LOGIN„Das stimmt, lass uns zurück zur Yi-Residenz gehen.“ Marcus lächelte und sagte: „Ich habe von deiner Mutter gehört, dass du krank geworden bist, weil du an der Städtischen Oberschule Nr. 1 nicht angenommen wurdest. Wenn du bereit bist, mit mir zur Yi-Residenz zurückzukehren, werde ich dafür sorgen, dass du zur Schule gehen kannst. Die Lebensbedingungen in der Yi-Residenz sind auch gut.“ An dieser Stelle sah sich Marcus angewidert um. „Viel besser als hier.“
„Ich werde nicht zurückkehren.“ Evelyn sagte mit kaltem Gesicht: „Du, ein Butler, benimmst dich schon so. Wenn ich mit dir zurückgehe, werde ich zu Tode schikaniert!“
„Das...“ Marcus‘ Gesichtsausdruck veränderte sich. „Du denkst zu viel nach. Es geht nur um die Anrede. Du kannst mich nennen, wie du willst.“
„Du kannst gehen.“ Evelyn forderte ihn auf zu gehen: „Ich mag mein Zuhause sehr. Ich finde, dieser Ort steht der Yi-Residenz in nichts nach.“
Auch Marcus hatte nicht erwartet, von Evelyn abgewiesen zu werden. Er wirkte etwas unzufrieden und sah Grace an. „Du solltest die junge Dame auch zur Vernunft bringen!“
„Eve.“ Graces Herz war sehr hin- und hergerissen. Sie brachte es wirklich nicht übers Herz, sich von ihrer Tochter zu trennen, aber wie der Butler gesagt hatte, würde Evelyn ein besseres Leben haben, wenn sie zur Yi-Residenz zurückkehrte.
„Du brauchst mich nicht zu überreden.“ Evelyn sah Marcus kalt an. „Du kannst gehen! Ich muss mich ausruhen!“ Marcus‘ Worte klangen angenehm, aber er war wirklich ein böser Mensch. Wer wusste, was er in seinem Kopf hatte?
Während Evelyn so dachte, hörte sie ein leises Flüstern: „Warum ist sie so undankbar? Sie will nicht zur Yi-Residenz gehen, um ein gutes Leben zu führen, sondern besteht darauf, in so einem Elendsviertel zu bleiben. Für wen hält sie sich?“
Evelyn erstarrte und starrte plötzlich Marcus an, aber sie stellte fest, dass seine Lippen geschlossen waren und sein Gesicht keine Regung zeigte, aber seine Augen voller Wut und Groll waren.
Was war passiert?
Evelyn war ebenfalls etwas überrascht. Konnte es sein, dass das, was sie gerade gehört hatte, Marcus‘ Gedanken waren? So denkend öffnete Evelyn wieder den Mund und sagte versuchsweise: „Ich habe gut darüber nachgedacht. Es hat tatsächlich einige Vorteile, zur Yi-Residenz zurückzukehren.“
Marcus freute sich innerlich und sagte: „Es wäre besser, wenn du so denken könntest!“ Obwohl Marcus das sagte, dachte er innerlich: Ich wusste schon, dass sie geldgierig ist, und sie tut vor mir immer noch so. Ihre kleinen Tricks habe ich längst durchschaut.
Evelyn hörte Marcus‘ innere Gedanken, ohne ein einziges Wort zu verpassen. Ihr Gesicht wurde kalt. Es war nicht übertrieben zu sagen, dass Marcus ein böser Mensch war. „Es ist nicht unmöglich für mich zu gehen. Erstens, zeigt die Aufrichtigkeit, die die Yi-Residenz haben sollte. Reden wir nicht über anderes. Ich bin die junge Dame der Yi-Residenz. Ist es nicht zu herablassend, wenn die Yi-Residenz einen Diener wie dich schickt, um mich abzuholen?“
Marcus‘ Gesichtsausdruck wurde hässlich, nachdem er Evelyns Worte gehört hatte. Evelyn musste nicht zuhören, um zu wissen, dass Marcus sie innerlich sicher beschimpfte. Als sie Marcus‘ Rücken sah, der die Tür zuschlug und ging, verdrehte Evelyn die Augen. Sie wusste, dass sie diese Fähigkeit nur nutzen konnte, wenn sie die Gedanken anderer hören wollte.
„Eve.“ Grace betrachtete Evelyn, deren Temperament sich drastisch verändert hatte, und war etwas verblüfft. War das noch ihre gehorsame und schweigsame Tochter?
„Mama.“ Als Evelyn Graces Gesichtsausdruck sah, wusste sie, dass sie Grace erschreckt hatte, also schmollte sie und tat beleidigt: „Ich fühle mich unwohl. Plötzlich taucht ein Vater auf, und jemand will uns trennen. Ich fühle mich nicht wohl.“
„Liebling.“ Auch Grace hatte Mitleid mit Evelyn, also streckte sie die Hand aus und umarmte sie. „Wenn du nicht willst, dass wir getrennt werden, dann werden wir nicht getrennt.“
Evelyn umarmte Grace fest und verstand den wahren Wert dieser Umarmung auf eine Weise, die nur sie kannte. „Mama, ich will dich nicht verlassen...“ Das war der tiefste und aufrichtigste Gedanke in ihrem Herzen. In ihrem früheren Leben hatte Marcus sie zurück zur Familie Yi gebracht, wo sie mit der Schikane ihrer Stiefmutter, der Unterdrückung ihrer Schwester, der Vernachlässigung der Diener und dem Spott der anderen jungen Herren und Damen der Elite konfrontiert war.
In jenen gehobenen Kreisen war sie eine Ausgestoßene. Ihre Halbschwester hatte sie bei einem wichtigen Bankett verspottet und gesagt, sie sähe aus wie eine Höhlenfrau, die versuchte, in ihrem Kleid beim Gesellschaftstanz mitzuhalten.
Die Erinnerungen an ihr früheres Leben waren wirklich unerträglich. Sie wollte fliehen, sich zurückziehen.
Sie schätzte jeden Moment mit ihrer Mutter und wollte diese Wärme nicht verlieren. In ihrem früheren Leben hatte sie sich verzweifelt bemüht, sich in diesen Kreis einzufügen, Spott zu vermeiden, immer vorsichtig zu sein. Ihre Stiefmutter hatte ihr streng verboten, ihre Mutter zu sehen, und sie hatte aus Angst gehorcht. Doch tragischerweise war es, als sie sich endlich wiedersahen, bereits zu spät gewesen; ihre Mutter war nicht mehr da.
Als diese Gedanken Evelyns Geist überfluteten, schlang sie ihre Arme fester um Graces Hals. Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, ihre Mutter zu verlassen.
Währenddessen, nachdem er Evelyn verlassen hatte, schmückte Marcus seine Geschichte aus und beschrieb die älteste junge Dame als Inbegriff von Grobheit, Arroganz und Ungehorsam. Er malte Evelyn beinahe als schreckliches Geschöpf.
„Sie gehört wirklich nicht in die feine Gesellschaft“, sagte ein sechzehnjähriges Mädchen, das das Gespräch mitgehört hatte, und verdrehte angewidert die Augen.
„Ruby“, tadelte die elegante, schöne Frau auf dem Sofa, ihre Brauen gerunzelt. Ruby streckte die Zunge heraus, hielt sich aber mit weiteren Bemerkungen zurück. Die Frau wandte sich an den Mann neben ihr, dessen Brauen vor Sorge gerunzelt waren, und schlug vor: „Bruder Ethan, vielleicht solltest du selbst gehen und sie abholen.“
„Mama, bist du verrückt geworden?“ protestierte Ruby sofort. „Sie ist nichts weiter als ein wildes Kind. Warum sollte Vater persönlich gehen, um sie abzuholen?“
„Ruby, sie ist deine Schwester!“ betonte die Frau streng.
„Ich will keine solche Schwester haben!“ erwiderte Ruby mit angewidertem Gesichtsausdruck.
„Ruby, geh auf dein Zimmer!“ befahl die Frau, ihr Gesicht streng mit einem Hauch von Ärger.
„Huh!“ Das Mädchen schnaubte kalt und stapfte wütend davon.
„Du kannst auch gehen“, winkte die elegante Frau ab und ließ Marcus zurücktreten.
Jetzt blieben nur noch das Paar im luxuriösen Wohnzimmer. Die Frau sprach sanft: „Bruder Ethan, Evelyn ist erst siebzehn Jahre alt. Es ist normal, dass sie noch nicht erwachsen ist. Sie benimmt sich vielleicht so, um Schwester Grace zu verteidigen. Ich war es, die sie damals enttäuscht hat...“ Ihre Stimme verebbte, während ihre Augen feucht wurden. „Sie war meine beste Freundin, und ich...“
„Fiona, lass die Vergangenheit ruhen“, unterbrach der Mann, seine Brauen vor Unbehagen über diese Erinnerungen gerunzelt.
