitarbeiter in offensichtlich teuren Anzügen.
Harrington Corporation.
Beeindruckt war ich nicht.
Eine Empfangsdame kam mit einem einstudierten Lächeln auf mich zu.
„Miss Smith?“
„Ja. Mir wurde gesagt, ich soll hierherkommen.“
„Ja. Man erwartet Sie bereits oben. Wenn Sie mir bitte folgen würden.“
Ich nickte.
Natürlich taten sie das.
Als wir im obersten Stockwerk ankamen, setzte meine Nervosität ein.
Die Frau bemerkte es, behielt jedoch ihr höfliches Lächeln bei.
Kurz darauf übernahm eine andere Mitarbeiterin und führte mich durch einen Flur, der mit wunderschönen Kunstwerken geschmückt war. Die bodentiefen Fenster boten einen beeindruckenden Blick über die Stadt.
Dann blieben wir vor einer großen, dunklen Doppeltür stehen.
Sie klopfte.
„Sie ist hier, Sir“, sagte sie bestimmt.
Ich wusste schon, wer sich auf der anderen Seite befand, noch bevor die Tür geöffnet wurde.
Und irgendwie machte genau das alles noch schlimmer.
„Kommen Sie herein“, sagte eine männliche Stimme.
Ich schluckte schwer, bevor ich eintrat.
Das Büro war geräumig, kühl eingerichtet und mit dunklen Möbeln ausgestattet.
Vor den Fenstern stand Philip Harrington persönlich.
Ich konnte nicht anders, als ihn von oben bis unten zu mustern.
Die Fotos wurden ihm nie wirklich gerecht.
Er war größer, als ich ihn mir vorgestellt hatte.
Er war muskulös, sein Haar war ordentlich nach hinten gekämmt, und die Ärmel seines Hemdes waren unter der Weste leicht hochgekrempelt.
Langsam drehte er sich beim Geräusch der sich öffnenden Tür um.
Seine dunklen Augen trafen direkt auf meine.
Ich spürte, wie sich der Hass in meiner Brust ausbreitete.
Ich ballte die Fäuste, um ruhig zu bleiben.
„Miss Smith“, sagte er.
Seine Stimme war tief.
Er wirkte erstaunlich gelassen für jemanden, dessen Familie das Leben eines unschuldigen Menschen zerstört hatte.
Ich verschränkte fest die Arme.
„Was wollen Sie von mir? Ich habe kei—“
„Setzen Sie sich. Wir haben keine Zeit zu verschwenden.“
Der Befehl in seiner Stimme löste sofort etwas in mir aus.
„Ich bin nicht hier, um Befehle von Ihnen entgegenzunehmen“, erwiderte ich scharf.
„Nun, leider“, fuhr er fort, „sind Sie hier, weil Sie keine andere Wahl haben.“
Etwas an diesen Worten jagte mir einen Schauer über den Rücken.
Ich blieb stehen.
Miles, der in der Nähe saß, räusperte sich, um das Schweigen zu durchbrechen.
„Also ... fangen wir an?“
„Miss Smith, nachdem wir den verbliebenen Nachlass Ihrer Eltern überprüft haben, sind wir auf mehrere ungeklärte Vertragsvereinbarungen gestoßen, die mit der Harrington Corporation verbunden sind.“
„Und? Das interessiert mich nicht.“
„Das sollte es aber“, sagte Philip arrogant.
Ich starrte ihn fassungslos an.
Für einen Moment herrschte absolute Stille.
Der Anwalt schob mir die Unterlagen über den Schreibtisch.
Ohne besonderes Interesse blickte ich hinunter.
Dann verschluckte ich mich fast.
Ein Ehevertrag.
„Das musste ein schlechter Scherz sein.“
Der Anwalt rückte unbehaglich auf seinem Stuhl hin und her, doch Philip blieb vollkommen gelassen.
„Eine Lösung“, sagte er.
Ich lachte ungläubig.
„Sie haben völlig den Verstand verloren.“
„Nein.“
Philip ging langsam auf den Tisch zu.
„Ihre Eltern haben etwas hinterlassen, dessen Gefahr sie nicht erkannt haben. Und genau das hat die Aufmerksamkeit sehr gefährlicher Menschen auf sich gezogen.“
„Ich glaube kein einziges Wort, das aus Ihrem Mund kommt.“
„Das müssen Sie auch nicht.“
Er sah mir direkt in die Augen.
Er trat näher.
Ich wurde nervös.
Ich bemerkte die feine Narbe an seinem Schlüsselbein und nahm den Duft seines Parfums wahr.
Philips Stimme blieb ruhig.
