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006

Author: Genesis
last update publish date: 2026-09-04 21:03:57

Edward lächelte. „Es ist gleich da hinten.“ Er deutete den kleinen Flur hinunter.

„Ich bin gleich wieder da.“ Sandra lächelte, als sie an ihm vorbeiging, und gab ihm einen kurzen Kuss auf den Mund.

Dann verschwand sie im Badezimmer.

Edward blieb allein im Wohnzimmer zurück. Langsam wurde ihm bewusst, wie ungewöhnlich der Abend verlaufen war. Er stieg aus den Kleidungsstücken, die noch auf dem Boden lagen, und zog seine große rote Weihnachtsmannhose wieder hoch.

Das Kissen und sein Gürtel lagen noch immer neben dem Sofa. Er hob den Gürtel auf, ließ das Kissen liegen und setzte sich auf das kleine schwarze Sofa neben dem Weihnachtsbaum. Damit seine Hose nicht wieder herunterrutschte, hielt er den Bund mit einer Hand fest.

Die Badezimmertür öffnete sich.

„Mein Gott. Oh mein Gott.“

Sandra kam um die Ecke ins Wohnzimmer. Ihr rotes Weihnachtsmannoberteil war nun offen, und sie hatte sich eine Hand vor den Mund gelegt, als müsste sie selbst über ihren eigenen Mut lachen. Die andere Hand hielt sie hinter ihrem Rücken verborgen.

Edward sah sie überrascht an.

Sie trug noch immer ihr rotes Kostüm, doch ihr verschmitztes Lächeln verriet, dass sie etwas ausgeheckt hatte.

„Na, Weihnachtsmann?“, fragte sie und legte den Kopf schief. „Hast du geglaubt, ich wäre schon fertig mit dir?“

Edward musste lachen. „Bei dir weiß man wirklich nie, was als Nächstes kommt.“

Sandra trat näher und deutete auf das Sofa.

„Ist hier noch Platz für ein unartiges Mädchen?“

Er klopfte neben sich auf das Polster. „Für dich immer.“

Sie setzte sich neben ihn, so nah, dass sich ihre Schultern berührten. Einen Augenblick lang sahen sie sich einfach nur an, bevor Sandra wieder dieses freche Grinsen aufsetzte.

„Ich war heute wirklich nicht besonders brav.“

„Das ist mir aufgefallen.“

„Sollte ich dafür nicht eine kleine Strafe bekommen?“

Sie zog den breiten schwarzen Gürtel hervor, den sie hinter ihrem Rücken versteckt gehalten hatte.

Edward betrachtete ihn und schüttelte amüsiert den Kopf. „Du hast das also die ganze Zeit geplant?“

„Vielleicht.“

„Du bist unmöglich.“

„Und du bist neugierig.“

Sie legte den Gürtel zwischen sie auf das Sofa und sah ihn herausfordernd an.

Edward griff danach und hob ihn an. „Na schön. Dann müssen wir wohl herausfinden, was der Weihnachtsmann für unartige Mädchen vorgesehen hat.“

Sandra lachte und rückte ein Stück näher.

„Ich höre.“

Er ließ den Gürtel sinken und betrachtete sie mit gespielter Strenge.

„Zuerst musst du mir versprechen, dass du dich benimmst.“

„Das kann ich nicht versprechen.“

„Das habe ich befürchtet.“

Beide brachen in Gelächter aus. Sandra lehnte sich an seine Schulter, und Edward legte den Arm um sie.

Draußen war es längst dunkel geworden. Im Wohnzimmer verbreiteten die Lichter des Weihnachtsbaums einen warmen Schein, und für einen Moment schien die Welt vor der Tür weit weg zu sein.

„Weißt du“, sagte Sandra schließlich, „ich hatte schon lange keinen Abend mehr, an dem ich so viel gelacht habe.“

Edward sah sie an. „Dann sollten wir das unbedingt wiederholen.“

„Abgemacht.“

Sie nahm den Gürtel vom Sofa und legte ihn ordentlich neben das Kostüm, bevor sie es sich wieder bequem machte.

Edward blickte zum Weihnachtsbaum und dann zurück zu seiner Nachbarin. Er hätte nie gedacht, dass aus einem einsamen Abend vor Weihnachten eine so unterhaltsame Begegnung werden würde.

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