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Kapitel 2

작가: Crystal
last update 게시일: 2026-09-11 03:42:25

Funken flogen über Arias Gesicht, als Stahl nur Zentimeter von ihrer Kehle entfernt auf Stahl traf.

Karl hatte Victors Schwert mit einem der schweren Metalltabletts des Arztes abgefangen. Die Wucht hätte ihn fast zu Boden geworfen – und riss seine Brustwunden erneut auf –, aber er hielt stand.

„Fass sie an“, knurrte Karl, und seine Stimme donnerte in einem seltsamen, zweifachen Tonfall. „Und du tötest mich genau hier, wo ich stehe.“

Victor riss das Schwert zurück. „Sie ist ein Parasit, Karl! Sie zieht dich mit sich ins Grab!“

„Sieh dir die Zeichen an, Vater!“ Karl stieß seine Handgelenke nach vorne. Karmesinrote Glyphen glühten und veränderten sich auf seiner Haut.

Corvin trat zwischen sie, sein Gesichtsausdruck düster. „Der Alpha-Erbe sagt die Wahrheit. Die Aeternum Lex ist eine absolute Fessel. Wenn du sie tötest, stirbt Karl, bevor ihr Kopf auf den Boden trifft.“

Victors Schwertspitze landete auf Arias Brust. „Mein Sohn ist also für immer an den Balg eines Streuners gebunden?“

„Ich will das auch nicht!“, herrschte Aria ihn an. Sie trat hinter Karl hervor und funkelte beide Männer an. „Er hat mich abgelehnt. Hat mich den Streunern vorgeworfen. Ich wäre lieber frei von ihm!“

Karl zuckte zusammen, als die Schamwelle durch ihre Verbindung pulsierte.

„Es gibt noch einen anderen Weg“, sagte Karl durch zusammengebissene Zähne. „Die Erste Trennung.“

Corvins Augen weiteten sich. „Weißt du, was du da sagst, Junge?! Die Erste Trennung? Das bedeutet, dass ein Gefährte in den Tiegel der Sonne steigt und seinen Wolf verbrennt! Du wärst nichts weiter als eine hohle Hülle!“

Karls Kiefer spannte sich an. „Lieber hohl als eine Marionette.“ Er packte Aria an der Hand und riss sie hinter sich.

In dem Moment, als sich ihre Haut berührte, krachte eine Vision in beide Köpfe. Sie standen über einem angeketteten, monströsen Wolf – reiner schwarzer Schatten und Feuer, gefesselt unter einem Steinaltar. Seine Augen sahen aus wie sterbende Sonnen, seine Kiefer schnappten nach den Fesseln.

„Bald…“, donnerte die Stimme der Kreatur in ihren Schädeln. „Brecht das Band… füttert mich…“

Aria riss sich los und rang nach Luft. Karl stolperte zurück, während Blut aus seiner Nase lief.

Victors Augen wurden kalt. Er schob sein Schwert langsam zurück in die Scheide. „Ihr seid beide kontaminiert. Ihr seid eine Bedrohung für dieses Territorium.“

„Vater—“

„Wachen!“, schnauzte Victor. „Nehmt ihnen die Waffen. Sperrt sie in die tiefsten Katakomben, unter die Schutzsteine. Kein Licht, keine Besucher.“

„Die Schutzsteine verstärken dunkle Magie!“, schrie Karl, als die Vollstrecker ihn packten. „Es wird das Wesen füttern—“

„Dann haltet das Wesen ruhig“, sagte Victor und drehte ihnen den Rücken zu. „Bis ich einen Weg finde, das zu brechen, ohne meinen Erben zu verlieren, seid ihr beide für die Welt gestorben.“

Die Eisentüren der Katakomben knallten hinter ihnen zu und sperrten die letzten Lichtreste aus. Vier Schlösser rasteten ein. Die alten Runen auf der Tür schimmerten und summten mit einer erstickenden Energie.

Aria presste sich in die hinterste Ecke ihrer Zelle und zog die Knie an. Das einzige Licht kam von dem schwachen, roten Glühen an Karls Handgelenken.

Er trat auf sie zu, seine Stimme rau und verzweifelt. „Aria… hier unten ist so viel Unterdrückungsmagie. Wenn wir getrennt bleiben, zieht die Fessel.“

Er presste eine Hand auf seine Brust. „Es fühlt sich an, als würden meine Rippen aufgerissen.“

„Gut“, sagte Aria, kalt wie Eis. „Lass es dich zerrutschen.“

Karl zuckte zusammen. „Glaubst du, ich wollte das?“

„Du hast mich vor allen gedemütigt!“, Ihre Stimme hallte von den feuchten Steinwänden wider. „Du hast zugelassen, dass die Wachen deines Vaters mich schlagen, und hast mich dann wie nichts auf die Straße geworfen!“

„Aria, bitte—“

„Sag nicht meinen Namen!“ Sie schlug mit der Faust krachend gegen die Wand.

