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Deine Luna? Nein Danke!
Deine Luna? Nein Danke!
作者: J. C. Veyra

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作者: J. C. Veyra
last update 公開日: 2026-11-04 10:21:42

KAPITEL 1: Die Asche unseres Pakts

Der Duft von feuchter Erde, schwerem Moschus und billigem Bourbon klebte in der Luft wie eine zweite Haut, während der Vollmond silbriges, fast unbarmherziges Licht durch die dichten Baumkronen des Rudelgebiets warf. Es war die Nacht der Nächte. Die Nacht, in der die Götter des Mondes die Fäden neu knüpften, in der Seelen einander zugeordnet wurden und die Masken fielen.

Nur für mich fiel keine Maske. Denn ich trug seit Jahren die grausamste Maske von allen: Die der Frau ohne Wolf.

Ich lehnte mich gegen den kalten Stamm einer Jahrhundertealten Eiche am Rande der Lichtung, wo das dumpfe Trommeln der Trommeln und das Johlen der feiernden Rudelmitglieder zu mir herüberschwappte. Mein Atem stieg in kleinen Wölkchen in die kalte Nachtluft. In meiner Brust herrschte Leere. Keine innere Stimme, kein wilder Wolf, der heulte, kein tierisches Instinktgeflecht, das mich warnte. Nur mein eigener, menschlicher Herzschlag, der viel zu schnell hämmerte.

„Da bist du ja, kleine Maus.“

Die tiefe, arrogante Stimme schnitt durch die Stille. Ein Schauer, der nichts mit Romantik zu tun hatte, lief mir über den Rücken. Schritte knirschten im Unterholz, und Sekunden später trat Julian aus den Schatten – der zukünftige Alpha dieses Rudels. Der Mann, mit dem ich seit vier verdammten Monaten zusammen war. Der Mann, dem ich mein Herz, mein Vertrauen und fast jede wache Sekunde geschenkt hatte.

Er sah atemberaubend aus, das wusste er. Das dunkle Haar fiel ihm in die Stirn, seine Augen glänzten im Mondlicht in diesem gefährlichen, Raubtier-gleichen Bernstein, und die breiten Schultern spannten sich unter seinem Hemd. Doch in diesem Moment sah ich nur das Gift, das in seinem Blick lag.

Neben ihm tauchte Mark auf – sein Beta, sein treuer Schatten, ein hünehafter Kerl mit einem ekelhaft siegreichen Grinsen im Gesicht.

„Julian“, sagte ich, und meine Stimme klang kälter, als ich mich gefühlt hatte. „Die Feier drüben ist in vollem Gange. Was wollt ihr hier?“

Julian trat näher, schob seine Hände in die Taschen seiner Hose und musterte mich von oben bis herab, wie ein Kaufmann, der prüft, ob die Ware beschädigt ist. Ein spöttisches Lächeln umspielte seine Lippen.

„Die Feier kann warten, Elena“, sagte er mit dieser samtweichen Stimme, die früher mein Herz zum Schmelzen gebracht hatte, die mich jetzt aber nur noch Übelkeit spüren ließ. „Wir müssen über unsere Zukunft reden. Über unseren Deal.“

Mein Magen zog sich zusammen. „Es gibt keinen Deal, Julian. Wir haben oft genug darüber geredet.“

„Oh doch, den gibt es“, mischte sich Mark ein und trat dicht an meine rechte Seite. Sein schwerer, erdrückender Rudelduft schlug mir entgegen. „Sei nicht so verdammt stur, Elena. Du weißt ganz genau, dass du ohne Wolf hier im Rudel keine Überlebenschancen hast. Du bist eine Last. Eine Nullnummer.“

Julians Hand legte sich sanft – aber mit dem unnachgiebigen Druck eines Jägers – an mein Kinn. Er zwang mich, ihn anzusehen. Seine Augen brannten vor unheilvollem Ehrgeiz.

