LOGINSasha
Am nächsten Tag suche ich meine Kette.
Sie ist nicht auf dem Nachttisch. Nicht im Badezimmer. Nicht in meiner Tasche. Nicht in meinen Taschen.
Ich durchsuche die Wohnung. Ich wende die Kissen, hebe die Teppiche an, leere die Schubladen. Nichts. Die Kette ist verschwunden.
Ich bleibe auf dem Bett sitzen, die Hände leer, das Herz zusammengeschnürt. Ich habe sie verloren. Ich habe sie irgendwo verloren, wahrscheinlich im Club, beim T
Sofia Valente Meine Schläfen pochen wie dumpfe Trommeln. Ich weiß nicht mehr, seit wann ich nichts mehr geschluckt habe. Der Hunger hat sich in eine Klinge verwandelt, die unter meinen Rippen steckt, geschärft von jedem Atemzug. Der Durst ist schlimmer noch: ein Brennen, das meine Zunge an meinen Gaumen klebt, das meine Lippen aufreißt, das jedes verschluckte Wort in Schmerz verwandelt. Die Zeit verschwimmt. In Momenten bin ich nicht mehr in diesem Flugzeug, sondern anderswo. Ich glaube, die Stimme meiner Mutter zu hören, ein ersticktes Lachen, das Klirren von Besteck gegen einen Teller. Dann erlischt alles, und es bleibt nur das dumpfe Brummen des Motors, wie ein unsichtbares Monster, das mich von innen verschlingt. Meine Gedanken werden zu Trugbildern. Ich sehe wieder das klare Wasser eines Brunnens, ich strecke die Hand aus, aber da ist nichts. Nur meine zitternden Finger, meine bläulichen Nägel, meine allzu blasse Haut
Sofia Valente Der Hunger verlässt mich nicht. Er pulsiert in meinem Bauch, bohrt in meinen Schläfen, verwirrt meine Gedanken. Aber er bricht mich nicht. Noch nicht. Er macht mich paradoxerweise klarer. Als ob mein Körper verblasste und einem geschärften, schneidenden Bewusstsein Platz machte. Jede Sekunde, die ich durchhalte, jede Weigerung, die ich ausspucke, gibt mir die Kraft zu beobachten. Ich zwinge meine Augen, das glänzende Tablett, das mich foltert, zu verlassen, um mich auf den Raum zu konzentrieren. Der Jet ist nicht riesig, aber jedes Detail zählt. Die Cockpittür ist geschlossen, zweifellos verriegelt. Doch eine Leuchtanzeige blinkt in regelmäßigen Abständen: interne Kommunikation. Die Piloten sprechen mit ihm. Nicht mit mir. Ich bin keine Passagierin. Ich bin ein Paket. Die Luft ist trocken, zu sehr gefiltert, beladen mit dem Geruch von Leder, Desinfektionsmittel und männlichem Parfüm. Sie verbre
Sofia Valente Das tiefe Brummen des Jets ist nicht mehr nur ein Geräusch. Es ist eine dumpfe Vibration, die in meinen Knochen widerhallt, ein gleichmäßiges Grollen, das im Rhythmus meines rasenden Herzens schlägt. Die Luft riecht nach Leder und Metall, kalt und geschlossen, wie ein Käfig aus Luxus. Ich halte mich steif, den Rücken an den Sitz gepresst, jeder Muskel verkrampft, jeder Atemzug gemessen. Mir gegenüber bleibt er unerschütterlich. Vollkommen entspannt, der Körper ruhend, die Hände gefaltet. Kein Zittern, kein Zweifel. Er besetzt den Raum, als gehörte selbst die Luft, die ich atme, ihm. Sein Blick weicht nicht von mir. — Du scheinst schwach, Sofia, sagt er schließlich mit tiefer, fast streichelnder Stimme. Willst du etwas trinken? Wasser? Einen Saft? Einen Tee? Eine eisige Welle läuft meine Wirbelsäule hinab. Das ist keine Aufmerksamkeit, das ist eine Provokation. Ein vergiftetes Angebot.
Sofia Valente Ich richte mich auf, noch erschüttert von der Absurdität der Situation. Meine Fäuste ballen sich, mein Atem beschleunigt sich. — Wo… wo sind wir wirklich? frage ich, die Stimme zitternd, aber scharf. Ich will Antworten! Der Mann, den ich geohrfeigt habe, erhebt sich langsam, ohne heftige Bewegung, aber jede Bewegung wiegt wie eine stille Herausforderung. Sein grausames Lächeln lässt mein Blut gefrieren. — Wir sind in meinem Jet, auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, Sofia, sagt er ruhig. Alles ist bereits im Gange. Die Welt schwankt um mich herum. Ich weiche instinktiv zurück, meine Hände zittern. — Was?! schreie ich, die Panik durchfährt mich schlagartig. Das ist unmöglich! Du kannst nicht… Ich versuche aufzustehen, um zu schlagen, um ihm die Stirn zu bieten, um die Kontrolle zurückzugewinnen, aber ein plötzlicher Schmerz explodiert an meinem Hint
Sofia Valente Der Wecker klingelt früh, wie jeden Morgen. Ich bin bereits für das Training angezogen, ungeduldig, meine Einheit zu beginnen. Beim Training sind meine Bewegungen präzise, der Körper durch die Routine erwärmt, die Endorphine geben mir eine klare, reine Energie. Nichts bereitet mich auf das vor, was folgen wird. Nach dem Training kehre ich nach Hause zurück, noch keuchend, und springe unter die Dusche. Das warme Wasser fließt über meine Haut, wäscht Schweiß und Spannungen fort, und ich fühle mich lebendig, bereit, den Rest des Tages anzugehen. Einmal abgetrocknet und angezogen, beschließe ich, meine Eltern anzurufen für einen leichten Moment, einen Austausch von Banalitäten und Lachen, der mich beruhigt, mich in meinem einfachen, geradlinigen Leben zentriert. Nach dem Telefonat bereite ich eine schnelle Mahlzeit zu, die ich genieße, während ich einige Arbeitsnotizen durchgehe. Die Müdig
Leonardo D'Amaro Die Akte liegt endlich vor mir, ausgebreitet auf dem Glastisch, jede Seite eine Offenbarung, jedes Wort ein Faden, an dem ich ziehen kann. Ich spüre die Erregung in meinen Adern steigen, die brennende Mischung aus Wut, Verlangen und Kontrolle, die mich seit dieser Ohrfeige nicht mehr verlässt. Marco reicht mir einen Kaffee, aber ich rühre ihn nicht an. Meine Augen durchstreifen jede Zeile, jedes Foto, jedes Detail, das meine rechte Hand zusammenzutragen vermochte. Sofia Valente. Fünfundzwanzig Jahre alt. Keine ernsthafte Liebesbeziehung. Nie. Keine Bindungen. Nur ihre Karriere, ihre Familie und diese treue Freundin, Camila. Ein einfaches, geradliniges, verletzliches Leben… aber nicht mehr lange. Ich lächle, grausam, zufrieden. Die junge Frau, die es gewagt hat, mich zu ohrfeigen, ist unberührt in ihrer Naivität und Unabhängigkeit. Und genau das zieht mich an. Sie ist schön, stolz, kühn… und ahnungslos gege
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr






