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Das Angebot des Teufels

last update Veröffentlichungsdatum: 18.10.2026 09:36:47

Kapitel 2: Das Angebot des Teufels

Der Wagen war schwarz, lang und lautlos, und er roch nach Leder und kaltem Regen.

Isabella saß gegen die gegenüberliegende Tür gepresst, in Dante Morettis Mantel gehüllt, während Julians Blut auf ihren Händen trocknete. Durch das getönte Fenster sah sie zu, wie die Lichter des Anwesens ihres Vaters hinter den Bäumen kleiner wurden. Rauch stieg in einer grauen Säule über die Dachlinie. Rote und blaue Lichter blitzten an den Toren. Irgendwo dort hinten lag Julian auf einem Ballsaalboden zwischen zertretenen weißen Rosen, und niemand hielt seine Hand.

Sie hatte ihn zurückgelassen. Sie war gekrochen und hatte ihn zurückgelassen.

„Er war tot, bevor er den Boden erreichte", sagte Dante.

Sie drehte sich um. Er saß auf der anderen Seite des breiten Rücksitzes, einen Arm am Fenster entlang ausgestreckt, und beobachtete die Straße vor ihnen, als hätte er überhaupt nicht gesprochen. Ein Mann mit kurz geschnittenem Haar und einem Kinn wie ein Ziegelstein lenkte den Wagen. Ein weiterer saß auf dem Beifahrersitz mit einem Gewehr über den Knien.

„Woher wollen Sie das wissen?", sagte Isabella. „Sie waren nicht dort."

„Ich habe die Wunde gesehen, als wir durch den Ballsaal kamen. Der Schuss ging durch sein Herz." Dantes Blick glitt zu ihr. „Nichts, was du getan hast, hätte das geändert."

„Soll das etwa helfen?"

„Nein. Es soll verhindern, dass du etwas mit dir herumträgst, das dir nicht gehört."

Sie sah weg, wütend auf das Stechen hinter ihren Augen. Sie würde nicht vor diesem Mann weinen. Das hatte sie in der Küche entschieden, als sie auf den Körper des Fremden starrte, den er ohne mit der Wimper zu zucken getötet hatte.

Der Wagen verlangsamte an einer roten Ampel auf der Boston Post Road. Eine Tankstelle leuchtete an der Ecke. Eine Frau in einer pinkfarbenen Jacke stand an einer Zapfsäule und tankte, völlig gewöhnlich.

Isabellas Hand fand den Türgriff.

Sie dachte nicht nach. Sie riss ihn und warf ihr ganzes Gewicht gegen die Tür.

Sie bewegte sich nicht.

„Kindersicherung", sagte Dante milde. „Marco ist sehr gründlich."

Der Fahrer traf ihren Blick im Rückspiegel. Nichts in seinem Gesicht veränderte sich.

Isabella zog den Griff erneut, dann wieder, fester, bis sich ihre Nägel verbogen. Die Ampel wurde grün. Der Wagen rollte vorwärts. Die Frau in der pinkfarbenen Jacke verschwand hinter ihnen.

„Lassen Sie mich raus."

„Nein."

„Sie können mich nicht festhalten. Das ist Entführung. Das ist ein Bundesverbrechen."

„Geldwäsche für vier kriminelle Organisationen auch", sagte Dante. „Dein Vater tut das seit fünfzehn Jahren. Möchtest du über Bundesverbrechen sprechen, oder möchtest du aufhören, dir die Hände zu verletzen?"

Sie hörte auf. Ihre Finger zitterten. Sie rollte sie in ihren Schoß und starrte ihn an.

„Sie lügen."

„Ich lüge nicht." Er sagte es einfach, als Tatsache, so wie ein anderer Mann sagen würde, er trinke nicht. „Es ist Zeitverschwendung. Die Wahrheit wirkt schneller."

„Mein Vater ist Investmentbanker."

„Dein Vater ist ein Finanzmakler. Er bewegt Geld für Leute, die es nicht selbst bewegen können. Er macht es sauber. Er nimmt eine Gebühr." Dante drehte den Kopf und sah sie zum ersten Mal seit der Küche voll an. „Und vor drei Wochen hat er vierzig Millionen Dollar von einem Konto genommen, das meiner Familie gehört, und es in einem Loch verschwinden lassen, das ich nicht finden kann."