„Bruder Ethan, bitte hol Evelyn selbst ab. Vater hat es angeordnet“, seufzte Fiona. „Wenn Schwester Graces Zorn nicht nachlässt, dann werde ich dich begleiten. Ich bin bereit, jede Beschimpfung oder Strafe auf mich zu nehmen...“ Ihre Stimme brach in leises Schluchzen, ihre ohnehin schon gefühlsgeladenen Augen wurden noch herzzerreißender.
„Du musst nicht mitkommen“, tröstete der Mann und zog Fiona in seine Arme. „Ich werde mich selbst darum kümmern. Und denk nicht weiter darüber nach, was vor siebzehn Jahren passiert ist – es war nicht deine Schuld.“
„Aber es war meine Schuld. Ich konnte mein eigenes Herz nicht kontrollieren...“ gestand Fiona und lag in seinen Armen. „Nur ist Evelyn ein sehr bedauernswertes Kind. Ein Kind, das mit Bitterkeit aufgewachsen ist, ich fürchte...“
Der Mann seufzte tief: „Es ist spät. Du solltest dich ausruhen. Ich kümmere mich darum.“
„Gut“, stimmte Fiona zu und stand auf. Als sie sich umdrehte, huschte ein kaum wahrnehmbares kaltes Grinsen über ihr Gesicht.
Bella konnte die Realität vor sich nicht glauben. Ihr erster Kuss … einfach so verloren?So arrogant sie auch war, ihr erster Kuss war wirklich dem hässlichen Mann vor ihr gegeben worden?Wie konnte das passieren?Sie war eine Persönlichkeit wie eine Prinzessin, umgeben von Sternen. Ihr erster Kuss hätte in einer sehr romantischen Situation einem Kaiser gehören sollen!Was auch immer geschah, sie hätte so etwas Mangelhaftes nicht auf dem Sportplatz der Highschool hergeben dürfen!Bella hatte zum ersten Mal das Gefühl, wirklich ohnmächtig zu werden. Ihr Leben würde enden … Sie … sie war nicht mehr perfekt?Doch ein lauter Schrei holte Bellas fast entgleitendes Bewusstsein zurück.„Was ist passiert?!“ Jules’ Gesicht war rot. Seine kleinen Augen, die ohnehin nicht groß waren, kämpften darum, sie anzustarren. „Bist du blind?“„Häh?“ Bella erstarrte durch Jules’ Anschreien.„Meinen ersten Kuss habe ich für meine Zukünftige erhofft. Pinkel erst, dann sieh dich selbst an!“ Jules schien wirkl
„Ich möchte nur die Wahrheit wissen.“ Evelyns Ausdruck war kalt, als würde sie niemals aufgeben.„Ich …“ Bella konnte wirklich nicht antworten. Sie konnte nicht sagen, dass es daran lag, dass sie lange nicht gelaufen war. Ihre Beine waren steif, deshalb hatte sie nicht das Ergebnis erzielt, das sie hätte erzielen sollen! Außerdem war sie diejenige, die von Anfang an nicht am Training teilgenommen hatte. Wäre das nicht ein Schlag ins eigene Gesicht?„Du kannst es nicht beantworten?“ Evelyn grinste. „Bella, sag die Wahrheit. Hast du unseren kleinen Staffellauf etwa geringschätzig behandelt?“ In ihrem früheren Leben hatte Bella Evelyn still die Schuld gegeben. In diesem Leben wollte Evelyn es offen zurückholen!„Das habe ich nicht.“ Bella widersprach sofort. War sie dumm? Selbst wenn sie es wirklich nicht ernst genommen hätte, würde sie es nicht zugeben.„Warum hast du es dann getan?“ hakte Evelyn nach. „Du hast nie mit uns trainiert. Du hast dir einfach den vierten Staffelstab genommen,
