تسجيل الدخولYuna: „Wenn die Sache mit den Hohenfels vorbei ist, lass uns ein Kind bekommen. Was meinst du, Schatz?“Kaum hatte Yuna die Nachricht abgeschickt, verlor sie auch den letzten Empfang. Ihr Handy war nur noch ein nutzloser Klotz. Adrians Antwort konnte sie nun nicht mehr erreichen.Zwei Tage später saß Yuna im Speisezimmer des Hauses Abendstern. Vor ihr standen dampfende, sorgfältig angerichtete Speisen, doch Appetit hatte sie keinen. Was nicht von Adrian gekocht war, schmeckte ihr ohnehin nicht besonders.Neben ihr saß Ottilie. Ihr Blick war berechnend, ihre Stimme dagegen betont sanft. „Yuna, hör auf mich. Quäl dich nicht länger damit. Du hast die letzten beiden Tage nur im Arzneilabor verbracht, gestern sogar bis mitten in die Nacht. Trotzdem ist dir kein einziges Heilmittel gelungen. Das lernt man nicht von heute auf morgen. Noch kannst du die Prüfung absagen. Wenn du vor der ganzen Familie durchfällst, blamierst du dich doch nur. Es tut mir weh, dich so zu sehen.“Mit gesenktem Blic
Jetzt begriff Yuna endlich, warum die Matriarchin von ihr verlangte, bis zum siebten Tag die fünfte Stufe zu erreichen.Diese Stufe trennte die gewöhnlichen Heiler von denen, die die besonderen Heilmittel der Familie herstellen konnten. Erst damit gehörte man zu den führenden Heilern der Hohenfels, durfte innerhalb der Familie Macht ausüben und konnte die uneingeschränkte Anerkennung aller gewinnen.Bis zum Ablauf der Frist blieben nur noch zwei Tage. In dieser Zeit sollte sie lernen, wofür Liane achtzehn Jahre gebraucht hatte. In den Augen der anderen war das völlig unmöglich.Yuna dachte jedoch nicht daran, aufzugeben. Die Herausforderung spornte sie erst recht an. In fünf Tagen hatte sie gelernt, selbst schwierige Krankheiten zu heilen. Dann konnte sie in zwei Tagen auch lernen, die besonderen Heilmittel herzustellen.Nach Abschluss der Sprechstunden packten alle ihre Sachen für die Rückfahrt zu den Hohenfels.Yuna jedoch stand mit gerunzelter Stirn am Eingang zum kleinen Hof und bl
Dann sah Yuna zu Verena auf, die kreidebleich wie erstarrt dastand. Für Yuna war sie nichts weiter als eine Witzfigur. „Glaubt jetzt noch jemand, dass ich nur geschummelt habe?“Voller Wut und Scham biss Verena die Zähne zusammen. „Yuna, freu dich nicht zu früh! Du –“„Schon vergessen?“, unterbrach Yuna sie in aller Ruhe. „Du hast vorhin versprochen, mich als Familienoberhaupt anzuerkennen. Oder willst du jetzt dein Wort brechen?“Verena lief rot an. Sie bereute ihr Versprechen bitter. Hielt sie ihr Wort, musste sie Yuna als Oberhaupt anerkennen und sich ihr unterstellen. Dann bekam sie Lianes vollen Zorn zu spüren. Brach sie es dagegen, war ihr Ruf ebenfalls ruiniert.„Ich … ich …“, stammelte Verena. Mehr brachte sie vor lauter Scham nicht heraus.Yuna schnalzte abfällig mit der Zunge. „Du verspottest mich bei jeder Gelegenheit lautstark, machst mich schlecht und siehst auf mich herab. Bei deinem ganzen Hochmut habe ich wenigstens etwas Anstand erwartet. Dabei bist du einfach nur scha