„Warum sollte er das tun?"

„Das", sagte Dante, „ist genau das, was ich ihn zu fragen gedenke."

Der Wagen bog auf die Schnellstraße. Regen begann, die Fenster zu streifen. Isabella zog den Mantel fester und versuchte zu denken. Ihr Vater hatte gesagt, Moretti würde bekommen, was ihm zusteht, nach der Hochzeit. Er hatte gesagt, das Mädchen bleibt da raus. Er hatte es gewusst. Er hatte gewusst, dass etwas kam, und er hatte ihr das Medaillon gegeben, und er war geflohen.

Ihre Finger wanderten zu der Kette an ihrem Hals. Sie spürte das kleine ovale Gewicht unter ihrem Kleid und zog die Hand zurück, bevor Dante es bemerken konnte.

Er bemerkte es. Sie sah, wie seine Augen der Bewegung folgten und für eine lange Sekunde auf ihrem Schlüsselbein ruhten, bevor er wegschaute. Er sagte nichts.

Sie fuhren fast eine Stunde. Die Schnellstraße wich dunklen Straßen, gesäumt von Bäumen und Steinmauern. Isabella sah ein Schild für Oyster Bay, dann nichts als nasse schwarze Wälder. Schließlich verlangsamte der Wagen vor einem Paar eiserner Tore, zwanzig Fuß hoch, gekrönt mit Spitzen in Form von Lorbeerblättern. Ein Wächter trat aus einer steinernen Kabine, sah den Wagen, und die Tore schwangen lautlos auf.

Die Auffahrt wand sich durch einen Park alter Eichen, was sich wie eine halbe Meile anfühlte. Dann teilten sich die Bäume, und Isabella sah das Haus.

Es war kein Haus. Es war eine Festung, die sich als Villa verkleidete. Drei Stockwerke aus hellem Stein und hohen Bogenfenstern, Flügel, die sich zu beiden Seiten erstreckten, ein Schieferdach, das nass unter Flutlicht glänzte. Dahinter rollte und flüsterte die dunkle Weite des Long Island Sound. Männer in dunklen Mänteln bewegten sich entlang der Terrassen. Irgendwo bellte ein Hund.

„Willkommen in der Villa Moretti", sagte Dante.

„Es sieht aus wie ein Gefängnis."

„Die meisten Gefängnisse", sagte er und öffnete seine Tür, „sind weniger komfortabel."

Marco kam herum und öffnete ihre. Isabella nahm seine angebotene Hand nicht. Sie stieg allein aus, der geliehene Mantel schleifte um ihre Knöchel, ihre ruinierten Satinschuhe sanken in den Kies. Kalter Regen traf ihr Gesicht, und es war das erste, was sich die ganze Nacht real anfühlte.

Die Vordertüren öffneten sich, bevor sie sie erreichten. Warmes goldenes Licht strömte heraus, und mit ihm ein Mann Ende fünfzig mit silbernem Haar, sorgfältig getrimmtem Bart und einer grauen Strickjacke über seinem Hemd. Er sah aus wie jemandes Lieblingsprofessor. Er warf einen Blick auf Isabella, und sein Gesicht verzog sich vor Mitgefühl.

„Dio mio. Sieh dich an." Er eilte die Stufen hinunter und blieb vor ihr stehen, die Hände erhoben, als wollte er ihre Arme berühren, aber fürchtete, sie zu erschrecken. „Du armes Kind. Bist du verletzt? Ist irgendetwas von diesem Blut deins?"

„Nein", sagte Isabella. Ihre Stimme kam klein heraus. Die Freundlichkeit war so unerwartet, dass sie sie fast umwarf.

„Gott sei Dank." Er warf Dante einen Blick zu. „Rosa hat das blaue Zimmer vorbereitet. Heißes Wasser, saubere Kleidung. Der Arzt ist unterwegs."

„Sie braucht keinen Arzt", sagte Dante.

„Sie hat Glas in den Händen, Dante." Der ältere Mann schüttelte den Kopf und wandte sich mit einem sanften Lächeln wieder Isabella zu. „Verzeih ihm. Er wurde von Wölfen aufgezogen. Ich sollte es wissen. Ich war einer der Wölfe. Mein Name ist Matteo Rossi. Ich kenne diesen schrecklichen Mann seit er in Windeln lag."

„Matteo", sagte Dante, eine Warnung.

„Ja, ja." Matteo tätschelte Isabellas Schulter leicht durch den Mantel. „Geh hinein und wärme dich auf, cara. Heute Nacht wird dir nichts mehr geschehen. Du hast mein Wort."

Isabella sah ihn an, und etwas in ihrer Brust lockerte sich zum ersten Mal seit dem Moment, als die Lichter ausgingen. Er hatte freundliche Augen. Fältchen in den Winkeln. Ihre Mutter hätte ihn gemocht.

„Danke", flüsterte sie.

Drinnen war das Haus ganz Marmorböden und dunkles Holz und Gemälde von Heiligen und Schiffen. Eine kleine, grauhaarige Frau in einem schwarzen Kleid nahm Isabellas Arm ohne ein Wort und führte sie eine geschwungene Treppe hinauf. Sie sprach überhaupt nicht. Sie ließ ein Bad in einer weißen Marmorwanne ein, groß genug zum Schwimmen, legte weiche Baumwollpyjamas und einen Morgenmantel bereit und ließ Isabella allein.

Isabella stand lange im Dampf, bevor sie sich dazu bringen konnte, das Kleid auszuziehen.

Als sie es schließlich tat, hielt sie es ins Licht. Elfenbeinfarbener Satin, für immer ruiniert. Julians Blut war zu einem dunklen Rost über dem Oberteil und den Rock hinunter getrocknet. Sie faltete es sorgfältig und legte es auf einen Stuhl, weil sie nicht wusste, was sie sonst damit tun sollte.

Sie badete, bis das Wasser rosa wurde, dann kalt. Sie zog drei Glassplitter mit einer Pinzette, die sie in einer Schublade fand, aus ihren Handflächen. Sie zog die Pyjamas an. Das Medaillon behielt sie an.

Dann öffnete sie es.

Ihr Vater hatte ihr gesagt, sie solle es nicht tun. Nicht, bis du keine andere Wahl hast. Aber sie hatte ihren Verlobten sterben sehen und war in das Auto eines Fremden gezerrt worden, und sie war ziemlich sicher, dass ihr die Wahlmöglichkeiten ausgegangen waren.

Der Verschluss war schwergängig. Sie bearbeitete ihn mit ihrem Daumennagel, bis er nachgab. Drinnen, auf einer Seite, war ein winziges Foto ihrer Mutter, lachend, jünger als Isabella jetzt war. Auf der anderen Seite, wo Isabella sich an ein Bild von sich als Baby erinnerte, war nichts als eine glatte silberne Platte.

Sie runzelte die Stirn und drückte darauf.

Es bewegte sich nicht. Sie neigte das Medaillon toward die Lampe. Dort, so fein graviert, dass sie es fast übersah, standen drei Zahlen.

7. 14. 22. 

Ein Klopfen ertönte an der Tür. Isabella klappte das Medaillon zu und schob es unter den Ausschnitt ihrer Pyjamas, genau als die Tür sich öffnete.

Dante Moretti stand im Rahmen. Er hatte seine Jacke ausgezogen. Sein weißes Hemd war bis zu den Ellbogen hochgekrempelt und enthüllte Unterarme, die mit alten Narben gezeichnet waren. Er hielt ein Glas mit etwas Bernsteinfarbenem in einer Hand.

„Sie sollten klopfen und warten", sagte Isabella, „bevor Sie in das Schlafzimmer einer Frau gehen."

„Ich habe geklopft." Er stellte das Glas auf die Kommode. „Brandy. Trink ihn. Du stehst unter Schock."

„Ich stehe nicht unter Schock."

„Deine Hände zittern."

Sie sah hinunter. Sie zitterten. Sie verschränkte die Arme.

Dante kam nicht weiter in den Raum. Er stand knapp innerhalb der Tür, und sie hatte das seltsame Gefühl, dass er bewusst Abstand hielt.

„Ich werde direkt sein", sagte er, „weil du intelligent bist und müde, und du hast Direktheit verdient. Dein Vater hat nicht nur Geld gestohlen. Er hat Aufzeichnungen geführt. Fünfzehn Jahre lang hat er jeden schmutzigen Dollar, den er für jede Familie in dieser Stadt gewaschen hat, aufgeschrieben. Wer gezahlt hat. Wer bezahlt wurde. Welcher Richter. Welcher Detective. Welche Leiche." Dante hielt inne. „Diese Aufzeichnungen heißen das Schwarze Ledger. Dein Vater hat sie mitgenommen, als er floh."

Isabella sagte nichts. Ihr Herz schlug so hart, dass sie sicher war, er konnte es hören.

„Fünf Familien wollen dieses Ledger. Meine ist eine davon. Die Männer, die heute Nacht deine Feier angegriffen haben, trugen keine Farben, aber sie wurden entweder von Carlo Vitale oder der Volkov-Bratva geschickt, vielleicht von beiden. Sie wollten deinen Vater. Sie werden sich mit dir zufriedengeben. Wenn sie dich nehmen, werden sie dich quälen, bis er aus seinem Versteck kommt, und er wird kommen, denn was auch immer er sonst ist, Richard Hart liebt seine Tochter." Dantes Stimme veränderte sich nicht. „Und wenn er kommt, werden sie euch beide töten."

Der Raum fühlte sich plötzlich zu klein an.

„Also was wollen Sie?", sagte sie. „Mich selbst als Köder benutzen?"

„Ich will das Ledger und mein Geld. Du willst leben." Er neigte den Kopf. „Es gibt einen Weg, auf dem wir beide bekommen, was wir wollen."

„Nämlich?"

„Heirate mich."

Isabella lachte. Es kam hoch und wild und ein wenig hysterisch heraus. „Sie sind wahnsinnig."

„In unserer Welt gibt es ein altes Gesetz", fuhr Dante fort, als hätte sie nicht gesprochen. „Älter als wir alle. Die Ehefrau eines Mannes ist unantastbar. Du darfst einen Mann töten, sein Geschäft übernehmen, sein Haus niederbrennen. Du rührst seine Frau nicht an. Jede Familie, die dieses Gesetz bricht, wird von jeder anderen Familie zerstört. Es ist die einzige Regel, die wir alle noch respektieren." Er beobachtete sie. „Als meine Frau wärst du durch den Namen Moretti geschützt. Kein Vitale, kein Volkov, niemand würde Hand an dich legen, ohne einen Krieg zu beginnen, den er nicht gewinnen kann."

„Und im Gegenzug?"

„Du hilfst mir, deinen Vater zu finden. Du bleibst, wo ich dich sehen kann. Du läufst nicht weg."

„Und wenn ich Nein sage?"

Dante nahm den Brandy und hielt ihn ihr hin. Als sie ihn nicht nahm, stellte er ihn wieder ab.

„Dann werde ich Marco morgen früh bitten, dich zu fahren, wohin du willst", sagte er. „Ich gebe dir zehntausend Dollar in bar und ein Telefon. Und ich wünsche dir Glück." Er wandte sich zur Tür. „Du hast achtundvierzig Stunden, um dich zu entscheiden. Danach verfällt mein Angebot, und, so vermute ich, auch du."

Er ging. Die Tür schloss sich mit einem leisen, endgültigen Klicken.

Isabella stand allein in der Mitte eines wunderschönen Zimmers in der Festung eines Fremden und zitterte.

Sie würde keinen Mörder heiraten. Sie würde keinen Mann heiraten, den ihr Vater ausgesucht hatte, oder irgendeinen Mann, der dachte, er könnte sie mit Schutz kaufen wie ein Auto mit Versicherung. Sie hatte vierundzwanzig Jahre lang klein beigegeben. Sie war fertig damit, klein beizugeben.

Sie wartete eine Stunde. Das Haus wurde still. Sie zog die weichen Kleider an, die Rosa hinterlassen hatte, fand flache Schuhe im Schrank, die fast ihre Größe hatten, und schlüpfte in den Flur.

Niemand hielt sie auf der Treppe auf. Niemand hielt sie im großen Foyer auf. Die Vordertüren waren verschlossen, aber die Seitentür neben der Küche nicht. Sie trat hinaus in den Regen und rannte die lange Auffahrt zwischen den schwarzen Eichen hinunter, das Herz in der Kehle.

