เข้าสู่ระบบ„Elias!“
Meine Stimme überschlug sich bei seinem Namen. Der Boden hatte angefangen unter meinen Stiefeln zu beben. Es war das Geräusch von Hunderten nackter Füße, die durch den Dreck hämmerten. „Ich verlange nicht, dass du mich magst!“ rief ich. „Ich verlange nicht, dass du freundlich bist! Es ist mir egal, ob du mich nicht ansehen kannst!“ „Wren…“, sagte Declan. „Sei still!“ Ich hielt meine Augen auf Elias gerichtet. Er stand erstarrt am Truck, die Hand am Gurt seiner Tasche. „Du bist der Einzige, der einen Körper lesen kann. Du wirst wissen, ob die Funksignale echt sind. Du wirst wissen, ob ein Kind in einer gelben Jacke überleben konnte, was auf dieser Jacke ist. Ich kann Finn nicht allein finden. Ich brauche dich, und ich sage es so hässlich, wie ich muss. Ich brauche dich.“ „Ich habe Nein gesagt.“ „Dann sag mir warum. Jetzt sofort. Sieh mich an und sag mir warum.“ Er öffnete den Mund. Die ersten grauen Gestalten brachen aus den Kiefern, ein Dutzend, dann dreißig, Arme schwingend und Kiefer weit aufgerissen. Die Wachen auf der Mauer begannen zu schießen. Eine Kugel jaulte vom Tor ab, direkt neben meinem Kopf. „Elias!“ brüllte Beck. „Zeit!“ Etwas in Elias’ Gesicht brach auf. Es war kein Mitleid. Es sah aus wie ein Mann, der beschließt, von einem Dach zu springen. „Nicht für dich“, sagte er leise. „Für Finn.“ „Ich nehme es.“ Er überquerte die Linie in sechs Schritten und blieb neben mir stehen. Seine Schulter war warm an meiner, und er zitterte. Ich glaube nicht, dass er es wusste. „Gut. Was soll ich sagen?“ „Männer, die schwören, dürfen die Linie überqueren“, rief Lydia von der Mauer. Sie klang gelangweilt. „Das Gelübde wird am Tor gesprochen, laut, vor Zeugen.“ Ich sah nach oben. Hinter ihr hatte sich die ganze Mauerkrone mit Menschen gefüllt. Frauen in dicken Mänteln. Alte Männer, die sich auf Stöcke stützten. Kinder auf den Schultern ihrer Väter. Hunderte Gesichter beobachteten mich im hellen Licht. Niemand half, und niemand sah weg. „Declan zuerst“, sagte Lydia. „Schnell, wenn ihr leben wollt.“ Er kam an meine linke Seite, das Gewehr über den Rücken gehängt, die Brust schwer atmend. Er berührte mich nicht. Seine Hand hing an seiner Seite mit offenen Fingern, als hätte er Angst, sie zu schließen. „Ich, Declan Rhodes, stehe zwischen dir und der Dunkelheit“, sagte er, laut genug, dass alle es hörten. Seine Stimme war fest, aber seine Augen waren es nicht. „Ich schwöre es dir. Ich werde dich nicht wieder verlassen.“ Die Worte trafen mich hart, direkt in die Rippen. Jede Rede, die ich in all den langen Nächten geübt hatte, kam auf einmal zurück. „Du hast es bereits getan“, sagte ich. „Ich weiß.“ „Das ist kein Gelübde. Das ist eine Entschuldigung.“ „Dann ist es beides.“ Er hielt meinem Blick stand. „Lass mich den Rest verdienen.“ Der erste Blutsauger erreichte die Linie. Er rannte geradewegs über den dicken weißen Farbstreifen und kam weiter, bis eine Kugel einer Wache ihn am Hals traf. Er fiel drei Fuß von meinen Stiefeln entfernt. „Elias!“ schnappte Lydia. Er holte Atem. Er starrte geradeaus auf das Tor, nicht auf mich, und sagte es wie ein Mann, der einen Vertrag vorliest. „Ich, Elias Hart, stehe zwischen dir und der Dunkelheit. Ich schwöre, dich am Atmen zu halten.“ Er hielt inne. „Sonst nichts.“ „Das ist alles?“ sagte Beck. „Das ist das ganze romantische Geschenk?“ „Mehr habe ich nicht.“ „Es ist mehr, als ich erwartet habe“, sagte ich. Elias’ Blick huschte zu mir, überrascht, und dann sah er weg. Die Horde war jetzt so nah, dass ich sie riechen konnte, eine süße, verfaulte Welle, die mir im Hals stecken blieb. Eine dünne graue Hand streckte sich aus der Menge und packte meinen Ärmel. Declan schlug sie mit dem Kolben seines Gewehrs am Handgelenk ab. „Beck!“ rief Lydia. „Ich bin dran!“ Er sprang vor, leicht auf den Füßen, und für einen Moment dachte ich, er würde eine große Rede halten. Stattdessen wandte er sich an mich. Das Grinsen war weg. Er sah jünger aus als dreiundzwanzig. „Ich, Beckett Vance, stehe zwischen dir und der Dunkelheit.“ Seine Stimme wurde leiser. „Ich schwöre, dich weniger anzulügen.“ „Weniger?“ sagte ich. „Ich versuche, realistisch zu sein.“ Er zwinkerte, aber es zitterte. „Kleine Schritte.“ „Erledigt“, sagte Lydia. „Der Eid ist bezeugt. Öffnet das Tor!“ Das Tor kreischte und rollte auf. Declan packte mich um die Taille und rannte. Beck war direkt neben uns, und Elias war einen halben Schritt dahinter und zog die Truckschlüssel aus der Tasche. Der Truck ratterte hinter uns herein. Das Tor knallte mit einem Krachen zu, das ich in den Zähnen spürte, und die Mauer brach in Gewehrfeuer aus. Durch den Metallzaun sah ich, wie die Front der Horde dagegen prallte und daran klebte wie graue Motten an einem Fenster. Ich stand im Dreck, das Herz schlug mir im Hals, und die gelbe Jacke war noch immer in meinen Armen zerdrückt. Auf der Mauer hatte Klatschen eingesetzt. Es war kein fröhliches Jubeln. Es war langsam und schwer, wie bei einer Beerdigung. Lydia kam eine Metalltreppe herunter, ihre Stiefel hallten auf jeder Stufe. Aus der Nähe roch sie nach Waffenöl und Holzrauch. Sie blieb vor mir stehen und sah die drei Männer an, die um mich herumstanden, dann wieder mich. „Herzlichen Glückwunsch“, sagte sie. „Du bist eine Ehefrau.“ „Ist das alles?“ „Nein.“ Sie zog ein zusammengefaltetes Paar Handschuhe von ihrem Gürtel und steckte sie weg. „Es gibt einen Teil, den niemand dir erzählt, bevor du schwörst. Der Rat hält ihn gern geheim. Er hält die Eide sauberer.“ „Lydia“, sagte Declan mit einer Stimme wie eine Warnung. „Der Eid gilt nicht für eine Saison, Rhodes. Er ist kein Probelauf.“ Sie sah mich direkt an. „Er hält dein ganzes Leben. Deins und ihres. Das Einzige, was ihn bricht, ist der Tod.“ Die Worte rollten um das Tor und landeten. Beck machte ein kleines, ersticktes Geräusch. Elias war völlig weiß geworden. Declan blinzelte nicht. „Wessen Tod?“ fragte ich. „Irgendeiner von euch.“ Sie drehte sich um und ging weg. „Kabine Neun, dritte Reihe. Holz ist im Ofen. Sei nicht zu spät zum Morgenappell.“ --- Die Kabine roch nach Staub und Zedernholz. Sie hatte einen Raum, ein Bett, einen Holzofen mit einem verbeulten Kessel darauf und ein einziges Fenster, das auf die Mauer hinausblickte. Es war der erste echte Unterschlupf, in dem ich seit dem Krankenhaus stand, und ich konnte mich nicht dazu bringen, mich hinzusetzen. Die drei füllten den Raum wie Möbel, die zu groß dafür waren. Declan stand an der Tür, die Arme verschränkt. Elias hatte sich die Ecke genommen, den Rücken zur Wand, die Augen auf den Boden gerichtet. Beck lief an den Regalen entlang, nahm eine Kerze auf, stellte sie hin, nahm sie wieder auf. „Niemand muss etwas sagen“, sagte ich. „Wirklich. Bitte. Ich muss nur zehn Minuten allein sein.“ „Wir sollten bleiben“, sagte Declan. „Zehn Minuten.“ „Wren…“ „Ich gehe nirgendwohin. Ich bin mit euch drei verheiratet. Anscheinend auf Lebenszeit.“ Mein Lachen kam brüchig heraus. „Wohin sollte ich gehen?