LOGINDer Boden unter den Katakomben bebte nicht nur – er pochte wie ein monströser Herzschlag, vermischt mit dem Geräusch von Eisen, das über Stein schabte.
Aria wich rückwärts, die Augen weit aufgerissen, als der Boden nahe der Westwand aufplatzte. Der Riss zog sich durch die Schutzrunen und zerspaltene die Magie mit einem scharfen, gläsernen Knacken.
Plötzlich verschwand der erstickende Zauber, der die Luft gefangen hielt, und eine Welle von Schwefelgestank rollte über sie hinweg, sodass sie würgen und husten musste.
„Aria, geh hinter mich!“, bellte Karl.
Er wartete nicht auf sie. Die verbrannten Zeichen an seinen Handgelenken leuchteten hellrot auf, als er sich durch die Zelle warf und sich zwischen sie und die Dunkelheit stellte, die sich im zerbrochenen Boden immer weiter ausbreitete.
Schatten sickerten aus der Spalte und sammelten sich, bis sie zu Bestien wurden – grotesk und vierbeinig, die Knochen zeichneten sich unter der öligen, schwarzen Haut ab. Keine Augen, keine Ohren, nur diese schrecklichen Schnauzen und Reihen von gezackten, gläsernen Zähnen, von denen ätzende Galle tropfte.
„Schatten-Schemen“, knurrte Karl, und seine Stimme verdoppelte sich zu etwas, das mehr Bestie als Mensch war. „Sie wollen die Verderbnis des Bandes.“
Die erste Kreatur drehte sich um und kreischte – ein Laut, der Arias Knochen erschütterte. Sie sprang.
Karl handelte aus Instinkt, halb verwandelt: Seine Hände krallten sich, die Schultern traten hervor, Fell sträubte sich auf seinen Armen.
Er packte das Monster mitten im Sprung, drehte dessen Hals und brach die Wirbelsäule mit einem ekelhaften Knacken. Die Kreatur sackte zusammen und verwandelte sich in schwarze Asche, doch direkt danach drängten zwei weitere nach.
„Karl, von links!“, schrie Aria und suchte verzweifelt nach irgendeiner Waffe. Ihre Finger fanden einen losen Steinbrocken.
Der Schwanz eines anderen Schemens peitschte über Karls Rippen. Er nach Luft, aber Aria war diejenige, die zusammenbrach und keine Luft mehr bekam, als wäre sie mit einem Vorschlaghammer getroffen worden. Schmerz explodierte in ihrer Seite und zwang sie auf die Knie.
„Aria!“, rief Karl, Panik in seinen rot umrandeten Augen.
„Mir... geht’s gut!“, atmete sie, zwang sich hoch und zog den Steinbrocken hinter sich her. „Guck nicht nach mir! Kämpf, du Idiot!“
Karl drehte sich rechtzeitig um, duckte sich unter einem anderen Monster hinweg und schlug seine gekrallte Faust direkt durch dessen Brust. Schwarzer Schleim quoll heraus, als er den dampfenden Kern herausriss. Dann schlug die dritte Bestie ihre Krallen direkt durch seinen Oberschenkel.
Aria schrie auf. Es war ihr Bein, das brannte und schmerzte, obwohl ihre Haut nicht gerissen war. Die Muskeln zitterten vor Schmerz, der bis auf die Knochen brannte.
Sie zwang sich in die Aufrechte; ihre Stimme war heiser über dem Knurren und Heulen der Bestien. „Wir können uns nicht nur verteidigen! Die Spalte wird größer – sie überrennen uns, wenn wir bleiben!“
„Die Eisentür!“, schrie Karl und wich einem weiteren Hieb aus. „Die Schutzzauber sind weg, tritt sie auf!“
Aria schleppte sich zur Tür, Schmerz strahlte durch ihr Bein. Sie rammte ihre Schulter gegen das schwere Eichenholz und Eisen. Es stöhnte, die Scharniere spannten sich, aber es bewegte sich nicht. „Sie ist auf der anderen Seite klemmt!“, schrie sie.
Karl kämpfte hinter ihr wie ein wildes Tier, seine Handgelenk-Runen pulsierten bei jedem Schlag, seine Krallen rissen Gliedmaßen ab und brachen Oberkörper, aber die Kreaturen kamen immer weiter, und für jeden Hieb, den er landete, fanden sie einen neuen Weg, zurückzuschlagen.
Ein Schatten-Schemen rammte Karl und schleuderte ihn hart gegen die gegenüberliegende Wand.
