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Kapitel 4

작가: Crystal
last update 게시일: 2026-09-11 03:45:16

Die Räder der Kutsche bewegten sich durch den schlammigen Bergpass und spritzten bei jedem Stoß Dreck auf. Drinnen drückte die Luft so schwer, dass Aria das Gefühl hatte zu ersticken. Es war, als hätte der Himmel selbst ihre Lunge zerquetscht.

Sie kauerte sich in die Ecke, zog die Knie fest an und grub ihre Fingernägel durch ihre Tunika. Das Atmen tat weh; jedes Einatmen kostete sie alles, was sie hatte, aber nichts schien ihre Lunge zu erreichen.

Zwei Meilen. Drei Meilen. Sie hatte das Gefühl für die tatsächliche Entfernung verloren, aber sie konnte es spüren – das Band in ihr dehnte sich, spannte sich über das erträgliche Maß hinaus. Es war kein Faden mehr. Es fühlte sich an wie eine rotglühende Kette, die direkt durch ihre Seele gezogen wurde und sie von Grund auf zerriss.

Dann erlitt ihr Herz einen heftigen Krampf. Sie würgte einen erstickten Schrei heraus, als es zwei Schläge übersprang und fast stehen blieb.

Ein Aufblitzen der Runen entlang ihres Handgelenks loderte auf und überflutete die Kutsche mit zackigem Licht. Das uralte Ding in der Aeternum Lex spürte ihre Qualen und drückte gegen den wachsenden Abstand zwischen ihnen an; es nährte sich vom Schmerz.

Sie krabbelte zur Tür, ihr Körper zitterte, die Fingernägel schabten über das Holz. „Haltet—“, krächzte sie und brachte die Worte kaum heraus. „Ihr müsst… die Kutsche anhalten…“

Die Hufschläge draußen knallten weiter. Regen schlug auf die Welt da draußen. Durch das vergitterte Fenster erhaschte sie einen Blick auf den anführenden Wächter. Grauer Umhang, Lord Marcus' Wappen – ein silberner Wolfskopf, der von einem Schwert durchbohrt war.

„Ruhig da hinten!“, bockte der Wächter, ohne sich umzusehen. „Lord Marcus will dich lebend. Du wirst atmen, wenn wir die Festung erreichen.“

Aria sackte gegen das Glas, ihre Sicht flackerte an den Rändern. Sie versuchte zu schreien, dass eine weitere halbe Meile ihr Ende bedeuten würde, aber die Worte kamen nicht; ihr Puls verblasste wie eine Kerze.

Karl. Ihr Geist schrie seinen Namen in den schwarzen Abgrund hinein, wo ihr Band sonst gesummt hatte. Karl, bitte…

Weit dahinter, unten in der Krankenstation des Rudelhauses von Sycamore, kroch Kälte an den Wänden hoch und ließ das Wasser in den Schalen gefrieren.

Karl war an einen Eisentisch gefesselt; Riemen und Silberketten hielten ihn so fest, dass er Flecken bekam. Vier Hohepriester umringten ihn, tief in ihren Gesängen versunken, während Alpha Victor an den Rändern entlangschlich, das Schwert gezogen, angespannt in einer Art wütender Verzweiflung.

Karl war bewusstlos, blass wie eine Leiche, seine Haut glänzte vor Schweiß. Frisches Blut tränkte seine bandagierte Schulter von dem Biss des Großen Schattens.

Plötzlich gaben die medizinischen Monitore einen scharfen, endlosen Ton von sich. Karls Augen zuckten auf, schwarz von Lid zu Lid, seine Pupillen von dem verfluchten Ding verschlungen, das in ihm lebte. Er keuchte – ein gebrochenes, saugendes Geräusch, aber nichts füllte seine Lunge.

„Sein Herz!“, Ältester Corvin ließ seinen Stab fallen und eilte herbei. „Sein Puls bricht ein! Er fällt auf Null!“

Victor packte den Priester an der Robe, wild und verzweifelt. „Du hast gesagt, die Ketten reichen aus! Du hast versprochen, dass er stabil bleibt!“

Corvin zitterte; seine Augenbinde verrutschte auf seinem Schädel, als er sich nach Norden wandte. „Sie ist weg! Jemand hat das Mädchen genommen; sie verlässt das Territorium! Die Fessel reißt!“

Auf der Platte wurde Karl steif wie eine Statue. Sein Herz zog sich zusammen, feuerte einen letzten Krampf ab und hörte dann auf.

Eine karmesinrote Flutwelle brach aus den Runen an seinen Handgelenken hervor, sprengte Licht durch die Kammer und saugte die Wärme weg, bis Frost die Wände überzog und die Roben der Priester zu Eis wurden.

„Seine Atemwege! Das Mondlicht!“, schrie ein Priester und griff nach einem glühenden Kristall.

Doch bevor er ihn berühren konnte, kam das Geräusch – eine tiefe Explosion aus Karls Brust. Nicht menschlich, nicht Wolf. Kälter, böser und älter.

Die Druckwelle traf alle und schleuderte alle vier Priester so hart gegen die Steinwände, dass sie abprallten. Die Ketten spannten sich; das Metall stöhnte.

Karls Augen waren Höhlen schwarzer Gier, starr auf die Nordwand gerichtet. Sein Herz war tot, sein Gehirn glitt über den Abgrund, er starbt. Doch die Dunkelheit in ihm hielt ihre Krallen fest in ihm und goss Macht direkt durch die Leiche, die sie besaß.

FINDE SIE.

Der Drang schlug durch seinen Kopf, gewaltsam und ohrenbetäubend. Er riss die Silberketten entzwei. Sie rissen und fielen wie alte Fäden auf den eisbedeckten Boden.

„Karl!“, schrie Victor und erhob sein Schwert, seine Alpha-Aura wutentbrannt. „Halt an! Du stirbst! Steh still!“

Karl hörte nicht hin. Er schwang seinen Arm und schlug Victor mit der Rückhand quer durch den Raum, durch die Medizinschränke und gegen die gegenüberliegende Wand.

Als Nächstes ließ sich Karl auf alle Viere fallen. Die Verwandlung traf ihn hart und hässlich – nicht die Art von eleganter, edler Gestaltänderung, die er sonst schaffte, sondern eine brutale Erschütterung von Knochen und Muskeln. Seine Wirbelsäule riss sich länger; die Gelenke splitterten bei jeder Dehnung.

Grobes schwarzes Fell brach durch seine Haut; seine Hände verdrehten sich zu massiven Krallen, die Furchen in den Steinboden gruben. Sein Kiefer schoss hervor, die Lippen schälten sich zurück über Reihen von Zähnen – zu viele und zu lang –, während seine sternenlosen Augen brannten.

Er wartete nicht darauf, dass der Schmerz nachließ. Der riesige schwarze Schreckenswolf krachte mit der Schulter voran durch die Eisentüren.

Die Wachen stoben auseinander und warfen ihre Waffen hin, erstarrt beim Anblick seiner vorbeidonnernden Gestalt – ein Streifen aus Nacht, Blut und Frost. Er sprang die Treppe mit drei Satz hoch, zersplitterte die Eichentüren der Großen Halle und warf sich direkt in die regenpeitschende Nacht.

Der Sturm war eine Wand aus Wasser und Messern, die alles in Sekundenschnelle durchnässte.

Der Wolf landete am Rand der Klippe; seine Brust hob sich nicht einmal, sein Herz lag flach und stumm unter all diesen Muskeln. Er hob seine Nase nach Norden und fing diesen Fleck in der Luft auf – Regen, Kiefern und Arias verzweifelte, blutende Seele.

Er brüllte – ein Laut, so tief und wild, dass das Glas in den Fenstern meilenweit entfernt zersprang. Und dann, das Herz immer noch tot, ohne je zu atmen, übersprang er die ferne Mauer.

Dicker schwarzer Schlamm spritzte unter seinen Pfoten hervor, als er losstürmte, Richtung Norden – erschaffen nur für das Töten und die Jagd. Getrieben von einem Herzen, das bereits aufgehört hatte zu schlagen, und einem Hunger, der niemals enden würde.

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