LOGIN(Aiden)
Ich lehnte mich mit verschränkten Armen an die Wand und musterte die Jungs. Sie sahen aus wie die reinsten studenten-Ficker – Viktor im tief aufgeknöpften Hemd, Elijah trug sein Grinsen wie ‘nen Schwanz auf der Stirn, und Kyle hatte die Sonnenbrille noch drinnen auf. Warum auch nicht? Wir sind ja keine Philosophiestudenten. Viktor murmelte: „Ich würd was dafür geben, Oliwia nochmal zu sehen …“ Elijah: „Bro, auf der Party gibt’s hundert Oliwias!“ Kyle: „Allein in diesem Raum laufen mindestens drei rum, die deinen Daddy-Issues gerecht werden, Alter.“ Ich schmunzelte. (Auf der Wilkommens-Party) Der Geruch von billigem Parfum, Wodka-Red Bull und gebratenem Chicken-Nugget-Schwanz lag in der Luft. Überall glitzernde Kleider, Mädchen, die aussahen wie sie gleich ’nen Sozialmedia-Tanz aufführen würden, und Typen, die aussahen, als hätten sie zu viel „Alpha-Coach“-Videos gesehen. Studente-Vibes deluxe. Wir liefen zur Aula – buntes Licht, Bässe, die in den Magen hämmerten, ein DJ, der aussah, als wäre er auf Speed, und Girls, die auf den Tischen twerkten, als gäb’s keinen Morgen. Dann sah ich sie. Nur den Rücken. Aber dieser Rücken … Blondes, langes Haar bis fast zum Arsch, der Arsch selbst: heilige Maria. Kleider so knapp, dass sie wahrscheinlich mit dem Zoll durchgekommen sind. Ich trat näher, sah ihr Profil – Sommersprossen, grüne Augen, diese vollen Lippen, Grübchen … und dann dieser eine Schlag in der Brust. Nicht metaphorisch echter Schmerz. Ich presste meine Hand gegen mein Herz. Kyle beugte sich zu mir. „Aiden? Alles okay?“ Ich nickte. „Ja … ja … seh dir nur die da an.“ Alle folgten meinem Blick. Elijah flüsterte: „Fuuuuuck. Wer ist das?“ Kyle: „Die hängt mit dieser seltsamen Botanikerin ab … Piper oder Pfeffer oder wie auch immer.“ Viktor: „Scheiß drauf. Ich sprech sie an. Kommt!“ Und dann liefen wir los wie eine Boyband aus der Hölle. Viktor tippte ihr auf die Schulter. Sie drehte sich um – und plötzlich: BÄM. „OMFG! Was zum Teufel machst DU hier?!“ Ich war komplett raus. Mein Herz machte wieder diesen “ich-fall-gleich-um“-Move. Dann passierte das Unglaubliche. Sie beugte sich vor – und knallte Viktor so eine, dass sogar der DJ kurz stehen blieb. Die Musik lief weiter, aber mein Hirn stand still. Viktor kam zurück mit einer Hand auf der Wange – sein Grinsen breiter als je zuvor. Wir starrten ihn an, komplett verwirrt. Kyle: „Bruder?!“ Elijah: „Hast du sie beleidigt oder hat sie dich erkannt?“ Ich: „Was war das denn jetzt?!“ Viktor: „Also … äh … das war Oliwia. Die Kleine aus dem Flugzeug.“ Elijah: „Und wofür war die Ohrfeige?“ Viktor grinst wie der Teufel persönlich „Hab sie gefragt, ob sie Bock hat, hinter der Bühne zu ficken.“ Kyle hustete sein Bier raus. Ich schüttelte den Kopf. Elijah kippte fast vor Lachen. „Und? Was hat sie geantwortet?“ „Die Antwort war… ziemlich schlagkräftig, würd ich sagen.“ (Oliwia) Natürlich. Selbstverständlich. Weil das Leben mich offenbar abgrundtief hasst, steht der Ficker aus dem Flugzeug auf dem selben verfickten Uni wie ich. Piper starrte mich an, als hätte ich ihr gerade gestanden, ich sei Kim Jong-uns uneheliche Tochter. „Oliwia? … Weißt du eigentlich, wem du da gerade eine gescheppert hast?“ Ich zuckte mit den Schultern, trank einen tiefen Schluck aus meinem roten Becher, brannte mir fast den Hals weg. „Ja? Dem Typen, mit dem ich kurz vor der Landung im Flugzeug gefickt hab?“ Pipers Augen klappten auf wie Fensterläden im Sturm. „Waaaaas?!“ Ich grinste, fühlte mich für 0,2 Sekunden wie die Bad-Bitch, die ich sein wollte – bis sie die Bombe zündete: „Du hast grad mit dem Sohn des Verteidigungsministers gefickt. IM FLUGZEUG?!“ Ich: „Was?!“ Sie: „WAS?!“ Wir beide: „WAAAAAS?!“ Ich schwöre, mein Gehirn rebootete. Kurz Blackscreen. Piper packte mich an den Schultern, drehte mich wie eine Barbiepuppe im Ausverkauf und zeigte auf die Typen: „Da. Viktor. Sohn vom Verteidigungsminister. Elijah – Sohn vom Senator. Kyle – Bürgermeistersohn. Und DER da hinten, der dich gerade mit seinen grünen Augen schaut, als wärst du persönlich Schuld an 9/11 … das ist Aiden. Sohn. Des Präsidenten.“ Ich starrte sie an. Mein Puls raste. „Was bist du?! Gossip Girl auf Koks?!“ „Nein“ In dem Moment kam der nächste Faustschlag des Schicksals in Glitzerheels hereingeschwebt: Eine blonde Barbie. Brüste so hochgeklebt, dass sie auf Kinnhöhe standen. Lippen wie zwei pralle Cocktailwürste. Sie stöckelte direkt auf Viktor zu. „Heyyy Baby! Überraschung!!“ Ich sah, wie sie ihn umarmte – und dann… ihm auf den Mund küsste. Zungenkontakt. Lippenplopp. Zahnfleisch optional. Piper flüsterte mir ins Ohr, als wäre sie die Erzählerin einer Doku: „Und das ist Viktors Freundin.“ Ich blinzelte. „Ich schwöre bei Gott, ich wusste nicht, dass der vergeben ist! Ich bin ein Flugzeug-Ficker, kein Homewrecker!“ Ich rieb mir die Schläfe, die Kopfschmerzen von dem Wodka und der Reizüberflutung brannten hinter meiner Stirn wie ein Feuerwerk. Der Bass der Musik vibrierte durch den Boden. Viktor löste sich von Barbie, warf mir diesen Blick zu arrogant, dreckig, als wollte er mich jetzt, hier, auf diesem verdammten Buffettisch nochmal nageln. Ich drehte mich zu Piper. „Weißt du was? Ich brauch Alkohol. Viel Alkohol. Und eine Gehirnwäsche.“ Piper grinste. „Oder einfach ’nen neuen Typen. Am besten nicht aus dem Verteidigungsministerium.“ Ich stand am Tisch, starrte die Flaschen an, als könnten sie die innere Leere füllen. Erst ein Shot. Dann zwei. Dann sechs. Sie brannten mir die Kehle weg, zogen mir warm durch die Eingeweide, bis mein Kopf leicht vibrierte. Ich lehnte mich an den Tisch, fühlte mich endlich halbwegs taub, da tauchte sie auf. Amber. Barbie in Reinform. Brüste wie zwei Waffensysteme, Haare wie aus einer Pantene-Pro-Werbung, Stimme wie ein benutzter Tampon. „Heeey du!“ Ich drehte den Kopf. Neben ihr zwei Klone. Chloe und Toxische-Silicon-Cousin-Nummer-zwei. Amber musterte mich. „Du bist hübsch… Wie heißt du?