“ Er sah aus, als wollte er widersprechen. Dann nickte er einmal und öffnete die Tür. Elias ging ohne ein Wort. Beck war der Letzte. Er blieb im Türrahmen stehen und sah zu mir zurück. „Falls es etwas wert ist“, sagte er, „ich habe es ernst gemeint. Das mit dem weniger Anlügen.“ „Ich weiß, dass du es ernst gemeint hast.“ „Wirklich?“ „Nein.“ Ich lächelte, klein und müde. „Aber ich werde mich dazu entscheiden.“ Er lächelte zurück. Dann fiel die Tür zu, und ich war allein. Ich sank auf die Bettkante. Die gelbe Jacke war noch immer in meinen Armen. Ich legte sie über meine Knie und rieb mit dem Daumen über den kleinen Fuchsflicken. Zum ersten Mal seit dem Krankenhaus ließ ich mich weinen. Es war nicht schön. Es war die Art von Weinen, die einen in der Mitte zusammenklappt und die Rippen wund zurücklässt. Als es vorbei war, wischte ich mir mit dem Ärmel über das Gesicht und zog das alte Radio aus meiner Tasche, das ich seit dem ersten Tag bei mir trug. Es war Dads. Es hatte seit Monaten keinen Ton von sich gegeben. Ich drehte am Knopf und lauschte dem leeren Rauschen, und ich redete mir ein, dass ich auf nichts hoffte. Ich wollte es gerade auf den Nachttisch stellen, als es knisterte. Ich erstarrte. Der Lautsprecher knackte, zischte und knackte wieder. Dann, durch das Rauschen, klein und außer Atem und so vertraut, dass mein ganzer Körper kalt wurde, flüsterte eine Stimme: „Wren? Vertrau ihnen nicht… sie sind schon…“Boots ließ die Dosen fallen. Eine nach der anderen schlugen sie auf dem Kies auf und rollten bis zum Dachrand. Er sah ihnen nicht nach. Obwohl ich mich nicht bewegt hatte, streckte er den Arm schützend vor mich und starrte so lange auf die Baumgrenze, wie ich brauchte, um zweimal zu atmen.„Sie kommen nicht bei Tageslicht heraus“, sagte ich.„Nein.“„Warum stehen sie dann dort?“„Ich weiß es nicht.“ Seine Stimme war leise. Kein Scherz lag darin. „Wren, geh die Leiter hinunter.“„Beck …“„Jetzt. Bitte.“Auf dem Nordturm rief ein Wachposten etwas, das ich nicht verstehen konnte. Die Glocke an der Veranda der Lodge begann schnell und heftig zu läuten, und entlang der Hüttenreihen öffneten sich überall Türen.Ich kletterte mit meiner verbundenen Hand an die Brust gedrückt hinunter. Beck kam direkt über mir nach unten, und seine Stiefel trafen zweimal meine Finger. Unten war der Hof voller Menschen, die in alle Richt
Draußen überquerten Stiefel den Kies. Ein Schlüssel kratzte im Vorhängeschloss der Haupteingangstür.Beck hielt mein Handgelenk mit einer Hand und Coras Jackenkragen mit der anderen fest. Er sagte kein Wort. Er zog uns den Gang entlang zurück zu dem Korridor, in dem durch das Gitter ein schmaler Streifen graues Licht fiel. Zuerst hob er Cora hinauf, dann schob er von unten gegen meinen Stiefel, während ich mich mit meiner gesunden Hand nach draußen zog. Er kletterte hinter mir her und senkte das Gitter lautlos wieder ab. Wir legten uns flach auf den Boden hinter dem Kohlebunker. Durch die Fundamentwand hörte ich, wie eine Stahltür geöffnet und wieder geschlossen wurde. Sonst hörte ich nichts, und ich beschloss, dass ich auch nichts hören wollte.„Das war das lauteste Anschleichen, das ich je erlebt habe“, flüsterte Beck. „Ihr beide. Wirklich beeindruckend.“„Ich war nicht laut“, flüsterte Cora zurück.„Deine Jacke quietscht.“Er schickte
