เข้าสู่ระบบKapitel 6
Aus Priscillas Sicht
Ich hatte Wut erwartet. Geschrei. Vielleicht harte Worte, die wie Messer auf mich einprasseln würden. Aber alles, was ich hörte, war Stille.
Sie lag zwischen uns, dicht und schwer, drückte mir auf die Brust, bis mir das Atmen schwerfiel. Der Raum kam mir plötzlich kleiner vor, die Wände rückten näher, die Luft war zu stickig. Mein Herz hämmerte laut in meinen Ohren, jeder Schlag spiegelte meine Angst wider.
Langsam, zögernd öffnete ich die Augen. Adrian saß mir gegenüber. Er lief nicht auf und ab. Er schrie nicht. Er zerschlug keine Sachen. Er lehnte sich entspannt gegen die Stuhllehne, ein Bein über das andere geschlagen, die Hände ruhig auf seinem Oberschenkel ruhend. Sein Gesicht war unlesbar, sein Blick auf mich gerichtet mit einer Intensität, die mir eine Gänsehaut bereitete.
Zu ruhig. Diese Ruhe erschreckte mich mehr, als es jede Wut jemals könnte. Meine Finger krallten sich in meine Handflächen, als mir ein Unbehagen den Rücken hinauffuhr.
Was denkt er? Was wird er tun? Ich suchte in seinem Gesicht nach einem Anzeichen, nach Wut, nach etwas Vertrautem, aber da war nichts. Nur dieser ruhige, beherrschte Blick.
„Sag es mir“, sagte er schließlich, seine Stimme tief und gleichmäßig. „Wofür genau willst du arbeiten? Und warum wolltest du arbeiten?“
Meine Kehle schnürte sich augenblicklich zusammen.
„Ich … ich …“ Die Worte wollten mir nicht über die Lippen kommen. Meine Zunge fühlte sich schwer an, nutzlos.
„Antworte mir.“ Sein Tonfall wurde etwas schärfer, die Ruhe schwand. „Gib mir eine verdammte Antwort.“
Ich zuckte zusammen.
„Ich will mich einfach nützlich fühlen“, flüsterte ich, meine Stimme kaum hörbar. „Ich will auch unabhängig sein.“
Es kehrte Stille ein, diesmal noch tiefer.
„Also“, sagte er langsam und stand vom Stuhl auf, „ich bin nicht genug für dich.“
„Das ist nicht …“ Ich schüttelte schnell den Kopf. „Das bist du. Du tust alles.“
„Ich sorge nicht für dich?“, unterbrach er mich, seine Stimme klang jetzt kälter. „Ich gebe dir nicht genug?“
„Doch“, sagte ich schnell. „Doch, Adrian, aber …“
„Aber was?“, fuhr er mich an, nun ganz aufgerichtet. „Aber was?“
Er begann auf und ab zu gehen, seine Schritte hallten schwer auf dem Boden. Die Atmosphäre im Raum war angespannt, gefährlich.
„Ich gebe dir alles“, fuhr er fort, seine Stimme wurde lauter. „Alles, was du willst. Alles, was du brauchst. Habe ich dir jemals etwas verweigert?“
„Nein“, flüsterte ich, mein Körper zitterte. „Niemals.“
„Warum zum Teufel brauchst du dann Unabhängigkeit?“
Er blieb plötzlich vor mir stehen. „Wenn ich für dich sorge. Wenn ich dir alles gebe.“
Seine Augen verdunkelten sich, etwas Hässliches blitzte in ihnen auf.
„Warum sind alle Frauen so?“, sagte er bitter. „Ich sorge für dich. Ich respektiere dich. Ich bin treu. Und trotzdem ist es nie genug. Was zum Teufel willst du nach all dem?“
Bevor ich reagieren konnte, packten seine Hände meine Schultern, seine Finger gruben sich in meine Haut, als er mich grob hochzog und mich gegen die Wand drückte. Die kalte Oberfläche traf meine Wirbelsäule und raubte mir den Atem.
