分享

Kapitel 2

作者: Julie Corner
last update publish date: 2026-09-06 03:33:43

DRITTE PERSON

Derek trat aus dem Konferenzraum, erschöpft von dem dreistündigen Meeting, das er gerade hinter sich gebracht hatte.

Obwohl er müde war, spielte ein Lächeln um seine Lippen. Er hatte wieder einmal einen Deal erfolgreich abgeschlossen.

Er war, wie immer, auf der Gewinnerseite.

Sein Handy vibrierte in der Tasche, während er das neu übernommene Unternehmen verließ.

Er steckte die Hand in die Tasche, zog das Handy heraus und wollte die soeben eingegangene Nachricht lesen.

Als er die Benachrichtigungsleiste herunterzog, sah er, dass die Nachricht von seiner Frau Sara stammte. Er tippte darauf und wollte sie gerade lesen, als er plötzlich von kleinen Händen unterbrochen wurde, die sich um seine Taille legten.

„Alyssa“, murmelte er, bevor er sich umdrehte und sie sah.

Ein Lächeln breitete sich über das Gesicht der blonden Frau aus.

„Wie ist es gelaufen?“ Ihre Stimme war angenehm, weder zu laut noch schrill, und trug Wärme in sich.

„Rate mal“, grinste Derek.

„Du hast den Deal bekommen?“

„Ja.“

Er nickte.

Alyssa umarmte ihn und küsste ihn dann auf die Wange. „Ich bin so stolz auf dich.“

„Danke schön“, sagte er und steckte sein Handy wieder in die Tasche.

„Ich lade dich zum Feiern ein. Meine Einladung.“

„Später. Gerade brauche ich eine heiße Dusche und dann ein Nickerchen.“

„Wie wäre es mit einem Drink, bevor wir zurückgehen?“

Derek überlegte kurz und nickte dann.

Zurück in seinem Hotel holte Derek sein Handy heraus, aber der Akku war bereits leer.

Er schloss es an und legte sich zu einem langen Nickerchen hin.

Als er später nach seinem Handy griff, war die Nachricht seiner Frau bereits unter Dutzenden von Arbeits-E-Mails und Nachrichten begraben.

**SARAS SICHT**

Ich starrte mein Spiegelbild an, in meinen Augen lag ruhige Entschlossenheit und fester Wille.

Ich ließ mich scheiden. Die Worte klangen fremd in meinem Kopf. Ich hatte diese Ehe schon lange satt und hätte längst gehen sollen, aber ich wollte meine Familie nie auseinanderreißen.

Die letzte Nacht hatte mir klar gemacht, dass nicht ich diejenige war, die meine Familie auseinanderriss.

Derek war es. Und ich war fertig damit, nett zu sein.

Das Weinen von Danielle über das Babyphon erschreckte mich. Ich wollte gerade hinauslaufen, als ich die Stimme der Nanny, Mrs. Rodriguez, hörte.

„Hey, kleine Prinzessin, warum weinen wir denn?“ Mrs. Rodriguez, die Nanny, kosete.

„Ich will Papa“, sagte sie, und mein Herz brach ein wenig.

„Awww, du armes Ding. Papa ist unterwegs, okay? Er wird dir Schokolade und Puppen und alles Schöne mitbringen, in Ordnung?“

Ich konnte meine Tochter über das Babyphon nicht sehen, aber am anschließenden Schweigen merkte ich, dass sie nickte.

„Glaubst du, Alyssa kommt auch?“ fragte sie.

Mrs. Rodriguez schwieg eine peinlich lange Zeit, bevor sie wieder sprach.

„Ich bin sicher, dass sie kommt.“

„Okay. Ich vermisse sie. Sie hat mir letztes Mal eine Puppe versprochen, die neue.“

„Nun, ich bin sicher, dass sie sie für dich besorgen wird.“

Ich seufzte. Die letzte Nacht war schon herzzerreißend genug gewesen. Aber jeden Tag mit anhören zu müssen, wie meine Tochter nach ihrem Vater und seiner Geliebten fragt, würde mich umbringen.

Ich versicherte mir, dass ich meine Entscheidung, die Scheidung von Derek zu verlangen, nie bereuen würde – schließlich hatte ich es bereits getan, auch wenn er noch nicht geantwortet hatte.

Doch ich ringte immer noch damit, ob ich um das Sorgerecht für Danielle kämpfen sollte.

Nachdem ich das gehört hatte, wurde mir klar, dass es keinen Sinn hatte, weiter darüber nachzudenken. Ich wollte Danielle nicht von ihrem Vater trennen. Sie waren ein dynamisches Duo, und ich hasste den Gedanken, die Frau zu sein, die einen Riss verursachte.

