FAZER LOGINPOV: Aldric GrauwaldDie ersten Wochen im gemeinsamen Haus hatten eine eigene Ordnung.Nicht eine die sie vereinbart hatten. Eine die sich ergab.Morgens früh auf. Isolde meistens früher als er. Er hörte sie unten am Schreibtisch wenn er noch im Bett lag. Das leise Kratzen des Stifts auf Papier. Die Geste von jemandem die schrieb bevor der Tag anfing.Er stand auf und machte Feuer.Das war seine Aufgabe. Nicht weil sie es besprochen hatten. Weil er es eines Morgens getan hatte und weil es Sinn ergab und weil Isolde aufgeschaut hatte als er herunterkam und gesagt hatte gut.Dann Frühstück.Meistens zusammen. Manchmal nicht weil eine von ihnen früher weiter musste. In diesen Momenten ließ der andere etwas für den anderen zurück. Brot. Etwas Heißes im Topf.Kleine Dinge die sagten ich war hier und ich denke an dich auch wenn ich schon weg bin.---Die Arbeit lief weiter.Isolde schrieb Berichte für die Garnision. Aldric schrieb Berichte für das Graustein Rudel. Beide hatten ihre separate
POV: Isolde NachtmannSie fanden das Haus in drei Tagen.Nicht durch Suchen genau. Durch das Gehen durch Grenzstadt das sie nach dem Treffen begannen. Morgens. Ohne Plan. Durch die Straßen die sie kannten und die die sie noch nicht kannten.Das Haus stand in einer Seitenstraße östlich der Hauptstraße.Nicht groß. Nicht klein. Zwei Stockwerke aus dunklem Stein mit einem Dach das neu gedeckt worden war und einem Fenster im oberen Stock das auf die Straße schaute. Eine Tür die schwer war und die sich beim ersten Drücken bewegte weil sie nicht richtig geschlossen war.Isolde drückte die Tür auf.Sie traten hinein.Der Raum war leer.Kein Mobiliar. Kein Teppich. Nur der Boden aus denselben Steinen wie die Außenwände und die Fenster die Licht hereinließen.Aber das Licht war gut.Das war das Erste was sie dachte.Das Licht war gut."Der Ofen ist noch zu retten," sagte Aldric. Er kniete sich vor den Ofen an der Ostwand. Er schaute hinein. "Jemand hat ihn vor nicht allzu langer Zeit benutzt."
POV: Aldric GrauwalDas dritte gemeinsame Treffen war das größte.Nicht wegen der Zahl der Anwesenden obwohl die auch größer war als bei den ersten beiden. Nicht wegen der Tagesordnung obwohl die dichter war.Groß wegen dem was in dem Raum war.Wegen dem was die Menschen die kamen mitgebracht hatten.Nicht Unterlagen. Nicht Argumente.Entscheidungen.---Sie trafen sich wieder am Grenzposten östlich von Grenzstadt.Werner hatte diesmal zwei lange Tische nebeneinander gestellt.Auf der einen Seite saßen die Vampire. Mehr als beim zweiten Treffen. Aldemann hatte fünf Ratsmitglieder mitgebracht. Casimir. Felix Reiner. Gregor. Stefan Kreuz der jetzt kein Beobachter mehr war sondern ein Delegierter. Und drei Offiziere aus den südlichen Garnisionen.Auf der anderen Seite die Wölfe. Konrad. Bastian. Franz. Hilde Hassel. Rolf Norven der seinen Schlaf vor dem Treffen um zwanzig Minuten verlängert hatte und dafür präziser war als sonst. Maren Wald aus dem Nördlichen Wolfsland. Und sechs weitere
POV: Aldric GrauwaldEr sagte es Konrad am Abend des letzten Tages in Grenzstadt.Nicht in einem formellen Gespräch. Nicht mit vorbereitetem Text.Sie saßen in der Taverne. Konrad war angereist wegen eines Grenzposttreffens das am nächsten Tag beginnen würde. Nicht geplant. Einfach da.Das war manchmal wie Dinge passierten.Der Wirt brachte Essen. Konrad aß. Aldric aß. Isolde war bei Felix Reiner und einigen der Garnisionssoldaten auf der anderen Seite der Taverne.Konrad schaute auf seinen Teller."Du willst mir etwas sagen," sagte er."Ja.""Dann sag es."Aldric schaute auf den Tisch.Er hatte die Worte hundertmal geformt und verworfen. In Briefen die er nicht schickte. In Tagebucheinträgen die nur für ihn waren.Jetzt sagte er einfach was wahr war."Ich will in Grenzstadt leben," sagte er. "Nicht allein. Mit Isolde."Konrad aß weiter.Das war sein Weg wenn er nachdachte. Er ließ die Hände beschäftigt."Das ist das dritte Territorium," sagte er nach einer Weile."Ja.""Bastian hat m
POV: Isolde NachtmannGrenzstadt im Sommer war anders als Grenzstadt im Herbst.Das war das Erste was sie dachte als sie durch das Haupttor ritt.Im Herbst hatte die Stadt die Farbe von nassem Pflaster und Holzrauch und dem besonderen Grau von Dingen die sich auf etwas vorbereiten das kälter wird. Im Sommer war sie heller. Lauter. Die Fenster standen offen. Die Händler standen draußen statt drinnen. Die Kinder die im Herbst schnell durch die Straßen gegangen waren liefen jetzt.Noch immer Grenzstadt.Noch immer laut und unordentlich.Aber sommerlich.Sie ritt durch die Hauptstraße und ließ Nacht ihren eigenen Weg finden.Sie war zwei Tage früher als vereinbart.Das war zur Gewohnheit geworden.---Sie traf ihn auf der Brücke.Nicht der Taverne. Die Brücke über den kleinen Fluss am östlichen Rand von Grenzstadt die sie noch nicht kannten weil sie die westlichen Teile der Stadt besser kannten.Er stand dort und schaute auf das Wasser.Sie sah ihn bevor er sie hörte.Das passierte manchm
POV: Aldric GrauwaldNach dem zweiten gemeinsamen Treffen gab es eine Pause.Keine geplante Pause. Einfach das natürliche Innehalten das kam wenn man viel getan hatte und der nächste Schritt noch nicht ganz sichtbar war.Aldric nutzte die Pause.Er ritt durch das Graustein Territorium. Allein meistens. Durch die Frühjahrsberge die grüner wurden mit jedem Tag. Er ritt ohne Plan und ohne Ziel und ließ die Gedanken kommen und gehen wie der Wind durch die Kiefern.Er dachte über viele Dinge nach.Das Rudeltreffen. Das zweite gemeinsame Treffen. Stefan Kreuz der am Ofen gestanden hatte und auf den Stein geschaut hatte.Dann über das was danach kam.Das dritte Treffen war in Planung. Bastian und Gregor schrieben täglich.Das Rudelnetzwerk erweiterte sich. Zwei weitere kleine Rudel hatten geschrieben. Fragen. Interesse.Die südlichen Garnisonen auf der Vampirseite begannen offiziell zu fragen.Die Welt bewegte sich.Langsam. Unordentlich. Mit Rückschlägen manchmal.Aber sie bewegte sich.---







