LOGINIch gab Ryan Cole drei Jahre meines Lebens, drei Jahre Vertrauen und der Zurückhaltung des heiligsten Teils meiner selbst, weil ich glaubte, er sei das Warten wert, nur um an unserem Jahrestag herauszufinden, dass er es nicht war. Er lag in meinem Bett mit meiner besten Freundin, und trug das Armband, von dem er geschworen hatte, es verloren zu haben. Nach dem Verrat sollte ich Damon Cole eigentlich nicht begegnen, geschweige denn einen Vertrag annehmen, der mich sechzehn Stunden am Tag mit ihm im selben Gebäude einsperrte. Ich sollte nichts für einen Mann empfinden, der denselben Namen trägt wie der, der mich bereits einmal zerstört hat. Aber wenn man einem Mann begegnet, der viel älter, erfahren, gefestigt, bestimmend ist und einen ansieht, als wäre man das Einzige in der ganzen Stadt, das es wert ist, gesehen zu werden, was blieb mir da noch übrig? Und was mir niemand gesagt hat, ist, dass manche Dinge nicht von der falschen Person zerstört werden, sondern für die richtige aufgehoben sind. VON DIR VERSTOSSEN? VON DEINEM VATER AUSERWÄHLT ist eine erotische Liebesroman für Erwachsene mit expliziten sexuellen Inhalten, einer Altersunterschied-Romanze, reifen Themen und Szenen von hoher emotionaler Intensität. Für Leser ab 18 Jahren.
View MoreZoeys Perspektive
Mein Schlüssel blieb zum dritten Mal im Schloss stecken, und ich lachte leise in mich hinein, wobei ich es lieber auf meine zitternden Hände schob. Heute Abend sollte perfekt werden, denn es waren drei Jahre mit Ryan Cole gewesen, drei Jahre der Geduld, und heute Abend würde ich ihm endlich das letzte Stück von mir geben, das ich mir bisher aufgehoben hatte.
Die Tür gab schließlich nach, und ich betrat die Wohnung mit einer Flasche Wein und einem kleinen Samtkästchen, über das ich zwei Wochen lang gegrübelt hatte. Das Licht war gedämpft, schwach, und aus dem Schlafzimmer drang unbekannte Musik, mein Magen zog sich zusammen, noch bevor mein Verstand begriff, warum.
„Ryan?", rief ich und stellte den Wein auf der Theke ab. „Ich habe mich selbst reingelassen. Ich hoffe, das ist immer noch in Ordnung."
Keine Antwort kam, nur ein leises, weibliches Lachen wehte den Flur entlang.
Meine Füße bewegten sich, bevor meine Gedanken es taten. Ich durchquerte das Wohnzimmer, meine Absätze lautlos auf dem Parkettboden, und stieß die Schlafzimmertür auf.
Der Anblick traf mich wie eine Wand. Ich sah Ryans nackten Rücken, eine Frau unter ihm, ihre Zöpfe über das Kissen verteilt, ihre Nägel gruben sich seine Wirbelsäule entlang. Der Kopf der Frau drehte sich zuerst, und mein ganzer Körper wurde taub, als ich ihr Gesicht erkannte.
Es war Diana, meine beste Freundin seit dem College. Diejenige, die mir die Haare gehalten hatte, nachdem ich zu viel Tequila getrunken hatte, diejenige, die mit mir am Grab meiner Mutter geweint hatte, und diejenige, die jetzt Ryans Namen stöhnte, in dem Bett, das ich mit ihm ausgesucht hatte.
Meine Hand flog zu meinem Mund. Das Samtkästchen glitt mir aus den Fingern und schlug mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden auf, das lauter zu hallen schien, als es sollte.
„Oh mein Gott", sagte Diana und griff nach dem Laken, ihre Stimme brach. „Zoey, das ist nicht…"
Ryan drehte sich um, und für einen Moment wirkte er eher verärgert als erschrocken, als hätte ich etwas unterbrochen.
„Zoey." Er sagte meinen Namen wie einen Tadel, als wäre ich diejenige, die im Unrecht war. „Du bist früh dran."
„Früh dran???" Ich wiederholte das Wort langsam, prüfte sein Gewicht, denn mir fiel nichts anderes ein. Mein Rücken traf den Türrahmen, und meine Hände griffen, ohne meine Erlaubnis, danach, umklammerten das Holz, das sich anfühlte wie das Einzige Feste im Raum.
Dann sah ich das Glitzern an Dianas Handgelenk, als sie nach dem Laken griff, um sich zu bedecken. Es war ein dünnes goldenes Armband, mit meinen Initialen auf der Innenseite eingraviert, dort, wo nur er hinsehen würde.
Das war das Armband, das ich ihm zu unserem ersten Jahrestag geschenkt hatte. Dasjenige, von dem er geschworen hatte, er habe es acht Monate zuvor auf einer Geschäftsreise nach Chicago verloren, und dasjenige, um das ich still in der Dusche geweint hatte, damit er nicht sah, wie sehr mich der Verlust geschmerzt hatte.
„Du hast mir gesagt, du hättest es verloren", sagte ich, meine Stimme klang nicht wie meine eigene. Sie kam flach heraus, ohne Luft, als wäre sie plötzlich entwichen.
Ryans Blick fiel auf ihr Handgelenk, und Gefühle huschten über sein Gesicht, schnell und berechnend, bevor er sich in eine geübte Verteidigung flüchtete. „Es ist nicht das, was du denkst."
„Es ist genau das, was ich denke." Mein Blick ruhte weiter auf Diana, die immer noch das Laken umklammerte, als könnte es sie vor etwas schützen, obwohl es dafür längst zu spät war. „Wie lange geht das schon?"
Dianas Mund öffnete sich, schloss sich, öffnete sich wieder. „Zoey, bitte, lass mich es erklären…"
„Wie lange geht das schon?"
„Vier Monate." Dianas Stimme brach beim zweiten Wort, ihr Kinn zitterte, und falsche Tränen liefen über ihre Wangen.
Meine Knie wurden taub, und ich griff wieder nach dem Türrahmen, um nicht zu fallen.
Vier Monate. Ich rechnete unwillkürlich nach. Also, vier Monate voller Abendessen mit Diana, voller Einkaufsbummel, voller langer Telefonate, in denen Diana gezielte, vorsichtige Fragen gestellt hatte, wie es mit Ryan lief, Fragen, von denen ich jetzt erkannte, dass sie nie aus Sorge gestellt worden waren.
Meine Beine fühlten sich an, als gehörten sie jemand anderem, als ich von der Tür zurücktrat. Ryan stand vom Bett auf, zog sich ungeschickt eine Jogginghose an und griff nach meinem Arm.
„Zoey, warte. Lass uns das wie Erwachsene besprechen."
Ich sah auf seine Hand an meinem Handgelenk, dann auf sein Gesicht, und etwas in mir wurde vollkommen still, jene Art von Stille, die entscheidet, in welche Richtung ein Sturm losbricht, kurz bevor er einschlägt.
„Fass mich nicht an."
Er ließ los, doch sein Kiefer spannte sich an, und zum ersten Mal an diesem Abend sah ich Angst in seinen Augen, Angst vor den Konsequenzen und davor, was als Nächstes mit ihm geschehen würde, nicht vor dem, was er mir bereits angetan hatte.
„Drei Jahre", sagte ich leise, mehr zu mir selbst. „Drei Jahre habe ich gewartet und jeden abgewiesen, der mich auch nur zweimal ansah, weil ich dachte, ich würde etwas mit dir aufbauen. Ich habe dir das eine gegeben, das ich niemals einem anderen gegeben habe, und du konntest nicht einmal warten, bis ich dir den Rest gab."
„So ist es nicht", begann er, doch ich hatte mich bereits abgewandt, ging bereits zurück durch das Wohnzimmer, wo der Wein noch immer unangetastet auf der Theke stand.
Ich blieb an der Tür stehen, meine Hand noch immer am Rahmen, und blickte zurück auf ihn, halb angezogen und verzweifelt, auf Diana, eingehüllt in ein Laken, das einst meine eigene Wahl für das Schlafzimmer gewesen war, gekauft auf einem Wochenendausflug, den wir zusammen unternommen hatten, bevor all das begonnen hatte.
Ich ging hinaus, ohne auf eine Antwort zu warten, meine Absätze klickten gleichmäßig und leise den Flur entlang, doch meine Hände hörten nicht auf zu zittern, bis ich allein in meinem Auto saß, drei Straßen entfernt. Ryan folgte mir bis zur Tür, mit nacktem Oberkörper, und rief meinen Namen dreimal, seine Stimme brach beim letzten Mal, doch es kümmerte mich nicht im Geringsten.
Als ich mein Auto erreichte, zitterte ich so stark, dass mir die Schlüssel zweimal herunterfielen, bevor ich die Tür öffnen konnte. Ich saß hinter dem Lenkrad, umklammerte es mit beiden Händen und zwang mich, ein- und auszuatmen. Meine Brust hob sich einmal, zweimal, und dann begann das Schluchzen, hässlich und plötzlich, und ich presste meine Stirn gegen das Lenkrad und ließ es geschehen.
Drei Jahre, in denen ich andere Männer abgewiesen hatte, in denen ich etwas gehütet hatte, das ich für heilig hielt, in denen ich geglaubt hatte, Geduld sei dasselbe wie Gewissheit.
Schließlich setzte ich mich auf, wischte mir mit dem Handrücken über das Gesicht und erhaschte mein eigenes Spiegelbild im Rückspiegel. Ich betrachtete mein Bild in den gebürsteten Stahltüren, meine Wimperntusche begann zu verlaufen, mein Kiefer war so angespannt, dass es wehtat. Etwas in mir hatte sich bereits verändert, war an den Rändern hart geworden, und ich erkannte mich selbst nicht wieder, auf eine Weise, die ich fast respektierte.
„Du wirst das bereuen", flüsterte ich der leeren Windschutzscheibe zu, Ryan, all dem. „Eines Tages wirst du verstehen, was du weggeworfen hast."
Ich wusste nicht, und konnte nicht wissen, dass der Vertrag, den ich zwei Wochen zuvor für ein Innenstadt-Designprojekt unterschrieben hatte, mich bereits unter die direkte Aufsicht eines Mannes gestellt hatte, der denselben Nachnamen trug, Damon Cole, Ryans Vater.
Und als ich am Montagmorgen mit einem Kaffee in der Hand und meiner kaum wiedergewonnenen Fassung den Glasturm betrat, hatte ich keine Ahnung, dass ich gleich in das eine Gesicht in Hartwell City blicken würde, das dazu imstande war, mich vergessen zu lassen, dass sein Sohn jemals existiert hatte.
Zoeys PerspektiveIch tippte auf den Bildschirm meines Handys, rief die unbekannte Nummer zurück, bevor ich es mir anders überlegen konnte, mein Herz hämmerte so hart, dass ich es in den Zähnen spürte.Die Leitung klingelte zweimal, dann sprang sie direkt zu einer flachen automatisierten Stimme, die mir mitteilte, die Nummer sei nicht mehr vergeben. Ich starrte auf den Bildschirm, während sich Unglauben und Wut in meiner Brust ineinander verstrickten, mein Daumen schwebte nutzlos über einem Anrufverlauf, der bereits erkaltet war.„Komm schon" - murmelte ich, tippte erneut auf Wahlwiederholung, obwohl ich bereits wusste, dass es nicht durchgehen würde, aber ich bekam nichts, nur Stille und eine tote Leitung, die mich anstarrte.Meine Hände zitterten, während ich die Nachricht zum dritten Mal las, die Worte setzten sich mit jedem Mal tiefer in meiner Brust fest. „Frag ihn, was er getan hat, um sicherzustellen, dass Ryan nie die Wahrheit über seinen echten Vater erfuhr."Ich presste mein
Zoeys PerspektiveIch griff nach der Kante seines Schreibtischs, bevor meine Knie vollständig nachgaben, meine Gedanken kreisten zurück zum Regen, zu seiner Hand an meinem Kiefer und wie nah wir tatsächlich gekommen waren, bevor mein Handy uns unterbrochen hatte.„Aber wir haben nicht" - begann ich, hielt dann inne, denn wir hatten fast, nah genug, dass eine Kameralinse den Unterschied nicht erkannt hätte. „Jemand hat uns fotografiert?"„Höchstwahrscheinlich ein Freiberufler, der wegen Prominentensichtungen vor dem Gebäude postiert war." Damons Kiefer war eine harte Linie, seine Hände stützten sich an der Kante seines Schreibtischs ab, als würde er sich allein durch bloße Willenskraft an Ort und Stelle halten. „Sandra hat Verbindungen in diese Welt, aus ihrem Wohltätigkeitszirkel. Jemand hat es ihr direkt verkauft, statt es öffentlich zu verbreiten."„Dann ist es noch nicht öffentlich." Meine Stimme kam dünn heraus, griff nach jedem Faden der Erleichterung, den ich finden konnte.„Noc
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Zoeys Perspektive„Sie ist stabil." Die Worte des Arztes trafen ein, und die Knie meiner Mutter gaben so schnell nach, dass ich gerade noch rechtzeitig ihren Arm auffangen konnte, um sie aufrecht zu halten.„Oh, Gott sei Dank." Meine Mutter presste eine zitternde Hand auf ihre Brust, und ich spürte, wie mein eigener Atem mit einem Mal aus mir herausschoss, mein Griff um ihre Hand lockerte sich nur ein wenig, immer noch bebend.„Es war ein kardiales Ereignis, aber ein mildes" - fuhr der Arzt fort, sein Blick wanderte zwischen seinem Tablet und unseren Gesichtern hin und her. „Wir haben ihren Herzrhythmus stabilisiert, und sie ruht sich jetzt aus. Am Morgen müssen wir weitere Untersuchungen durchführen, aber die nächsten vierundzwanzig Stunden sehen vielversprechend aus."„Können wir sie sehen?" Die Stimme meiner Mutter brach, während sich Hoffnung und Erschöpfung ineinander verwoben.„Zu zweit, kurz. Sie ist sediert, also erwarten Sie heute Nacht nicht viel Konversation."Wir folgten e

