Arias Kopf knallte gegen den Türrahmen; Funken explodierten hinter ihren Augen. Ihre Ohren dröhnten von dem Aufprall, Schmerz schoss ihre Wirbelsäule hinunter, bis sie fast zusammenbrach.
Sie packte den rauem Stein, saugte einen stoßweisen Atemzug ein und drückte sich auf die Füße. Während Karl mit zwei Monstern rang, holte ein drittes aus, um seinen entblößten Arm zu treffen. Aria sprintete los und rammte den Stein auf seinen Kopf.
Der Stein zersprang, und der Schemen sackte zu schwarzem Schlamm und Asche zusammen. Karl blickte auf, die Brust hob und senkte sich schwer, Blut und Ruß rannen über sein Gesicht; für nur eine Sekunde teilten sie durch den Schmerznebel hindurch einen wilden, stummen Respekt.
„Nicht schlecht… für die Tochter eines Streuners“, krächzte Karl und schaffte ein schiefes, blutiges Grinsen.
„Heb dir das auf, bis wir hier raus sind!“, herrschte Aria ihn an, ihr Herz raste.
Die Spalte stöhnte und dehnte sich weiter aus. Staub regnete von oben herab, und ein tiefes, unmenschliches Brüllen erschütterte den Raum – so laut, dass es sich anfühlte, als würde die Welt einstürzen.
Etwas Riesiges kroch aus der Tiefe empor, eine Bestie so groß wie ein Stier, von Kopf bis Fuß mit Knochen gepanzert, Schattenstränge peitschten von ihren Schultern, und ihre Augen brannten kalt und rot.
Karls Angeberstimmung erlosch. „Großer Schatten“, murmelte er, den Blick auf das Ding gerichtet. „Der hier ist anders, Aria. Geh zurück.“
Das Monster war nicht geistlos; es studierte sie. Sein Blick wanderte von Karls glühenden Handgelenken zu Aria an der klemmenden Tür. Dann holte es aus – direkt nach ihr.
„Aria, beweg dich!“, schrie Karl und warf sich in den Weg.
Er blockte den Großteil des Hiebes ab, aber eine dünne Schattenpeitsche glitt an ihm vorbei und zog sich um Arias Knöchel zusammen. Sie biss tief hinein, brannte kalt und scharf, verdrehte Fleisch und Nerven, bis sie schrie.
Am anderen Ende des Raumes gab Karls Bein nach. Ein ekelhaftes Knacken erfüllte den Raum; sein Knochen gab unter dem Druck nach. Er brach zusammen, gelähmt vor Schmerz, unfähig zu stehen.
„Karl!“, schrie Aria und trat verzweifelt um sich, aber der Griff des Schattens zog sich nur noch enger und brannte sich durch Stoff und Muskeln.
Der Große Schatten ragte über Karl auf; seine Kiefer öffneten sich weit, vier Reihen giftiger Zähne bereit, seine Wirbelsäule durchzutrennen.
Karl versuchte sich zu verteidigen, konnte sich aber nicht bewegen. Er blickte zu dem Monster auf, die Augen wild und verzweifelt. Aria riss an der Ranke, die sie hielt, und weigerte sich, sich vom Schmerz stoppen zu lassen.
„Nein!“, schrie sie, als die Krallen der Bestie auf Karls Hals niedersausten.
Wenn er stirbt, sterbe ich.
Es war nichts, worüber sie nachdachte; nicht wirklich. Das Gefühl entsprang direkt aus ihrem Bauch, zu roh für Angst, zu real, um es zu hinterfragen.
Aria versuchte nicht, die schattige Ranke zu entwirren, die um ihr Bein gewickelt war. Sie suchte nicht nach einer anderen Waffe und zögerte nicht einmal. Sie schrie einfach und warf sich auf Karl; mit einem waghalsigen, verzweifelten Sprung überbrückte sie den Abstand zwischen ihnen.
Sie krachte in der Bruchteil einer Sekunde in ihn hinein, bevor die Kiefer des Schattens zusammenschnappten.
Das Monster verfehlte Karl um Zentimeter; seine Zähne bohrten sich stattdessen in Arias linke Schulter. Der Schmerz riss durch sie hindurch – es war mehr als ein Biss und zerrissenes Fleisch. Es war ein kaltes, fauliges Gift, das in ihre Adern sickerte und sie von innen heraus verbrannte.
Am anderen Ende des Raumes stieß Karl ein tiefes, gebrochenes Heulen aus, das den Steinbogen über ihnen erzittern ließ.
