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Kapitel 3 – Das Angebot

Author: Marghie
last update publish date: 2026-09-23 10:28:02

Nancy

"Ma? Warum magst du sie nicht? Janella ist eine bekannte Künstlerin. Sie hat viele Werbeverträge und Shows. Sie wird dir gefallen. Ich bin sicher, ich kann sie bitten, meine temporäre Frau zu werden; in dem letzten Willen steht schließlich nur, dass ich vor dem Tod meines Vaters verheiratet sein muss", sagte Sir Dwayne.

"Ich mag sie nicht. Glaubst du etwa, ich habe keinen Hintergrundcheck über deine Frauen durchgeführt? Janella ist dafür bekannt, heimliche Treffen mit zahlreichen Politikern und reichen Männern zu haben. Und ich bin mir sicher, dass diese Frau eine Goldgräberin ist. Sie wird sich niemals damit abfinden, nur deine Vertrauensfrau oder Vertragsehefrau zu sein, und erst recht wird sie keinen Ehevertrag akzeptieren", antwortete Madam Elena ernst.

Unwillkürlich nickte ich, woraufhin Madam Elena mich nachdenklich musterte.

"Dwayne, warum nicht einfach Nancy?", fragte sie.

Ich war fassungslos, zeigte auf mich selbst und stammelte: "I-Ich?"

"Warum fragst du Nancy nicht? Sie ist dir loyal. Für sie wird es einfach ein weiterer Teil ihrer Arbeit sein", meinte Madam Elena, während sie sich das Kinn rieb.

Ich schluckte schwer und sah Sir Dwayne an. Auch er blickte mich an und atmete dann tief aus.

"Nancy, heirate mich. Ich zahle dir hundert Millionen Dollar. Wir bleiben verheiratet, bis mein Vater stirbt. Danach lassen wir uns scheiden. Kein Sex. Keine Gefühle. Nur Business."

Kein Sex? Ich will nicht mehr.

Ich wollte vorhin doch am liebsten hineinbeißen – nein, mir sein großes, dickes Stück in den Mund stecken!

Ich war schockiert und verletzt. Für ihn war es nur ein Deal. Aber für sie? Es war ein Traum – ein Traum, von dem sie wusste, dass er nicht von Dauer sein würde.

"Sir..."

Sir Dwayne nahm meine Hand. "Bitte, es wird nur eine standesamtliche Trauung sein, und wir werden uns lassen, sobald ich mein Erbe habe. Niemand wird erfahren, dass wir geheiratet haben. Es wird unser Geheimnis sein", sagte er, was mich nur noch mehr verletzte.

Unser Geheimnis?

Niemand darf es erfahren? Wahrscheinlich schämt er sich dafür, dass ich seine Frau bin. Warum auch nicht? Schließlich bin ich hässlich.

"Nancy, du wirst mit Dwayne einen Ehevertrag abschließen, aber mach dir keine Sorgen: Abgesehen von den 100 Millionen Dollar bekommen Sie zusätzlich 1 % Anteile an der Firma, vorausgesetzt, die Heirat bleibt ein strenges Geheimnis und du erzählst es niemandem. Wenn es wirklich stimmt, dass Leo nur noch einen Monat zu leben hat, wird auch eure gemeinsame Zeit genauso kurz sein. Die Scheidung wird geregelt, sobald mein Sohn sein Erbe erhalten hat", erklärte Madam Elena.

"Sag ja, und mach dir keine Sorgen, ich werde dein Gehalt auch verzehnfachen", versuchte Sir Dwayne mich weiter zu überreden.

Ich atmete tief durch und starrte auf unsere ineinandergreifenden Hände. "J-Ja. Ich bin einverstanden."

Ich war überrascht, als Sir Dwayne plötzlich meine Hand küsste. "Danke, morgen heiraten wir."

Als ich nach Hause kam, hatte ich keinen Appetit zu essen. Bevor ich vorhin gegangen war, hatte Sir Dwayne mir gesagt, dass ich ab morgen nach der standesamtlichen Trauung vorübergehend in ihrer Villa einziehen würde, solange wir verheiratet sind.

Ich wusste nicht, ob ich glücklich oder traurig sein sollte.

Glücklich, weil der Mann, den ich als Erster geliebt habe und wahrscheinlich für immer lieben werde, mein Ehemann sein wird.

Aber auch traurig, weil ich wusste, dass alles nur eine Illusion ist. Keine Liebe, absolut keine Gefühle.

Ich würde nur auf dem Papier seine Frau sein. Plötzlich wünschte ich mir, Sir Leo würde noch zehn oder mehr Jahre leben.

Schon jetzt fühlte ich mich traurig bei dem Gedanken, dass wir uns trennen müssten.

Ich war mir sicher, in dem Moment, in dem Sir Dwayne sein Erbe bekam, würde er Janella vor dem Altar heiraten.

Plötzlich liefen mir Tränen über die Wangen. Wie verdammt nervig. Es ist so schwer, heimlich zu lieben. Ich schüttelte den Kopf, wischte mir schnell die Augen und begann, meine Kleidung zu packen.

Am nächsten Tag fand unsere standesamtliche Trauung statt – allerdings nicht im Standesamt, sondern mitten im großen Anwesen der Johnsons. Der Richter, der kam, war wahrscheinlich ebenfalls von Sir Dwayne üppig bezahlt worden.