Evelyn runzelte die Stirn bei diesem Anblick. Sie hatte Bellas falschen Sturz deutlich gesehen, aber die anderen würden vielleicht nur denken, es sei „versehentlich“ passiert. Nach dem Sturz und der Verletzung benutzte sie den unbezwingbaren „Willen“, um zur Ziellinie zu humpeln.Bella war eben Bella. Obwohl ihre Methode noch nicht ausgereift war, war die Art und Weise, wie sie etwas tat, tatsächlich zielgerichtet.„Eve.“ Diana und Mandy Wang gingen zu Evelyn und klopften ihr auf die Schulter. „Lass uns zurück zur Klasse gehen.“„En.“ Evelyn nickte.„Hu …“ Mandy Wang atmete tief ein und lächelte, als wolle sie Stärke vortäuschen. „Schade … Ich … Das ist das erste Mal, dass ich so schnell gelaufen bin.“ Als sie beim Staffelstab die Erste war, war das Ergebnis der erste Platz. Als sie den Staffelstab an Diana übergab, hatte sie das Gefühl, dass sie vielleicht … vielleicht wirklich unter die ersten drei kommen könnten.„Aber … sie ist gefallen … Wir konnten nichts tun …“ Auch Dianas Auge
Die Kandidatinnen, die sich im Wartebereich vorbereiteten, standen auf.„Los geht’s!“ Diana dehnte ihre Handgelenke und Beine.„Puh …“ Auch Mandy Wang atmete mehrmals nervös tief durch.„Versuch einfach dein Bestes.“ Evelyn klopfte Mandy Wang auf die Schulter und sagte.„En.“ Mandy Wang nickte. Schließlich hatten sie hart trainiert und viele Taktiken untersucht. Sie mussten ihr Bestes geben und das Ergebnis dem Schicksal überlassen!Als die drei zur Arena gingen, verzog Bella die Lippen und lief ihnen nach. Sie sagte: „Übrigens … ich werde den letzten Teil des Sprints laufen.“„Du?“ Diana musterte Bella von Kopf bis Fuß, und ihr Gesicht war voller Unglauben. „Kannst du das schaffen?“Der ursprüngliche Plan war gewesen, Mandy Wang den letzten Teil laufen zu lassen, weil Mandy Wang von ihnen am schnellsten lief und auch ihre Explosivkraft stark genug war. Es war sicherer, den letzten Teil zu laufen.„Ich war nicht da, als ihr trainiert habt. Ich werde euch nicht zur Last fallen, wenn ic
Ethan war offensichtlich sehr wütend, als er zurückkam. Anscheinend hatte er Probleme bei der Arbeit.Ruby wollte sich beschweren, wurde aber von Fiona zurückgehalten.Als Ruby sah, dass Fiona ihr bedeutete, nicht zu sprechen, war sie etwas unzufrieden. Vor dem Schlafengehen öffnete sie den Mund und fragte: „Mutter! Warum lässt du mich nicht Vater davon erzählen!“„Dein Vater ist gerade eindeutig in schlechter Stimmung. Wenn du jetzt zu ihm gehst, um über Evelyn zu sprechen, machst du es ihm dann nicht noch schwerer?“ Fiona deckte Ruby unter der Decke zu.„Aber Mutter, wenn Vater schlechte Laune hat und ich das erzähle, wird Vater dann nicht noch wütender und Evelyn eine Lektion erteilen?“ Ruby verstand es nicht.„Dein Vater ist nicht der Typ, der seine Wut an anderen auslässt.“ Hier wurde Fionas Blick sanft. „Wenn er wütend ist, hört er nicht auf die Worte anderer, aber er trifft keine voreiligen Entscheidungen. Er ist ein sehr stabiler und guter Mann.“„Dann wird er mich also trotzd
Die Glocke läutete, und diese Stunde war zufällig eine Sprachstunde. Als Benjamin Bai zur Tür des Klassenzimmers ging, hörte er den Lärm im Inneren. Die Schüler sagten, Bella sei in ihn verliebt. Als er das hörte, war er wirklich in einem Dilemma.Von einem Schüler geliebt zu werden, ist eine gute Sache. Doch wenn es die Gefühle zwischen Lehrer und Schüler überschreitet, fühlt man sich immer unwohl.Als er hörte, dass die Klasse allmählich ruhig wurde, öffnete Benjamin Bai die Tür und trat ein.Jetzt schien es ziemlich normal zu sein, aber als Benjamin Bai mit seinem Vortrag begann, änderte sich die Atmosphäre ein wenig.„Es gibt drei Wissenspunkte in diesem alten Text. Merkt euch alle.“ Benjamin Bai schrieb einen Absatz an die Tafel und sagte: „Wer liest den nächsten Absatz?“„Lehrer, Bella sagt, sie möchte ihn lesen.“ Eine Stimme kam aus einer Ecke und unterdrückte ein Lachen.Als die Schüler diese Stimme hörten, lachten sie ebenfalls leise.Als Bella diese Worte und das Lachen ihre







