LOGIN~ Eine heiße Liebesnovelle ~ „Du treibst mich in den Wahnsinn“, zischte er. „Du und deine ausgefallenen, farbenfrohen Entwürfe, dein Büro, deine Haftnotizen und dein Aussehen. Allein deine Anwesenheit regt mich auf. Jedes Mal, wenn du mich ansiehst, als hätte ich etwas falsch gemacht, und wenn du wieder einmal völlig unverständlich redest. Es regt mich auf, wie du mich behandelst, als wäre ich der schlimmste Mensch auf Erden, obwohl du kein bisschen besser bist.“ Mir verschlug es die Sprache. Unter der Intensität seines Blickes war ich wie erstarrt, als seine Augen zu meinen Lippen wanderten. „Es regt mich auf“, hauchte er, „weil ich dich jedes Mal küssen möchte, wenn du deine Lippen so spitzt.“ … Während Weihnachten näher rückt, muss Blair, eine Innenarchitektin mit einem feurigen Temperament, ihren größten Geschäftsvorschlag gemeinsam mit ihrem unterkühlten, sarkastischen und schroffen Geschäftspartner und Rivalen Zayn Olsen angehen. Die Dinge scheinen bereits schlimm genug, als sie gezwungen sind, sich für eine Nacht ein luxuriöses Ferienhaus zu teilen. Doch alle Pläne geraten durcheinander, als ein plötzlicher Schneesturm sie dort gemeinsam einschließt. Sie kann ihn nicht ausstehen, und er verachtet sie. Doch während die Tage vergehen und sie auf ihre Rettung warten, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als miteinander auszukommen. Doch ihre unfreiwillige Nähe entfacht eine längst bestehende Anziehung, und aus ihrer Feindseligkeit könnte sich etwas ganz anderes entwickeln. Schon bald müssen sie entscheiden, ob ihre Rivalität wirklich jemals das Problem war – und ob zwischen ihnen tatsächlich nur Hass loderte.
View MoreDezember 2026
Blair
„Entschuldigen Sie, Sir, aber bei allem gebührenden Respekt … Was genau soll ich tun?!“
Völlig perplex starrte ich den Mann vor mir an.
Es war bereits Dezember. Weihnachten rückte näher und eigentlich war alles wunderbar. Ich freute mich schon riesig auf die bevorstehenden Feiertage, darauf, zu verreisen und Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Noch wichtiger war jedoch, dass sich mir eine einmalige Gelegenheit eröffnet hatte, die ich mir noch vor den Feiertagen sichern konnte.
Genau deshalb konnte ich jetzt, nach wochenlanger Planung, beim besten Willen nicht glauben, was er da sagte.
Gideon Palmer, der Präsident der Huntington Corporation und mein Chef, seufzte am Schreibtisch mir gegenüber.
„Es ist genau so, wie ich es gesagt habe, Miss Valentine“, erklärte er sachlich. „Sie werden bei diesem Geschäftsvorschlag mit Mr Olsen zusammenarbeiten.“
Es war das zweite Mal, dass er es sagte, und trotzdem trafen mich die Worte erneut mit voller Wucht. Ich konnte es einfach nicht fassen.
Als Designdirektorin der Huntington Corporation hatte ich mir in den vergangenen drei Jahren in der Designbranche meinen Weg nach oben erarbeitet. Vom Praktikum bis hin zu einem der prägenden Mitglieder von Huntington hatte ich mich mit ganzem Herzen zahlreichen Projekten gewidmet und dazu beigetragen, die Huntington Corporation zu der mittelständischen Innenarchitekturfirma zu machen, die sie heute war.
Doch all das verblasste angesichts der Gelegenheit, die sich mir bot. Denn hierbei ging es um Vincent, verdammt noch mal, Harlow.
Vincent Harlow, ein Selfmade-Milliardär, der sich im Laufe des vergangenen Jahrzehnts ein riesiges Vermögen aufgebaut hatte, hatte die gesamte Designbranche aufgerüttelt, als er plötzlich einen offenen Aufruf an Innenarchitekturbüros richtete, Entwürfe für sein neues Sommerhaus einzureichen. Jeden einzelnen Vorschlag wollte er persönlich beaufsichtigen. Noch besser war, dass Huntington es auf die engere Auswahlliste geschafft hatte und Gideon vorgeschlagen hatte, dass ich den Entwurf persönlich im Namen der Firma betreuen sollte.
Ein hochkarätiger Kunde wie er war keine Kleinigkeit. Das war eine einmalige Chance. Ganz gleich, wie gering die Erfolgsaussichten waren – schon ein Erfolg oder auch nur eine lobende Erwähnung von ihm würde den Ruf von Huntington und damit auch meinen eigenen enorm steigern. Außerdem würde ich einen gewaltigen Bonus erhalten.
Ich brannte darauf, dieses Ziel zu erreichen. Deshalb hatte ich mich in den vergangenen Wochen so sehr ins Zeug gelegt. Das Treffen mit Vincent Harlow war bereits vereinbart und sollte am 11. stattfinden, also in vier Tagen. Ich hatte schon alles vorbereitet, von der Recherche bis hin zu den Bauplänen. Unsere gesamte Planung stand bereits.
Doch nun wurde mir ein gewaltiger Strich durch die Rechnung gemacht. Ausgerechnet mit Zayn Olsen sollte ich zusammenarbeiten?
Ich schüttelte den Kopf und versuchte, meine Fassung wiederzugewinnen. Denn das konnte doch nicht wahr sein.
„Nein, nein, nein“, murmelte ich. „Das ist unmöglich. Das können Sie nicht machen.“
„Leider kann ich das, Miss Valentine“, erwiderte Gideon mit todernster Miene.
Meine Hände ballten sich zu Fäusten. Ich wandte mich ab, bedeckte mein Gesicht mit einer Hand und begann, in seinem Büro auf und ab zu gehen.
Nein. Auf gar keinen Fall.
„Das geht nicht.“ Ich wirbelte herum und sah ihn an. „Ich habe bereits so hart an diesem Projekt gearbeitet. Wir können es uns nicht leisten, unsere Pläne jetzt noch zu ändern. Wir sind schon vier Tage vor dem Termin. Uns bleibt kaum noch Zeit. Erwarten Sie wirklich, dass ich diese Vorteile plötzlich mit … mit diesem …“
Mir schossen tausend Worte durch den Kopf, doch keines davon war auch nur ansatzweise anständig oder professionell. Am Ende konnte ich nur stumm mit der Hand gestikulieren, damit er verstand, worauf ich hinauswollte.
Und das tat er. Gideon, der normalerweise nichts aus der Ruhe brachte, kniff sich mit Daumen und Zeigefinger in den Nasenrücken und seufzte.
„Ich bin überzeugt, dass Sie beide zu einer Einigung kommen können“, sagte er. „Sie sind die beiden besten Designer und die einzigen beiden Designdirektoren dieser Firma. Zusammen können Sie etwas auf die Beine stellen.“
Bei diesen Worten presste ich die Lippen zusammen. Bittere Frustration stieg in mir auf. So ungern ich es auch zugab, nichts von dem, was er sagte, war falsch. Wir waren beide auf unserem Gebiet hervorragend und gehörten zur absoluten Spitze. Doch er ließ ein kleines, entscheidendes Detail außer Acht.
Wir teilten uns nicht einfach nur dieselbe Position. Wir waren Rivalen.
Es hatte einen Grund, weshalb wir im vergangenen Jahr unsere Teams getrennt geleitet hatten. Seit seinem Eintritt in die Firma vor einem Jahr herrschte zwischen uns ein stiller Krieg. Wir konkurrierten um jedes Projekt, nutzten jede Gelegenheit und führten genau Buch darüber, wer die Oberhand behielt. Jede Auseinandersetzung war ein psychologischer Machtkampf.
Und wenn ich mir einer Sache sicher war, dann dieser:
Wenn Zayn seine Finger im Spiel hatte, würde er alles ruinieren.
