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Das Mitternachtsregister
Das Mitternachtsregister
Penulis: Ruby Andrews

KAPITEL EINS: ERWACHTE SCHULD

Penulis: Ruby Andrews
last update Tanggal publikasi: 2026-08-18 23:33:04

Seraphina Locke stieß die schwere Eichentür des staubigen Arbeitszimmers ihrer verstorbenen Tante auf, die Finger kribbelten noch vom alten Schlüssel. Mondlicht schnitt durch die rissigen Vorhänge und fiel auf eine verschlossene Eisenkiste auf dem Schreibtisch. Sie war gekommen, um Antworten über die Schulden ihrer Familie zu finden, und hatte keine Geheimnisse erwartet, die atmeten.  

Mit einem leisen Klicken öffnete sich die Kiste. Darin lag ein dickes, ledergebundenes Buch, dessen Einband warm unter ihren Fingern war, die Seiten mit verblasstem Gold verziert. Das Mitternachtsbuch. Sie fuhr mit dem Finger über den Titel, und Hitze schoss ihren Arm hinauf. Visionen blitzten auf von nackten, ineinander verschlungenen Körpern, geflüsterten Versprechen und Schreien der Lust, dann verschwanden sie.  

Ihr Atem stockte, als sie es öffnete.  

Die erste Seite leuchtete. Tinte formte frische Worte vor ihren Augen.  

Schuldeneintrag 247. Cassian Vale schuldet der Locke-Linie eine Nacht vollständiger Unterwerfung. Zahlung sofort fällig.  

Ein leises Lachen ertönte aus den Schatten. — Sieht aus, als hätte das Buch seinen neuen Hüter gefunden.  

Cassian Vale trat ins Licht, groß, tätowiert und von gefährlichem Charme umgeben. Seine dunklen Augen bohrten sich in die ihren, ein Lächeln spielte um Lippen, die wahrscheinlich schon zahllose Frauen ruiniert hatten. Der Kunstdieb, der einst ein Vermögen von ihrer Familie gestohlen hatte, stand nun in ihrem ererbten Haus, als gehöre es ihm.  

— Du, flüsterte sie, der Puls hämmerte.  

— Ich. Er trat näher, die Stimme wie Samt und Rauch. — Das Buch fragt nicht höflich, Liebling. Es fordert.  

Hitze sammelte sich tief in ihrem Unterleib, als eine weitere Zeile auf der Seite erschien.  

Beginne die Zahlung. Heute Nacht.  

Cassians Blick glitt auf das Buch, dann langsam ihren Körper hinauf. — Scheint, als gehöre ich dir für diesen Abend, Seraphina. Was ist dein erster Befehl?  

Sie hätte ihn hinauswerfen sollen. Sie hätte die Polizei rufen sollen. Stattdessen bewegte sich ihr Mund, bevor der Verstand nachkam. — Auf die Knie.  

Ein Funke Überraschung huschte über sein Gesicht, rasch abgelöst von dunkler Belustigung. Er sank anmutig nieder, die kräftigen Schultern auf Höhe ihrer Taille, die Augen wichen nicht von den ihren. — So?  

Das Buch pulsierte wärmer in ihren Händen. Sera legte es auf den Schreibtisch, das Herz raste. Jahrelang hatte sie Zahlen und kalte Fakten gejagt und sich nie vorgestellt, dass Macht so süß schmecken konnte. — Hände hinter dem Rücken.  

Er gehorchte, Muskeln spannten sich unter dem schwarzen Hemd. Die Haltung zog den Stoff eng über seine Brust und enthüllte die harten Linien eines Mannes, der von Gefahr lebte. Sera trat vor, bis ihre Schenkel seine Schultern streiften. Sein Duft, Leder, Gewürz und etwas Dunkleres, umhüllte sie.  

— Sag mir, warum du wirklich hier bist, sagte sie, die Stimme fester, als sie sich fühlte.  

— Weil das Buch immer eintreibt, murmelte er, der Atem heiß gegen ihren Oberschenkel durch den dünnen Rock, und weil ich dich schmecken wollte, seit der Nacht, in der ich jenes Bild stahl.  

Ihre Finger glitten in sein dichtes Haar und griffen fest zu. Cassians tiefes Stöhnen vibrierte gegen sie. Der Laut schickte flüssige Hitze durch ihre Adern. Noch nie hatte sie diese Art von Kontrolle gespürt, diesen Rausch.  

— Zeig es mir, befahl sie leise.  

Seine Hände blieben gehorsam hinter dem Rücken, während sein Mund sich gegen den Stoff drückte, der sie bedeckte, neckend, sie einatmend. Seras Kopf fiel zurück, ein leises Stöhnen entwich, bevor sie es zurückhalten konnte. Er schob den Rock mit Zähnen und Lippen höher, bis kühle Luft auf erhitzte Haut traf. Dann fand seine Zunge sie, langsam und bedacht, und lernte genau, wie sie verschlungen werden wollte.  

Das Vergnügen baute sich rasch und scharf auf. Sie griff fester in sein Haar, die Hüften bewegten sich gegen seinen geübten Mund. Cassian stöhnte erneut, der Laut hungrig, fast verzweifelt, als wäre er derjenige, der zugrunde gerichtet wurde.  

Das Buch leuchtete heller auf dem Schreibtisch, neue Worte erschienen.  

Tiefere Unterwerfung erforderlich.  

Sera zog ihn näher, ritt auf seiner Zunge, bis ihre Schenkel zitterten und die Erlösung in heißen Wellen durch sie brach. Sie schrie auf, die Beine zitterten, während Cassian sie durch jeden Puls hindurch leckte, gierig nach jedem Tropfen.  

Als sie sich schließlich zurückzog, blickte er zu ihr auf, die Lippen glänzend, die Augen lodernd vor Lust und Herausforderung. — Erste Zahlung abgeschlossen, aber das Buch ist noch lange nicht fertig mit uns.  

Seras Brust hob und senkte sich heftig, während sie auf den gefährlichsten Mann hinabblickte, den sie je getroffen hatte, der immer noch auf den Knien vor ihr lag. Macht pulsierte in ihrem Blut, vermischt mit nachklingendem Vergnügen und dem erschreckenden Wissen, dass dies erst der Anfang war.  

Draußen rollte ferner Donner. Irgendwo in der Nacht setzten sich bereits Feinde in Bewegung, die das Buch wollten. Näher kommende Schritte hallten im Flur, schwer und entschlossen.  

Cassian erhob sich langsam, überragte sie wieder, die Stimme tief und voller Versprechen. — Der nächste Eintrag kommt um Mitternacht morgen, kleine Hüterin, aber die Männer, die heute Nacht wegen des Buches kommen, werden nicht warten. Sie wissen, dass du es jetzt hast, und sie werden töten, um es zu bekommen.  

Er strich mit dem Daumen über ihre geschwollene Unterlippe, dann drehte er sich um und verschwand in den Schatten, ließ Sera allein zurück mit dem leuchtenden Buch, dem noch immer zitternden Körper und der plötzlichen kalten Erkenntnis, dass eine Nacht des Vergnügens ihr soeben ein Ziel auf den Rücken gemalt hatte.  

Sie berührte ihre Lippen, der Puls raste. Das Buch pulsierte erneut, eine neue Zeile formte sich in frischer Tinte.  

Eintrag 248 beginnt bei Tagesanbruch. Die Zahlung wird Blut und Hngabe sein, und der erste Name auf der Liste ist deiner.

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