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Kapitel 70: Nach dem Sturm

Penulis: Eternel
last update Tanggal publikasi: 2026-04-13 15:11:00

Gabriel

Die Bürotür schließt sich mit einem dumpfen Klacken, und die Außenwelt ist abrupt abgeschnitten. Die Stille hier ist dicht, erdrückend, so anders als das Tumult, das ich hinter den Trennwänden vermute. Ich stehe mitten im Raum, die Schultern angespannt, und warte.

Ich höre sie kommen. Ihre Schritte sind leicht, unsicher, auf dem Parkett. Sie tritt ein und schließt die Tür lautlos. Ich drehe mich nicht sofort u

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  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 70: Nach dem Sturm

    GabrielDie Bürotür schließt sich mit einem dumpfen Klacken, und die Außenwelt ist abrupt abgeschnitten. Die Stille hier ist dicht, erdrückend, so anders als das Tumult, das ich hinter den Trennwänden vermute. Ich stehe mitten im Raum, die Schultern angespannt, und warte.Ich höre sie kommen. Ihre Schritte sind leicht, unsicher, auf dem Parkett. Sie tritt ein und schließt die Tür lautlos. Ich drehe mich nicht sofort um. Ich höre ihren etwas kurzen Atem, ich spüre das Gewicht ihres Blicks in meinem Rücken.Ich drehe mich um.Sie ist da, an die Tür gelehnt, als brauche sie Halt, blass, die Augen riesig. Die professionelle Maske ist gefallen. Geblieben ist nur Élise, nackt, vibrierend, noch erschüttert von dem Erdbeben, das ich gerade ausgelöst habe.»Hast du ihre Gesichter gesehen?«, sagt sie mit einer Stimme, die nur ein Hauch ist.&

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 69: Die Ankündigung

    ÉliseDer Tag dehnt sich, langsam und erschöpfend. Jede Minute ist eine Qual aus Warten und Falschheit. Ich bringe den Kaffee, sortiere Dokumente, antworte am Telefon mit einer Stimme, von der ich hoffe, dass sie neutral ist, die mir aber seltsam schrill, zerbrechlich vorkommt. Die Blicke folgen mir, beharrlich. Unausgesprochene Fragen schweben in der Luft, kleben an meiner Kleidung, an meiner Haut.Gabriel seinerseits ist von eisiger Effizienz. Er reiht Besprechungen an Besprechungen, Anrufe an Anrufe, ohne jemals die geringste Emotion durchblicken zu lassen. Manchmal kreuzen sich unsere Blicke durch die Glaswand seines Büros. Ein Funke, schnell, brennend, dann wendet er den Blick ab, wird wieder der Chef, der Mann aus Stein.Es ist gegen 16 Uhr, als er die Gegensprechanlage betätigt. Seine neutrale Stimme hallt in meinem kleinen Raum wider.»Élise, versammeln Sie bitte das gesamte Personal um 16:30 Uhr im

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 68: Das Spiel der Fassaden

    ÉliseDas Auto parkt auf dem knirschenden Kies vor der imposanten Glas- und Stahlfassade der Zentrale. Mein Herz, für einen Moment beruhigt von der Stille des Landes, beginnt wieder gegen meine Rippen zu hämmern, ein aufgescheuchter Vogel in der Falle. Es ist so weit. Das Theater. Die Bühne, auf der wir unsere Rollen spielen müssen, ein letztes Mal vielleicht.Gabriel stellt den Motor ab. Die Stille, die eintritt, ist von anderer Natur als die im Haus. Sie ist schwer von nicht getanen Blicken, nicht ausgesprochenen Fragen. Er wendet sich mir zu. Sein Gesicht hat sich verändert. Die Zärtlichkeit, die Verletzlichkeit von heute Morgen sind verschwunden, ersetzt durch eine Maske ruhiger Autorität. Der Chef. Mein Geliebter ist hinter den Zügen meines Arbeitgebers verschwunden.»Bereit?«, fragt er, seine Stimme ist neutral, professionell.Ich nicke, meine Tasche wie einen Rettungsring an m

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 67: Das Versprechen im Licht

