ログインSasha
Am nächsten Tag suche ich meine Kette.
Sie ist nicht auf dem Nachttisch. Nicht im Badezimmer. Nicht in meiner Tasche. Nicht in meinen Taschen.
Ich durchsuche die Wohnung. Ich wende die Kissen, hebe die Teppiche an, leere die Schubladen. Nichts. Die Kette ist verschwunden.
Ich bleibe auf dem Bett sitzen, die Hände leer, das Herz zusammengeschnürt. Ich habe sie verloren. Ich habe sie irgendwo verloren, wahrscheinlich im Club, beim T
SofiaDie Nacht kommt nicht wirklich. Sie schleicht. Sie setzt sich an den Bettrand, schaut mir zu, wie ich die Decke anstarre, und weigert sich, mich auszulöschen. Die Laken sind zu sauber, zu glatt. Die Luft riecht nach gewachstem Holz und kontrollierter Stille. Jedes Geräusch ist eine Miniaturbedrohung. Ein Knarren, ein Hauch in den Wänden, der ferne Schritt eines Wächters, den ich nie gesehen habe, aber den ich spüre.Ich schließe die Augen. Ich versuche zu atmen wie auf einem Platz vor einem Elfmeter. Einatmen. Anhalten. Ausatmen. Aber mein Herz spielt in permanenter Gegenattacke. Es verweigert den Befehl.Ich sehe die Hand auf der Tischdecke wieder. Das Wort Geschenk. Die leise Stimme. Ihr Dach. Ihr Komfort. Meine Performance.Ich drehe mich auf die Seite. Das Kissen ist kalt. Ich bin allein und doch überall invaded. Seine Präsenz ist überall. In den Winkeln. In den Objekten. In der Art und Weise, wie das Zimmer selbst mich beobachtet.Wenn ich einschlafe, wovon träume ich. Von
Sofia Denn ich verstehe zu gut. Das « personalisierte Programm » wird überwacht. Das « Training » wird beaufsichtigt, erfasst. Der private Platz ist am Ende des Parks, weit von den Toren. Es ist eine Illusion von Freiheit. Eine Möglichkeit, meine Wut, meine Energie in einen Rahmen zu kanalisieren, den er kontrolliert. Mich körperlich zu erschöpfen, damit ich mental fügsamer bin. Es ist ein Geniestreich. Er hat das genutzt, was ich bin, was ich liebe, um mich besser zu unterwerfen. — Sag danke, Sofia, murmelt er, seine Hand legt sich auf meine, auf die Tischdecke. Es ist ein Geschenk. Ich spüre die Wärme seiner Handfläche, ihr Gewicht. Ich spüre den Blick meines Vaters unseren Kontaktpunkt verbrennen. Ich ziehe meine Hand weg, langsam, als wäre sie verbrannt. — Danke, schaffe ich zu artikulieren, das Wort kommt wie ein Kieselstein heraus. Der Abend endet in einem seltsamen Klima, einer Mischung aus erzwungener Leichtigkeit (getragen von Camila) und unterschwelliger Spannung. Mei
Der Nachtisch kommt. Eine zerbrechliche Kreation aus Schokolade und roten Früchten. Camila ist im Himmel, spricht jetzt von ihren eigenen Projekten, ihrem eigenen Leben, ahnungslos gegenüber dem Drama, das sich um den Tisch abspielt.Mein Vater legt endlich seine Gabel hin. Das Klirren auf dem Porzellan ist deutlich. Er schaut nicht den Mann an. Er schaut mich an.— Und der Fußball, Sofia? fragt er, seine Stimme neutral, aber geladen mit plötzlicher Intensität. Du erzählst mir nichts mehr davon. Sie haben einen guten Verein hier? Trainierst du?Die Frage ist ein Strahl grellen Lichts, der die Blase der Lügen durchbohrt. Sie trifft mich mitten ins Herz, dorthin, wo ich noch ich bin, wo ich lebendig bin. Der Fußball. Mein Terrain, mein Atem, meine Sprache. Er konnte es nicht umschreiben, noch nicht. Noch nicht vollständig.Ich spüre den Blick des Mannes an meiner Seite auf meinem Profil. Ein stiller Druck. Vorsicht, was du sagst.Ich schlucke. Mein Mund ist trocken.— Ich… ich ruhe mich
