ログインKimberley war völlig erschöpft, als ihre Schicht zu Ende war, aber was sie am Laufen hielt, war die Tatsache, dass Ian an diesem Tag zurückkehren würde und sie ihn vom Marinestützpunkt abholen sollte, der anderthalb Autostunden vom Krankenhaus entfernt lag – eine Verantwortung, auf die sie sich trotz ihrer Müdigkeit gefreut hatte.
Sie starrte auf den Brief mit der Beurlaubung in ihren Händen und musste unwillkürlich lächeln. Ihre Finger umklammerten das Papier leicht, als bedeute es mehr als nur die Erlaubnis, der Arbeit fernzubleiben. Zwei Wochen lang würde sie ihren Verlobten ganz für sich allein haben, ohne sich um ihre Arbeit kümmern zu müssen. Allein der Gedanke, ihren Verlobten nach über einem halben Jahr Trennung wieder bei sich zu haben, ließ ihr Lächeln breiter werden, und die Aufregung stieg in ihr. Am liebsten hätte sie wie ein Teenager gequietscht, doch sie beherrschte sich, um keine unerwünschte Aufmerksamkeit zu erregen, insbesondere nicht in einem so professionellen Umfeld.
Sie beschloss, keine Zeit mehr mit Tagträumen über Ian zu verschwenden und ihren Schreibtisch aufzuräumen, da ihre Schicht bereits vorbei war und sie noch eine lange Fahrt vor sich hatte. Sie zwang sich, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Nachdem sie ihren Schreibtisch aufgeräumt hatte, verließ sie ihr Büro und warf, bevor sie hinaustrat, noch einen letzten Blick um sich.
„Hey Kim“, rief ein Kollege ihr zu und ließ sie mitten im Schritt innehalten.
Es war Dr. Kingston, ein Kollege vom Facharzt für Neurochirurgie, allerdings ein erfahrenerer, da er acht Jahre älter war als sie und schon länger im Krankenhaus arbeitete als sie; jemand, mit dem sie sehr vertraut war.
„Hey Blake“,
„Ich habe gehört, Sie seien beurlaubt worden. Ist etwas nicht in Ordnung?“
Kimberley fragte sich, wie er das herausgefunden hatte. Wie schnell sich Neuigkeiten doch verbreiten! Noch nicht einmal 24 Stunden waren vergangen, und sie wussten schon von ihrem Urlaub – etwas, das sie sowohl überraschte als auch ein wenig amüsant fand.
„Nein, gar nichts… ich brauche einfach eine Auszeit“, antwortete sie, ohne auf persönliche Details eingehen zu wollen, und behielt ihren Tonfall locker und ungezwungen bei.
Kimberley bemerkte, dass Blake plötzlich nervös wurde, da er sich nun den Nacken rieb, eine Angewohnheit, die ihr bereits bekannt war.
„Ähm… Bist du sicher, dass es nur eine Pause ist? Du weißt, ich kann helfen, wenn etwas nicht stimmt.“
Ach so, deshalb war er plötzlich so nervös. Sie musste lächeln über seine Höflichkeit und seine Hilfsbereitschaft, falls sie ein Problem hätte. Sie fand es nett, aber irgendwie auch etwas übertrieben. Überrascht war sie allerdings nicht, denn sie hatte schon vor Monaten gespürt, dass er etwas für sie empfand. Obwohl sie ihm bei mehreren Gesprächen klargemacht hatte , dass sie bereits vergeben war, schien Blake es nicht zu verstehen. Oder vielleicht hatte er es doch begriffen, hielt aber trotzdem noch an ihr fest, falls irgendwann etwas schiefgehen sollte – was sie aber für unwahrscheinlich hielt.
Kimberley empfand manchmal Mitleid mit ihm, dann wieder wollte sie ihn am liebsten anschreien, er solle sie in Ruhe lassen. Doch das würde ihn verletzen, und sie hatte nie gelernt, sich so zu benehmen, egal wie sie sich fühlte. Ihr Vater wäre sehr enttäuscht von ihr, wenn er je erfahren würde, dass sie unhöflich zu jemandem war, und allein das reichte, um sie im Zaum zu halten.
„Glaub mir, Blake. Es ist nichts“, erwiderte sie mit einem höflichen Lächeln und hoffte, dass dies genügen würde, ihn zu beruhigen.
„Aber zwei Wochen sind eine ziemlich lange Zeit für nichts, wenn man bedenkt, was für ein Mensch du bist… Nichts für ungut“, sagte Blake, der gleichzeitig verwirrt und besorgt klang und sichtlich nicht überzeugt war.
„Ich bin froh zu wissen, dass ich auf dich zählen kann, falls etwas schiefgeht. Aber glaub mir, ich brauche diese Auszeit. Ich bin schneller zurück, als du denkst“, sagte sie ruhig, ihre Worte klangen bestimmt, aber dennoch sanft.
„Das bezweifle ich, da Ihre Anwesenheit hier sehr auffällig und notwendig ist.“
„Bei dir ist es genauso… Ich muss jetzt los, weil ich noch ein paar Besorgungen erledigen muss, bevor ich nach Hause fahre, und ich bin jetzt müde“, sagte Kimberley, um das Gespräch zu beenden, damit sie das Krankenhaus verlassen und rechtzeitig bei Ian ankommen konnte, denn ihre Müdigkeit machte sich bemerkbar.
„O-okay. Es tut mir leid, dass ich Ihre Zeit in Anspruch genommen habe.“ Er entschuldigte sich und trat einen Schritt zurück.
„Schon gut. Pass auf dich auf.“
Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange, woraufhin er leicht errötete. Sie hatte keine Ahnung, dass ihre kleine Geste so etwas bewirken könnte, und dachte nicht weiter darüber nach, als sie sich zurückzog.
„Auf Wiedersehen“, sagte er laut genug, dass sie es hören konnte, als sie sich von ihm abwandte und zum Aufzug ging. Sie winkte ihm zum Abschied, bevor sich die Türen des Aufzugs zwischen ihnen schlossen.
Kimberley verließ das Krankenhaus und ging zum Parkplatz. Die frische Luft umwehte sie leicht, als sie hinaustrat. Sie entdeckte ihre weiße Toyota Camry Limousine, schloss sie auf und seufzte erleichtert, als sie einstieg. Endlich gönnte sie sich einen kurzen Moment der Entspannung.
Sie freute sich darauf, Ian zu sehen, war aber gleichzeitig auch nervös. Die gemischten Gefühle breiteten sich leise in ihr aus. Würde er genauso aufgeregt sein wie sie, wenn er sie sah? Würde ihre Beziehung noch so leidenschaftlich sein wie früher? Warum hatte sie überhaupt solche dummen Gedanken? Sie fragte sich das, leicht frustriert von sich selbst. Ian war ihr Verlobter, der sie über alles liebte, warum fühlte sie sich plötzlich so unsicher? Sie schob das Gefühl beiseite und beschloss, sich vor dem Besuch des Marinestützpunkts noch etwas zu essen zu holen. Sie wollte nicht länger darüber nachdenken.
Kimberly betrachtete ihren Geliebten im tiefen Schlaf. Er sah so friedlich und gut aus, sein Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig in einem ruhigen Rhythmus. Sie betrachtete seine leicht geöffneten Lippen noch einen Moment länger und verspürte den Drang, ihn zu küssen. Doch sie beherrschte sich, da sie ihn nicht wecken wollte, denn sie wusste genau, dass er nach der langen Reise wahrscheinlich müde war. Stattdessen bewunderte sie ihn einfach still.Leise löste sie seinen Arm von ihrer Taille und stieg vorsichtig aus dem Bett, darauf bedacht, keinen Laut von sich zu geben und ihn nicht im Schlaf zu stören. Sie ging zum Kleiderschrank und nahm sich ein anderes Paar Unterwäsche, da Ian das, das sie zuvor getragen hatte, zerrissen hatte. Lächelnd bei der Erinnerung, nahm sie eines von Ians T-Shirts, zog es an, band ihre Haare zu einem lockeren Dutt zusammen und verließ leise das Schlafzimmer, wobei sie die Tür sanft hinter sich schloss.Kimberly betrat die Küche und setzte sich auf de
„Endlich wieder zu Hause“, hauchte Ian, als Kimberly, nachdem sie den Rest seiner Cola hinuntergestürzt hatte, in der Einfahrt parkte. Erleichterung schwang in seiner Stimme mit. Er stieg aus dem Auto und betrachtete seine Umgebung nach so langer Zeit noch einmal. Seine Augen wanderten langsam umher, als wolle er sich alles neu einprägen.Kimberly stieg aus dem Auto und wollte gerade Ians Koffer aus dem Kofferraum holen, als sie seine ausgestreckten Arme bemerkte. Er stand vor dem Wagen und wartete geduldig auf sie, eine stille Erwartung lag in seiner Haltung. Verwirrt runzelte sie die Stirn.„Und dein Koffer?“, fragte sie, nicht ganz sicher, ob er in diesem Moment wollte, dass sie seine Hand nahm, ihr Blick wanderte kurz zwischen ihm und dem Auto hin und her.„Das können wir später besprechen“, erwiderte er mit einem breiten Lächeln, wobei er sichtlich mehr an ihr als an allem anderen interessiert war.Kimberly musste zurücklächeln; sein Lächeln war ansteckend und vertrieb augenblick