„Mark hat recht, Schatz“, flüsterte Julian, und seine Worte trafen mich wie Dolchstiche. „Du weißt, wie viel mir an dir liegt. Aber ich bin der nächste Alpha. Ich brauche Stärke an meiner Seite, keine Schwäche. Und da die Mondgöttin es so eingerichtet hat, dass du keinen eigenen Wolf besitzt... tja. Warum machen wir es nicht allen recht?“

Ich hielt den Atem an. Obwohl ich wusste, was er sagen würde, schmerzte es, es aus seinem Mund zu hören.

„Teile mich mit Mark“, fuhr Julian fort, und seine Stimme klang dabei so selbstverständlich, als würde er mich bitten, ihm ein Glas Wasser zu reichen. „Mark ist mein Beta. Wenn du dich uns beiden hingibst, bist du offiziell an den zukünftigen Alpha und seinen Stellvertreter gebunden. Du profitierst von unserer Kraft, du bleibst im Rudel, und wir... nun, wir haben ein bisschen Spaß. Es ist eine Win-Win-Situation für eine Wolfslose wie dich. Du solltest dankbar sein, dass wir dieses Arrangement überhaupt vorschlagen.“

Der Boden schien unter meinen Füßen zu wanken. Das war es also. Monate der Schmeicheleien, der vermeintlichen Zuneigung, der heimlichen Treffen – all das war nur darauf hinausgelaufen. Sie wollten mich degradieren. Sie wollten mich zu ihrem Spielball machen, zu einem wandelnden Besitztum, das man sich teilte, weil ich in ihrer Welt angeblich wertlos war.

Ein kalter, beißender Zorn stieg in meiner Brust auf. Er verdrängte die Trauer. Er verdrängte die Angst.

„Du ekelst mich an, Julian“, stieß ich hervor, und meine Hand schoss hoch, um seine Hand von meinem Kinn zu reißen. Ich trat einen Schritt zurück, meine Augen fixierten ihn mit purem Hass. „Du glaubst ernsthaft, ich würde mich herabsetzen? Ich bin kein Stück Fleisch, das man sich teilt! Ich dachte... ich dachte, wenigstens du siehst mich als Mensch. Aber du bist nur ein arroganter, machtbesessener Bastard, genau wie dein Vater!“

Mark knurrte tief in seiner Kehle, ein bedrohliches Geräusch, das die Vögel aus den Wipfeln scheuchte. „Pass auf dein verdammt schönes Maul auf, du nutzlose Wölfin! Du hast kein Recht, den zukünftigen Alpha so—“

„Halt die Klappe, Mark“, zischte Julian. Sein Lächeln war mit einem Schlag verschwunden. Sein Gesicht verzerrte sich vor unterdrückter Wut. Die Demütigung, von einer Wolfslosen öffentlich zurückgewiesen zu werden, traf sein Ego wie ein Hammerschlag. Seine Augen blitzten auf, als der Vollmond seinen Peak erreichte.

Die magische Energie der Nacht pulsierte plötzlich durch den Boden. Die Luft knisterte förmlich.

In diesem Bruchteil einer Sekunde, als der silberne Strahl des Vollmonds direkt auf unsere Gesichter fiel, geschah das Unfassbare.

Eine Erschütterung raste durch unsere Körper, so heftig, dass wir beide gleichzeitig stolperten. Ein stechender, brennender Schmerz explodierte in meiner Brust, und im selben Moment entrang sich Julian ein keuchender Schrei. Seine Hände flogen an seinen Kopf, seine Augen weiteten sich zu tellergroßen Kreisen, als er mich anstarrte.

Das Band.

Es traf uns mit der Wucht eines tonnenschweren Sturms. Die Seelenfäden rissen auf und verbanden sich in einer kosmischen, unumstößlichen Eindeutigkeit.

Julian war nicht nur irgendein Alpha. Er war mein Schicksalsgefährte. Der Mann, der mich monatelang manipuliert, gedemütigt und an seinen Beta verschachern wollte... war von der Mondgöttin dazu bestimmt, der Einzige für mich zu sein.

Und in seinen aufgerissenen Augen sah ich denselben Schrecken. Er hatte es gespürt. Das Band lügte nicht.

