LOGINMaddies SichtJax betrat nicht einfach den Raum; er drang in ihn ein. Die drückende Luft im VIP-Bereich schien sich auf ihn zuzubewegen, verstärkt durch die rohe, ungeschliffene Energie, die er vom Clubboden mitbrachte. Ich versuchte aufzustehen, öffnete den Mund, um ihm zu erklären, warum ich hier mit einem Mann saß, den er als Feind betrachtete, doch die Worte blieben mir im Hals stecken.„Jax, warte –“, begann ich mit dünner Stimme.Er sah mich zunächst gar nicht an. Sein Blick war auf Rave gerichtet, der lässig an der Ledercouch zurückgelehnt saß und ein Glas mit bernsteinfarbener Flüssigkeit locker in der Hand hielt. Der Kontrast war widerlich – Jax, der von einem wilden, animalischen Drang zu beschützen oder zu zerstören vibrierte, und Rave, das Sinnbild kühler, berechnender Autorität.„Also, hierher gehst du?“, fragte Jax mit einem tiefen, gefährlichen Knurren, das in meiner Brust vibrierte. „Zu dem rennst du, wenn es hart auf hart kommt?“„Es ist nicht so, wie es aussieht“, sa
Maddies SichtDer Bass vom Clubboden pulsierte dumpf und rhythmisch unter meinen Füßen, als der Boss mich in die abgelegene Lounge führte. Mein Herz hämmerte mir noch immer gegen die Rippen, wie ein panischer Vogel im Käfig. Ich sah zu ihm auf; sein Profil wirkte scharf und unerbittlich im Dämmerlicht des Flurs.„Danke“, sagte ich, kaum hörbar. Ich räusperte mich und versuchte es noch einmal, diesmal lauter. „Wirklich. Danke, dass Sie mir da hinten geholfen haben. Ich weiß nicht, was sie getan hätten, wenn Sie nicht eingegriffen hätten.“Er sah mich nicht sofort an, seine Hand lag noch immer fest auf meiner. „Sie wären lästig gewesen. Solche Männer wissen den Wert dessen nicht zu schätzen, was sie anfassen wollen.“ Er blieb vor schweren, samtbespannten Türen stehen. Zwei große Männer bewachten den Raum und nickten ihm sofort zu, als er näher kam. „Ich mag keine Störenfriede in meinem Club, Maddie.“„Ich … ich hätte nicht gedacht, dass es jemandem auffällt“, gab ich zu und rieb mir den
Maddies SichtDas Handy auf Kiaras Couchtisch vibrierte zum hundertsten Mal seit Dienstag. Silas’ Name leuchtete auf, das leuchtende Rechteck schien mich im dunklen Wohnzimmer zu verspotten.„Immer noch?“, fragte Kiara, die mit zwei Weingläsern aus der Küche kam. Sie wartete keine Antwort ab. Sie nahm mein Handy und warf es auf den Sessel gegenüber. „Maddie, es sind schon vier Tage vergangen. Du wirst ja zum Geist. Sieh dich doch an.“„Ich fühle mich wie ein Geist“, flüsterte ich und zog die Fleecedecke enger um meine Schultern. Meine Augen waren immer noch geschwollen, und meine Brust fühlte sich an, als hätte mir jemand mit einem gezackten Löffel das Innere herausgelöffelt. „Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich Jax’ Gesicht, als ich hinausging. Oder Dares zitternde Hände. Wahrscheinlich durchkämmen sie die ganze Stadt auf der Suche nach mir.“„Lass sie doch alles kurz und klein schlagen. Vielleicht finden sie ja dabei ihren Verstand“, schnauzte Kiara und ließ sich neben
Maddies SichtDer Kies knirschte unter meinen Stiefeln, das Geräusch hallte durch die bedrückende Stille der Einfahrt. Meine Finger waren verkrampft vom festen Umklammern des Koffergriffs, meine Knöchel waren weiß geworden. Ich hatte keine fünf Schritte zu meinem Auto geschafft, da zischte die Haustür erneut auf.„Maddie, halt! Warte einfach!“ Silas’ Stimme klang wie ein Peitschenknall in der Nachtluft.Ich drehte mich nicht um. Ich ging weiter und stopfte meine Tasche mit panischer, unkoordinierter Kraft in den Kofferraum.„Du kannst nicht einfach wegfahren!“, rief Rook, seine schweren Schritte hallten auf der Veranda wider. „Es ist zwei Uhr morgens. Du bist aufgebracht, du denkst nicht klar. Lass dich wenigstens von Dare fahren.“Ich wirbelte herum, mein Rücken knallte gegen den Kofferraum. Die vier standen wie ein Erschießungskommando auf der Veranda – Silas, Rook, Dare und Jax am Ende, sein Gesicht im Schatten, gequält.„Ich denke klarer als in den letzten Monaten“, fuhr ich ihn a
Maddies SichtMeine Handfläche brannte, die Hitze des Aufpralls strahlte meinen Arm hinauf. Jax hatte den Kopf zur Seite gedreht, sein Kiefer angespannt. Die Stille, die folgte, war erdrückend.„Wage es ja nicht“, flüsterte ich mit belegter Stimme, Tränen, die ich zurückhielt, „daran zu wagen, dass ich das wollte. Ich wollte einen Job, Jax. Ich wollte ein Leben, das nicht von deiner Paranoia und dem Schatten deiner Brüder bestimmt wird.“„Maddie, warte“, sagte Kiara und trat mit schmerzverzerrtem Gesicht vor. „Jax hat das nicht so gemeint, er ist nur …“„Er meinte genau das, was er gesagt hat“, unterbrach ich sie, trat zurück und ließ den Mantel des Chefs von meinen Schultern gleiten. Er landete als Haufen auf dem Boden. Ich sah Rave an, dessen Augen in einem dunklen, triumphierenden Licht funkelten. „Und du. Halt dich von mir fern. Ich weiß nicht, was du da treibst, aber ich bin fertig.“„Madeleine, sei vernünftig“, begann Rave und griff nach mir.„Fass mich nicht an!“, schrie ich.I
Maddies SichtJax stürmte direkt auf uns zu, seine Augen funkelten, ein tiefes Knurren grollte in seiner Brust. Ich spürte, wie sich seine Hand um meinen Arm schloss, seine Finger gruben sich knapp über meinem Ellbogen in meine Haut und versuchten, mich wegzuziehen. „Lass sie los!“, knurrte er, seine Stimme bebte vor kaum unterdrückter Wut.Aber der Boss, Rave, hielt meinen anderen Arm genauso fest. Sein Griff war fest, unnachgiebig, tat mir nicht weh, machte es mir aber unmöglich, mich zu bewegen. Er sah Jax nicht einmal an, sein Blick war immer noch auf mich gerichtet, eine seltsame Besitzgier lag in seinen dunklen Augen. „Sie ist bei mir“, stellte er ruhig fest, seine Stimme gelassen und beinahe träge gefährlich.Ich war zwischen ihnen gefangen, meine Arme ausgestreckt, fühlte mich wie ein Tau. Mein Gesicht brannte. Alle sahen zu. Jeder einzelne Gast auf dieser Party hatte aufgehört zu tanzen, aufgehört zu reden und starrte uns, mich, direkt an. Ich spürte ihre Blicke, hundert Auge