„Ob Sie mich hassen oder nicht – mich zu heiraten ist im Moment die sicherste Möglichkeit.“
„Sicher vor wem?“
Sein Blick wurde weicher.
Er konnte sehen, wie ahnungslos ich war.
„Antworten Sie mir.“
„Sie stellen dieselben Fragen, wegen derer Ihre Eltern gestorben sind.“
Der Raum verstummte.
Die Luft fühlte sich plötzlich so schwer an, dass ich kaum noch atmen konnte.
„Sie haben kein Recht, so über meine Eltern zu sprechen!“, fauchte ich.
Ich schob die Unterlagen mit voller Wucht über den Schreibtisch zurück.
„Ich würde lieber sterben, als Sie zu heiraten.“
Er zuckte mit den Schultern.
Meine Worte hatten ihn getroffen.
Wenn auch nur für einen kurzen Moment.
Dann kehrte sein kalter Gesichtsausdruck zurück.
„Vielleicht haben Sie keine Wahl.“
Bevor ich etwas erwidern konnte, flogen die Türen des Büros plötzlich auf.
Einer von Philips Sicherheitsleuten stürmte herein.
„Sir.“
Wir drehten uns alle zu ihm um.
„Was ist? Warum stürmen Sie einfach herein?“, fragte Philip.
Der Wachmann wirkte sichtlich nervös.
„Es gab einen Sicherheitsvorfall in Miss Smiths Wohnung.“
Diese Worte trafen mich völlig unvorbereitet.
„Wovon redet er?“
„Sir, es sieht so aus, als wäre jemand in ihre Wohnung eingebrochen. Offenbar wurde gezielt nach etwas Bestimmtem gesucht, denn die Wertsachen wurden nicht angerührt.“
„Vielleicht erklärt mir jetzt endlich mal jemand, was zum Teufel hier eigentlich vor sich geht!“, fragte ich.
Zum ersten Mal begann ich zu begreifen, was Philip mir die ganze Zeit hatte sagen wollen.
Trotzdem klang alles noch immer zu unglaublich.
Und doch ließ mich dieses Gefühl nicht mehr los...
dass ich der Gefahr vielleicht viel näher war, als ich es mir jemals hätte vorstellen können.
Philips SichtGlas zersplitterte in alle Richtungen, als ich auf dem Betonboden aufschlug und meine Knie beugte, um den Aufprall abzufangen.Meine Stiefel schlugen hart in den Staub und ließen ein lautes Echo durch das weite, kalte Lagerhaus hallen. Ich richtete mich sofort auf und zog meine schwarze Pistole, noch bevor sich der graue Glasstaub um meine Schultern gelegt hatte.Richard zuckte nicht einmal zusammen. Mein Vater stand drei Meter entfernt, stützte seine Hände auf seinen silbernen Stock und wirkte, als würde er einen Gast in seinem Wohnzimmer begrüßen, statt sich vor Bundesagenten zu verstecken.„Du mochtest schon immer dramatische Auftritte, Philip“, sagte Richard, seine Stimme rau und dünn in der kalten Luft. „Genau wie deine Mutter.“„Lass den Stock fallen, Richard“, sagte ich, meine Stimme leblos, während ich mein Visier direkt auf seine Brust richtete. „Du bist fertig mit Weglaufen.“„Bin ich das?“, kicherte Richard und trat lässig vor Lucas, wobei er den gefesselten J
Melanie's SichtEin dicker Lederhandschuh presste sich gegen meinen Mund und erstickte meinen Schrei innerhalb einer einzigen Sekunde.Ich verschwendete keinen Atem mit Wimmern. Ich schlug meinen schweren Winterstiefel mit meinem ganzen Gewicht nach hinten und rammte meine Ferse direkt in die Kniescheibe des Kerls.„Argh!“, grunzte der Mann, sein Griff lockerte sich gerade genug, damit ich mich aus seinem Halt winden konnte.Ich wirbelte herum, mein Arm schwang wild. Mein Ellbogen traf seinen Kiefer mit einem festen Schlag und ließ ihn gegen die kalte Backsteinwand der Gasse taumeln. Ich blieb nicht stehen, um zu sehen, ob er ein nettes Lächeln hatte; ich drehte mich auf dem Absatz um und rannte zurück zur Hauptstraße.Auf der anderen Straßenseite schlugen die Seitentüren des schwarzen Vans mit einem schweren Knall zu. Die Reifen kreischten auf dem Asphalt, schwarzer Gummi verbrannte, während das Fahrzeug die Allee hinunterraste und Lucas darin mitnahm.„Hey! Haltet diesen Van an!“, s
