ログインEpilog Teil 2Aus Priscillas Sicht „Weißt du“, sagte ich leise, „manchmal denke ich immer noch an diesen Tag.“Adrians Miene verdüsterte sich augenblicklich. Der Tag, an dem ich gegangen bin. Der Tag, an dem zwischen uns alles zerbrach.Seine Finger legten sich leicht fester um meine Taille, bevor sie sich wieder vorsichtig lockerte, als würde er sich selbst daran erinnern, nicht zu fest zu drücken.„Ich weiß“, sagte er leise.Es entstand eine kurze Stille zwischen uns. Dann tauchten plötzlich Erinnerungen in meinem Kopf auf. Es gab einen Tag vor Jahren, an dem er mit zitternden Händen und den Scheidungspapieren zu mir kam.Ich erinnerte mich an den Schmerz in seinen Augen, als er mich ansah und sagte:„Wenn du dich jemals wieder gefangen fühlst, kannst du frei gehen. Ich werde dich nie wieder einsperren.“Selbst jetzt berührten mich diese Worte noch tief. Denn zum ersten Mal … stellte er meine Freiheit über seine Angst.Und da wurde mir wirklich klar, dass er sich verändert hatte. D
Epilog Teil 1Aus Priscillas SichtEs war nun zwei Jahre her, seit Adrian und ich wieder zusammen waren. Manchmal, selbst jetzt noch, kam es mir immer noch unwirklich vor.Heilung war nichts, was über Nacht geschah. Liebe allein reichte nicht aus, um den Schmerz zu tilgen, der sich tief in einem Menschen festgesetzt hatte. Die Jahre, die ich mit Adrian verheiratet war, bevor ich ihn verließ, hatten Narben in mir hinterlassen, unsichtbare Narben, die niemand außer mir sehen konnte. Narben, die mein Denken beeinflussten, meine Reaktionen, die Art, wie sich immer noch Angst in meiner Brust breitmachte, wenn Stimmen zu laut wurden oder die Stille zu lange anhielt.Es gab Nächte, in denen ich plötzlich aus dem Schlaf erwachte, die Brust wie zugeschnürt, der Atem unregelmäßig, während Erinnerungen mich zurück zu der Frau zogen, die ich einmal gewesen war. Die Frau, die langsam in ihrer eigenen Ehe verschwand.Und jedes einzelne Mal hielt Adrian mich sanft fest, ohne mir Worte zu entlocken.
Kapitel 11Aus Priscillas Sicht„Warum bist du hier, was machst du hier, wie hast du mich gefunden?“, fragte ich voller Angst.Die Worte sprudelten aus mir heraus, bevor ich sie zurückhalten konnte. Meine Stimme zitterte, klang dünn und verletzlich, als wäre meine Brust aufgebrochen und alles darin würde auf einmal herausströmen. Mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass es schmerzte, jeder Schlag dröhnte laut in meinen Ohren.Für einen Moment kippte die Welt. Die schmale Gasse, die staubige Straße, die warme afrikanische Sonne, die auf meine Haut brannte, das entfernte Lachen von Kindern – alles verschwamm, bis auf ihn.Adrian.Er stand da wie ein Geist aus einem Leben, das ich vor fünf Jahren begraben hatte. Ein Leben, um das ich getrauert hatte, das ich überlebt hatte und das ich mich gezwungen hatte zu vergessen. Seine Anwesenheit fühlte sich unwirklich an, als hätte sich meine Vergangenheit ohne Vorwarnung in meine Gegenwart hineingekrallt.Hope umklammerte meine Hand
Kapitel 10Aus Priscillas Sicht„Hope! Komm zurück!“, rief ich lachend und außer Atem, während ich einer kleinen Gestalt hinterherlief, die vor mir davonrannte.Der vierjährige Junge drehte sich kurz um, seine kleinen Füße rutschten fast auf der staubigen Straße aus, seine Augen strahlten vor Schalk. Er lachte, ein Lachen, das so rein und unbeschwert war, dass es mir auf die schönste Art und Weise das Herz erwärmte.„Mama, fang mich, wenn du kannst!“, rief er zurück, bevor er noch schneller rannte.„Hope!“, rief ich erneut und tat so, als wäre ich wütend, obwohl mein Herz lächelte.„Du fällst noch hin!“Er wurde gerade so weit langsamer, dass ich ihn einholen konnte, und ich packte ihn um die Taille und hob ihn trotz meiner schwachen Arme hoch. Er quietschte und lachte und schlang seine kleinen Hände um meinen Hals.„Ich habe dich erwischt“, sagte ich, schwer atmend.Er schmollte theatralisch. „Das ist nicht fair.“Ich lächelte und küsste ihn auf die Wange. „Das Leben ist nicht fair“,
