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Kapitel 3

ผู้เขียน: Sommerblüte
Ben erstarrte für eine Sekunde. Er presste die Lippen zusammen, sah sie an, sagte aber letztendlich nichts.

Emma hörte den Austausch. Ein spöttisches Lächeln erschien auf ihren Lippen.

Sie war Bens Ehefrau, und doch hatte sie das Gefühl, dass die beiden das eigentliche Paar waren – und sie nur die Dritte im Bunde.

Ben ging voraus, Sophia an seiner Seite. Auch wenn Emma die Heuchlerin ignorierte – sie würde ihr Spiel einfach weiterspielen.

„Das muss so schmerzhaft für Emma sein. Es tut mir leid. Ben hat damals an meine Karriere gedacht und mich zuerst ins Krankenhaus gebracht. Du darfst ihm deswegen nicht böse sein“, wandte Sophia sich an Emma.

Emma verzog die Lippen. „Ich bin nicht böse. Schließlich bist du in seinen Augen ja die Wichtigste.“

Es war die Wahrheit, aber für Ben klang es passiv-aggressiv. „Was soll dieser Ton? Selbst wenn Sophia ausgerutscht ist – es ist deine Aufgabe, den Deckel festzuhalten.“

Emma verteidigte sich nicht weiter. Selbst nach tausend Erklärungen würde er ihr nicht glauben. Sie blickte nur zu ihm auf, ihre Augen ausdruckslos.

Bens Blick traf auf ihre ruhigen Augen. Irgendwie schien Emma ihm plötzlich kälter, härter geworden zu sein.

„Okay, das Thema ist durch. Ich habe mich ja auch nicht schwer verletzt. Ben, sei nicht so streng mit Emma“, mischte Sophia sich großmütig ein. „Außerdem ist Emma selbst verletzt. Ben, sei nicht so gemein zu ihr.“

Bei ihren Worten kam Emma das kalte Grausen. Sie war das Opfer, doch plötzlich war sie zur Täterin geworden, und Sophia tat so, als müsste sie ihr vergeben. Diese Unverfrorenheit.

„Pass nächstes Mal besser auf“, sagte Ben zu Emma.

Ein nächstes Mal? Ein kaltes, spöttisches Lächeln umspielte Emmas Lippen.

Das würde es nicht geben.

Am Straßenrand ertönte plötzlich ein Aufschrei hinter ihnen.

Ben wirbelte herum. Sophia saß auf dem Boden, hielt sich den Knöchel, ihr Gesicht eine schmerzerfüllte Grimasse.

„Sophia!“ Bens Stimme war voller Sorge.

Fast ohne zu denken, ließ er Emma los. Sie fiel unvorbereitet zu Boden, ein Zischen entwich ihren Lippen vor Schmerz.

Voll angespannter Sorge rannte Ben zu Sophia, hob sie auf und lief zurück zur Ambulanz.

Nach wenigen Schritten warf er einen Blick über die Schulter.

Hinter ihm rappelte sich mühsam Emma auf.

Ben runzelte die Stirn. Da hörte er Sophias Schluchzen: „So schlimm! Ich glaube, ich habe mir den Knöchel verstaucht. Was soll ich nur? Übermorgen ist der Laufsteg-Termin.“

„Keine Angst, ich bringe dich sofort zum Arzt“, beruhigte Ben sie. Sein Blick löste sich von Emma. Er ging, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Sie waren weg. Emma stand mühsam halb auf, der Schmerz ließ sie nicht ganz aufrecht kommen.

Sie sah den beiden nicht nach. Heiße Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie winkte ein Taxi heran.

Im Wagen betrachtete sie ihren Fuß. Beim Sturz hatte sie eine herausstehende Holzlatte gestreift, ihre Zehen bluteten.

Nicht nur das. Ihr Steißbein schmerzte, und ihr Ellbogen war großflächig aufgeschürft.

Sie wischte den Schmutz und das Blut mit einem Taschentuch ab. Der Schmerz ließ große Tränen kullern. Sie biss die Zähne zusammen, um keinen Laut von sich zu geben.

Noch einen Monat, dachte Emma. Nur noch einen Monat, dann war sie frei.

