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Kapitel 174

Author: Tanja
Yuna umklammerte die Griffe des Rollstuhls, bis ihre Fingerknöchel weiß hervortraten.

„Ich soll zu dir zurückkehren, damit du mich wieder einsperrst?“

Sie lachte bitter. In ihrem Blick lag endgültige Entschlossenheit. „Henrik, dann sterbe ich lieber.“

„Rede keinen Unsinn, Yuna.“

Henrik trat näher. Seine Haltung verriet die Gewissheit, alles unter Kontrolle zu haben.

„Du hast keine andere Wahl. Du hast dich für den Falschen entschieden. Adrian ist ein hoffnungsloser Versager. Er kann nicht einmal
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  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 466

    Adrian hatte sich inzwischen umgezogen. Er trug einen schwarzen, handgefertigten Anzug, dessen perfekter Schnitt seine breiten Schultern und seine schmale Taille betonte. Darin wirkte er noch aufrechter und stattlicher.Das sorgfältig zurückgekämmte Haar gab seine Stirn frei und betonte die markanten Brauen.Schon sonst sah Adrian unverschämt gut aus. In diesem Anzug brachte er Yuna völlig aus dem Konzept. Alles andere verblasste neben ihm.Am schlimmsten war allerdings der leicht geöffnete Hemdkragen. An seinem Hals war ein frischer Knutschfleck zu sehen, den der Kragen nur halb verdeckte.Diesen verräterischen Beweis ihrer Leidenschaft hatte sie letzte Nacht hinterlassen.Der strenge Anzug und die intime Spur an seinem Hals bildeten einen reizvollen Gegensatz, der ihn beinahe unwiderstehlich machte.Yuna schluckte unwillkürlich. Sofort tauchten wieder die sinnlichen Bilder der vergangenen Nacht vor ihr auf.Adrian lächelte leicht, trat näher und beugte sich zu ihr. Einen Arm stützte

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 465

    Yuna fuhr wütend im Bett hoch. „So eine Sauerei! Warum hast du mir das nicht früher gesagt? Morgen legen wir los!“Nach dem Gespräch öffnete sie sofort die Buchungs-App auf ihrem Handy und buchte einen Flug für denselben Abend.Als die Buchungsbestätigung auf dem Display erschien, legte sich ihr Zorn allmählich, und sie begann wieder klar zu denken.In fünf Stunden ging ihr Flug nach England. Sie musste Adrian hier zurücklassen.Yuna hatte die Reise noch nicht einmal mit ihm besprochen. Er wusste nichts davon. Sie wagte kaum, sich seinen enttäuschten Blick vorzustellen, wenn sie ihm davon erzählte.Schon der Gedanke daran tat ihr weh.…Nachdem sie sich frisch gemacht und bequeme Sachen für zu Hause angezogen hatte, ging Yuna langsam zum Arbeitszimmer.Die Tür stand einen Spalt offen. Von drinnen hörte sie Adrians ruhige, tiefe Stimme.Sie schob die Tür vorsichtig etwas weiter auf und blickte hinein.Das Arbeitszimmer war sonnendurchflutet. Adrian saß hinter dem großen Schreibtisch, vo

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 464

    Adrian nahm sie auf die Arme und trug sie mit wenigen Schritten zum breiten, weichen Sofa. Kaum lag sie in den Polstern, drückte er sie mit seinem Gewicht hinein.Er küsste sie heiß und fordernd, bis sich ihre Lippen öffneten, und vertiefte den Kuss ungestüm.Zwischen ihnen wurde es heiß. Ihre Kleidung verrutschte, während sie beide immer schwerer atmeten.Adrian stemmte sich ein wenig hoch. Sein Blick glühte vor Verlangen.„Ich will dich …“ Seine raue Stimme verriet, wie viel Mühe ihn die Beherrschung kostete. „Darf ich?“Yuna lag kraftlos unter ihm, völlig benommen von seinen Küssen.„Wenn ich Nein sage …“ Sie schlang ihm beide Arme um den Hals, hob den Kopf und gab ihm einen warmen, feuchten Kuss auf den Adamsapfel. Dann wanderten ihre Lippen seinen Hals hinauf und hinterließen eine Spur kleiner Küsse. „Hörst du dann auf?“Adrian erstarrte kurz und sah auf sie hinunter. „Natürlich.“Yuna lächelte träge und verschmitzt. Mit den Fingerspitzen strich sie über seinen angespannten Kiefer