Ich trat aus dem Flur, in dem ich mich versteckt hatte, und Mrs. Rodriguez bemerkte mich.

„Ah, Mrs. Marshall, guten Morgen.“

Sie sagte es in ihrem üblichen starken Akzent.

„Guten Morgen, Mrs. Rodriguez. Danke, dass Sie sich um Danielle gekümmert haben. Ist sie für den Tag fertig?“

fragte ich.

„Noch nicht, aber ich werde dafür sorgen.“

„Sie sind ein Lebensretter.“

Danielle sagte nichts zu mir, sie weinte mir gegenüber weder wegen ihres Vaters noch wegen Alyssa. Ich beobachtete, wie sie ganz nah bei Mrs. Rodriguez stand und meine Anwesenheit nicht zur Kenntnis nahm.

Ich lächelte sie liebevoll an und fragte: „Danielle, was kann ich dir mitbringen, wenn ich zurückkomme?“

Danielle antwortete mir nicht, sondern tat so, als wäre sie mit dem Malbuch in ihren Händen beschäftigt.

„Vielleicht eine Puppe?“ fragte ich noch einmal.

Und wieder ignorierte sie mich, als würde ich gar nicht mit ihr sprechen.

Mrs. Rodriguez stupste sie an und murmelte: „Hey Dannie, deine Mama spricht mit dir.“

Ich wollte Mrs. Rodriguez gerade sagen, sie solle sie in Ruhe lassen, als sie aus voller Kehle schrie: „Ich will nichts! Lass mich in Ruhe!“

Ich sah zu, wie sie aus dem Wohnzimmer in Richtung ihres Zimmers rannte.

Ich schenkte Mrs. Rodriguez ein schwaches Lächeln, und sie bemühte sich, es zu erwidern. Dann machte ich mich auf den Weg zur Arbeit.

Ich kündigte meinen Job ein für alle Mal. Es war sowieso ein Fehler gewesen.

Der einzige Grund, warum ich dort arbeitete, war, dass Dereks Großeltern es vorgeschlagen hatten. Sie glaubten, es würde die Bindung zwischen uns stärken. Und das Lustige war… ich hatte es auch geglaubt.

Ich hatte meine Mode-Design-Träume aufgegeben, um bei Dereks Firma zu arbeiten. Direkt nach unserer Hochzeit. Ich hätte es nicht tun sollen. Aber ich wollte, dass „wir“ funktionierten.

Damals war ich verliebt und dumm und hatte beschlossen, dass es das Beste sei, als eine seiner Verwaltungsangestellten zu arbeiten. Immerhin wäre ich nah bei ihm.

Was für ein verdammter dummer Fehler.

Endlich in meinem Büro plumpsste ich auf den Stuhl hinter meinem Schreibtisch und checkte meine Nachrichten. Derek hatte immer noch nicht geschrieben.

Warum hatte er noch nicht geantwortet? Das sollte doch eine gute Nachricht für ihn sein.

War er so beschäftigt?

Ich starrte seinen Namen auf dem Bildschirm an und tippte darauf. Das Telefon klingelte. Er nahm beim zweiten Klingeln ab.

„Hallo Derek…“

„Nicht jetzt, Sara. Ich gehe gerade in ein wichtiges Meeting.“

„Aber…“

Er legte auf, bevor ich noch ein Wort sagen konnte – aber nicht, bevor ich Alyssas Lachen im Hintergrund hörte.

Meine Hand umklammerte das Handy.

Plötzlich tauchte eine Erinnerung aus dem letzten Jahr auf.

Es war meine Geburtstagsfeier. Derek war wie immer zu spät gekommen und hatte sich damit entschuldigt, dass er gearbeitet habe.

Kaum hatte ich die Kerzen ausgeblasen, rief Alyssa an.

Er war sofort gegangen und hatte gesagt, bei Alyssa zu Hause sei der Strom ausgefallen und er müsse ihr helfen.

Ich hatte mich längst daran gewöhnt. Egal, wie wichtig mir etwas war – es war nie so wichtig wie eine beiläufige Bitte von ihr.

Mit einem Seufzer ging ich in die Büroküche, um mir einen Kaffee zu machen.

„Oh mein Gott. Die sehen so süß zusammen aus“, hörte ich jemanden im Pausenraum sagen, während ich mir eine Tasse Kaffee holte.

„Ich weiß. Alyssa Ford ist so elegant und sie ist mit Derek zusammen. Die wären ein so perfektes Paar“, sagte eine andere blonde Frau aus der Buchhaltung.

Ich versuchte, keine Reaktion zu zeigen, aber es fiel mir schwer.

„Dir ist klar, dass er verheiratet ist“, sprach Anna aus dem Marketing.

„Ist er das wirklich?“ fragte die Blonde.

Sie verstummten plötzlich, als ich hereinkam.

„Oh, Sara. Du bist da! Hast du die neueste Boulevardzeitung über Alyssa Ford gesehen?“ fragte sie.

„Oh, noch nicht“, log ich.

„Schau.“ Sie hielt das Tablet hoch, auf dem Alyssa und Derek abgebildet waren, wie sie zusammen zu Abend aßen und etwas zu intim wirkten.

„Sind die nicht süß?“

„Ich schätze schon“, zuckte ich mit den Schultern und lächelte. Ich wartete nicht darauf, weiter bloßgestellt zu werden. Ich ging mit meiner dampfenden Kaffeetasse davon.

Mein Handy klingelte, gerade als ich anfangen wollte, mein Kündigungsschreiben zu schreiben.

In dem Glauben, es sei Derek, griff ich nach dem Handy – doch es war eine Nachricht von Rina.

Ich blinzelte bei Rinas Nachricht. Meine beste Freundin und Kommilitonin aus dem College. Eine hervorragende Designerin. Anders als ich war sie im Beruf geblieben, während ich mich um meine Familie gekümmert hatte.

„Du wirst nicht glauben, wer mit meinem Studio zusammenarbeitet. Alaric Lennox. Ja, dieser Alaric Lennox! Er hat nach dir gefragt.“

Mein Magen zog sich zusammen, als ich die Nachricht las. Alaric Lennox.

Dieser Name klingelte mehr als nur einmal, denn er war ein bekannter Geschäftsmann, der meine Arbeit nicht nur gut, sondern hervorragend gefunden hatte. Er hatte nicht aufgehört, meine Arbeit zu loben, und selbst als ich aufgehört hatte, hatte Rina nicht genug davon bekommen.

„Ich habe ihm gesagt, dass du mit dem Design aufgehört hast, aber er meinte, er habe immer gewusst, dass du zurückkommen würdest. Ich versuche, uns auf die internationale Design-Expo zu bringen. Kannst du mitkommen?“

Mein Atem stockte. Eine Expo? Es fühlte sich an, als hätte sich eine Tür, die ich zugeschlagen hatte, wieder einen Spalt weit geöffnet.

Ich starrte auf das Kündigungsschreiben und fühlte, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Ich griff nach meinem Handy und tippte eine einfache, aber wohlüberlegte Nachricht:

„Ich bin dabei.“

在 APP 繼續免費閱讀本書
掃碼下載 APP

最新章節

  • REUE, BIS SIE AUF WIEDERSEHEN SAGT   Kapitel 5

    SARAS SICHTMeine Schwiegermutter Bethany starrte mich mit offenem Mund an.Das hatte sie nicht erwartet. Ein zufriedenes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus. Das sollte sie erst einmal zum Schweigen bringen.Bevor sie auf die Bombe reagieren konnte, die ich gerade abgeworfen hatte, hörte ich eine vertraute Stimme, die nach mir rief.„Sara, bist du das?“ rief Dereks Großvater vom Fuß der Treppe.„Ja, Paps. Ich bin’s“, sagte ich und sah zu, wie er mit einem strahlenden Lächeln auf mich zukam.Danielle rannte zu ihm und umarmte ihn. „Oh, das ist meine kleine Prinzessin“, lachte er, als er sie mühelos vom Boden hochhob, sie in die Luft warf und wieder auffing.„Wie geht’s dir?“ fragte er Danielle und strich ihr liebevoll durch die dunklen Haare.„Mir geht’s gut, Opa. Ich habe dich vermisst!“ sagte Danielle aufgeregt und küsste seine Wangen.„Und wie geht’s dir, meine Liebe?“ Paps kam zu mir und zog mich in eine warme Umarmung.„Mir geht’s gut, Paps, und dir?“ fragte ich mit einem wa

  • REUE, BIS SIE AUF WIEDERSEHEN SAGT    Kapitel 4

    SARAS SICHTIch wachte auf und fand ein leeres Bett vor.Ich seufzte, als mir klar wurde, dass Derek fort war.Er war letzte Nacht nach dem Duschen eingeschlafen, als wäre ich gar nicht da gewesen, als hätte ich ihn nicht um die Scheidung gebeten.Mit einem Seufzer erhob ich mich aus dem Bett, dehnte meine müden und steifen Glieder, um mich besser bewegen zu können, und schlenderte dann zum Zimmer meiner Tochter.Sie schlief noch fest.In ihrem Zimmer lag ein neuer Teddybär.Derek musste ihn mitgebracht haben, als er letzte Nacht nach Hause gekommen war.Ich weckte sie für eine schnelle Dusche, zog sie für den Tag an und schickte sie zu Mrs. Rodriguez nach unten zum Frühstück, während ich mich für die Arbeit fertigmachte.Als ich mit dem Duschen fertig war, zog ich einen Hosenanzug an. Derek hasste es immer, wenn ich Hosenanzüge oder generell Jeans trug. Er sagte stets, ich würde damit Aufmerksamkeit erregen wollen und sei viel zu kurvig für solche Kleidung.Aus Respekt vor ihm hatte