“ „Oliwia.“ „Okay, Oliwia. Sieht so aus, als wärst du jetzt Teil unserer sexy Gruppe.“ Ich hob eine Braue. „Nein danke, Süße. Ich steh nicht auf Gossip Girl in Echtzeit.“ Stille. Ambers Kiefer fiel runter, als hätte ich ihr gesagt, ihr Lipfiller wär ausgelaufen. Chloe: „Hey! So redest du nicht mit ihr! Weißt du, wer—“ Ich trat einen halben Schritt näher. Fixierte sie. „Da, woher ich komme, schlagen wir Männer mit Bierflaschen auf den Kopf. O-kay?“ Boom. Die Bitches zogen ab – schmollend, klackend, beleidigt. Ich grinste in meinen Becher. Touché. Dann spürte ich es. Diese Präsenz. Wie ein Schatten hinter mir. Heiß. Mächtig. Arrogant. Er griff nach einem Glas neben mir. Seine Schulter berührte meine. Aiden. Sein Gesicht seitlich an meinem, nah genug, dass ich seinen Atem an meinem Hals spürte. Er blickte runter. Auf mein Dekolleté. Auf mein Collier. Dann…Runzelte er die Stirn. Seine Augen flackerten. Sein Atem stockte. Schmerz. Wirklich Schmerz. In seinem Blick. Ekel. „Hey! Was ist dein Problem, Arschloch?!“ Er drehte sich um. Kam zurück. Zwei Meter geballte Wut. Diese Wangen.Breite schulter. Seine Lippen… Dann. „Oliwia!“ Seine Stimme ein peitschendes Knurren. „Hure weniger rum!“ Ich stand wie eingefroren. Was hat er gesagt? Meine Hand schnellte hoch –Doch er fing sie. Seine Finger um mein Handgelenk. Eisig. Stark. Unerbittlich. Er zog mich näher. Ich spürte seinen Brustkorb gegen meinen. Mein Herz raste. Nicht aus Angst. Aus purer Überforderung. Er beugte sich zu meinem Ohr. Flüsterte. „Du gehörst nicht hierher. Sowas Billiges wie du.“ Irgendetwas in mir zerbrach. Zum ersten Mal… Tat es weh. Er kennt mich nicht mal… Nicht so oberflächlich wie sonst. Nicht wie ein Typ, der nicht zurückschreibt. Nicht wie enttäuschte Eltern. Echter Schmerz. Direkt ins Herz. Ich zog meine Hand aus seinem Griff. Spürte Tränen, die sich bildeten, aber noch nicht fielen. Ich drehte mich weg. Zitternd vor Wut. Nicht. Schwach. Jetzt. Nicht. Piper kam angerannt „Hey! Was ist los?!“ Ich sah sie an. Sie erstarrte, als sie meine Augen sah. „Komm. Lass uns verschwinden.“ Ich lachte. Dunkel. Bitter. Gebrochen. „Nein. Nein, Piper.“ Ich trat einen Schritt zurück. Hob mein Glas. „Ich bin eine verfickte Hure? Dann benehm ich mich auch so.“ Ich trank es in einem Zug leer.Flammen im Hals. Feuer in der Brust. Krater im Herzen. Dann ging ich los. High Heels. Hoch. Kinn. Noch höher. Stolz. So viel Stolz, dass es brannte. Ich sah ihn. Ryder. Sein Grinsen. Dieses Scheiß-Verführer-mit-Zimmerpflanzen-Lächeln. Perfekter Plan. Ich drehte mich zu Piper. „Ich gehe tanzen.“ Piper schnappte nach Luft. „Oh fuck – bitte mach nichts Dummes, Oliwia!“ „Zu spät, Liebling.“ Ich stolzierte zu Ryder. Langsam. Hüfte gegen Hüfte. Blick wie flüssiges Gift mit Lipgloss. Er drehte sich um. Ich lehnte mich leicht vor. „Sag mal … steht das Angebot noch?“ Ich fuhr mir mit dem Finger über die Lippe. „Dein Zimmer. Zwei Türen weiter. Nach diesem Tanz?