Karl fiel auf die Knie, rang nach Luft und klammerte sich an seine rechte Hand. Arias Aktion traf ihn dreimal so hart, als eine rote Strieme auf seiner Haut aufflammte.

Aria starrte auf ihre eigene Hand, dann auf Karl, der zusammengekauert auf dem Boden lag. Die Erkenntnis traf sie wie ein Schlag – jeden Schmerz, den sie erlitt, spürte er noch viel schlimmer.

Seit Stunden war sie machtlos gewesen. Doch nun hatte der Fluch die Situation verändert. Sie kroch über die Steine, ihre Finger glitten an ihrem Rock entlang, bis sie fand, was sie wollte – ein scharfes Stück Buntglas aus dem Hallenfenster. Sie hielt es im schwachen roten Licht hoch.

Karl wurde bleich. „Aria… leg das weg.“

„Warum?“, Sie drückte die gezackte Kante an ihre Kehle.

Ein Schnitt öffnete sich an Karls Hals, dunkles Blut perle an seinem Kragen. Er griff sich an den Hals, reine Panik in den Augen.

„Rühr dich nicht“, flüsterte Aria. „Noch ein Schritt, und ich drücke tiefer. Du stirbst mit mir.“

Karls Stimme brach; der harte Alpha-Erbe zitterte auf dem Boden. „Was willst du?“

„Ich will die Wahrheit!“ Tränen drohten überzulaufen, als sie ihn wütend ansah. „Du hast mich im Pavillon angesehen. Ich habe gespürt, wie unsere Wölfe nacheinander gegriffen haben. Warum hast du mich abgelehnt? Warum hast du zugelassen, dass sie mein Leben zerstören?“

Karl starrte zurück, während Blut heruntertröpfelte. Schließlich sagte er mit rauer, gebrochener Stimme: „Wenn ich dich nicht abgelehnt hätte, hätte mein Vater dich und deine Familie vor Sonnenaufgang hingerichtet.“

Ihr Griff wurde unsicherer. „Was?“

Karls Stimme zitterte bei jedem Wort. „Lord Marcus hat nicht nur ein Bündnis angeboten, er hat meinem Vater gedroht. Der Norden kontrolliert unser Wasser. Wenn ich ein Streunermädchen zur Luna gemacht hätte, hätte Marcus die Flüsse abgeschnitten und uns angegriffen. Mein Vater kam vor der Zeremonie zu mir. Er zeigte mir den Befehl zur Hinrichtung deiner Familie, bereits unterschrieben. Er hatte Schatten-Vollstrecker vor dem Haus deiner Mutter platziert.“

Arias Welt drehte sich – das Bild ihrer Mutter und ihres jüngeren Bruders blitzte vor ihrem inneren Auge auf.

„Er sagte, wenn ich dich am Altar wähle, würden sie euer Haus niederbrennen und es den Streunern anlasten. Ich dachte… wenn ich dich öffentlich ablehne, würdest du mich hassen und fliehen. Ich dachte, ich könnte dich so beschützen.“

Die Zelle wurde still. Arias Wut war nicht verschwunden, aber sie verdrehte sich unter der Wahrheit. Er hatte sein eigenes Herz gebrochen, um ihre Leute zu retten. Ihre Hand öffnete sich, und das Glas klirrte auf den Steinen.

Karl stieß einen rauem, stoßweisen Atemzug aus. Der Schnitt an seinem Hals verblasste. Er kniete sich vor sie hin, auf Augenhöhe mit ihr.

„Ich wusste nichts von dem Fluch“, sagte er mit brüchiger Stimme. „Hätte ich gewusst, dass er uns an dieses Ding bindet… hätte ich einen Weg gefunden. Ich schwöre es.“

Die Spannung zwischen ihnen verflog und wurde durch etwas Seltsames, Magnetisches ersetzt. Aria griff nach seiner Wange, während sie zögerte.

„Meine Familie?“, flüsterte sie.

Karl nickte sanft. „Sie sind sicher. Als ich zusammenbrach, hat mein Vater die Hinrichtungen ausgesetzt. Ihm geht es jetzt nur noch darum, mich am Leben zu halten.“

Aria studierte seine golden-karmesinroten Augen. Langsam berührte sie sein Gesicht.

Bevor sie es richtig spüren konnten, bevor sie all das begreifen konnten, schlug eine Druckwelle durch die Katakomben.

Der Stein brach unter ihren Knien. Ein uraltes, monströses Brüllen heulte aus der tiefen Erde. Die Runen auf der Eisentür brannten hell und sprühten Funken von Blau zu gewalttätigem Rot.

Aria zischte, als Hitze ihre Handgelenke verbrannte. Sie blickte nach unten. Identische Glyphen, rot wie Blut, blühten auf ihrer Haut auf und pulsierten synchron mit Karls Zeichen.

Dann gab der Boden unter ihnen nach. Die Steine zersprangen, und alles fiel geradeaus in die Dunkelheit hinab.

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