„Sie wissen besser als jeder andere, wie er ist“, sagte ich. „Wenn er sich da einmischt, wird Zayn nicht mit mir zusammenarbeiten. Er wird versuchen, mich auszubremsen. Er wird alles zunichtemachen, was ich für dieses Projekt geplant habe, und sich dabei auch noch überheblich aufführen. Das kann ich mir nicht leisten –“
„Ich lasse Ihnen keine Wahl. Das ist meine endgültige Entscheidung, Miss Valentine.“
Bei seinem Tonfall wich ich unwillkürlich zurück. Ich kannte diesen Ton. So sprach er, wenn er anderen gegenübertrat: ein bestimmter Befehl, der keinen Widerspruch duldete. Obwohl er ihn mir gegenüber nur selten anschlug, tat er es jetzt.
Mir bildete sich ein Kloß im Hals, als ich ihn anstarrte und Bitterkeit in meiner Brust aufstieg.
Die Spannung war kaum auszuhalten. Er schloss die Augen, seufzte und deutete dann auf den Stuhl ihm gegenüber.
„Blair, setzen Sie sich“, sagte er.
„Sir, ich –“
„Setzen Sie sich“, beharrte er, unterbrach meinen Widerspruch und sah mich mit festem Blick an. „Sie müssen sich beruhigen und Ihre Fassung wiedergewinnen.“
Ich presste die Lippen zusammen und hielt seinem Blick stand, doch er ließ sich nicht beirren. Nach einigen Sekunden gab ich nach, schlurfte widerwillig zum Stuhl und ließ mich darauf nieder. Dann verschränkte ich die Arme und wandte den Blick ab.
Ein Anflug von Scham überkam mich. War das kindisch? Ja. Aber andererseits fühlte ich mich gerade wie ein Kind, das zurechtgewiesen worden war. Da war es nur fair.
Einige Sekunden später bewegte sich etwas am Rande meines Blickfelds. Dann hielt er etwas hoch.
„Wasser?“, fragte er. Ich wandte mich ihm zu und sah, dass er mir eine Flasche hinhielt. Meine Augen verengten sich.
„Ich habe keinen Durst“, presste ich hervor und funkelte ihn an.
„Sind Sie sicher? Es würde Ihnen guttun“, sagte er mit einem ungezwungenen Lächeln, bei dem sich mir der Magen zusammenzog.
„Ich weiß genau, was Sie da machen“, fauchte ich.
„Ach ja?“ Er blinzelte und hob die Augenbrauen. „Und was mache ich Ihrer Meinung nach?“
„Sie versuchen, mich zu besänftigen, als wäre ich ein verdammtes Kind“, gab ich zurück und funkelte ihn noch böser an. Trotz seines scheinbar ahnungslosen Gesichtsausdrucks lag ein unverkennbar amüsiertes Funkeln in seinen Augen.
„Funktioniert es denn?“, fragte er. Nun war seine Belustigung nicht mehr zu übersehen. Ich biss die Zähne zusammen und schwieg trotzig.
Sekunden verstrichen, während wir uns gegenseitig anstarrten. Gideon senkte die Hand mit der Wasserflasche nicht, sondern wartete einfach weiter.
Schließlich riss ich ihm die Flasche aus der Hand, drehte den Verschluss grob auf und nahm einen kräftigen Schluck. Er lachte leise, doch ich funkelte ihn mitten beim Trinken an. Als ich fertig war, schraubte ich den Deckel wieder zu, stellte die Flasche auf den Tisch zurück und verschränkte erneut die Arme.
„Geht es Ihnen jetzt besser?“, fragte er. Ich weigerte mich zu antworten und starrte ihn weiterhin böse an. Innerlich kochte ich jedoch vor Ärger.
Denn verdammt, er hatte tatsächlich recht. Es half ein bisschen.
Zum Glück hakte er nicht weiter nach. Stattdessen wurde sein Blick sanfter.