“ Sein Grinsen? Teuflisch. Er beugte sich vor. Sein Mund an meinem Ohr. „Natürlich, Oliwia … gerne.“ Er packte meine Hand. Zog mich auf die Tanzfläche. Die Musik war laut. Elektrisch. Bass wie ein Herzschlag. Er zog mich an sich. Haut an Haut. Sein Becken an meinem Hintern. Ich bewegte mich im Takt – fließend, heiß, dominant. Seine Hände wanderten. Fest auf meinen Arsch. Er drückte mich hart an sich. Ich spürte ihn. Hart. Er flüsterte: „Verdammt, du tanzt wie eine verdammte Göttin.“ (Aiden) Chloe stand vor mir. Redete. Und redete. Und redete. „Also Aiden… hast du Lust auf Rummachen? Ich hab auch nichts drunter …“ Sie griff nach meinem Handgelenk. Ich starrte sie an, als wär sie Fußpilz in Gucci. „Verzieh dich.“ Ich schob sie weg. Sie stolperte beleidigt davon. Meine Augen wanderten über die Tanzfläche. Dann sah ich sie. Oliwia. Tanzte. Mit Ryder. Mein Atem stockte. Mein Herz …Stechen. Krasser. Tiefer. Ich packte mir die Brust. „Fuck …“ Chloe kam zurück. „Aiden? Alles okay?!“ Elijah tippte mir auf die Schulter. „Bruder? Was ist los?! Du siehst aus, als würdest du gleich kotzen oder jemanden töten.“ Ich sagte nichts. Kyle trat neben mich, sah zur Tanzfläche, dann zu mir. Und dann—„OH!“ „OH!!!“ Seine Augen weiteten sich wie bei einem Sechsjährigen im Spielzeugladen. „BRO!!! Was ist mit dir los?! Bist du etwa eifersüchtig?!“ Elijah: „Ey, ey! Aiden hat Gefühle! Lebenszeichen bestätigt!“ Kyle rief: „Holt die NASA, Aiden fucking Carter hat ein Herz entdeckt!!“ Elijah: „Lass mich raten – du willst Ryder gleich mit ’nem Kugelschreiber erstechen, oder?“ Kyle: „Oder sich selber, je nachdem, was schneller geht.“ Viktor lehnte sich zurück, verschränkte die Arme hinter dem Nacken, das Grinsen auf seinen Lippen gefährlich überheblich. Seine Stimme? Tief. Lässig. Und scheißarrogant. „Bro… vergiss sie. Ehrlich.“ Er schaute mich mit diesem Blick an – halb genervt, halb belustigt. „Du vergisst wohl, wer da zuerst drin war, oder?“ Er lachte leise, fast provozierend. „Ich mein, komm schon – ich war nicht nur in ihr, ich war überall in ihr. In ihrem Kopf, unter ihrer Haut, zwischen ihren Beinen. Frag sie mal, wie oft sie meinen Namen gestöhnt hat.“ Dann sah er mir direkt in die Augen. Eiskalt. Kurze Pause. „Und sie hat’s geliebt.“ Ich knirschte mit den Zähnen. „Haltet eure verdammten Klappen.“ Aber meine Augen…Blieben auf ihr. Wie sie sich an Ryder rieb. Wie sie lachte. Wie sie ihren Kopf in den Nacken warf. Wie sie mich ignorierte. Und da wusste ich: Ich hatte verkackt. Und sie? Würde mich zerreißen. Ich stand wie erstarrt. Seine Hand. Ihre. Er zog sie aus der Aula. Sein Grinsen. Ihr Blick. Ich wusste es. Er wollte sie. Und sie ließ es zu. Oliwia … Mein Herz schlug wie ein Maschinengewehr. Ich konnte das nicht zulassen. Nicht, wenn er es war. Nicht, wenn sie ihn nur benutzte, um mir weh zu tun.Das ist Crazy! Ich kenne sie nicht mal … Warum habe ich das Bedürfnis eine fremde zu beschützen.. Ich lief los. Sah, wie sie um die Ecke verschwanden. Die Tür. Sein Zimmer. Sie gingen rein. Und dann – hörte ich es.Durch die Tür. „Ach komm schon, eben wolltest du! Jetzt sagst du, du willst nicht?!