Wegen ihres Bandes – wegen des Fluchs – traf ihn der Schmerz dreimal so hart. Qualen spalteten seine eigene Schulter, zermalmten Knochen und rissen Haut auf. In einem Augenblick quoll dunkles Blut in seinem Mund auf und spritzte auf die dunklen Steine, während sich sein Rücken in einem heftigen Krampf vom Boden abhob.
Arias Sicht verschwamm zu Weiß. Nichts existierte mehr außer ihrem eigenen Schreien und dem wilden Pochen zweier Herzen, die versuchten, wie eins zu schlagen.
Karl packte die Schnauze des Schattens mit seinem einzigen funktionierenden Arm. Er bewegte sich wie ein Besessener; Angst, Schmerz und Wut verschmolzen zu etwas Unaufhaltsamem.
Runen flammten um sein Handgelenk auf und warfen karmesinrotes Licht, während er jede Faser seiner Kraft hineinlegte, um den Kopf des Monsters zu zermalmen. Dunkles, brodelndes Feuer brach aus seinen Händen hervor und brannte sich direkt durch den Schädel des Schattens.
Das Ding kreischte, als Feuer sein gepanzertes Gesicht spaltete, dann fiel es in sich zusammen; Flammen fraßen es von innen heraus auf, bis nur noch ein Sturm schwarzer Asche übrig war, der auf die Steine wehte. Der Griff an Arias Schulter verschwand in dem Moment, als die Bestie verging.
Sie brach auf Karls Brust zusammen und zitterte von dem kalten Gift, das durch ihr Blut kroch.
Karls gekrallte Hand schwebte über ihrem Rücken und zitterte, während er um Atem rang. Blut tropfte von seinen Lippen. Seine golden-roten Augen starrten ins Nichts, glasig und verzweifelt, während er darum kämpfte, sich festzuhalten.
„Aria…“, krächzte er mit zerrissener Stimme. „Du… Narr…“
Sie versuchte zu lächeln. „Konnte dich nicht… den ganzen Ruhm einheimsen lassen“, schaffte sie, obwohl ihre Lippen sich bereits blau verfärbten.
Ihre Herzen donnerten und gerieten ins Stocken; sie rasten außer Kontrolle, während das Band versuchte, sie zu heilen, es aber fehlschlug. Die Runen an ihren Handgelenken brannten so hell, dass es wehtat hinzusehen, aber nichts konnte sie von solchen Wunden zurückholen, nicht, wenn sie denselben Bruch teilten.
Karl streckte die Hand aus; seine Finger hinterließen Blutspuren, als er ihre Wange fand. „Halt durch…“
Doch Arias Augenlider fielen immer wieder zu; sie konnte kaum gegen die Dunkelheit ankämpfen, die sich schloss. Das Letzte, was sie sah, war das Glühen an Karls Handgelenken, das verblasste und zu Asche wurde. Dann war da nichts mehr. Kein Laut, kein Schmerz, kein Licht.
—
Das Bewusstsein kehrte ohne jede Vorwarnung zurück.
Aria saugte verzweifelt Luft ein und schreckte auf; ihre Lunge brannte von der kalten, ungewohnten Luft. Sie lag nicht mehr auf feuchtem Stein. Sie war in eine kratzige Wolldecke gewickelt und lag auf einer Lederbank, die unter ihr zitterte und bebte.
Unten bei ihren Füßen vibrierten die Bretter im Takt des dumpfen Mahlens von eisenen Rädern auf Kies. Sie war in einer fahrenden Kutsche.
Sie versuchte sich aufzurichten. Ihre linke Schulter schrie auf, doch als sie nachsah, fand sie keine offene Wunde. Nur einen tiefen, violetten Fleck dort, wo die Bestie sie gebissen hatte – kein Blut, keine zerrissene Haut.
Das Zeichen an ihrem Handgelenk – die blutroten Runen ihres Bandes – glühte im Laternenlicht immer noch sanft. Dann wurde ihr klar, was fehlte.
Ihr Geist war auf eine Weise still, die sich beängstigend anfühlte. Zurück in der Zelle hatte sie Karls Herzschlag gespürt, seine Wut, seine Angst, stetig und gegenwärtig unter ihrem eigenen Schmerz. Jetzt spürte sie nichts.
Ein scharfer Schmerz flammte in ihrer Brust auf. Sie presste die Handfläche gegen ihre Rippen, erschrocken darüber, wie schnell sich der Schmerz zuschnürte. Zuerst zwickte es. Dann schwoll es an, bis es sich anfühlte, als würde irgendetwas ihr Herz körperlich greifen und zusammendrücken.
Sie zwang sich zu atmen, aber ihre Lunge blockierte immer wieder. Jeder Atemzug stach direkt in ihren Kern; jeder Schlag ihres Herzens geriet weiter aus dem Rhythmus.