Ich hatte eine Zeremonie erwartet, schließlich ist es eine Heirat, oder? Aber so lief es nicht ab. Nachdem wir beide im Grunde nur ein Dokument unterschrieben hatten, hieß es, wir seien nun verheiratet.

Hä?

Kein Kuss? Keine Ringe?

Bin ich jetzt also Mrs. Nancy Johnson?

Sir Dwayne und Madam Elena gaben dem Richter die Hand und überreichten ihm einen dicken Umschlag – darin war sicher Geld. Damit zog der Richter wieder ab.

Als Attorney Bernard Sandoval ankam, war er sogar überrascht, dass meine Wenigkeit zur Ehefrau meines Bosses gemacht worden war.

Warum wirkte dieser Narr eigentlich so enttäuscht? Ich schmollte leise in der Ecke.

"Sir Dwayne, Sie haben sich also eine Scheinehefrau gesucht. Wie schade, ich hätte Ihnen gerne meine Nichte vorgestellt."

Ah, daher der Wind! Der anwaltliche Taugenichts hatte also seine ganz eigenen Hintergedanken.

"Ja", nickte Sir Dwayne knapp. "Und jetzt sieh zu, dass du mein Erbe regelst."

"Okay, keine Sorge", antwortete Attorney Sandoval und sah mich erneut an.

Am liebsten würde ich dir jetzt die Augen ausstechen!

"Nancy, dein vorübergehendes Zimmer wird das Gästezimmer am Ende des zweiten Stocks sein, direkt neben Dwaynes Schlafzimmer", sagte Madam Elena.

Ich blickte zu Madam Elena und nickte. "Ja, Mrs. Johnson."

Sie kam auf mich zu und ergriff meine Hand. "Vielen Dank für deine Hilfe, Nancy."

"Das ist nichts, Ma'am. Ich werde nach besten Kräften helfen", sagte ich lächelnd.

"Sag mal, wir haben dich gar nicht gefragt: Hast du eigentlich einen Freund?", fragte sie.

Plötzlich legte Sir Dwayne seinen Arm um meine Schulter. "Sie hat keinen Freund."

"J-Ja, stimmt, keinen", antwortete ich.

"Das ist gut so, denn du weißt ja, wie wichtig es uns ist, dass das Ganze ein Geheimnis bleibt", betonte Madam Elena.

"Machen Sie sich keine Sorgen, wir betrachten das Ganze einfach als reine Arbeit ohne jegliche persönliche Gefühle."

Plötzlich zog mich Sir Dwayne in eine Umarmung. "Deshalb habe ich so großes Vertrauen in dich, Nancy. Auf dich ist in jeder Hinsicht Verlass."

Das Bett im Gästezimmer war unglaublich weich und riesig. Reichtum ist eben doch etwas anderes.

100 Millionen Dollar, 1 % Firmenanteile und ein zehnmal höheres Gehalt.

Ich zog damit eigentlich kein schlechtes Los, aber warum war ich trotzdem nicht glücklich?

Mein Chef war nun mein Ehemann. Der Mann, den ich liebte, nach dem ich mich sehnte und von dem ich träumte.

Es klang wunderschön zu sagen, wir seien verheiratet, aber wenn ich bedachte, dass all dies nur vorgespielt war, fühlte ich nur Mitleid mit mir selbst.

Es kam mir vor, als wäre ich bloß eine Magd, die man für alles einspannen konnte. Jemand, den man kaufen und herumkommandieren kann.

Eigentlich sollte das unsere Flitterwochen sein, aber ich war hier im Zimmer völlig allein. Aus dem Fenster sah ich Sir Dwayne wegfahren; mit Sicherheit würde er sich wieder mit einer seiner Frauen treffen.

Oder vielleicht mit Janella…

Wird er mich jemals lieben lernen?

Am nächsten Tag betraten Sir Dwayne und ich das Büro gemeinsam. Niemand wunderte sich darüber, da wir ohnehin fast immer zusammen waren – sozusagen wie sein Schatten oder Schwanz.

Als wir die Lobby der Firma betreten wollten, herrschte dort ein großes Getümmel unter den Angestellten. Wir traten näher, und ich erstarrte, als ich den Grund sah.

Janella Anderson.

Fast jeder wollte ein Foto mit ihr machen. Sie willigte bereitwillig ein, erblickte jedoch im nächsten Moment Dwayne, entschuldigte sich kurz und hakte sich sofort bei ihm unter.

"Dwayne, du bist endlich da!", rief sie fröhlich und gab ihm einen Kuss auf den Mund.

Er ist mein Mann! Das wollte ich am liebsten hinausschreien.

Die Angestellten begannen sofort zu kichern und zu flüstern, fast alle schienen begeistert zu sein. Ich blieb still stehen, bis Sir Dwayne plötzlich seinen Blick auf mich richtete.

Ich verstand den Ausdruck in seinen Augen nicht, wandte jedoch sofort den Kopf ab, wies die Angestellten an, an die Arbeit zurückzukehren, und eilte zum Aufzug.

Wir drei betraten die Kabine, und ich stellte mich hinter sie. Buchstäblich brach mir das Herz, als sie sich in dem moment, in dem sich die Türen schlossen, heftig küssten.

Seht ihr mich denn überhaupt nicht?

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