“ „Stell dich nicht so an!“ Ein dumpfer Aufprall. Ein Schlag. Dann –ein erstickter Schrei. Ich riss die Tür auf. Und das, was ich sah, ließ mein Hirn aussetzen. Er. Ryder. Ein dreckiges Schwein. Seine Hand an ihrem Hals. Die andere unter ihrem Kleid. Ihre Wange feuerrot. Ihre Augen – tränenüberströmt. Sie zitterte. Ich sah ROT. Ich machte drei Schritte. Ich packte ihn am Nacken. Zog ihn hoch – und knallte ihn mit voller Wucht gegen den Wandschrank. Das Holz splitterte. Sein Schädel krachte dagegen. Er sackte keuchend zusammen. Ich drehte mich zu ihr. Ihre Beine zitterten. Ihr Kleid hing schief. Ihr Atem war panisch, abgehackt. Ich richtete vorsichtig ihr Kleid. Sah ihre zitternden Lippen. Ihre Augen schlossen sich. Ich hob sie hoch. Leicht. Wie nichts. Wie etwas, das ich beschützen musste. Obwohl ich sie nicht kannte Dann sah ich ihn nochmal an. Ryder lag hustend auf dem Boden, Blut aus der Lippe. Ich trat mit voller Wucht gegen seine Rippen. „Wenn du sie auch nur NOCH EINMAL ansiehst—Nur EINATMEST in ihre Richtung— Dann häute ich deinen Schwanz. Und schiebe ihn dir in den Hals. Verstanden, du kleiner Bastard?!“ Er röchelte. Ich spuckte auf den Boden. Dann verließ ich das Zimmer. Ich trug sie durch den Flur. Sie war leicht, aber mein Herz war schwer. Ich sah auf meinen Arm. Ihre Wimpern zuckten. Sie war bewusstlos. Oliwia Ich drückte sie fester an mich. Schloss meine Augen für einen Moment. Dann öffnete ich die Tür zu ihrem Zimmer. Setzte sie sanft aufs Bett. Ich kniete mich hin. Sah sie an. „Du bist sicher …“, flüsterte ich. „Ich schwöre, niemand fasst dich je wieder an … außer mir.“ Meine Finger strichen eine Träne von ihrer Wange. Und in meinem Inneren? Brach etwas.(Aiden) 30 Minuten zuvor Die Flammen in der Mitte des Ratszimmers zischten plötzlich auf, als hätte die Luft selbst begriffen, was bevorstand. „Los, Jungs!“, donnerte mein vater, seine Augen leuchteten wie geschmolzene Lava. „Sucht nach Oliwia! Sofort! Wir rufen den Magier!“ Ich stand wie elektrisiert auf. Mein Herz schlug unregelmäßig, als hätte es längst verstanden, was mein Kopf noch nicht begriff. Doch dann geschah es. Mein Vater,Aeron, Umbra und Gairon – alle vier Götter – blieben stehen. Erstarrt. Ihre Gesichter entgleisten synchron, als wären sie in etwas Unsichtbares eingetaucht. „Was ist?“, fragte ich. „Vater, was IST los?!“ Umbra krümmte sich leicht nach vorn, als würde ihn ein unsichtbarer Schlag in die Brust treffen. Gairons Hände ballten sich so fest, dass seine Nägel Blut zogen. Mein vater drehte sich langsam zu uns um. In seinen Pupillen brannte jetzt reine Panik. „Verdammt …“, flüsterte er. „Sie haben begonnen.“ „Was?“, fragte Viktor heiser. Me
