INICIAR SESIÓNNaomis POVDas Erste, was mir auffiel, als ich die Augen öffnete, war die Stille.Nicht diese ruhige Art von Stille aus den Bergen. Diese war weich und friedlich, wie die Hand einer Mutter auf dem Kopf ihres Kindes. Diese hier war anders. Sie fühlte sich … seltsam an. Schwer. Als würde die Luft auf etwas warten.Ich blinzelte langsam und sah mich um.Das Zimmer war groß. Größer als jedes Zimmer, in dem ich jemals zuvor geschlafen hatte. Die Decke war hoch und weiß gestrichen wie frische Milch. Die Vorhänge waren lang und cremefarben und bewegten sich sanft im Wind, der durch das Fenster kam.Für einen Moment vergaß ich, wo ich war.Dann fiel es mir wieder ein.London.Wir waren in London.Ich setzte mich langsam auf, mein Herz schlug schnell. Das Bett war weich unter mir, viel zu weich. Es fühlte sich an, als würde ich darin versinken, wenn ich zu lange liegen blieb.Ich drehte schnell den Kopf.„Leo?“Meine Stimme kam leise heraus, fast ängstlich.Dann sah ich ihn.Er lag zusammenger
Naomi verspürte ein kleines bisschen Schuld, aber sie wusste, dass sie nicht für ihn bleiben konnte. Ihre Flügel waren endlich gewachsen, und sie musste fliegen.Im Anwesen saß Valentina in ihrem Zimmer und warf ihren Schmuck gegen den Spiegel. Klirr! Funkeln! Schepper!„Sie geht nach London!“, schrie Valentina ihren Vater Victor an, der in einem Stuhl in der Nähe saß. „Sie wird mit ihrem verzogenen Balg in einer schicken Wohnung leben! Und Lucas ist hier und starrt jeden Tag auf ihr Bild! Tu etwas, Vater!“Victor sah seine Tochter an. Langsam wurde er ihres Geschreis müde. „Ich kann nichts tun, Valentina. Sie steht jetzt unter internationalem Schutz. Die Medien lieben sie. Wenn wir ihr jetzt etwas antun, wird die Polizei direkt zu uns kommen. Wir müssen sie gehen lassen.“„Ich werde sie nicht gehen lassen!“, schrie Valentina. „Ich werde ihr folgen! Ich werde einen Weg finden, sie auch in London zu ruinieren!“„Du wirst hierbleiben und Ehefrau sein“, sagte Victor mit kalter Stimme. „W
Das Ashford-Anwesen war am Morgen sehr ruhig, aber die Stadt draußen war laut. Überall, wo man hinsah – auf den großen Bildschirmen auf den Straßen, an den Seiten der Busse und in den Fenstern der Ashford-Bürogebäude – war ein Gesicht zu sehen. Es war ein wunderschönes Gesicht mit freundlichen Augen und einem markanten Kinn.Es war Naomi.Das Unternehmen hatte eine große Entscheidung getroffen. Sie wollten der Welt zeigen, dass ihnen echtes Talent wichtig war. Sie wählten Naomis Zeichnung „Die Wahrheit“ als Gesicht ihrer neuen globalen Marke. Ihr Bild war nun in den Vereinigten Staaten, in Europa und auf der ganzen Welt zu sehen. Sie wurde als beste junge Künstlerin des Landes bezeichnet.Im Anwesen stand Valentina endlich wieder auf eigenen Beinen. Ihr Gips war weg, und sie trug wieder teure High Heels. Ihr Vater Victor hatte ihr gesagt, dass sie jeden Tag mit Lucas ins Büro gehen musste. Er wollte, dass sie das Geld im Auge behielt. Er wollte sicherstellen, dass Lucas nicht versucht
Aber Jessica und Megan gaben nicht auf. Sie saßen in der Bibliothek und sahen sich ein Modemagazin an.„Sieh dir das an“, sagte Jessica und zeigte auf ein Foto von Valentina Ashford. „Sie ist die Frau dieses reichen CEOs, Lucas Ashford. Alle sagen, dass sie das perfekte Paar sind, aber sieh dir ihr Gesicht an. Sie sieht unglücklich aus.“„Ich habe ein Gerücht gehört“, flüsterte Megan und beugte sich zu ihr. „Ich habe gehört, dass Lucas Ashford vor Valentina eine geheime Ehefrau hatte. Ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen. Ich wette, dieses Mädchen ist Naomi. Denk darüber nach! Naomi hat einen Sohn, der wie ein reicher Junge aussieht. Sie hat viele Geheimnisse. Alles passt perfekt zusammen!“„Wenn das stimmt“, sagte Jessica mit einem gemeinen Blick, „dann ist Naomi keine ‚Nationalkünstlerin‘. Sie ist nur eine Frau, die aus einer Villa geworfen wurde. Wir sollten Beweise finden. Wenn wir Beweise finden, können wir allen zeigen, dass sie eine Betrügerin ist.“Sie begannen, im Internet
Die Nachmittagssonne fiel durch die großen Fenster des Ashford-Anwesens. Im Inneren des Hauses war es sehr still. Lucas war in der Bibliothek, und Evelyn saß im Wintergarten und trank Tee. Sie dachte darüber nach, wie sie den Familiennamen reinhalten konnte. Die Nacht in der Kunstgalerie hatte ihr immer noch viel Stress bereitet.Plötzlich schwangen die Eingangstüren mit einem lauten Knall auf.Die Dienstmädchen zuckten erschrocken zusammen. In der Tür stand ein großer Mann mit einem sehr teuren Mantel und einem Gesicht, das wie aus Stein gemeißelt wirkte. Es war Mr. Victor, Valentinas Vater. Er hatte nicht angerufen. Er hatte keine Nachricht geschickt. Er kam einfach herein, als würde ihm das Gebäude gehören.„Wo ist meine Tochter?“, schrie Victor. Seine Stimme war tief und sehr beängstigend.Valentina war im Wohnzimmer und saß in ihrem Rollstuhl. Als sie die Stimme ihres Vaters hörte, erhellte sich ihr Gesicht mit einem riesigen Lächeln. Sie hatte ihn lange nicht gesehen. Sie benutz
Sie sah auf ihre Hand. Sie war leer. Sie dachte an den goldenen Ring, den Lucas in der Stadt trug.Lucas ist ein König, dachte sie. Er lebt in einer Welt aus Glas und Gold. Er kann nicht hierherkommen. Er kann nicht der Mann sein, den ich brauche. Er muss seine Rolle spielen. Er muss der Erbe der Ashfords sein.Sie spürte eine riesige Welle der Traurigkeit. Sie wollte Sam lieben. Sie versuchte, ihrem Herzen zu sagen, dass es ihn lieben sollte. Aber jedes Mal, wenn sie an einen „Ehemann“ dachte, sah sie Lucas’ Lächeln. Sie sah, wie er sie früher gehalten hatte, wenn die Welt beängstigend war.„Martha?“, rief Naomi.Martha kam zur Tür. „Ja, mein Kind?“„Glaubst du, es ist möglich, zwei Menschen gleichzeitig zu lieben?“, fragte Naomi. „Ich liebe Sam für seine Freundlichkeit. Ich liebe ihn dafür, dass er bleibt. Aber ich liebe Lucas... ich liebe Lucas für alles, was wir waren.“Martha setzte sich auf die Stufen der Veranda.„Ich glaube, du liebst Sam wie einen Bruder, Naomi. Du liebst ihn