    ÉliseEin Schauer durchläuft mich, anders als alle anderen. Dieser besteht nicht aus Angst oder Kälte, sondern aus einem brennenden, flüssigen Zustrom, der scheinbar tief in meinen Eingeweiden entspringt und sich unter seinem Blick auf der Oberfläche meiner Haut ausbreitet. Seine Worte hallen in der gedämpften Stille des Badezimmers wider und fegen meine Ängste, meine Scham auf einen Schlag hinweg. »Ich will dich verschlingen.« Der Satz ist roh, wild. Er lässt keinen Raum für Zweifel oder Zurückhaltung. Es ist ein als Wahrheit ausgesprochenes Verlangen, ein angekündigtes Festmahl.Ich senke den Blick, aber ich spüre, wie die Hitze in meine Wangen steigt, eine scharlachrote Zurschaustellung meiner Verwirrung. Ich werde rot. Wie ein junges Mädchen. Wie eine verzückte Ehefrau. Der Kontrast ist heftig zur Melancholie der Minuten zuvor. Gabriel sieht mein Erröten, und ein

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 66: Im Spiegel der Haut

    ÉliseIch fahre zusammen, als die Klinke sich bewegt. Die Tür, von der ich dachte, sie sei geschlossen – ich hatte sie doch zugedrückt, ich hatte sie Widerstand leisten spüren –, gibt lautlos nach. Gabriel steht im Rahmen. Er lächelt nicht. Sein Blick gleitet über mein Gesicht, meine zitternden Schultern, meine Hände, die sich sofort über meinem Bauch verschränkt haben, wie ein Schild.»Ich habe dich überall gesucht«, sagt er, seine Stimme tiefer als eben, durchzogen von einer Besorgnis, die nicht nur eine Feststellung ist.Er macht einen Schritt. Das Badezimmer ist plötzlich winzig. Die Luft wird dünner, beladen mit all dem, was wir heute Morgen nicht gesagt haben. Die Stille des Hauses ist auch da, mit ihm hereingekommen, eine dritte Person, die zusieht.»Die Tür …«, stammle ich.»Sie schließt nicht. Ich hatte keine Zeit, es z

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 65: Der Preis der Stille

    ÉliseDas erste Erwachen im Haus ist ein Schock. Die Stille. Es ist nicht die gedämpfte Stille der Wohnung in der Stadt, die stets von Straßengeräuschen, fernen Sirenen und Nachbarn durchzogen ist. Es ist eine schwere, tiefe, fast greifbare Stille. Eine Stille des Landes, die den Schluck zu verschlucken, zu ersticken scheint. Sie umhüllt das Haus, dringt durch die Ritzen der alten Fenster und lässt sich nieder wie ein weiterer Bewohner.Ich stehe auf, der Körper ist steif, der Magen verkrampft. Das kalte Parkett unter meinen nackten Füßen lässt mich frösteln. Gabriel schläft noch, erschöpft von den Ereignissen des Vortages. Ich betrachte ihn einen Augenblick, sein friedliches Gesicht im Schlaf, und eine Welle so heftiger Liebe überflutet mich, dass mir der Atem stockt. Dann kehrt die Angst zurück, unmittelbar, im Bunde mit dieser Stille.Ich gehe die knarrende Holztreppe hinunter, jede Stufe ein Schrei in der Stille des Morgens. Der große Wohnraum ist gewaltig, leer, getaucht in das f

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 29 — Das Mittagessen

    ÉliseDas Restaurant ist nur wenige Schritte entfernt, doch ich habe das Gefühl, eine Theaterbühne am helllichten Tag zu durchqueren. Die Passanten kreuzen unseren Weg, ohne etwas zu ahnen, aber ich spüre immer noch das unsichtbare Gewicht der Blic

  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 27 — Élises Büro

    GabrielDie kalte Türklinke unter meiner Hand. Einen Bruchteil einer Sekunde zögere ich – für jeden anderen unmerklich, doch in mir hallt es nach wie eine Ewigkeit. Dann öffne ich.Sie blickt sofort auf. Ein leichtes, professionelles Lächeln, das jedoch kaum wahrnehmbar an den Mundwinkeln zittert.

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  • Der Schatten eines Wunders   Kapitel 24 – Das Bett und die Spiegel

    ÉliseIch liege in meinem Bett, die Nachttischlampe wirft ein schwaches Licht, das zitternd gegen die Wände flackert. Das Zimmer ist zu ruhig. Zu brav für das, was in mir brodelt. Ich ziehe die Decke bis ans Kinn, aber die Wärme, die mich durchströmt, hat nichts mit der Baumwolle zu tun. Sie kommt

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