Melanies SichtIch griff nach dem schweren Metallbriefbeschwerer auf meinem Schreibtisch und richtete ihn direkt auf seine Brust.„Komm auch nur einen Schritt näher, und ich teste, wie schnell dein Schädel bricht“, sagte ich, meine Stimme trotz meines rasenden Pulses ruhig.Philip zuckte nicht einmal mit der Wimper. Lässig klopfte er den Schnee von seinem dunklen Wollmantel und trat in die Mitte meines Schlafzimmers. Seine Schuhe machten ein leises Quietschen auf dem Teppich. Er sah sich in meinem kleinen Zimmer um, sein Blick blieb an dem unordentlichen Bett und dem leuchtenden Laptopbildschirm hinter mir hängen.„Du brauchst wirklich bessere Fensterschlösser“, sagte Philip gelassen und schloss das Glasfenster hinter sich. „Ein Fünfjähriger könnte diesen Riegel öffnen.“„Nun, ein Fünfjähriger würde normalerweise die Haustür benutzen wie ein zivilisierter Mensch“, schoss ich zurück und senkte den Briefbeschwerer nur ein kleines Stück. „Was machst du auf meiner Feuerleiter, Philip? Hat
Melanies SichtIch griff nach dem schweren Metallbriefbeschwerer auf meinem Schreibtisch und richtete ihn direkt auf seine Brust.„Komm auch nur einen Schritt näher, und ich teste, wie schnell dein Schädel bricht“, sagte ich, meine Stimme trotz meines rasenden Pulses ruhig.Philip zuckte nicht einmal mit der Wimper. Lässig klopfte er den Schnee von seinem dunklen Wollmantel und trat in die Mitte meines Schlafzimmers. Seine Schuhe machten ein leises Quietschen auf dem Teppich. Er sah sich in meinem kleinen Zimmer um, sein Blick blieb an dem unordentlichen Bett und dem leuchtenden Laptopbildschirm hinter mir hängen.„Du brauchst wirklich bessere Fensterschlösser“, sagte Philip gelassen und schloss das Glasfenster hinter sich. „Ein Fünfjähriger könnte diesen Riegel öffnen.“„Nun, ein Fünfjähriger würde normalerweise die Haustür benutzen wie ein zivilisierter Mensch“, schoss ich zurück und senkte den Briefbeschwerer nur ein kleines Stück. „Was machst du auf meiner Feuerleiter, Philip? Hat
Melanies SichtMein Daumen schwebte über dem Bildschirm meines Handys, während ich im Flur stand.Ich tippte auf den Videoanhang. Das kleine Ladesymbol drehte sich drei Sekunden lang, bevor ein körniges Überwachungsvideo von schlechter Qualität zu laufen begann.Die Kamera zeigte eine dunkle Tiefgarage. Der Zeitstempel unten zeigte 18:35 Uhr … genau fünfundzwanzig Minuten bevor Philip mich für die Gala abholte.In der Mitte des Bildes stand Philip neben seinem Fahrer Miles. Ihnen gegenüber standen zwei Männer in dunklen Anzügen. Einer der Männer reichte Philip einen dicken Manila-Umschlag. Philip öffnete ihn, zog einen Stapel Papiere heraus und unterschrieb ohne zu zögern am unteren Rand. Dann schob er einen schwarzen Aktenkoffer über die Motorhaube des Wagens zu den unbekannten Männern.Die Kamera zoomte leicht heran, als der Mann den Aktenkoffer öffnete. Er war voller Stapel von Hundert-Dollar-Scheinen.Das Video endete abrupt und sprang zurück zum Anfang. Unter dem Video erschien e
Melanies SichtIch bemerkte genau den Moment, in dem Philips Gesicht hart wurde.Seine Augen weiteten sich nicht, seine Atmung veränderte sich nicht, aber die Veränderung in der Luft war augenblicklich. Die Spannung zwischen uns löste sich in Luft auf und wurde durch die eisige Kälte eines Mannes ersetzt, der erkannte, dass sein schlimmster Albtraum wieder auf den Straßen unterwegs war.„Was ist?“, fragte ich, lehnte mich gegen meinen Sitz zurück und verschränkte die Arme. „Ist die Börse abgestürzt, oder hat dein Anwaltsteam festgestellt, dass du in Schwarz schrecklich aussiehst?“„Richard hat seine Zelle nicht erreicht“, sagte Philip tonlos.Mein sarkastisches Lächeln blieb mir im Hals stecken. „Was meinst du damit, er hat seine Zelle nicht erreicht? Er war in Handschellen und von Bundesbeamten umgeben!“„Der Transporter wurde drei Meilen außerhalb des Reviers angegriffen“, sagte Philip, während sein Daumen schnell über den schwarzen Bildschirm glitt. „Zwei Wärter liegen im Krankenha