„Ich weiß, wie Sie zu dieser Sache stehen“, begann er behutsam. „Und ich weiß auch, wie viel Ihnen diese Gelegenheit bedeutet. Ich habe Sie im Blick, Blair. Ich sehe, wie früh Sie morgens zur Arbeit kommen, wie viele Nächte Sie durchgearbeitet und wie viele Wochenenden Sie hier verbracht haben. Sie haben diesen Vorschlag ganz allein ausgearbeitet und gleichzeitig andere Projekte betreut, ohne dass irgendjemand davon etwas mitbekommen hat. Sie haben sich selbst unter enormen Druck gesetzt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Und Ihre Mühen haben sich ausgezahlt. Was Sie mir bisher vorgelegt haben, ist außergewöhnlich.“
Der Kloß in meinem Hals tat weh. Ich biss mir auf die Innenseite der Wange, um zu verhindern, dass meine Augen zu brennen begannen.
Es waren nicht nur die langen Nächte gewesen. In den vergangenen Wochen hatte sich mein ganzes Leben nur noch um diesen Vorschlag und das Potenzial dahinter gedreht. Wochen voller Recherche, spontane Wochenendausflüge, die ich aus eigener Tasche bezahlt hatte, um Materialien zu begutachten, mich mit dem Klima vertraut zu machen und Experten zu treffen, nur um am nächsten Tag wieder ganz normal zur Arbeit zu erscheinen. Nächte, in denen ich vergaß zu essen, und sogar Momente, in denen ich mitten beim Erstellen von Modellen und bei der Recherche zu Grundrissen in meiner Wohnung einschlief und sie bis in meine Träume verfolgten.
Nichts davon war leicht gewesen. Ich hatte gekämpft. Ich hatte einige Zusammenbrüche erlebt und war manchmal völlig grundlos frustriert gewesen. Die Herausforderung machte mir Spaß, aber ich konnte nicht leugnen, wie anstrengend alles gewesen war.
Dass er meine Schwierigkeiten anerkannte, gab mir das Gefühl, endlich verstanden und in meinen Anstrengungen bestätigt zu werden.
Umso mehr traf mich diese plötzliche Änderung.
„Warum dann?“, fragte ich und versuchte, meine Stimme nicht brechen zu lassen. „Wenn Sie doch wissen, wie hart ich gearbeitet habe, warum machen Sie das dann trotzdem?“
Er seufzte. Es war vermutlich das zehnte Mal, seit ich sein Büro betreten hatte.
„Weil dieser Vorschlag, ganz gleich, wie gering die Erfolgsaussichten sind, von entscheidender Bedeutung ist. Vincent Harlow ist der wichtigste potenzielle Kunde, den wir seit der Gründung dieser Firma hatten. Es kommt nicht alle Tage vor, dass man die Gelegenheit erhält, einen Milliardär zu treffen und ihm seine Ideen zu präsentieren – insbesondere keinen, der so zurückgezogen lebt wie er. Deshalb sollten wir keine Risiken eingehen.“ Er faltete die Hände auf dem Tisch und beugte sich zu mir vor. „Nach all meinen Jahren in dieser Branche kann ich mit Stolz sagen, dass Sie AUSSERGEWÖHNLICH sind. In nur drei Jahren haben Sie mehr erreicht als viele andere in ihrem ganzen Berufsleben. Aber Zayn steht Ihnen in puncto Erfahrung und Können ebenfalls in nichts nach.“
„Sie glauben also, dass ich nicht gut genug bin, um allein daran zu arbeiten?“, fragte ich und versuchte, die Bitterkeit aus meiner Stimme herauszuhalten.
„Nein, ganz und gar nicht.“ Er schüttelte den Kopf. „Darum geht es nicht, Blair. Ihre Ideen und Ihr Vorschlag sind gut. Aber Sie müssen zugeben, dass irgendetwas fehlt. Ich spüre es, und ich weiß, dass auch Sie heimlich versucht haben, dieses Problem zu lösen. Stimmt's?“
Ich fuhr augenblicklich hoch. Woher wusste er …?