„Frau Werner, regen Sie sich nicht auf. Ich kann das klären“, sagte Yuna.Obwohl alle Angriffe ihr galten, blieb sie vollkommen ruhig. Sie half Beate auf einen Stuhl und schenkte ihr heißen Tee ein, damit sie sich wieder beruhigen konnte. Erst dann sah Yuna zu den lärmenden Hohenfels auf.„Wenn Sie glauben, ich habe geschummelt, prüfen Sie mich doch an Fällen, die Sie selbst auswählen. Dann sehen Sie, ob ich wirklich etwas kann. Der Hubschrauber meines Mannes steht draußen. Suchen Sie Patienten, wo immer Sie wollen. Ich behandle sie.“„Du nimmst den Mund ganz schön voll!“, rief ein Mann mittleren Alters, der Yuna schon lange nicht ausstehen konnte. „Ich hole jetzt welche. Mal sehen, was du dann noch zu sagen hast! Wenn du sie nicht heilen kannst, ist dein Betrug bewiesen. Dann verschwindest du aus unserer Familie!“„Ich komme mit! Wir suchen gemeinsam Patienten!“Vier weitere Familienmitglieder traten vor. Sie wollten Yuna endlich überführen, ihr jede Ausrede nehmen und sie aus der Fam
In Verenas Ohren rauschte es. Immer wieder ging ihr dieselbe Frage durch den Kopf: Wie war das möglich? Wie hatte Yuna diesen Mann heilen können, obwohl sie erst seit wenigen Tagen lernte? Nicht einmal Verena selbst konnte ihm helfen!Jetzt hatten die anderen auch noch ihre Meinung über Yuna völlig geändert. Sie begannen tatsächlich, sie als künftiges Oberhaupt zu akzeptieren.Panisch blickte Verena zu Liane hinüber, die noch immer hinter ihrem Behandlungstisch saß. Ihre Miene blieb bis auf ein leichtes Lächeln unbewegt. Sie wirkte würdevoll und elegant.Nur Verena erkannte den mörderischen Hass hinter diesem Lächeln. Sobald die anderen fort waren, bekam sie als Erste Lianes vollen Zorn zu spüren. Vor Angst zitterten ihr die Finger.Nein, das durfte nicht geschehen. Sie durfte nicht sterben, nicht so scheitern! Sie wollte sich eine glänzende Zukunft sichern und ihrer Familie zu Ruhm verhelfen.Mit hartem Blick gab Verena ihrem Mitläufer ein Zeichen. Sofort rief er: „Yuna hat geschummel
Nachdem die Notfälle versorgt waren, kamen die Patienten mit schwer zu behandelnden Erkrankungen an die Reihe. Diese Fälle waren weniger dringlich, verlangten den Heilern aber mehr ab.Wie jedes Jahr hatten die Hohenfels diese Patienten vorab erfasst und die Fälle entsprechend den Fähigkeiten der Heiler verteilt. So ließ sich zügig und sicher arbeiten.Ausgerechnet Yuna bekam jedoch die schwierigsten Fälle zugeteilt.Einer von Verenas Mitläufern führte einen aschfahlen Mann mittleren Alters zu Yuna und stützte ihn dabei. Der Kranke zuckte am ganzen Körper, sein Mund war schief verzogen. Er presste eine Hand krampfhaft auf die Brust und rang mit schwachen, hastigen Atemzügen nach Luft.„Yuna“, rief Verena mit einem gehässigen Lächeln. „Dieser Mann leidet an einer rätselhaften Krankheit. Bei der ersten Untersuchung gestern hat sich gezeigt, dass der Fall ziemlich knifflig ist. Eine kleine Herausforderung also. Wenn du die Hohenfels führen willst, musst du auch etwas können. Ein paar Blut
„Yuna!“Henriks Gesicht verfinsterte sich. Er stürmte ihr nach.Kaum hatte Yuna das Privatzimmer verlassen, rief sie Viktor an. „Herr Moll, etwas ist dazwischengekommen, das Mittagessen fällt aus. Ich fahre direkt zur Besichtigung. Schicken Sie mir die Nummer der zuständigen Person durch.“„Frau Wol
Am nächsten Tag im Vorstandsbüro des Wolfhardt-Konzerns warf Henrik gereizt die Akten auf den Tisch und trommelte mit den Fingernägeln auf die teure Nussbaumplatte. „Ist Yuna immer noch nicht zur Arbeit erschienen?“Der Assistent senkte den Kopf. „Nein, Herr Wolfhardt. Frau Sommer fehlt seit drei Ta
Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist
Yuna war zurückgekommen, um ihre Sachen zu holen.Kaum hatte sie die Tür aufgestoßen, drang ein schrilles Lachen an ihr Ohr.Henrik, der sonst nie lachte, saß neben Chiara und erzählte ihr trockene Witze, um sie aufzuheitern.„Hatschi…“Chiara nieste lieblich.„Frierst du?“, fragte Henrik sofort bes