„Willst du Unabhängigkeit, damit du mich betrügen kannst?“, verlangte er zu wissen, sein Gesicht nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. „Damit du mir nicht gehorchen kannst? Unhöflich sein kannst? Mich missachten kannst?“
Seine Hand wanderte zu meinem Kinn, packte es fest und zwang mich, ihn anzusehen. Seine Augen waren jetzt gefährlich, sie loderten vor etwas, das mir den Magen umdrehte.
Der Schock ließ mich erstarren.
„Wie kannst du so etwas überhaupt denken?“, keuchte ich. „Ich würde niemals …“
„Ich liebe dich“, sagte ich verzweifelt, Tränen brannten hinter meinen Augen. „Wie könnte ich dich betrügen? Ich will mich einfach nicht mehr langweilen. Ich will nur arbeiten, mich lebendig fühlen.“
Er lachte leise, bitter.
„Komm mir nicht mit diesem Schwachsinn, den du Liebe nennst“, sagte er. „Jemanden zu lieben bedeutet nicht, dass man nicht fremdgehen kann. Hast du noch nie gesehen, wie Leute fremdgehen, während sie behaupten, sie würden lieben?“
Sein Griff wurde etwas fester.
„Du wirst niemals unter meinem Dach arbeiten“, sagte er bestimmt. „Niemals.“
Mein Herz sank mir in die Hose.
„Du wirst mich niemals verlassen“, fuhr er fort, seine Stimme hart, endgültig. „Ich bin dein Ehemann. Und du wirst das nie wieder zur Sprache bringen. Hast du verstanden?“
Angst überkam mich gänzlich.
„Ja“, sagte ich schnell und nickte. „Ja, ich verstehe.“
„Gut“, sagte er und ließ mich los. „So solltest du sein. Widersetze dich mir nicht. Stell dich nicht gegen mich.“
Er beugte sich vor und küsste mich.
Ich stand steif da, meine Gedanken kreisten, meine Brust schmerzte. Glaubt er etwa, das würde alles in Ordnung bringen? Mein Körper reagierte nicht. Mein Herz machte nicht mit. Er begann, mich zu berühren, seine Hände vertraut, aber falsch. Zu früh. Zu erzwungen. Zu leer.
„Nein“, sagte ich leise und versuchte, mich loszureißen. „Mir geht es nicht gut.“
Er hörte nicht auf.
Panik durchströmte mich. Ich wehrte mich, drückte mich gegen ihn, meine Hände zitterten, mein Atem ging unregelmäßig.
„Bitte“, flüsterte ich.
Schließlich trat er einen Schritt zurück. Er sah mich eindringlich an, sein Gesichtsausdruck war wieder einmal unlesbar. Ohne ein Wort zu sagen, drehte er sich um, verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich mit einem leisen, aber endgültigen Klicken.
Dieses Geräusch brach mich. Ich sank an der Wand hinab und weinte. Zum ersten Mal in dieser Ehe weinte ich wirklich.
Meine Brust schmerzte, als mich die Schluchzer durchschüttelten, roh und unkontrollierbar. Wie konnte er so wenig von mir halten? Ich hatte ihm alles gegeben: meine Liebe, meine Treue, mein Schweigen. Ausdauer. Ich hatte nie etwas verlangt. Mich nie beschwert.
Warum konnte er mir nicht vertrauen? Warum konnte er mir nicht das eine geben, worum ich ihn gebeten hatte? Ich fühlte mich gefangen. Erstickt. Verängstigt. Und tief in meinem Inneren schlug ein schrecklicher Gedanke Wurzeln.
Das ist erst der Anfang. Kann ich das alles wirklich aus Liebe ertragen? Kann ich überleben, ohne mich selbst völlig zu zerstören?
Nur die Zeit wird es zeigen.