„Ganz genau.“ Er sah mich wissend an. „Vier Augen sehen mehr als zwei, und Sie beide sind die Besten, die Huntington zu bieten hat. Was könnte dabei herauskommen, wenn Sie Ihre Fachkenntnisse vereinen? Ich bin überzeugt, dass Sie beide etwas Großartiges auf die Beine stellen könnten, wenn Sie sich wirklich aufeinander einlassen und zusammenarbeiten.“
Etwas Großartiges? Ja, klar.
Die Welt müsste erst untergehen, bevor ich mit ihm zusammenarbeitete. Selbst wenn wir irgendwie zusammen gefangen wären, es keinen Ausweg gäbe und ich völlig verzweifelt wäre, würde ich es nicht einmal in Betracht ziehen. Selbst dann wäre die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering.
Eine Möglichkeit, die niemals eintreten würde, denn eine solche Situation war schließlich völlig ausgeschlossen. Natürlich.
Trotzdem biss ich mir auf die Zunge. Gideon war ohnehin schon ständig überlastet, und ich hatte mich bereits genug aufgeregt. Ich wollte ihn nicht noch zusätzlich verärgern.
Das Sonnenlicht, das ins Büro fiel, ließ einige silberne Strähnen in Gideons sorgfältig frisiertem Haar aufleuchten und verriet sein Alter. Als ich ihn ansah, zog sich mir das Herz zusammen.
In den vergangenen drei Jahren hatte ich mit ihm zusammengearbeitet, angefangen als frischgebackene Hochschulabsolventin direkt nach meinem Praktikum. Damals war er mein Mentor gewesen und hatte mich auf eine seltsame Weise beinahe wie eine eigene Tochter großgezogen. Er war für mich zu einer Art Ersatzvater geworden.
Er war integer, bestimmt, zugleich kreativ und freundlich. Als er unsere frühere Firma verließ und mir damals die Chance bot, mich Huntington anzuschließen, das zu jener Zeit noch ein kleines Start-up war, hatte ich ohne zu zögern zugesagt.
Ich hatte großes Glück gehabt, ihm damals begegnet zu sein. Als Chef und Mentor war er einer unter einer Million.
„Sie können nicht für immer verfeindet bleiben“, sagte er sanft. „Nehmen Sie es von einem alten Mann. Manchmal kann es alles verändern, wenn man etwas wagt. Sprechen Sie mit ihm. Geben Sie ihm eine Chance und geben Sie auch sich selbst eine – wenn nicht meinetwegen, dann wenigstens für diesen Vorschlag. Für Huntington. Ich vertraue darauf, dass Sie das schaffen, nicht wahr?“
Mein Herz zog sich zusammen. In seinen Augen lag eine flehende Bitte, der ich mich einfach nicht entziehen konnte.
Ich schloss die Augen und seufzte ergeben. Wenn Gideon sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, gab es keine Möglichkeit, ihn umzustimmen.
Als ich seinem erwartungsvollen Blick begegnete, verdrehte ich die Augen und stand auf. Dabei nahm ich die Wasserflasche vom Schreibtisch.
„Ich verspreche gar nichts“, brummte ich widerwillig. Doch das reichte ihm schon, um sich zu entspannen.
„Mehr muss ich gar nicht hören.“ Er lächelte mich an und warf dann einen Blick auf seine Uhr. „Ich habe Sie lange genug aufgehalten. Entschuldigen Sie.“
„Kein Problem. Ich weiß, das kommt mit dem Alter“, scherzte ich. Diesmal war er es, der mich finster ansah, obwohl er sein Lächeln beibehielt. Nachdem ich mich leicht gestreckt hatte, richtete ich mich auf und nickte. Dabei setzte ich wieder meinen formellen Gesichtsausdruck auf, der zweifellos zu einer professionellen Geschäftsfrau gehörte.
„Vielen Dank für Ihre Ratschläge, Mr Palmer“, sagte ich und nahm ebenfalls wieder unseren professionellen Tonfall an. „Dann überlasse ich Sie jetzt Ihrem Arbeitstag.“
„Natürlich, Miss Valentine.“ Er nickte. „Sie können gehen. Und viel Glück.“
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