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Stiefbruders schmutziges Geheimnis
Stiefbruders schmutziges Geheimnis
ผู้แต่ง: Janedoewritings

Kapitel 1

ผู้เขียน: Janedoewritings
Gianna

━⊰ ❦ ⊱━

Ich zupfte an dem Fetzen schwarzer Spitze, der mir ständig über die Hüfte rutschte. Dieses Outfit war keine Kleidung. Es war kaum mehr als ein Hauch von Stoff. Ein winziges, durchsichtiges Stoßgebet.

Im gesprungenen Spiegel der Umkleide begegnete ich meinem eigenen Blick. Das Mädchen, das mich daraus anstarrte, erkannte ich kaum wieder. Die silberne Perücke lag kalt und künstlich auf meinem Nacken.

„Wir kriegen das Geld, Bri. Ich schwöre es“, sagte ich.

Brianna sah mich aus rot geränderten Augen an. „Gianna, du musst das nicht tun. Du hast schon genug für uns getan. Du solltest nicht hier sein. Und du solltest dich erst recht nicht so zeigen müssen. Wir finden einen anderen Weg.“

„Es gibt keinen anderen Weg. Das weißt du ganz genau“, fuhr ich sie an.

Sofort wurde meine Stimme wieder sanfter. Ich nahm ihre Hände in meine. Sie waren eiskalt.

„Ich lasse nicht zu, dass einem von uns etwas passiert. Lieber stelle ich mich da draußen vor tausend Fremde, als auch nur eine Sekunde lang nicht zu wissen, wohin Cole Mercer dich verschleppt hat. Wenn das der Preis dafür ist, dass wir alle in Sicherheit bleiben, dann zahle ich ihn. Ende der Diskussion.“

Die Tür flog auf. Mama D kam mit einem Lächeln herein. Ihr Blick glitt über uns und blieb an den schwarzen Bändern hängen, die sich in meine Haut schnitten. Sie hasste diesen Ort genauso sehr wie wir.

„Seid ihr bereit, Mädels? Es geht los.“ Sie wedelte mit einer Hand, an der billige goldene Ringe funkelten. „Im Goldenen Salon wartet eine geschlossene Gesellschaft auf euch. Das sind nicht die üblichen Widerlinge aus der Gegend. Diese Kerle haben Stil. Ihre Anzüge kosten mehr als euer Leben. Saubere Fingernägel, gute Manieren, das volle Programm. Gebt ihnen das Gefühl, Könige zu sein, dann werfen sie mit den großen Scheinen um sich. Also vermasselt es nicht.“

Ich schluckte schwer und griff nach der schwarzen Spitzenmaske auf dem Schminktisch. Dann band ich die seidenen Bänder hinter meinem Kopf zusammen. Als der Stoff meine Augen und meine Nase verbarg, fiel ein Teil der Anspannung von mir ab.

Wenn ich sie nicht richtig sehen konnte, erkannten sie vielleicht auch nicht, wer ich wirklich war.

Als ich den privaten Salon betrat, fühlte es sich an, als käme ich in einen Kühlraum. Der Raum lag im Halbdunkel. In der Luft mischten sich der Geruch von teurem Bourbon und schwerem Parfüm. Beides setzte sich hartnäckig in meinem Hals fest.

Drei Männer saßen auf einem U-förmigen Ledersofa. Sie beugten sich zueinander und sprachen mit gedämpften Stimmen.

„Es ist eine einfache Überweisung“, sagte einer von ihnen. „Bis morgen früh lassen wir die erste Milliarde über die Offshore-Konten auf Zypern laufen.“

Die erste Milliarde.

Mir wurde schwindelig.

Ich setzte hier alles für ein paar Tausend Euro aufs Spiel. Diese Männer redeten über Summen, die nicht einmal real klangen.

Die Musik setzte ein. Ich trat in die Mitte des Teppichs und begann, meine Hüften zu bewegen. Allerdings nicht so wie Bri oder Tasha. Ich griff auf das Einzige zurück, das ich wirklich beherrschte: meine Ausbildung.

Ich stellte mich auf die Zehenspitzen. Meine Waden spannten sich an. Dann ließ ich meine Hüften langsam kreisen. Jeder Muskel in meinem Bauch folgte der präzisen Kontrolle, die ich mir in jahrelangem Training an der Ballettstange angeeignet hatte.

Ich beugte mich weit nach hinten, bis mein silbernes Haar beinahe den Boden berührte. Meine Rippen hoben sich, während ich zitternd Luft holte.

Ihre Blicke ruhten auf mir.

Der Raum wurde vollkommen still. Das Gespräch über Milliarden verstummte.

Ich beugte mich erneut zurück und ließ meine Hände an meinen Seiten hinabgleiten. Dabei spielte ich ihnen vor, dass mir ihre Blicke gefielen. Dass ich es genoss, wie sie jede meiner Bewegungen verfolgten.

Der Mann in der Mitte richtete sich langsam auf.

Er sagte kein Wort. Er hob lediglich eine Hand und krümmte zwei Finger.

Es bedeutete: „Komm näher.“

Je kleiner der Abstand zwischen uns wurde, desto mehr Einzelheiten erkannte ich.

Er trug einen dunkelgrauen Anzug, der perfekt über seinen breiten Schultern saß. Auf eine Krawatte verzichtete er. Unter dem Sakko trug er nur ein makellos weißes Hemd, dessen oberste Knöpfe offen standen.

Ich blieb zwischen seinen Knien stehen und wiegte meinen Körper im Rhythmus der Musik.

Dann hob ich den Blick.

Für einen Moment vergaß ich zu atmen.

Er war ... wunderschön.

Auf eine beängstigende Art wunderschön.

Sein Kiefer war so markant, dass er beinahe unwirklich wirkte. Doch es waren seine Augen, die mich gefangen hielten. Sie waren hellbraun und durchdringend. Honig im Schein einer Flamme.

Ich trat noch näher. Mein nackter Oberschenkel streifte den teuren Wollstoff seiner Anzughose.

Erneut bog ich meinen Rücken durch. Meine Wirbelsäule bewegte sich geschmeidig wie eine Peitsche. Ich ließ meine Arme nach oben gleiten und senkte sie anschließend wieder. Meine Fingerspitzen strichen über mein Schlüsselbein.

Ich nutzte alles, was mir meine Ballettausbildung beigebracht hatte. Kontrolle. Klare Linien. Das genaue Wissen darüber, wie ich mein Gewicht verlagern musste, damit meine Hüften sich im richtigen Takt bewegten.

Langsam streckte er die Hand nach mir aus.

Sie war groß. Seine Finger waren lang, sonnengebräunt und mit Tätowierungen bedeckt.

Seine Hand näherte sich meiner Taille. Die Handfläche zeigte nach oben. Er wollte mich offenbar auf seinen Schoß ziehen.

Ich dachte nicht nach.

Ich reagierte einfach.

Mit einer Hand packte ich sein Handgelenk und drückte es gegen seine Brust zurück. Dabei ließ ich seinen Blick keine Sekunde los. Langsam schüttelte ich den Kopf.

Nur ansehen. Nicht anfassen. Ich war nicht so ein Mädchen. Ich war nur wegen des Geldes hier.

Ich rechnete damit, dass er wütend reagierte. Dass er mich anfauchte oder Mama D holen ließ, um sich zu beschweren.

Männer wie er bekamen vermutlich nur selten ein Nein zu hören. Schon gar nicht in einem Raum, für den sie bezahlten.

Doch stattdessen breitete sich ein langsames, schiefes Lächeln auf seinem Gesicht aus.

Es verlieh seinen kalten Zügen etwas Menschliches. Gerade das machte ihn noch gefährlicher. Sein Charme traf mich mit beinahe überwältigender Wucht.

Er versuchte es kein zweites Mal.

Stattdessen lehnte er sich wieder in das Ledersofa zurück und schlug ein Bein über das andere. Sein Blick blieb auf mir. Plötzlich interessierte er sich sehr, sehr für das Mädchen hinter der Maske.

Langsam drehte ich ihm den Rücken zu. Ich bog meine Wirbelsäule so weit durch, dass ich ihn über meine Schulter hinweg ansehen konnte. Meine Hüften kreisten bedächtig. Die schwarze Spitze meines Tangas verbarg kaum etwas.

Ich hörte ein leises Rascheln von Stoff.

Als ich mich wieder zu ihm umdrehte, klebte das silberne Haar an meiner glitzernden Haut.

Er griff in die Innentasche seines Sakkos und zog ein dickes Bündel Geldscheine heraus. Neue, glatte Hunderteuroscheine.

Er warf mir das Geld nicht einfach zu. Er legte es auch nicht auf den Tisch.

Stattdessen hielt er das Bündel zwischen zwei Fingern und sah zu mir auf.

Seine hellbraunen Augen wirkten nun dunkler.

Er sagte nichts. Doch die leichte Neigung seines Kopfes stellte eine unmissverständliche Frage.

„Darf ich?“

Mein Herz schlug so heftig, dass es mir beinahe die Rippen sprengte.

Langsam trat ich noch näher, bis nur wenige Zentimeter zwischen meinem Bauch und seinem Gesicht lagen.

Ich nickte nicht.

Aber ich wich auch nicht zurück.

Er beugte sich vor.

Sein heißer Atem strich über meine Haut. Seine Hand kam näher. Doch er schob das Geld nicht einfach unter das Band.

Er ließ sich Zeit.

Seine Finger glitten unter den schmalen Riemen und streiften die Haut an meiner Hüfte. Seine Knöchel fuhren über meinen Körper. Der Druck war ein wenig zu fest. Die Berührung dauerte ein wenig zu lange.

Die Reibung jagte einen Stromstoß durch meinen Körper. Ein elektrischer Funke schoss von meiner Hüfte direkt zwischen meine Beine.

Ich keuchte auf. Mein Rücken bog sich instinktiv durch.

Die Hitze seiner Berührung löste diese Reaktion aus.

Und er wusste genau, was er tat.

Sein Daumen folgte dem Rand der Spitze. Er glitt ein Stück tiefer, als es nötig war. Damit nahm er sich etwas von mir, das nicht zum Verkauf stand.

Von seinem Platz aus sah er zu mir auf. Sein schiefes, viel zu schönes Lächeln wurde breiter, als er meinen rasenden Atem bemerkte.

Er beobachtete meine Reaktion wie eine Vorstellung, die nur für ihn bestimmt war.

„Braves Mädchen“, formten seine Lippen lautlos.

Endlich ließ er mich los.

Doch die Stelle, an der er mich berührt hatte, brannte noch immer wie Feuer.
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