Doch statt Erleichterung oder Liebe gefror Julians Gesicht zu einer Maske aus purem Entsetzen und Stolz. Ein Schicksalsgefährte ohne Wolf? Eine schwache, wolfslose Luna an der Seite des kommenden Alphas? Das würde sein Ansehen zerstören. Das würde seine Macht im Rudel schwächen. Sein egoistischer, arroganter Verstand lehnte sich sofort gegen das Band auf.

Und in mir? In mir zerbrach das letzte bisschen Hoffnung in tausend scharfe Scherben. Meine Seele schrie vor Ablehnung. Mit diesem Monster? Mit diesem Mann, der mich wie Dreck behandeln wollte?

Niemals.

Unsere Blicke trafen sich – voller Abscheu, voller gegenseitiger Zurückweisung.

„Nein“, stieß Julian hervor, seine Stimme überschlug sich fast vor unterdrücktem Zorn und panischer Verleugnung. „Das... das darf nicht sein. Dich? Dich will die Göttin für mich? Eine fehlerhafte, wolfslose Last? Ich lehne ab. Ich löse das Band!“

Ein stechender Schmerz durchbohrte mein Herz, als er die Worte aussprach, doch ich lachte auf – ein kaltes, bitteres Lachen, das wie Glas klang.

„Du glaubst, du tust mir damit einen Gefallen?“, zischte ich, trat stolz einen Schritt vor und blickte ihm direkt in die Augen. „Du bist der größte Fehler meines Lebens, Julian. Ich brauche dein verfluchtes Band nicht. Ich lehne dich ab! Hiermit weise ich dich zurück!“

Die Magie des Bandes riss mit einem lautlosen, aber markerschütternden Knall. Eine Schockwelle warf uns beide auseinander. Julian stolperte rückwärts, hielt sich die Brust, während ihm die Luft wegblieb. Die Ablehnung zwischen Schicksalsgefährten schmerzte, hinterließ blutende Narben an unseren Seelen.

Mark packte Julian am Arm, um ihn zu stützen. Julian atmete schwer, sein Blick auf mich war eine toxische Mischung aus Hass, verletztem Ego und blankem Zorn.

Bevor er etwas erwidern konnte, wandte ich mich ab. Ich rannte in den Schutz der Dunkelheit, zurück in meine Hütte, während mein Herz blutete, aber mein Wille aus Stahl war.

Die nächsten Tage vergingen wie in Trance. Julian tauchte nicht auf. Im Rudel hieß es, er müsse dringend auf eine monatelange, diplomatische Mission und Reise in die nördlichen Territorien aufbrechen, um seine Position als künftiger Alpha zu sichern. Er war abgereist, noch bevor die Sonne am dritten Tag nach dem Vollmond aufging.

Er wusste nicht, dass ich plante zu gehen. Er dachte, ich würde im Rudel bleiben, gezeichnet von der Zurückweisung, und darauf warten, dass er in einem Jahr zurückkommt, um mich endgültig zu brechen.

Ein fataler Irrtum.

Am Abend seiner Abreise, als das ganze Rudel noch mit den Vorbereitungen für die Grenzpatrouillen beschäftigt war, packte ich meine wenigen Sachen in eine alte Reisetasche. Ich ging zum Rand des Rudelgebiets, dort, wo die Asphaltstraße in die unendliche Weite der Menschenwelt führte.

Als ich die Grenze überschritt und der schwere, erdrückende Geruch des Rudels von der kühlen Nachtluft der Zivilisation abgelöst wurde, schloss ich die Augen und atmete zum ersten Mal seit Jahren tief durch.

Kein Alpha. Kein Rudel. Keine Ketten.

Julian glaubte, er könnte mich wie einen Gegenstand behandeln, den man für ein Jahr in die Ecke stellt. Er hatte keine Ahnung, was passiert, wenn man eine Wölfin ohne Rudel in die Welt der Menschen entlässt.

Genieß deine Reise, Julian, dachte ich, während ich das erste Taxi in Richtung Großstadt heranwinkte. In einem Jahr wirst du mich nicht mehr wiedererkennen.

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