Kapitel 9Adrians PerspektiveIm Raum war es still, zu still. Es war jene Art von Stille, die einem auf die Ohren drückt und die Gedanken lauter macht, als sie eigentlich sein sollten. Das Licht des späten Nachmittags fiel durch die hohen Fenster des Arbeitszimmers und warf lange Schatten auf den Holzboden. Ronan saß mir gegenüber, seine Haltung war entspannt, doch sein Blick war scharf, er beobachtete mich und wartete. Ich atmete langsam aus und rieb meine Handflächen aneinander. Meine Brust fühlte sich eng an, als säße dort etwas Schweres, das sich weigerte, sich zu bewegen.„Das war mein Plan“, sagte ich schließlich mit leiser Stimme. „Von Anfang an.“Ronan beugte sich leicht vor.„Sie gehorsam zu machen. Kontrollierbar. Damit sie zu der Art von Ehefrau passte, von der ich glaubte, dass ich sie brauchte.“ Ich schluckte. Als ich die Worte laut aussprach, klangen sie hässlicher, grausamer, als sie jemals in meinem Kopf geklungen hatten. „Aber irgendwann auf dem Weg hat sich das ge
Kapitel 8Aus Priscillas Sicht„Vorsicht!“, rief ich instinktiv, als Adrian auf der Treppe einen Schritt verfehlte und sein Körper gefährlich ins Schlingern geriet, bevor seine Freunde ihn am Arm auffangen konnten.Mein Herz schlug mir bis zum Hals, bevor ich mich davon abhalten konnte. Er lachte leise und tat es als nichts Besonderes ab, doch mir entging nicht die leichte Steifheit in seinen Bewegungen, die Art, wie er ein Bein schonte, während sie die Treppe hinauf in Richtung Arbeitszimmer gingen. Zwei Wochen waren seit dem Unfall vergangen, doch die Angst lebte immer noch in mir, frisch, scharf, und weigerte sich zu verblassen.Ich stand noch einen Moment länger da, meine Finger umklammerten die Kante der Küchentheke, meine Brust hob und senkte sich unregelmäßig. Zwei Wochen.Zwei Wochen, seit ich dachte, ich hätte ihn für immer verloren.Nach allem, nach den Worten, die wir uns an den Kopf geworfen hatten, nachdem er wütend aus dem Haus gestürmt war, hätte ich mir nie vorstellen
Kapitel 4Aus Priscillas SichtNachdem ich mich vergewissert hatte, dass unten alles in Ordnung war und das Personal seine Aufgaben erledigt hatte, ging ich wieder nach oben. Mein Körper fühlte sich schwer an, meine Glieder waren schwach, als wäre die Erschöpfung bis in meine Knochen gesickert.Ich
Kapitel 6Aus Priscillas SichtIch hatte Wut erwartet. Geschrei. Vielleicht harte Worte, die wie Messer auf mich einprasseln würden. Aber alles, was ich hörte, war Stille.Sie lag zwischen uns, dicht und schwer, drückte mir auf die Brust, bis mir das Atmen schwerfiel. Der Raum kam mir plötzlich kle
Kapitel 5Aus Priscillas Sicht„Ich weiß, dass du dich vielleicht gelangweilt oder einsam fühlst“, sagte Adrian ruhig, während er seine Manschettenknöpfe zurechtzog. „Deshalb gehen wir morgen Abend zu einem Familientreffen. Du kannst dich vorbereiten. Ruf das Spa-Team und die Stylisten an, damit s
Kapitel 3Aus Priscillas SichtAls wir die Villa betraten, rasten meine Gedanken. Wie geht es weiter? Was soll ich tun? Ich holte zitternd Luft und versuchte, mich zu beruhigen. Beruhige dich, Priscilla. Lass dich einfach treiben. Jetzt hilft nichts anderes als Geduld.Ich folgte Adrian schweigend,