(Oliwia) Ich saß auf Silvers Schoß, sein warmer Atem in meinem Nacken, seine Lippen spielten gierig an meinem Hals, während sich unsere Münder immer wieder trafen, heiß, verlangend. Der Club war laut, voll, schwitzend – aber alles, was ich spürte, war er. Silvers Freund Malaky redete mit Piper, sie lachte. Ihre Augen waren glasig, leicht getrunken. Ich löste mich aus Silvers Griff, schaute Piper an. „Hey Süße … alles gut?“ Sie grinste mich an, verschmitzt, mit einer kindlich weichen Stimme. „Malaky ist sooo süß“, hauchte sie. Ich runzelte leicht die Stirn. Ihr Blick war verträumt. Sie war eindeutig nicht mehr ganz bei sich. Dann klatschte Malaky in die Hände. „Silver! Lass uns die Party verlegen. Aftershow-Party bei mir!“ Silver grinste – fast zu selbstsicher. „Klar, Bro.“ Ein Schauer lief mir über den Rücken. Ich wusste nicht, wieso. Vielleicht war es das Flackern in seinen Augen. Vielleicht … das Knistern in der Luft. Silver drehte sich zu mir. „Alles okay, Baby?“ I
(Oliwia)Es war inzwischen Abend.Die Sonne färbte den Himmel blutrot,als wäre sie selbst Zeugin von dem,was ich heute Nacht vorhatte.Ich stand vor dem Spiegel,zog meinen mittigen schwarzen Rock hoch,fixierte den Bund auf meiner Hüfte.Mein Leder-Top lag eng an,betonte meine Taille,meine Brust,jede gefährliche Kurve.Die High Heels klickten leise,während ich einen Schritt zurücktrat,mein Spiegelbild musterte.Piper saß auf ihrem Bett,ihr Blick unsicher,nervös –so, wie früher meiner war.Ich lächelte leicht.Verführerisch.Berechnend.„Piper…“, sagte ich leise,während ich langsam meine Finger unter meinen Rock schob –und mein Höschen nach unten zog.Es glitt meine Beine entlang,bis es auf den Boden fiel.Ich hob es auf,warf es beiläufig auf mein Kissen.Frei. Nackt. Bereit.„Du kannst dich immer noch umentscheiden, Girl.“Ich drehte mich zu ihr.Mein Blick?Lodernd. Herausfordernd.„Es wird heute Nacht… interessant.“Piper schluckte.„Ich… ich weiß nicht.Silver ist…
(Oliwia)Ich saß auf meinem Bett,meine Haare noch zerzaust,die Lippen geschwollen.Ich grinste, während ich mit Natalie telefonierte.Gott, wie ich ihre Stimme vermisst hatte.„Ja, Girl…er hat so einen geilen Schwanz…“Ich leckte mir über die Lippe.„Ich könnte STUNDENLANG auf ihm reiten,ohne Pause, ohne Rücksicht.Wie ein verdammter Dämon auf Droge.“Natalie lachte am anderen Ende.„Du bist krank, Oliwia – aber ich LIEBE es!Schick mir später ein Foto, ja? Ich will wissen, wie heiß dieser Silver wirklich ist!“Ich wollte gerade antworten,als plötzlich die Tür aufgerissen wurde –Piper stürmte rein.„OLIWIA!! Wo. Zum. Teufel. Warst. Du?!“Ich zuckte kaum.Schmiss mein Handy aufs Bett.„Hey Babe.“Ich zwinkerte ihr zu.„Ich hab gesehen, wo ihr wart!Verdammt, ihr wart in der alten BURG?!In der Burg?!Du bist verrückt, weißt du das?!Du kannst da nicht einfach—“Ich stand langsam auf,ging auf sie zu – barfuß,nur mit dem weißen Shirt von Silver bekleidet.„Piper…“, sagte ich leis
(Oliwia)„Erinnere dich, Oliwia… los!“Seine Stimme brannte sich in mein Gehirn.Silver grinste – nicht wie ein Liebhaber.Wie ein Wahnsinniger.Wie ein Gott, der alles wusste.„Was ist die Wahrheit, hmm?Warum kommt dir alles wie ein Déjà-vu vor?Warum kennst du Menschen,die du vorher nie gesehen hast?Warum fühlt sich Aiden an…als wäre er mehr als nur ein Mann?“Ich starrte ihn an.Fassungslos.Mein Atem stockte.Meine Haut war kalt.„Alle… sie alle haben dich belogen, Baby.“Dann…biss er sich in den Arm.Sein Blut lief.Schwarz.Dicht.Schwer.Mächtig.Ich riss die Augen auf.„Silver—! Was… tust du da?!“Er griff meinen Kopf.Sein Griff war fest.Besitzergreifend.Keine Flucht.„Ich will nur,dass du dich erinnerst, meine Königin…“Er presste seine Wunde an meine Lippen.Ich wollte mich wehren.Doch das Blut –lief in meinen Mund.Heiß.Eisenhaltig.Verboten.Wie Feuer durch meine Adern.Und dann –kamen die Bilder.Schlag auf Schlag.Kein Entkommen.Wie ein Stromschlag,wie ei
(Oliwia)Wir stiegen auf.Er fuhr schnell sehr schnell.Bis…wir ankamen.Oxford Castle.Die große, normannische Burg auf der Westseite der Stadt.Ein kolossales, altes Bauwerk.Halb renoviert, halb Ruine.Von Scheinwerfern an den Ecken angeleuchtet, wirkte sie gespenstisch.Efeu wuchs über die alten Steine, schwere Holztüren waren mit rostigen Eisenbeschlägen verstärkt.Der Wind pfiff durch offene Fenster, irgendwo krächzte eine Krähe.Die Luft roch nach Moos, altem Stein und… Geschichte.Verbotene Geschichte.„Silver… was machen wir hier?“, fragte ich vorsichtig.Er grinste.„Komm. Lass dich überraschen.“Wir liefen durch das alte Eingangstor.Die Mauern zogen sich meterhoch über uns, Fenster ohne Glas gähnten wie tote Augen in der Dunkelheit.„Silver, das ist halb abgesperrt… wir kriegen Ärger, wenn—“„Wir kriegen keinen Ärger. Vertrau mir.“Seine Stimme war ruhig. Zu ruhig.Wir liefen weiter, durch einen offenen Innenhof, vorbei an verfallenen Säulen und einem alten Pranger.Die S
(Oliwia)Ein Zittern. Ein Pochen im Kopf. Der dumpfe Nachhall von Musik, Stimmen, Schwärze.Dann Licht. Gedämpft. Warm. Verflucht warm.Ich öffnete die Augen. Langsam. Wie durch Honig. Ein Bett. Mein Bett.Ich lag auf dem Rücken – halb. Oder… nein.Nicht ganz.Meine Hand … lag auf etwas. Etwas fest
Flughafen Rzeszów – 06:41 Uhr Ich stand da. Mit meiner Handtasche, meinen Augenringen und meinem verkorksten Leben. Der Koffer war schon weg – hoffentlich kam der wenigstens heil an, auch wenn’s mein Gehirn heute nicht tat. Neben mir: Natalie, die nach Vodka roch. Angelika, die versuchte, nich
„Ich bin der Notar von Helena Kowalska.“Er ließ den Namen langsam fallen, als wäre er eine kalte Kette aus Metall.Ein Raunen ging durch den Raum. „Sie hat verfügt… dass ihr Testament erst gesprochen werden darf, wenn sie unter der Erde liegt.“Einige rutschten nervös auf den Stühlen. Andere taus
„LOS wir kommen sonst zu spät Kurwa“! Ich hörte meine Mutter neben an schreien und murmeln. „Kurwa ta dziewczyna zabiera mnie do grobu“ („Verdammt, dieses Mädchen bringt mich ins Grab.“) Ich mochte meine Großmutter nicht.Ich weis wie herzlos das klingt aber ich hätte mehr erwartet. Vielleicht







