Die Hunde hörten auf zu bellen.Das war das Erste, was Lova merkte, und sie merkte es so, wie man eine Uhr merkt, die stehengeblieben ist nicht sofort, sondern mit einem langsamen, kalten Gefühl, dass in dem Raum etwas fehlte. In Honigdorf gab es immer Hunde. Den Spaniel der alten Frau Albers. Den Collie der Ahlers-Jungen. Das gescheckte Ding an der Mühle, das seinen eigenen Schwanz anbellte. Bei Einbruch der Dunkelheit, wenn die Lampen angingen, fingen sie alle zusammen an, wie ein Chor, der nie aufgehört hatte zu üben.Heute Abend war die Gasse still von der Kirche bis zum Teich.„Zuerst die Oberseite,“ erklärte Pia Roth mit dem Ernst der sehr Erfahrenen. „Du leckst den Zucker ab. Dann machst du die Creme. Dann den Teig ganz zum Schluss, weil das der traurige Teil ist.“„Warum ist der traurig?“ fragte Nela.„Weil das alles ist, was übrig bleibt.“Sie saßen nebeneinander auf den hohen Hockern am Ende von Bruno Hahns Theke, schaukelten mit den Beinen, fünf und vier Jahre alt, mit Van
Zuletzt aktualisiert : 2026-10-30 Mehr lesen