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 463

    „Aber wenn sie mit ihrer Heilkunst sogar Sterbende retten und schwerste Verletzungen heilen können … Wie vielen Menschen könnten sie helfen, wenn sie ihre Abgeschiedenheit aufgäben! Denk nur an die Patienten, die unter unheilbaren Krankheiten leiden, an die Menschen, die nach einer Verletzung ein Leben lang mit einer Behinderung zu kämpfen haben … Vielleicht könnten sie die Medizin weltweit um mehrere Jahrhunderte voranbringen, womöglich sogar um mehr als tausend Jahre.“Yuna seufzte bedauernd.Eine Familie, die seit Jahrhunderten so abgeschieden lebte, musste dafür zwingende Gründe haben und strenge Regeln befolgen. Darauf zu hoffen, dass sie sich der Welt öffnete, war völlig unrealistisch.Adrians Miene wurde ernst. Die meisten Menschen hörten wohl ihr Leben lang nichts von solchen Familien. Selbst wenn sie von ihnen erfuhren, hatte das kaum Einfluss auf ihr Leben.Für jemanden in seiner Position war das anders. Ob diese sagenumwobenen Familien für ihn ein Segen oder ein Fluch waren,

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 462

    Der Bedienstete holte eine weitere Mappe hervor.Claudia schlug sie auf. Als sie las, was darin stand, stockte ihr der Atem. „Eine künstliche Gebärmutter?“„Ja. Herr Wolfhardt hat sie eigens für Frau Sommer entwickeln lassen und dafür enorme Summen aufgewendet. Jahrelang hat man im Geheimen daran gearbeitet. Erst dieses Jahr ist der Durchbruch gelungen. Zurzeit kann darin nur ein einziger Embryo heranwachsen. Frau Sommer verzichtet zu Ihren Gunsten darauf, sie selbst zu nutzen. Sie wünscht Ihnen Glück und Freiheit.“Dank der künstlichen Gebärmutter konnte Claudia mit einem Mann ihrer Wahl ein Kind bekommen. Selbst in einer politischen Ehe konnte sie für einen Erben sorgen, ohne mit ihrem Ehemann schlafen zu müssen. Die Qualen einer solchen Verbindung blieben ihr damit erspart.Sie umklammerte die Mappe und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken.„Immerhin hat sie ein Gewissen.“…Eine Woche später herrschte in Wolkenstein in Südstadt eine behagliche Ruhe. Sonnenlicht fiel durch die ries

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 461

    Die Königin seufzte und setzte sich wieder auf den Thron. Sie wirkte plötzlich um Jahre älter.„Ursprünglich wollte ich Yuna hierbehalten und sie als Druckmittel benutzen, um mit dem Mann hinter Faronien Frieden auszuhandeln. Oder ich wollte mit ‚Wiedergeburt‘ die Unterstützung Montariens erkaufen. Jetzt ist eine Nachricht aus Zarovien eingetroffen. Der Herrscher hat erneut um deine Hand angehalten und droht …“ Die Königin sah Claudia mit gemischten Gefühlen an. „Wenn du ihn nicht heiratest, unterstützt er Faronien mit allen Mitteln.“Faronien war dank der Hilfe seines Hintermanns bereits im Vorteil. Kam nun noch Zaroviens volle Unterstützung hinzu, war Karsiliens Untergang unausweichlich. Mit dem Land ging auch das Königshaus unter.„Er nutzt unsere Not schamlos aus!“, knurrte Claudia zornig.„Claudia, ich habe dir schon früh gesagt, welchen Preis man für ein weiches Herz zahlt: Blut und Tränen.“Claudia ballte die Fäuste, bis sich ihre Nägel in die Haut gruben und ihre Handflächen bl

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 3

    Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 2

    Yuna war zurückgekommen, um ihre Sachen zu holen.Kaum hatte sie die Tür aufgestoßen, drang ein schrilles Lachen an ihr Ohr.Henrik, der sonst nie lachte, saß neben Chiara und erzählte ihr trockene Witze, um sie aufzuheitern.„Hatschi…“Chiara nieste lieblich.„Frierst du?“, fragte Henrik sofort bes

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 1

    „Henrik, das Kind in ihrem Bauch – ist es deins?“Yuna war kreidebleich. Sie traute ihren eigenen Ohren nicht.Vor sieben Monaten war Henriks älterer Bruder Erwin Wolfhardt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus Mitleid mit Chiara Jensen, der jungen Witwe, die zudem schwanger war, hatte Yuna s

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 7

    Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta

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