Ich bin in einem Schraubstock gefangen. Auf der einen Seite die begeisterte Ekstase Camilas, die mich mit Fragen über das Haus, die Angestellten, « ihr » Traumleben bedrängt. Auf der anderen das schwere, prüfende Schweigen meiner Eltern. Und in der Mitte er, der für mich antwortet, sanft korrigiert, ergänzt, eine kohärente und erstickende Erzählung unserer Idylle erschafft.— Sofia ist ein wenig schüchtern, um anzugeben, sagt er einmal, als ich eine verwirrte Antwort über die Aussicht vom Schlafzimmer stammele. Sie lässt lieber die Dinge sprechen.Jedes Mal, wenn er für mich spricht, ist es eine weitere Beraubung. Ein Stück meiner Stimme, das er mir entreißt. Also schweige ich. Ich lächele. Ich stimme mit einem Nicken zu. Ich werde die Figur, die er für sie zeichnet: eine junge Frau, ein wenig überfordert, wahnsinnig verliebt, beeindruckt von seiner Welt.Die Limousine durchquert die Tore des Anwesens. Das Knirschen des Kieses unter den Reifen lässt mich zusammenzucken. Das Haus erheb
Wie soll ich es ihnen sagen?Ich betrachte ihre zuversichtlichen, fragenden, glücklichen Gesichter. Ich spüre den Druck seiner Finger durch das Kleid.Und ich weiß, mit einer Gewissheit, die mein Blut gefrieren lässt, dass ich ihnen nichts sagen werde. Nicht jetzt. Nicht hier. Die Worte sind in meinem Hals gefangen, Gefangene dieses Lächelns, dieser Inszenierung, dieser Hand in meinem Rücken, die mich daran erinnert, dass der Preis der Wahrheit ihre aller Sicherheit sein könnte.Ich werde spielen müssen. Die strahlende Verlobte sein. Ihre Fragen, ihre Glückwünsche, ihre gerührten Blicke akzeptieren.Ich werde ihnen Lügen erzählen müssen, während ich sie in meinen Armen halte. Und jede Lüge, gesprochen im so vertrauten Duft meiner Mutter, wird ein Verrat sein, der mich von innen heraus zerfrisst.Der Rückweg zum Haus-Promontoir wird der längste meines Lebens sein. Und dort, in diesem goldenen Käfig, mit ihnen als unfreiwilligen Zeugen, wird der wahre Albtraum beginnen.SofiaDie Rückke
SofiaEr lächelt, ein kleines zufriedenes Lächeln.— Ich habe gesagt, dass du von unserem gemeinsamen Leben am Anfang absorbiert warst. Dass du dich niederlassen musstest, fern vom Trubel. Dass du viel an sie gedacht hast, aber ihnen die Überraschung deiner neuen Umgebung vorbehalten wolltest. Ich habe gesagt, dass ich darauf bestehe, sie offiziell kennenzulernen, im Rahmen unserer Verlobung.Jeder Satz ist ein Meisterstreich. Er hat das Porträt eines etwas egoistischen aber verliebten Mädchens gezeichnet, eines fürsorglichen und traditionellen Mannes. Er hat ihre potenziellen Sorgen in widerwillige Zärtlichkeit umgeleitet.— Und der Vertrag? wage ich zu fragen.Seine Augen werden kälter, aber das Lächeln bewegt sich nicht.— Ein formelles Detail, Sofia. Eine Garantie für die Zukunft, in unseren Kreisen. Sie werden verstehen. Oder sie müssen nicht im Detail verstehen.Ein Detail. Die Klausel, die mich zu seinem Eigentum macht. Die Drohung ist kaum verhüllt: Schweig, oder ich werde es
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich







