A.M.Betsy
Quin ging von bloßem Zusehen, wie ihre Mitbewohner miteinander rummachten, dazu über, selbst mitzumachen und eine Meisterin darin zu werden – einfach, weil sie unbedingt flachgelegt werden will.
Ihre Hand umklammerte den Türknauf so fest, dass ihre Knöchel weiß anliefen.
Quin wusste, dass sie verschwinden sollte. Sie sollte rückwärts auf den Flur treten und so tun, als hätte sie ihren Schlüssel vergessen – irgendetwas, um das Bild von Maras Kopf auszulöschen, der in Ekstase nach hinten geworfen war, ihren Mund zu einem stummen Schrei geöffnet, während Jades Zunge sie bearbeitete, oder den Anblick von Marcus’ Erektion. Doch ihre Füße waren wie am Boden festgewurzelt.
Eine Hitze, fremd und intensiv, loderte in ihrem Unterleib auf. Sie hatte darüber gelesen, aber es mit eigenen Augen zu sehen – die feuchten, schmatzenden Geräusche von Jades Mund, die Art, wie sich Maras Finger in die Laken krallten, und wie Marcus steif dastand –, das war eine völlig andere Dimension.
Dann rissen Maras Augen auf. Sie fixierten Quin, die im Türrahmen stand. In diesem Blick lag keine Scham, nur ein dunkles, schwerlidriges Amüsement.
„Sieh mal einer an“, keuchte Mara mit atemloser, rauer Stimme. Sie stieß Jade nicht weg; stattdessen vergrub sie eine Hand im dunklen Haar der Brünetten und drückte deren Gesicht noch fester an sich. „Schaut mal, was die Katze da angeschleppt hat.“
„Quin“, schnurrte Jade, kroch an Maras Körper empor und schmiegte sich an ihren Hals. „Wir haben gerade von dir gesprochen. Haben uns gefragt, ob du jemals den Stock aus deinem Arsch ziehst und in der echten Welt ankommst.“ Sie warf auch Marcus einen Blick zu, der mit dem Kopf nickte.
Quins Herz hämmerte wie ein gefangener Vogel gegen ihre Rippen. „Ich... wollte nicht stören. Ich gehe.“
Ohhh, sie ging nicht; sie stieg mit ein und wurde eingeweiht.
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