Ihr Handy vibrierte. Eine Nachricht tauchte auf – wieder diese unbekannte Nummer:

【Tut mir leid, Emma. Ben hat mich wegen meines Fußes hierhergebracht und dich einfach zurückgelassen. Er wird wohl noch eine Weile bei mir bleiben. Das ist dir doch okay, oder?】

Emma sah darauf und ignorierte sie einfach.

Zwei Jahre waren sie getrennt, aber Ben liebte Sophia immer noch. Solange sie da war, würde er sie immer vorbehaltlos wählen.

Sie wechselte die App und sah die Nachricht von Finn Wagner vom Vortag. Er hatte gefragt, wann sie zurückkäme.

Ja, sie hatte ihre Heirat verschwiegen. Sie erzählte ihm: „Ich bin im Ausland.“ In Wirklichkeit war sie die ganze Zeit in Berlin geblieben.

Berlin war weder groß noch klein. Außenstehende wussten, dass Ben verheiratet war, aber nicht, mit wem. So hatte er es verlangt.

Und sie selbst? Zwei Jahre lang war sie nur um Ben gekreist, pendelte zwischen zwei Punkten, war nie in Erscheinung getreten.

【In einem Monat. Sobald ich die letzten Dinge hier geregelt habe.】 , antwortete sie ihm.

Die letzten Dinge. Der Abschluss von allem, was mit Ben zu tun hatte.

Finn antwortete sofort. Er bot ihr an, bei seiner Firma direkt als Leiterin einzusteigen.

Sie nahm das Angebot an, lehnte aber die Leitungsposition ab. Nach dem Abschluss hatte sie Ben geheiratet. Eine Vollzeit-Hausfrau? Eher eine Vollzeit-Dienstmagd.

Alles, was sie im Studium gelernt hatte, musste sie wieder auffrischen. Sonst würde sie nicht einmal die grundlegendste Arbeit bewältigen.

【Ach was, die Position als Leiterin ist doch unter deinem Niveau! Du warst damals doch die Stipendiatin des Jahrgangs. Schon im zweiten Jahr hast du eigenständig ein Team zum Gold im Businessplan-Wettbewerb geführt. Du warst immer so talentiert.】

Emmas Blick verlor sich in der Nachricht. Plötzlich kehrten die Erinnerungen an die Uni-Zeit zurück.

Ihre Leistungen waren immer herausragend gewesen. Sie hatte mehrfach mit ihrem Team Preise gewonnen. Damals war ihr auch sein Großvater ein paar Mal begegnet.

Ihr Blick blieb an dem Wort „talentiert“ hängen. Es war, als wachte sie aus einem langen Traum auf.

Ja. Sie war talentiert.

Selbst wenn sie Finn nicht bei der Gründung geholfen hätte – heute wäre sie wahrscheinlich Führungskraft in einem großen Unternehmen.

Aber diese zwei Jahre… Was hatte sie aus sich selbst gemacht?

Um der Liebe willen hatte sie sich erniedrigt, sich aufgegeben, ihre Würde weggeworfen. Selbst sie selbst fand dieses Ich fremd, verachtenswert.

Nach ihrer Antwort an Finn schaltete sie ihr zersprungenes Handy aus, lehnte sich zurück und schloss die Augen.

Gedanken an die Vergangenheit zogen durch ihren Kopf:

Damals, als Finn mit ihr das Unternehmen gründen wollte, war sie auf Investorensuche und traf auf Herrn Schulz.

Er willigte ein – unter der Bedingung, dass sie Ben heiratete. Er wollte Sophia nicht in der Familie.

Dieser Vorschlag war für sie damals wie ein „doppeltes Glück“. Sie war wie betäubt vor Freude.

Denn heimlich liebte sie Ben schon seit der Schulzeit. Selbst als er später mit Sophia zusammenkam, hatte sie diese Liebe tief in sich vergraben.

Sie war zu gierig gewesen. Sie bekam nicht nur die Investition, sondern gierte auch nach der Liebe. Also willigte sie sofort ein.

Aber jetzt…

Bereute sie es. Zutiefst.

Es war kein unverhofftes Glück gewesen. Sondern alter, übler Gesinnungsfraß.

Kostenlose Dinge forderten oft den höchsten Preis.

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