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Kapitel 9: Alberne Regeln

ผู้เขียน: Stephanie A.O
last update วันที่เผยแพร่: 2026-09-22 05:23:39

Endlich war es Freitag, und Alura hatte die ganze Woche überstanden, ohne gefeuert zu werden, ohne auf der Toilette zu weinen und ohne Lucius' Kaffee zu vergiften... obwohl ihr Letzteres zweimal durch den Kopf gegangen war.

Sie saß an ihrem Schreibtisch vor Lucius' Büro, noch immer in einem Stück.

Während sie die E-Mails des Nachmittags durchsah, landete eine neue ganz oben in ihrem Posteingang. Der Name des Absenders ließ ihr sofort den Magen umdrehen.

Lucius hatte ihr eine E-Mail geschickt, und das war sehr ungewöhnlich, zumal er normalerweise einfach die Gegensprechanlage benutzen würde, wenn er sie auf eine Besorgung schicken oder etwas verlangen wollte.

Ihr Finger schwebte für ein paar Sekunden über der Maus, dann klickte sie schließlich darauf, bevor sie zu viel darüber nachdenken konnte. Sie machte sich bereits auf eine weitere sorgfältig formulierte, in formelle Sprache gekleidete Demütigung gefasst, oder noch schlimmer: auf ein Kündigungsschreiben. Aber die Worte, die ihr entgegenblickten, ließen sie blinzeln.

„Ihr Gehalt für die erste Woche wird auf Ihr Konto überwiesen, zusammen mit einem Leistungsbonus. Es ist eine Woche vergangen und Sie sind immer noch hier, was mehr ist, als ich erwartet hatte... da Patricia die Einzige war, die es so lange ausgehalten hat. Aber lassen Sie sich davon nicht selbstgefällig machen. Kompetenz sollte belohnt werden. — L.H.“

Alura las es einmal, dann noch einmal, dann ein drittes Mal, nur um sicherzugehen, dass sich ihr müdes Gehirn nichts einbildete.

Sie sah langsam zur Tür seines Büros auf... Sie war geschlossen, wie üblich. Dann blickte sie zurück auf den Bildschirm.

Erst gestern hatte dieser selbe Mann über ihrem Schreibtisch gestanden und sie darauf hingewiesen, dass sie eine Akte um eine einzige Ziffer falsch beschriftet hatte.

„Diese Art von Schlampigkeit kostet Unternehmen bei Wirtschaftsprüfungen Millionen“, hatte er sie gerügt, als hätte sie persönlich etwas in Brand gesteckt, und sie dabei angestarrt, als wäre sie etwas, das ihm unter der Schuhsohle klebte.

Und nun zahlte er ihr das Doppelte ihres vereinbarten Gehalts und nannte es einen Leistungsbonus.

„Unglaublich“, flüsterte sie ehrfürchtig und starrte auf den Bildschirm.

Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und nahm dann ihr Handy in die Hand, denn irgendwie fiel ihr gerade ihr Geister-Ehemann ein.

Lous Kontakt stand immer noch ganz oben in ihren Nachrichten und verspottete sie. Vier Tage. Sie hatte ihm vor vier Tagen eine einfache, höfliche Nachricht geschickt, um sich anständig vorzustellen und ihre Dankbarkeit zu zeigen, aber dieser Mann hatte sie einfach auf ‚Gelesen‘ gelassen, ohne ein einziges Wort zurückzuschreiben.

Alura starrte auf den Bildschirm, die Lippen aufeinandergepresst.

Ihr Chef – der unmögliche, kalte, unvernünftige Lucius Hunt – hatte soeben ihre Mühen anerkannt und ihre Bezahlung verdoppelt. Währenddessen konnte der Fremde, den sie rechtmäßig geheiratet hatte, nicht einmal fünf Sekunden aufbringen, um auf eine höfliche Begrüßung zu antworten.

„Zumindest einer der schwierigen Männer in meinem Leben hat etwas Anstand“, murmelte sie. Dann fühlte sie sich sofort seltsam dabei, so zu denken.

Sie legte ihr Handy mit dem Bildschirm nach unten ab und widmete sich wieder ihrer Arbeit.

......................

Währenddessen auf dem Hunt-Anwesen, in Lucius' Villa. Er war von der Arbeit zurück, bei seinem dritten Glas Whiskey angelangt und ihm gingen die Ausreden aus.

Seine Großmutter hatte ihn diese Woche jeden einzelnen Tag angerufen und gefragt, ob er sich bei seiner ‚Frau‘ gemeldet habe. Jeden einzelnen Tag hatte er ihr andere Ausreden geliefert, von wegen „Ich war beschäftigt“, bis er es selbst nicht mehr hören konnte. Grandma Mabel übte keinen lauten Druck aus, das hatte sie nie nötig. Stattdessen besaß sie am Telefon diese besondere Art von Schweigen, die sich anfühlte wie eine Hand, die sich um das eigene Ohr zusammenzog, bis man das Richtige tat.

Lucius stellte das Whiskeyglas mit einem frustrierten Klirren ab; er musste das jetzt ein für alle Mal erledigen. Er wollte einfach nur, dass die täglichen Anrufe von Grandma Mabel aufhörten.

Er öffnete die Nachricht und fing an zu tippen. Er dachte nicht zu viel darüber nach, schließlich hatte er schon eine ganze Woche lang darüber nachgedacht.

„Wir müssen ein paar Grundregeln aufstellen.

* Diese Ehe beruht rein auf einer gegenseitigen Vereinbarung. Keine Romantik, keine Zuneigung.

* Halte es diskret. Niemand sonst muss davon wissen.

* Kontaktiere mich nicht, es sei denn, es ist notwendig. Ich kümmere mich um die familiären Verpflichtungen.

* Die 4 Millionen Dollar haben die Schulden deines Vaters getilgt. Also FRAG NICHT nach mehr.“

Er drückte auf Senden, ohne zweimal nachzudenken, schenkte sich sein Glas noch einmal voll und spürte die besondere Befriedigung eines Mannes, der soeben etwas wieder an seinen richtigen Platz gerückt hatte.

So. Es war erledigt, sie würde die Bedingungen verstehen, und seine Großmutter würde aufhören, ihn jeden Morgen wie ein enttäuschter Wecker anzurufen. Sie könnten einfach in Parallelwelten existieren, ohne einander zu belästigen. Genau so, wie er die Dinge mochte.

......................

Alura saß auf dem Rand ihrer Badewanne, beide Füße im warmen Wasser mit Bittersalz, als ihr Handy summte.

Sie griff danach, ohne hinzusehen, in der Annahme, es sei Nessa, die nach den Plänen für morgen fragte.

Aber es war Lou. Ihr Geister-Ehemann... wie sie ihn liebevoll nannte.

Sie richtete sich auf, Wasser schwappte über den Wannenrand und machte ihre Shorts nass. Sie las die Nachricht und las sie noch einmal. Dann stieß sie ein Lachen aus, das absolut nichts Humorvolles an sich hatte.

„Oh, du willst mich wohl verarschen“, murmelte sie vor sich hin.

‚Keine Romantik, keine Zuneigung‘. Als hätte sie hier gesessen und von einer romantischen Beziehung mit einem Mann geträumt, dessen Gesicht sie noch nie gesehen hatte. Und das Schlimmste von allem war die Regel ‚Frag nicht nach mehr Geld‘. Als wäre sie irgendeine Betrügerin, die mit einem fiesen Plan in den Teesalon seiner Großmutter gestolpert war.

Er hatte das FRAG NICHT sogar noch in Großbuchstaben hervorgehoben. Die Dreistigkeit dieses Mannes.

Sie schnaubte, zog ihre Füße aus dem Wasser, schnappte sich ein Handtuch und begann zu tippen – mit genau der Energie, die entsteht, wenn die hinuntergeschluckte Frustration einer ganzen Woche endlich ein Ventil findet.