Sie erinnerte sich an die Warnung von Ältestem Corvin – das Band würde immer versuchen, sie wieder zusammenzuziehen. Dieser Schmerz allein könnte sie in den Wahnsinn treiben, wenn sie zu weit auseinandergezogen würden.
Und jetzt bewegte sie sich von ihm weg; der unsichtbare Faden dehnte sich mit jeder Meile, die die Kutsche rollte, immer dünner.
Aria schleppte sich in Panik zum Fenster und schob den Vorhang zur Seite. Durch das Glas sah sie schwarze Wälder in der Nacht vorbeiziehen; die Bäume wurden hinter ihnen dünner.
Sie hatten den Fluss überquert, ließen das Land von Sycamore hinter sich und steuerten auf fremde, kältere Ländereien zu. Vier gepanzerte Wachen zu Pferd umgaben die Kutsche – Männer in silberner, wolfsverzierter Rüstung; nicht das Wappen von Sycamore, sondern das von Lord Marcus.
Ein weiterer Qualenschub dolchte durch ihre Brust. Die Runen an ihrem Handgelenk flammten hell und wütend auf und zuckten unter ihrer Haut wie unter Strom stehende Drähte. Das Wesen in der Aeternum Lex reagierte auf die Belastung, nährte sich vom Schmerz und machte alles nur noch schlimmer.
Sie glitt an der Tür herunter, krallte sich in ihr Kleid und versuchte alles, um den Druck zu lindern, während ihre Sicht an den Rändern schwarz wurde.
Ihr Herz fühlte sich an, als würde es in sich zusammenbrechen. Wenn die Kutsche nicht anhielt oder Karl nicht auf der anderen Seite auf sie wartete, würde dieser Schmerz sie bis Sonnenaufgang töten. Und sie wusste ohne jeden Zweifel, dass Karl mit ihr sterben würde.
Der heulende Wind riss durch den Gebirgspass und trieb scharfe Eis- und Schneenadeln über den kargen Hang.Aria lag in der eiskalten Wehe, während der Schnee in der rohen Fleischwunde brannte, die sich über ihre linke Schulter zog.Jeder verunglückte Atemzug fühlte sich an wie das Einatmen von zerbrochenem Glas. Der Silberbolzen, der tief in Karls Körper steckte, sickerte mit seiner giftigen Brandwunde weiter direkt durch ihre gemeinsame Verbindung und jagte ein unerträgliches, weißglühendes Fieber durch ihr gesamtes Nervensystem.Neben ihr lag Karl reglos da. Sein Gesicht war fahl wie das eines Toten, seine Lippen wiesen einen erschreckenden Blauton auf, während die schwarzen, spinnennetzartigen Adern auf seiner Brust mit einem unregelmäßigen, unnatürlichen violetten Licht pulsierten. Sein Atem war ein flaches, feuchtes Röcheln.Wenn wir auf diesem offenen Hang bleiben, wird uns der Schneesturm beide vor dem Morgengrauen erfrieren lassen. Angetrieben von einem plötzlichen, verzweifel
Alles schien sich zu verlangsamen. Der silberne Bolzen durchbohrte die eisige Luft und ging direkt auf Aria zu, als sie die andere Seite der Seilbrücke erreichte.Karl dachte nicht nach. Er sah den Bolzen, und er sah Aria. Dann bewegte er sich. Er schob sich von den Holzbrettern und warf sich in den Weg.Die silberne Spitze traf seine linke Schulter. Es riss durch seine Ledertunika und fuhr tief in sein Fleisch, bis es die Knochen berührte.Die Kraft schlug ihn nach hinten. Karl prallte gegen die Brückenseile und ließ die alten Holzbretter unter ihm stöhnen.Auf der anderen Seite des Flusses senkte Vane seine leere Armbrust und lachte."Ein edler Tod, Alpha-Erbe!" Er schrie.Aria drehte sich bei dem Geräusch um. Ihre Augen weiteten sich, als sie Karl an den Seilen hängen sah, Blut floss aus der Wunde in seiner Schulter.„Karl!“ Sie ließ ihr Schwert fallen und machte einen Schritt auf ihn zu. Dann traf der Schmerz sie. Eine scharfe, erdrückende Kraft riss ihre linke Schulter.Aria schr
Der Wald brach in Flammen auf.Glut streute sich über die trockenen Tannennadeln, und innerhalb von Sekunden hatte sich Feuer durch die Haltestifte ausgebreitet.Dicker Rauch rollte über die Lichtung, versteckte die Wachen und verwandelte ihre vorsichtige Formation in Chaos."Schütze den Alpha!" Ein Vollstrecker schrie durch den Lärm.Aria hat nicht gewartet. In dem Moment, in dem sie sich befreite, fiel sie neben die gefallene Wache und zog sein kurzes Schwert aus seiner Scheide.Sie drehte sich um, als zwei Bloodmoon Enforcers durch den Rauch kamen, ihre silbernen Pik zielten auf sie.Aria duckte sich unter den ersten Schlag und trat in seine Reichweite. Ihr Schwert trieb in die Lücke unter seiner Brustrüstung.Sie zog es frei und trat dem zweiten Wächter ins Knie. Das Gelenk gab mit einem scharfen Knacken nach, so dass er zu Boden stürzte.„Karl!“ Ihre Stimme wurde durch die Flammen getragen.Auf der anderen Seite der Lichtung wurde Karl bereits frei. Das Feuer hatte die Konzentrat
Karls Atem stockte, als das Wort seinen Mund verließ."Ein Schnäppchen."Für einen Moment bewegte sich niemand. Vane senkte den silbernen Dolch leicht, aber sein Daumen blieb gegen Arias Knöchel gedrückt und hielt ihre Hand gegen die raue Rinde der Eisenholzkiefer. Ein langsames Lächeln breitete sich über sein vernarbtes Gesicht aus."Ein Schnäppchen?" Wiederholte er und schaute über seine Schulter zu Karl. "Du liegst in meinem Dreck und blutest von den Wunden, die ich deinem Partner gegeben habe, und du denkst, du hast etwas, das es wert ist, gehandelt zu werden?"„Ich glaube nicht“, zog sich Karl höher gegen die Hechte und ignorierte den Schmerz, der durch seinen Rücken riss. "Ich habe etwas, das es wert ist, gehandelt zu werden."Blut lief seine Rippen hinunter, verdunkelt durch das violette Leuchten unter seiner Haut. Seine golden-purroten Augen verließen Thorne nie.„Karl, nicht“, sagte Aria, ihre Stimme war angespannt, als sie gegen die silbernen Fesseln kämpfte. "Gib ihm nichts
Die Lichtung blieb ruhig, bis auf die knisternden Fackeln und die ungleichmäßige Atmung von Karl und Aria.Alpha Vane stand mit der silbernen Peitsche noch in der Hand. Seine Augen bewegten sich zwischen ihnen.Arias Tunika war mit Blut über ihren Rücken getränkt.Auf der anderen Seite der Lichtung hatte Karl die gleichen Wunden, Blut lief durch den zerrissenen Stoff seiner Kleidung.Ein langsames Lächeln breitete sich über Vanes Gesicht aus."Nun, gut, gut..."Er trat auf Karl zu, seine Stiefel sanken im Schlamm. Mit der Spitze seines Stiefels rollte er Karl auf die Seite.Karl knurrte durch zusammengebissene Zähne. Sein Körper zitterte vor dem Schmerz, der über seinen Rücken und durch die Bindung zwischen ihnen lief.Die schwarzen Adern über seiner Brust pulsierten stärker. Das violette Licht unter ihnen hatte sich höher ausgebreitet und reichte in Richtung seiner Kehle.Vane lachte."Es ist also wahr. Die alten Geschichten waren keine Lügen.“ Er schaute von Karl zu Aria. „Du bist n
Das silberne Netz fiel hart auf den schlammigen Boden und warf Karl und Aria in die toten Blätter zu Alpha Vanes Füßen.Karl hatte kaum Zeit, sich zu bewegen, als vier Bloodmoon Enforcer Silberspitzen über seine Schultern fuhren und ihn flach gegen den kalten Boden zwangen.Drei andere packten Aria und zogen sie auf die Knie, verdrehten ihre Arme hinter ihrem Rücken, bevor sie silberne Handschellen um ihre Handgelenke schlossen.Karl kämpfte wie ein wildes Tier. Die schwarzen Adern auf seiner Brust verdunkelten sich, als sich ein violettes Leuchten unter ihnen bewegte. Seine Krallen graben sich in den Schlamm, während er versuchte, sich zu befreien."Berühre sie und ich werde dir das Herz ausreißen, Vane!" Er knurrte. Seine Stimme trug die raue Kante seines Wolfes.Vane ging langsam um sie herum und beobachtete Karls Kampf. Seine gelben Augen folgten den dunklen Adern, die seinen Hals hinaufstiegen, bevor sie sich auf Aria niederließen.Sie biss ihre Zähne gegen die brennenden Mansche