Die Tore ragten vor ihr auf. Der Wächter in der steinernen Kabine sah auf, als sie sich näherte. Sie wappnete sich für einen Kampf.

Er öffnete das Tor.

Isabella blieb wie angewurzelt stehen. Der Wächter nickte einfach toward die Straße. „Mr. Moretti sagte, du wolltest vielleicht einen Spaziergang machen."

Sie trat hindurch. Das Tor schwang mit einem schweren eisernen Klang hinter ihr zu.

Die Straße war leer und dunkel, gesäumt von tropfenden Bäumen. Keine Straßenlaternen. Keine Häuser. Sie hatte kein Telefon, kein Geld, keine Ahnung, wo sie war. Regen durchnässte ihre Kleidung. Sie ging trotzdem los.

Sie war vielleicht fünfzig Meter gegangen, als Scheinwerfer in den Bäumen vor ihr aufblendeten.

Ein Wagen hatte dort im Dunkeln gestanden und gewartet, der Motor aus. Jetzt erwachte er brüllend zum Leben. Türen öffneten sich. Zwei Männer stiegen aus. Dann ein dritter.

„Miss Hart", rief einer, fast freundlich. „Mr. Vitale würde sich gern mit Ihnen unterhalten."

Isabella drehte sich um und rannte.

Sie hörte sie hinter sich, Stiefel planschten durch Pfützen, kamen schnell näher. Ihre geliehenen Schuhe rutschten auf dem nassen Asphalt. Sie fiel, schürfte sich das Knie auf, rappelte sich hoch. Das Tor war genau dort, dreißig Meter, zwanzig. Eine Hand packte den Rücken ihres Hemdes und riss.

Dann zerriss ein Schuss die Nacht, und die Hand ließ los.

Marco Bellini trat aus den Schatten am Tor mit einer Pistole in der Faust. Hinter ihm erschienen vier weitere Moretti-Männer auf der Mauer mit Gewehren. Die Vitale-Männer erstarrten, dann wichen sie zu ihrem Wagen zurück, die Hände erhoben, grinsend, als hätten sie genau das erwartet.

„Sag Carlo", sagte Marco, „dass sie heute Nacht unter Moretti-Schutz steht."

„Heute Nacht", wiederholte der Vitale-Mann mit einem Lächeln. „Klar. Und morgen?"

Sie fuhren davon.

Marco führte Isabella ohne ein Wort durch das Tor zurück. Er berührte sie nicht. Er musste nicht.

Dante wartete auf den Vorderstufen unter dem Licht, die Hände in den Taschen, Regen perelte auf seinen Schultern. Er sah nicht wütend aus. Er sah aus wie ein Mann, der einen Schachzug beobachtete, den er drei Züge vorausgesehen hatte.

„Hast du deinen Spaziergang genossen?", sagte er.

Isabella war durchnässt, blutete und zitterte vor Wut. „Sie wussten, dass sie da draußen waren."

„Ich vermutete es."

„Sie haben mich trotzdem gehen lassen."

„Du musstest die Welt sehen, in die dein Vater dich zurückgelassen hat. Jetzt hast du sie gesehen." Er trat beiseite, um sie vorbeizulassen. „Geh dich abtrocknen. Rosa bringt dir Tee."

Sie blieb neben ihm auf der Stufe stehen. „Ich hasse Sie."

„Das ist erlaubt", sagte Dante. „Es ist nicht Voraussetzung für die Ehe."

Sie ging an ihm vorbei ins Haus.

Es war fast Morgengrauen, bevor sie einschlief. Als sie aufwachte, füllte graues Licht den Raum, und jemand hatte ein Tablett mit Kaffee und einer Zeitung neben das Bett gestellt. Sie griff zuerst nach dem Kaffee. Dann sah sie die Schlagzeile.

Das Gesicht ihres Vaters starrte sie von der Titelseite an. Darunter, in fetten schwarzen Buchstaben, standen die Worte, die den Rest ihrer Wahlmöglichkeiten beendeten.

FINANZIER RICHARD HART WEGEN MORDES AN ZUKÜNFTIGEM SCHWIEGERSOHN GESUCHT.

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