Epilog Teil 2Aus Priscillas Sicht „Weißt du“, sagte ich leise, „manchmal denke ich immer noch an diesen Tag.“Adrians Miene verdüsterte sich augenblicklich. Der Tag, an dem ich gegangen bin. Der Tag, an dem zwischen uns alles zerbrach.Seine Finger legten sich leicht fester um meine Taille, bevor sie sich wieder vorsichtig lockerte, als würde er sich selbst daran erinnern, nicht zu fest zu drücken.„Ich weiß“, sagte er leise.Es entstand eine kurze Stille zwischen uns. Dann tauchten plötzlich Erinnerungen in meinem Kopf auf. Es gab einen Tag vor Jahren, an dem er mit zitternden Händen und den Scheidungspapieren zu mir kam.Ich erinnerte mich an den Schmerz in seinen Augen, als er mich ansah und sagte:„Wenn du dich jemals wieder gefangen fühlst, kannst du frei gehen. Ich werde dich nie wieder einsperren.“Selbst jetzt berührten mich diese Worte noch tief. Denn zum ersten Mal … stellte er meine Freiheit über seine Angst.Und da wurde mir wirklich klar, dass er sich verändert hatte. D
Epilog Teil 1Aus Priscillas SichtEs war nun zwei Jahre her, seit Adrian und ich wieder zusammen waren. Manchmal, selbst jetzt noch, kam es mir immer noch unwirklich vor.Heilung war nichts, was über Nacht geschah. Liebe allein reichte nicht aus, um den Schmerz zu tilgen, der sich tief in einem Menschen festgesetzt hatte. Die Jahre, die ich mit Adrian verheiratet war, bevor ich ihn verließ, hatten Narben in mir hinterlassen, unsichtbare Narben, die niemand außer mir sehen konnte. Narben, die mein Denken beeinflussten, meine Reaktionen, die Art, wie sich immer noch Angst in meiner Brust breitmachte, wenn Stimmen zu laut wurden oder die Stille zu lange anhielt.Es gab Nächte, in denen ich plötzlich aus dem Schlaf erwachte, die Brust wie zugeschnürt, der Atem unregelmäßig, während Erinnerungen mich zurück zu der Frau zogen, die ich einmal gewesen war. Die Frau, die langsam in ihrer eigenen Ehe verschwand.Und jedes einzelne Mal hielt Adrian mich sanft fest, ohne mir Worte zu entlocken.
Kapitel 11Aus Priscillas Sicht„Warum bist du hier, was machst du hier, wie hast du mich gefunden?“, fragte ich voller Angst.Die Worte sprudelten aus mir heraus, bevor ich sie zurückhalten konnte. Meine Stimme zitterte, klang dünn und verletzlich, als wäre meine Brust aufgebrochen und alles darin würde auf einmal herausströmen. Mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass es schmerzte, jeder Schlag dröhnte laut in meinen Ohren.Für einen Moment kippte die Welt. Die schmale Gasse, die staubige Straße, die warme afrikanische Sonne, die auf meine Haut brannte, das entfernte Lachen von Kindern – alles verschwamm, bis auf ihn.Adrian.Er stand da wie ein Geist aus einem Leben, das ich vor fünf Jahren begraben hatte. Ein Leben, um das ich getrauert hatte, das ich überlebt hatte und das ich mich gezwungen hatte zu vergessen. Seine Anwesenheit fühlte sich unwirklich an, als hätte sich meine Vergangenheit ohne Vorwarnung in meine Gegenwart hineingekrallt.Hope umklammerte meine Hand
Kapitel 10Aus Priscillas Sicht„Hope! Komm zurück!“, rief ich lachend und außer Atem, während ich einer kleinen Gestalt hinterherlief, die vor mir davonrannte.Der vierjährige Junge drehte sich kurz um, seine kleinen Füße rutschten fast auf der staubigen Straße aus, seine Augen strahlten vor Schalk. Er lachte, ein Lachen, das so rein und unbeschwert war, dass es mir auf die schönste Art und Weise das Herz erwärmte.„Mama, fang mich, wenn du kannst!“, rief er zurück, bevor er noch schneller rannte.„Hope!“, rief ich erneut und tat so, als wäre ich wütend, obwohl mein Herz lächelte.„Du fällst noch hin!“Er wurde gerade so weit langsamer, dass ich ihn einholen konnte, und ich packte ihn um die Taille und hob ihn trotz meiner schwachen Arme hoch. Er quietschte und lachte und schlang seine kleinen Hände um meinen Hals.„Ich habe dich erwischt“, sagte ich, schwer atmend.Er schmollte theatralisch. „Das ist nicht fair.“Ich lächelte und küsste ihn auf die Wange. „Das Leben ist nicht fair“,