Als Kimberly auf den Marinestützpunkt fuhr, überkam sie eine Gänsehaut am ganzen Körper. Sie war nervös, Ian zu sehen, und ihre Umklammerung des Lenkrads verstärkte sich leicht, während die Vorfreude in ihr wuchs. Sie fragte sich unwillkürlich, ob er abgenommen hatte. Sie betete nur, dass es ihm gut ging, und ihre Gedanken waren von stiller Sorge erfüllt.Nachdem Kimberly 20 Minuten lang auf dem bereits vollen Parkplatz nach einem Parkplatz gesucht hatte, fand sie endlich einen und parkte ihr Auto. Erleichtert atmete sie auf. Als sie ausstieg, konnte sie nicht anders, als die Familien zu beobachten, die bereits wieder vereint waren und auf dem Heimweg waren. Ihr Blick folgte ihnen einen Moment lang. Sie sah die aufrichtige Freude, die von den Soldaten und ihren Angehörigen ausging, und der Anblick trieb ihr die Tränen in die Augen. Ihre Gefühle überwältigten sie. Schnell wandte sie den Blick ab und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht, bevor sie noch mehr fließen konnte. Sie schlos
Kimberley war völlig erschöpft, als ihre Schicht zu Ende war, aber was sie am Laufen hielt, war die Tatsache, dass Ian an diesem Tag zurückkehren würde und sie ihn vom Marinestützpunkt abholen sollte, der anderthalb Autostunden vom Krankenhaus entfernt lag – eine Verantwortung, auf die sie sich trotz ihrer Müdigkeit gefreut hatte.Sie starrte auf den Brief mit der Beurlaubung in ihren Händen und musste unwillkürlich lächeln. Ihre Finger umklammerten das Papier leicht, als bedeute es mehr als nur die Erlaubnis, der Arbeit fernzubleiben. Zwei Wochen lang würde sie ihren Verlobten ganz für sich allein haben, ohne sich um ihre Arbeit kümmern zu müssen. Allein der Gedanke, ihren Verlobten nach über einem halben Jahr Trennung wieder bei sich zu haben, ließ ihr Lächeln breiter werden, und die Aufregung stieg in ihr. Am liebsten hätte sie wie ein Teenager gequietscht, doch sie beherrschte sich, um keine unerwünschte Aufmerksamkeit zu erregen, insbesondere nicht in einem so professionellen Umf
Kimberley ging durch den Flur des Krankenhauses in Richtung des Direktorenbüros, als sie hörte, wie jemand ihren Namen rief. Ihre Schritte waren ruhig und zielstrebig, während um sie herum der übliche Krankenhausbetrieb weiterging.„Dr. Wright, Dr. Wright!“ Sie drehte sich um und bemerkte eine Krankenschwester, die auf sie zugerannt kam, sichtlich in Eile und bemüht, sie einzuholen.„Es tut mir sehr leid, Sie zu stören“, sagte die Krankenschwester schwer atmend, woraufhin Kimberley sich fragte, wie lange sie wohl schon gerannt war. Ihr Atem ging unregelmäßig, während sie versuchte, sich zu beruhigen.„Moment, atmen Sie tief durch und sagen Sie mir, was los ist“, sagte Kimberley zu der Krankenschwester, die nickte und tat, wie ihr gesagt wurde, und einen Moment brauchte, um ihren Atem zu beruhigen, bevor sie wieder sprach.„Ich wollte Ihnen den medizinischen Bericht des Patienten in Zimmer 406 aushändigen, den Sie mich gebeten hatten, zu erstellen.“„Ach so. Danke.“ antwortete Kimberle
„Hey, Papa. Guten Morgen.“Kimberley begrüßte ihren Vater, während sie gerade Pfannkuchen zum Frühstück zubereitete, als er die Küche betrat. Das leise Zischen aus der Pfanne erfüllte die stille Morgenluft, der intensive Duft von Teig und Butter umhüllte den Raum wie eine warme Umarmung.„Guten Morgen, mein Schatz.“ Ihr Vater erwiderte die Antwort, küsste sie auf die Wange und setzte sich dann auf einen der Frühstückshocker. Seine Anwesenheit vermittelte ihr sofort ein Gefühl von Geborgenheit, das Kimberley schon immer gekannt und geschätzt hatte.„Bitteschön“, sagte Kimberley und stellte einen Teller mit Pfannkuchen, Speck und Spiegeleiern sowie eine Tasse Kaffee vor ihn hin – das Essen war mit viel Liebe und Sorgfalt zubereitet worden.„Danke, Liebling.“ Er bedankte sich und begann zu essen, sichtlich erfreut über ihre Mühe, selbst bei den einfachsten Dingen. Wenige Minuten später gesellte sie sich mit ihrem Frühstück zu ihm und fügte sich neben ihn in den ruhigen Rhythmus des Morge







