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Kapitel 7: Den ersten Tag überstehen

ผู้เขียน: Stephanie A.O
last update วันที่เผยแพร่: 2026-09-22 05:22:53

Die Aufzugtüren glitten auf.

Patricia wurde angespannt und murmelte: „Er ist da.“

Obwohl Patricia Alura wiederholt gewarnt hatte – im Tonfall jemanden, der eine Naturkatastrophe beschrieb –, waren Warnungen und Realität doch zwei völlig verschiedene Dinge, und nichts hatte Alura auf den Moment vorbereitet, als Lucius tatsächlich den vierzigsten Stock betrat.

Der Anblick von ihm ließ ihren Puls etwas Peinliches tun.

Er war groß und in einen schwarzen Anzug gekleidet, der aussah, als wäre er speziell für seinen Körper maßgeschneidert worden. Sein Ausdruck war völlig ausdruckslos und dennoch umwerfend gutaussehend auf eine Art, die für andere Männer fast schon unfair wirkte. Tatsächlich sah er aus wie ein Eislengel im Anzug.

Das Bild seiner Schönheit hatte sich bereits in ihr Gehirn eingebrannt.

Sie schaute schnell weg, bevor er sie beim Anstarren erwischen konnte, aber es war schon zu spät.

„Guten Morgen, Mr. Hunt“, begrüßte Alura ihn schnell mit einem gequälten Lächeln.

Aber Lucius antwortete nicht. Stattdessen glitten seine Augen für eine halbe Sekunde ohne jede Regung über sie hinweg, als wäre sie Teil der Einrichtung, bevor er wegschaute und ohne ein Wort direkt in sein Büro ging; die Tür fiel hinter ihm mit einem festen Klicken ins Schloss.

Patricia atmete neben ihr aus. „Siehst du? Genau wie ich gesagt habe.“

„Das ist also der Mann, für den zu arbeiten ich überleben soll. So eine Ignoranz“, dachte Alura voller Ehrfurcht.

Patricia schnappte sich ihre Tasche vom Tisch und schüttelte den Kopf. „Ich gehe zur Personalabteilung, um meine Kündigung einzureichen. Du bist offiziell auf dich allein gestellt. Versuche, nicht vor dem Mittagessen gefeuert zu werden.“

„Warte.“ Alura wirbelte herum. „Du gehst jetzt sofort? In dieser Sekunde?“

„Ich habe vor zwei Wochen meine zweiwöchige Kündigungsfrist eingereicht. Heute ist also mein letzter Tag.“ Patricia lächelte ein verkrampftes, fast entschuldigendes Lächeln. „Ich bin nur aus Mitleid mit demjenigen geblieben, der als Nächstes kommt... und das bist du. Also...“ Sie drückte den Aufzugsknopf. „Viel Glück, Alura.“

Die Türen schlossen sich gleitend.

Alura stand allein im vierzigsten Stock und starrte den Aufzug an, als hätte er sie persönlich verraten.

Sie holte einmal langsam Luft. Dann ging sie zu ihrem Schreibtisch, stellte den Stuhl auf ihre Größe ein und schaltete den Computer ein.

Bevor der Bildschirm vollständig geladen war, klingelte das Bürotelefon plötzlich mit einem sehr lauten Ton.

Sie zuckte zusammen und versuchte danach zu greifen, aber es rutschte ihr fast aus der Hand und flog beinahe vom Tisch. Zum Glück fing sie es mit beiden Händen auf und fummelte an der Schnur herum, während ihr Puls in die Höhe schoss.

„Pscht, pscht, pscht“, fluchte sie leise, während sie sich beeilte, den Anruf anzunehmen.

„Büro von CEO Hunt, was kann ich für Sie tun?“, meldete sie sich schließlich leicht außer Atem.

„Hier ist Direktor Finn aus der Vertriebsabteilung.“ Die Stimme klang unhöflich und ungeduldig. „Ich muss ein Meeting mit Mr. Hunt vereinbaren. Diesen Mittwoch nachmittag.“

Alura öffnete den Kalender. Er war farbcodiert, genau wie Patricia es beschrieben hatte. Aber der Mittwochnachmittag war komplett ausgebucht, Termine reihten sich von morgens bis abends lückenlos aneinander.

„Es tut mir leid, Direktor Finn, der Mittwochnachmittag ist voll besetzt. Würde es stattdessen am Donnerstag gehen?“, fragte Alura höflich.

„Nein“, lehnte der Mann bestimmt ab, als hätte er ihre Antwort bereits erwartet. „Es muss Mittwoch sein. Schieben Sie einfach einen Termin hin und her“, beharrte er.

Aluras Stirn in Falten. „Sir, ich bin mir nicht sicher, ob ich die Befugnis dazu habe...“

„Sie sind seine Sekretärin, oder nicht?“, fauchte er. „Seine Termine zu verwalten ist buchstäblich Ihr Job.“

Klick.

Alura zog das Telefon vom Ohr und starrte es mit großen Augen an.

Sie schnaufte fassungslos auf.

Einfach einen Termin verschieben? Er will, dass sie an ihrem ersten Tag den Zeitplan des CEOs umwirft, nur weil er es so verlangt.

„Kommt gar nicht in Frage“, murmelte sie wütend.

Nach kurzer Überlegung biss sie sich auf die Lippen und warf erneut einen Blick in den Mittwochnachmittagskalender. Sie suchte nach einem Meeting, das weniger wichtig war und verschoben werden konnte – aber woher sollte sie das überhaupt wissen?

Das Telefon klingelte erneut, bevor sie es ablegen konnte. Dieses Mal nahm sie es schnell ab: „Büro von CEO Hunt.“

„Hier ist die Niederlassung in Shanghai. Wir brauchen Mr. Hunt morgen früh um 4 Uhr zu einer Telefonkonferenz. Bitte bestätigen.“

Ihre Augenbrauen zogen sich verwirrt zusammen. „4 Uhr morgens?“

„Natürlich, die Zeitzonen hier sind anders. Dort drüben ist es 4 Uhr nachmittags... Warum erkläre ich das überhaupt, sind Sie neu oder was?“, fragte er ungeduldig. Warum klangen eigentlich alle so ungeduldig?

„Ähm... Ja, Sir, ich bin die neue Sekretärin von Mr. Hunt“, erklärte sie.

„Na und? Kann er oder kann er nicht?“, drängte er zur Eile.

Alura öffnete den Terminkalender für Dienstag. Zum Glück war 4 Uhr nachmittags frei. „Sir, geben Sie mir einfach einen Moment Zeit, um das zu bestätigen und Sie zurückzurufen.“

„Hmm, lassen Sie sich nicht zu viel Zeit. Wir brauchen schnell eine Antwort.“

Klick, er legte auf.

Fast im selben Moment klingelte das Telefon zum dritten Mal. Dann fingen auch noch die E-Mails auf dem Computer an zu piepen. Es gab eine lange Liste von Meeting-Anfragen, Dokumentenfreigaben und einigen Fragen, auf die sie absolut keine Antwort wusste. Sie griff nach ihrem Notizbuch und fing an, so schnell sie konnte, Notizen zu machen.

Gegen Mittag brummte ihr Schädel. Sie hatte es geschafft, sechs Meetings zu planen, drei zu verschieben und hatte außerdem aus Versehen einen Zeitslot doppelt belegt, was sie glücklicherweise früh genug bemerkte und korrigierte, bevor es jemandem auffiel. Die Anfragen hörten einfach nicht auf, und was die Sache noch ärgerlicher machte, war die Tatsache, dass alle mit ihr sprachen, als hätte sie dort schon jahrelang gearbeitet und wüsste Dinge, die ihr niemand erzählt hatte.

Und während all dem saß Lucius drinnen in seinem Büro völlig vertieft an seinem Computer und ignorierte ihre Existenz komplett.

Schließlich summte die Gegensprechanlage.

Lucius’ Stimme ertönte gleichgültig: „Bring mir sofort Kaffee. Und wenn er nicht exakt achtundfünfzig Grad hat, brauchst du gar nicht erst aus der Mittagspause zurückzukommen.“

Aluras Herz sank ihr in die Magengrube.

Kaffee. Richtig, der Kaffee.

Sie hatte diesen Teil am meisten gefürchtet – gerade als sie dachte, sie könnte zumindest an ihrem ersten Tag dem Kaffeekochen entkommen.

Sie seufzte, schnappte sich das Thermometer, das Patricia dagelassen hatte – Gott sei Dank für diese Frau –, und eilte in den kleinen Küchenbereich, wo sie die Kaffeemaschine fand.

Nachdem sie den Kaffee gekocht hatte, maß sie die Temperatur; das Thermometer zeigte 95 Grad.

„Er ist immer noch zu heiß“, murmelte sie. Nach einer Weile wartete sie und prüfte erneut: Nun waren es 85 Grad, aber immer noch zu heiß. Sie wartete länger, während die Temperatur allmählich auf 67, auf 55 und schließlich auf 58 fiel. Sofort drückte sie den Stempel vorsichtig nach unten und goss den Kaffee in eine teure Tasse.