Ich schob den Ausweis in meinen Ärmel und hielt meine verbundene Hand darüber. Elias drehte sich vom Waschbecken weg, trocknete sich die Hände ab und sah zu dem Feldbett, auf dem ich saß. Eine Sekunde lang war ich sicher, dass er fragen würde. Stattdessen nahm er seine Tasche. „Halte ihn trocken“, sagte er noch einmal und ging. Ich wartete, bis seine Schritte im Flur verklungen waren. Dann stand ich auf, holte den Ausweis hervor und folgte ihm. Declan und Beck warteten vor der Küchentür. Declan lehnte mit verschränkten Armen an der Wand und hatte den Blick auf den Versammlungssaal der Lodge gerichtet. Beck saß auf einem umgedrehten Eimer und klappte immer wieder das Feuerzeug auf und zu. Elias war ein paar Schritte vor ihnen stehen geblieben. Alle drei sahen mich gleichzeitig an. Alle drei blickten auf meine geschlossene Hand. „Tom Dalton hatte das bei sich“, sagte ich und hielt den Ausweis am Band hoch. Beck
Ich bewegte mich nicht. Ein Wachmann überquerte mit einer Laterne den Hof. Ich wartete, bis er um die Ecke der Lodge verschwunden war, bevor ich antwortete.„Sie füttert es. Was soll das heißen? Einen Hund?“„Ein Hund würde bellen. Das würde ich hören.“ Cora hob zwei Finger. „Zweimal pro Woche. Direkt nach dem Dämmerungshorn, wenn die Wachen auf der Mauer wechseln und niemand auf die Rückseite der Lodge achtet. Sie geht mit einer abgedeckten Blechdose hinein und kommt mit einer leeren wieder heraus. Letzten Sonntag blieb sie zwanzig Minuten.“„Und du hast es niemandem erzählt?“„Wem denn? Sie ist der Warden.“ Sie sagte es, als wäre es eine einfache Tatsache, und ich verstand, dass es in Harlow Ridge auch genau das war. „Aber du bist anders. Du magst sie nicht.“„Ich kenne sie nicht.“„Eben. Du magst sie also noch nicht.“Ich sah auf meine verbundene Hand. Declan hatte gesagt, wir würden heute Abend reden. Elias hatte mir
Das Wort blieb im Raum hängen, nachdem er es ausgesprochen hatte. Ich konnte mich nicht bewegen. Der Stuhl stand noch immer zwischen uns. Seine Hände lagen noch immer auf den Stuhlbeinen. Seine trüben Augen waren weiterhin auf mein Gesicht gerichtet. Hinter ihm hatte Elias ein Knie unter seinen Körper gezogen. Glasscherben rutschten von seinem Rücken und klirrten auf dem Boden.„Woher kennst du diesen Namen?“, flüsterte ich.Der Kopf des Mannes neigte sich noch weiter zur Seite. Sein Kiefer begann sich langsam zu öffnen, als wollte er ein weiteres Wort hervorbringen.Der Riegel an der Tür wurde hochgehoben. Die Tür krachte gegen die Wand.„Wren. Runter!“Ich ließ den Stuhl los und warf mich flach zwischen die Feldbetten. Meine Arme legte ich schützend über den Kopf. Der Schuss war so laut, dass es in meinen Ohren schmerzte. Etwas Schweres fiel auf den Stuhl und klemmte meine Beine ein. Eine warme Flüssigkeit traf meinen Nacken und meine Hand. Einen Moment lang hörte ich nur ein hohes,
Die Krankenstation lag am Ende eines kurzen Flurs hinter der Küche. Als Elias dort ankam, stand die Tür bereits offen. Ich blieb keuchend im Türrahmen stehen und ließ den Blick durch den Raum schweifen.Sechs schmale Betten standen nebeneinander, jedes mit einem grauen Vorhang an einer Schiene. An einer Wand reihten sich Schränke mit Glastüren. Auf einem Metallwagen lag ein Tablett mit medizinischen Instrumenten.Eine ältere Frau in einem Schwesternkittel zog ein Bett in Richtung Tür. Ein kleiner Junge lag noch darauf, sein Bein in Gips. Die Luft roch nach Alkohol, Schweiß und etwas Säuerlichem.Am anderen Ende des Raumes, neben dem Fenster, kniete eine Frau neben dem letzten Bett und hielt die Hand eines Mannes mit beiden Händen fest. „Tom“, sagte sie immer wieder. „Tom, sieh mich an.“„Greta, was ist los?“, fragte Elias.„Bett sechs. Er kam letzte Nacht mit Fieber hierher.“ Die Krankenschwester zog das Bett weiter. „Seine Frau sagte, er hätte Fieber. Ich habe ihr geglaubt.“Elias gi







