เข้าสู่ระบบMaëlle— Heirast du Apolline?— Nein.Die Zeremonie findet in drei Wochen statt, aber sie wird nicht in einer Eheschließung enden. Ihr Vater nutzt nach wie vor bestimmte Firmengeflechte der de Varennes, um Gelder zu verschieben und Anweisungen zu erteilen. Sacha weiß inzwischen genau, um welche es sich handelt. Nun muss er die Kontrolle zurückerlangen, ohne ihnen Zeit zu lassen, Spuren zu verwischen oder ihre Leute abzuziehen.Die Inszenierung soll sie in dem Glauben wiegen, alles laufe nach Plan.— In drei Wochen ist das vorbei, fügt er hinzu.Ich bleibe einen Moment stumm. Nach allem, was ich mir ausgemalt habe, seit Apolline mir die Hochzeitsvorbereitungen unter die Nase gerieben hat, lässt sich die Antwort in ein paar Sätzen zusammenfassen.— Verstanden.— Du wirst da sein.— Bei der Zeremonie?Er nickt bestätigend und tippt eine Nachricht an Dorian in sein Smartphone. Man wird mir im Laufe des Tages eine offizielle Einladung zukommen lassen.Er lässt das Handy in der Tasche versc
MaëlleIch fixiere den Schleier gerade in Apollines Haaren, als sie mir beiläufig eröffnet, dass Sacha im Begriff ist, das Atelier zu betreten.— Er wollte sich das Ergebnis ansehen.Meine Finger erstarren für eine Sekunde, bevor ich die letzte Haarnadel an ihrem Platz befestige.Apolline trägt ein schlichtes weißes Etuikleid, das eigens für diesen Probetermin ausgesucht wurde. Der schwere Stoff schmiegt sich eng an ihre Taille, bevor er elegant bis zum Boden fällt. Mit dem historischen Spitzenkopfschmuck im Haar sieht sie bereits aus wie eine vollendete Braut.Die Werkstattleiterin fordert mich auf, noch einmal die korrekte Länge des Saums zu überprüfen. Ich gehe hinter Apolline in die Knie und breite das untere Ende des Schleiers auf dem Parkett aus, um sicherzustellen, dass keine der mühsam restaurierten Faltstellen verdreht ist.In diesem Moment fällt die Tür ins Schloss.Ich muss mich nicht einmal umdrehen. Die plötzliche, angespannte Stille, die durch den großen Raum kriecht, sp
MaëlleEine Woche nachdem ich Florenz abgesagt habe, öffne ich die Tür eines Restaurierungsateliers im Hinterhof eines alten Herrenhauses im zweiten Arrondissement.Meine Betreuerin hatte mir vor zwei Tagen von diesem Platz erzählt. Eine private Stiftung hat dem Atelier kürzlich mehrere Textilien anvertraut und dringenden Bedarf an zusätzlicher Unterstützung angemeldet. Das Praktikum ist zwar deutlich schlechter dorthin dotiert als das in Florenz, aber es bringt mir die gleichen Praxisstunden und lässt mich vor allem hier in Lyon bleiben.Ich hatte zugesagt, noch bevor sie mit der Aufzählung der Arbeitszeiten fertig war.Das Atelier belegt das frühere Erdgeschoss eines historischen Stadthauses. Lange, mit weißem Papier ausgelegte Tische füllen den Hauptraum. Die Fenster sind durch schwere Jalousien verdunkelt, und in der Luft liegt der vertraute Geruch von feinem Staub, alter Baumwolle und den chemischen Lösungen, die zur Konservierung historischer Fasern verwendet werden.Die Leiteri
MaëlleMein Telefon klingelt mitten in der Nacht.— Was ist los?Im Hintergrund ist ein leises Schluchzen zu hören. Ich fahre so ruckartig hoch, dass die Decke zu Boden gleitet.— Ist es Mia?— Sie verlangt nach dir.— Gib sie mir.— Sie will das Telefon nicht. Zieh dich an und komm runter, das Auto wartet unten.Die Verbindung wird abrupt getrennt.Ich greife nach den erstbesten Klammern, die ich finden kann, und verlasse die Wohnung. Als ich auf die Straße trete, öffnet der Chauffeur bereits die Autotür.Mia hatte das Haus erst vor ein paar Stunden fröhlich hüpfend an Sachas Seite verlassen. Sie wollte ihr neues Zimmer sehen und zum ersten Mal bei ihrem Vater übernachten. Ich hatte mich geweigert, sie zu begleiten. Ich wollte nicht, dass Sacha jeden Moment mit unserer Tochter als Druckmittel nutzt, um mich an sich zu binden.Nun hängen ihre verzweifelten Schluchzer während der gesamten Fahrt bleischwer in meinem Kopf.Der Wagen hält vor einem modernen Wohnblock unweit des Parc de la
Maëlle— Versuch es.Ich stoße ihn mit aller Kraft von mir weg. Sacha weicht kaum zurück. Stattdessen dreht er mich wortlos auf den Rücken, löscht mit einer Handbewegung die Nachttischlampe, packt mich an der Hüfte und zieht mich unerbittlich zurück an seinen Körper.Sein Arm schließt sich fest um meinen Bauch.— Lass mich los.— Schlaf.Ich ramme ihm den Ellbogen in die Rippen. Er fängt den Schlag ab, ohne seinen Griff auch nur im Geringsten zu lockern. Ich versuche mich herumzudrehen, seine Hand wegzuschieben, genug Abstand zwischen uns zu bringen, um endlich wieder frei zu atmen, ohne seinen Brustkorb an meinem Rücken zu spüren.Jedes Mal, wenn ich zucke, zieht er mich noch enger zu sich.— Ich hasse dich.— Ich weiß.Seine Lippen streifen leicht mein Haar. Er schiebt ein Bein schwer über meine Beine und versperrt mir so jeden Fluchtweg aus dem Bett. Ich will mich weiter wehren, aber mein Kopf dröhnt immer noch zu heftig. Der Champagner von gestern Abend sitzt mir in den Knochen, u
SachaIch sitze am Fußende des Bettes, als Maëlle aufwacht.Sie blinzelt verwirrt in die Dunkelheit und schaltet dann die Nachttischlampe ein. Als sie mich erkennt, erstarrt sie. Für eine Sekunde scheint Erleichterung über ihr Gesicht zu huschen. Doch schon im nächsten Moment verziehen sich ihre Lippen zu einem harten Strich.— Sacha?Auf dem Display meines Handys ist noch immer das Foto von vor ein paar Stunden gespeichert. Maëlle mitten in einer Bar, ein Glas in der Hand, ein Mann, der sich zu ihr herunterbeugt. Sie hatte eindeutig schon zu viel getrunken. Man sah es an ihrem Lächeln und daran, wie Solène sie stützen musste.Ich bin durch das Fenster eingestiegen, ohne jemanden im Haus zu wecken.Ich wusste, dass Apolline sie in Lyon aufsuchen würde. Ich hatte sie gewähren lassen, in der Annahme, Maëlle würde mich am Ende anrufen. Sie hätte mich beschimpfen, Erklärungen fordern oder einfach auflegen können. Mir war nur wichtig, dass sie aufhörte zu schweigen und stattdessen zu mir k







