Er wählte eine andere – nun nennt er mich Madre
Ich wurde als Verlobte von Lorenzo, dem Erben der Mafia, auserwählt.
Doch auf einer Familien-Gala wurde Lorenzo offen von Chiara, der Tochter eines Waffenhändlers, umworben.
Chiara war anders als die übrigen regelkonformen Debütantinnen. Sie jagte in einem modifizierten Sportwagen durch die Straßen, schnitt ihre Zigarren mit einem militärischen Kampfmesser auf und trank den stärksten Whiskey pur. In ihr loderten Wildheit und Ungezähmtheit – ein Feuer, von dem Lorenzo den Blick nicht lösen konnte.
Er beschwerte sich bei den Familienältesten: „Wie kann so eine Frau jemals unsere Madre werden und die gesamte Familie führen?“
Seine Worte trieften vor Verachtung gegenüber ihrer Rücksichtslosigkeit, doch seine Augen hingen an ihr, verfolgten jede ihrer Bewegungen, als sie ihr Glas hob.
An Lorenzos Geburtstag verkündete er schließlich seine Absicht, Chiara zu seiner Geliebten zu machen.
Chiara lehnte ab. „Die Frauen meiner Familie sind Ehefrauen, niemals Geliebte. Und das Herz meines Mannes gehört einzig mir.“
Lorenzo wandte sich an mich, seine Stimme zögerlich. „Alessia, es ist nur ein Titel. Ich brauche dich, um ihn Chiara zu überlassen. Bitte? Sie versteht unsere Traditionen nicht und macht ein Drama daraus, mich zu heiraten. Wir müssen sie nur vorerst beruhigen. Selbst wenn sie mich heiratet, wirst du weiterhin diejenige sein, die die Geschäfte der Familie führt.“
Als ich in meinem Brautkleid vor dem Spiegel stand, bohrte sich ein scharfer Kristall am Mieder in meinen Finger. Ein einziger Tropfen Blut blühte auf dem makellosen weißen Satin.
Das Kleid war ruiniert, aber die Hochzeit würde stattfinden.
Wenn ich nicht die Frau des Erben sein konnte, würde ich die Frau des Dons werden.