Sie beschloss, die Temperatur zur Sicherheit noch einmal zu überprüfen. Aber sie war auf 57 Grad gesunken.

„Nein, nein, nein“, zischte sie frustriert. Er war zu schnell abgekühlt. Sie musste ihn in die Spüle schütten und von vorne beginnen. Diesmal ließ sie ihn nicht erst auf exakt 58 Grad abkühlen, bevor sie ihn in die Tasse goss.

Sie stellte die Tasse mit einem kleinen Löffel auf ein Tablett und brachte sie in sein Büro.

Sie klopfte leise an seine Tür.

„Herein.“

Alura trat leise ein. Lucius schaute nicht von seinem Desktop auf, sondern streckte nur die Hand aus.

Sie stellte das Tablett auf seinen Schreibtisch.

Er hob die Tasse und nahm einen Schluck.

Nach drei Sekunden Schweigen stellte Lucius die Tasse mit einem leisen Klacken ab.

„Er hat sechsundfünfzig Grad.“ Schließlich sah er sie direkt mit einem ausdruckslosen Blick an; seine Stimme war kalt, aber nicht überrascht, als hätte er ohnehin erwartet, dass sie versagen würde. „Ich habe achtundfünfzig gesagt. Bist du unfähig, einfachen Anweisungen zu folgen, oder hast du in deinem Lebenslauf bezüglich grundlegender Kompetenz gelogen?“

Hitze stieg Alura ins Gesicht, Scham und Wut vermischten sich. Warum um alles in der Welt spielt das so eine Rolle? „Es tut mir leid, Sir. Ich koche ihn noch einmal neu.“

„Ja, mach ihn neu. Und, Miss Wayne? Wenn Sie mit Perfektionismus nicht klarkommen, sollten Sie besser gleich kündigen. Ich habe keine Zeit, Inkompetenz zu schulen.“ Er winkte sie abweisend weg und wandte sich wieder seinem Bildschirm zu.

Die Worte trafen sie wie Schläge.

Aluras Augen zuckten. Sie spürte das Brennen von Tränen und eine Enge im Hals, aber sie schluckte sie mit aller Kraft hinunter.

Sie schenkte ihm ein gequältes Lächeln: „Ja, Sir. Ich koche ihn sofort neu.“

Sie schnappte sich das Tablett und ging hinaus. Ihre Hände zitierten so stark, dass die Tasse klapperte.

In der Küche klammerte sie sich an die Arbeitsplatte und atmete tief aus, um die Tränen zurückzuhalten. Sie hasste es wirklich, ausgeschimpft zu werden, besonders wenn sie sich so viel Mühe gegeben hatte, etwas richtig zu machen.

Sie holte tief Luft. „Gib ihm nicht die Genugtuung, beweise ihm nicht, dass er Recht hat“, flüsterte sie sich selbst zu.

Sie schüttete den Kaffee weg und kochte einen neuen. Diesmal beobachtete sie das Thermometer, als hing ihr Leben davon ab.

Sobald es exakt sechzig Grad zeigte, brachte sie ihn zurück, aber bevor sie sein Büro betrat, prüfte sie ihn noch einmal – er war auf neunundfünfzig gesunken.

Also wartete sie direkt vor seiner Tür, bis er auf exakt achtundfünfzig Grad abgekühlt war, bevor sie hineinging.

Lucius nahm einen Schluck und hielt inne.

Er nickte leicht. „Besser.“

Besser? War das etwa alles? Nur „besser“? Alura starrte ihn mit großen Augen an.

„Ja, Sir“, murmelte sie und unterdrückte den Wutausbruch, der sich den Weg über ihre Lippen bahnen wollte.

Sie ging hinaus und setzte sich an ihren Schreibtisch. Ihre Hände zitterten noch immer vor Aufregung. Man stelle sich vor, sie hätte ihren Job gleich am ersten Tag verloren, nachdem sie so hart und zuversichtlich versucht hatte, ihn zu überzeugen. Das wäre eine Schande gewesen.

„Besser“, spottete sie leise. „Scheint, als wäre er sehr sparsam mit Worten.“

Obwohl es wahrscheinlich das Nächste an einem Kompliment war, das sie bekommen konnte, hatte sie das Gefühl, ihre erste Herausforderung gewonnen zu haben – von den vielen, die ihr wohl noch bevorstanden.

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