  • REUE, BIS SIE AUF WIEDERSEHEN SAGT   Kapitel 3

    SARAS SICHT„Du willst kündigen?“ fragte Asher Herman, mein Vorgesetzter, erneut, und ich nickte.„Ja, Sir.“Er musterte mich eine Weile mit zusammengekniffenen Augen.Asher, mein Vorgesetzter, war ein Mann mittleren Alters mit gütigen Augen und einem einigermaßen attraktiven Gesicht. Als ich hier angefangen hatte, hatte Derek angewiesen, dass man mich genauso behandeln solle wie die anderen Mitarbeiter. Alles an mir sollte dem Standardverfahren folgen, und so wurde ich auch behandelt.Nicht nur mein Ehemann behandelte mich kühl, sondern auch die Mitarbeiter um mich herum. Aber warum sollten sie auch nicht? Ihr Chef war gut darin, mir das Leben zur Hölle zu machen.„In Ordnung“, durchbrach er die Stille. „Jemand wird eingestellt, der deine Stelle übernimmt.“Ich nickte, dankbar, dass er keine Fragen stellte, obwohl klar war, dass er welche hatte. Ich wusste, dass ich nicht einfach heute gehen konnte.„Danke.“Ich lächelte und ging hinaus, und zum ersten Mal seit Langem fühlte ich mich

  • REUE, BIS SIE AUF WIEDERSEHEN SAGT   Kapitel 2

    DRITTE PERSONDerek trat aus dem Konferenzraum, erschöpft von dem dreistündigen Meeting, das er gerade hinter sich gebracht hatte.Obwohl er müde war, spielte ein Lächeln um seine Lippen. Er hatte wieder einmal einen Deal erfolgreich abgeschlossen.Er war, wie immer, auf der Gewinnerseite.Sein Handy vibrierte in der Tasche, während er das neu übernommene Unternehmen verließ.Er steckte die Hand in die Tasche, zog das Handy heraus und wollte die soeben eingegangene Nachricht lesen.Als er die Benachrichtigungsleiste herunterzog, sah er, dass die Nachricht von seiner Frau Sara stammte. Er tippte darauf und wollte sie gerade lesen, als er plötzlich von kleinen Händen unterbrochen wurde, die sich um seine Taille legten.„Alyssa“, murmelte er, bevor er sich umdrehte und sie sah.Ein Lächeln breitete sich über das Gesicht der blonden Frau aus.„Wie ist es gelaufen?“ Ihre Stimme war angenehm, weder zu laut noch schrill, und trug Wärme in sich.„Rate mal“, grinste Derek.„Du hast den Deal be

  • REUE, BIS SIE AUF WIEDERSEHEN SAGT   Kapitel 1

    SARAS SICHTDer Regen trommelte leise gegen die Glasscheiben, ein trauriger Rhythmus, der die Stille des Hauses erfüllte. Der Raum war nur schwach von romantischen Duftkerzen erhellt und roch nach Jasmin- und Lavendel-Lufterfrischer.Die Kerzen, die ich für ein romantisches Abendessen angezündet hatte, ließen den Raum jetzt wie bei einer Séance aussehen.Das Essen war kalt, unberührt.Ich machte mir nicht die Mühe, es aufzuwärmen.Was hatte es für einen Sinn, wenn mein Mann nicht zu unserem Jahrestag erscheinen würde?Ich seufzte und griff erneut nach meinem Handy. Der Bildschirm leuchtete auf.23:28 UhrIch öffnete meine Nachrichten und aktualisierte sie immer wieder, obwohl ich bereits wusste, dass nichts Neues da war. Nur dieselbe Nachricht von Rina:Es ist euer Jahrestag, der perfekte Zeitpunkt, um die Dinge zwischen euch beiden zu kitten. Nutze diese Chance. Ich glaube an dich.Ich hatte sie wieder und wieder gelesen, wusste aber nicht, wie ich antworten sollte. Tief in mir hätte

更多章節
探索並免費閱讀 優質小說
GoodNovel APP 免費暢讀海量優秀小說,下載喜歡的書籍,隨時隨地閱讀。
在 APP 免費閱讀書籍
掃碼在 APP 閱讀
DMCA.com Protection Status