Kapitel 9Adrians PerspektiveIm Raum war es still, zu still. Es war jene Art von Stille, die einem auf die Ohren drückt und die Gedanken lauter macht, als sie eigentlich sein sollten. Das Licht des späten Nachmittags fiel durch die hohen Fenster des Arbeitszimmers und warf lange Schatten auf den Holzboden. Ronan saß mir gegenüber, seine Haltung war entspannt, doch sein Blick war scharf, er beobachtete mich und wartete. Ich atmete langsam aus und rieb meine Handflächen aneinander. Meine Brust fühlte sich eng an, als säße dort etwas Schweres, das sich weigerte, sich zu bewegen.„Das war mein Plan“, sagte ich schließlich mit leiser Stimme. „Von Anfang an.“Ronan beugte sich leicht vor.„Sie gehorsam zu machen. Kontrollierbar. Damit sie zu der Art von Ehefrau passte, von der ich glaubte, dass ich sie brauchte.“ Ich schluckte. Als ich die Worte laut aussprach, klangen sie hässlicher, grausamer, als sie jemals in meinem Kopf geklungen hatten. „Aber irgendwann auf dem Weg hat sich das ge
Kapitel 8Aus Priscillas Sicht„Vorsicht!“, rief ich instinktiv, als Adrian auf der Treppe einen Schritt verfehlte und sein Körper gefährlich ins Schlingern geriet, bevor seine Freunde ihn am Arm auffangen konnten.Mein Herz schlug mir bis zum Hals, bevor ich mich davon abhalten konnte. Er lachte leise und tat es als nichts Besonderes ab, doch mir entging nicht die leichte Steifheit in seinen Bewegungen, die Art, wie er ein Bein schonte, während sie die Treppe hinauf in Richtung Arbeitszimmer gingen. Zwei Wochen waren seit dem Unfall vergangen, doch die Angst lebte immer noch in mir, frisch, scharf, und weigerte sich zu verblassen.Ich stand noch einen Moment länger da, meine Finger umklammerten die Kante der Küchentheke, meine Brust hob und senkte sich unregelmäßig. Zwei Wochen.Zwei Wochen, seit ich dachte, ich hätte ihn für immer verloren.Nach allem, nach den Worten, die wir uns an den Kopf geworfen hatten, nachdem er wütend aus dem Haus gestürmt war, hätte ich mir nie vorstellen
Kapitel 4Aus Priscillas SichtNachdem ich mich vergewissert hatte, dass unten alles in Ordnung war und das Personal seine Aufgaben erledigt hatte, ging ich wieder nach oben. Mein Körper fühlte sich schwer an, meine Glieder waren schwach, als wäre die Erschöpfung bis in meine Knochen gesickert.Ich
Kapitel 3Aus Priscillas SichtAls wir die Villa betraten, rasten meine Gedanken. Wie geht es weiter? Was soll ich tun? Ich holte zitternd Luft und versuchte, mich zu beruhigen. Beruhige dich, Priscilla. Lass dich einfach treiben. Jetzt hilft nichts anderes als Geduld.Ich folgte Adrian schweigend,
Kapitel 2Aus Priscillas Sicht„Weil du die einzige Frau bist, die ich kenne und der ich nahestehe, abgesehen von meiner Familie“, sagte er mit ruhiger Stimme, während er mir fest in die Augen sah.„Ich weiß ein wenig über dich. Ich habe deinen Hintergrund recherchiert. Ich weiß auch, dass du mich
Kapitel 1Aus Priscillas SichtIch willigte ein, meinen Chef zu heiraten, obwohl ich wusste, dass er mich nicht liebte, denn ich glaubte, dass man Liebe lernen und mit der Zeit empfinden könne und dass mein Herz ausreichen würde.Ich dachte, mein Herz würde ausreichen, um ihn dazu zu bringen, mich