„Verstanden. Aber fürs Protokoll – ich habe auch nicht darum gebeten, dich zu heiraten. Dieses Arrangement funktioniert für mich. Keine Sorge, ich werde keine Last sein. Ich tue meinen Teil, und du tust deinen. Das ist alles, was wir einander schulden.“

Sie schickte es ab, tippte aber weiter.

„PS: Das Geld ging direkt an den Kredithai, nicht an meinen Vater. Ich bin also keine Goldgräberin. Ich war einfach nur verzweifelt auf Hilfe angewiesen. Da gibt es einen Unterschied.“

Ihr Daumen schwebte eine halbe Sekunde über dem Senden-Button. Dann drückte sie ihn.

Sie legte das Handy weg und starrte an die Decke. Ihre Brust fühlte sich eng an. Sie hatte nicht darum gebeten. Sie war nicht in irgendein Arrangement eingewilligt in der Hoffnung, einen reichen Fremden auszunehmen. Das Leben war ihr einfach passiert, und sie musste das eine Seil ergreifen, das ihr jemand zugeworfen hatte, und sie weigerte sich, sich dafür zu schämen. Sie weigerte sich, sich dafür schämen zu müssen, dass sie versuchte zu überleben.

„Er kann seine albernen Regeln nehmen und sie von mir aus alphabetisch ordnen.“

......................

Zurück in seiner Villa las Lucius ihre Antwort mit dem Whiskey auf halbem Weg in seiner Kehle, sodass er sich fast verschluckte.

Er hatte Schweigen erwartet oder vielleicht eine nervöse Antwort, er hatte nicht mit Widerworten gerechnet.

Er las das Postskriptum zweimal. „PS: Das Geld ging direkt an den Kredithai, nicht an meinen Vater. Ich bin also keine Goldgräberin. Ich war einfach nur verzweifelt auf Hilfe angewiesen. Da gibt es einen Unterschied.“

Er zog eine Augenbraue hoch, noch immer überrascht. Sie scheint sehr frech zu sein. Er stellte das Glas ab.

Sie verteidigte sich nicht auf die Art und Weise, wie Leute es für gewöhnlich taten, wenn sie etwas von ihm wollten – mit Süßholzraspeln und Schmeicheleien. Sie sprach einfach die Wahrheit aus und forderte ihn geradezu heraus, ihr zu widersprechen.

Er kniff die Augen zusammen und betrachtete die Nachricht. „Sie hat definitiv eine scharfe Zunge.“

Dann klingelte sein Telefon. Er wusste bereits, wer es war, bevor der Name aufleuchtete.

„Grandma“, nahm er ab.

„Lou!“ Grandma Mabels warme Stimme erfüllte den Raum, als säße sie direkt neben ihm. „Hast du schon mit Lily gesprochen? Sei ehrlich zu mir.“

„Ja, Großmutter“, antwortete er und rieb sich die linke Augenbraue. „Wir haben... eine Einigung erzielt.“

Sie sagte zuerst nichts, dann lachte sie plötzlich leise auf, als ob ihr etwas gefiel. „Gut“, murmelte sie zwischen dem Lachen. „Sie ist ein besonderes Mädchen. Du wirst schon sehen.“

Lucius widerstand dem Drang abzuwinken und sich über seine angebliche ‚Frau‘ zu beschweren, die offensichtlich ein vorlautes Mundwerk besaß.

„Gute Nacht, Großmutter“, sagte er und legte auf, bevor sie noch etwas anderes sagen konnte.

‚Besonders.‘ Seine Großmutter hatte eine Frau, die er noch nie getroffen hatte und die ihn gerade per SMS zurechtgewiesen hatte, als ‚besonders‘ bezeichnet.

Grandma musste wohl träumen, wenn sie dachte, er würde sich jemals um diese freche Fremde scheren, an die er nun gesetzlich gebunden war.

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